KI- und Tech-Aktien: Ist der Kursrutsch der Palantir-Aktie nur der Anfang?
Aktienhändler an der New Yorker Börse in New York. Viele Technologietitel mussten zuletzt Verluste hinnehmen.
Foto: APWer in Trends investiert, muss erkennen, wann das Rennen vorbei ist. Besonders viele Fragezeichen wirft derzeit der amerikanische KI- und Verteidigungsdienstleister Palantir auf. Mit einem Minus von 10,73 Prozent war die Aktie gestern nicht nur der größte Verlierer im US-Index S&P 500, sondern hat inzwischen auch alle Gewinne seit Anfang Februar abgegeben: Sie liegt nun fast 36 Prozent unter dem Monatshoch von 125,41 Dollar.
Hendrik Leber, Geschäftsführer des Investors Acatis, verliert deshalb jedoch noch lange nicht die Zuversicht in das Unternehmen. Mit Blick auf die Sparmaßnahmen der Effizienzbehörde Doge sagt er: „Meiner Ansicht nach sollten die amerikanischen Internetgiganten, darunter auch Palantir, langfristig als Gewinner aus den Maßnahmen von Elon Musk hervorgehen.“
Der Investmentexperte, der seit dem Strategiewechsel in den zivilen Bereich und dem damit verbundenen Sprung über die Gewinnschwelle in Palantir Technologies investiert ist, glaubt an das Geschäftsmodell des Regierungsdienstleisters. IT sei die Lösung für viele bürokratische Probleme: „Bürokratie verwaltet Fakten und hält sich an Regeln. Das ist eine Aufgabe, die auch die IT erledigen kann.“
Ziellose US-Politik
Doch warum der Absturz nach einem Kurssprung von über 400 Prozent in nur einem Jahr? Leber macht dafür die seiner Meinung nach „chaotische“ Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump verantwortlich.
„Die wirre und ziellose Zollpolitik von Trump schadet der Wirtschaft, schadet dem Konsumenten und schadet den Investitionen“, urteilt er. Es komme zu höheren Importpreisen und mehr Unsicherheit.
Doch auch hier glaubt Investor Leber an ein Comeback. Eine Ausnahme unter den sogenannten „Magnificent Seven“ sei Tesla: „Tesla wird unter chinesischen Konkurrenten leiden und wird Opfer der zunehmenden Unbeliebtheit von Elon Musk.“
Außerhalb des Technologiesektors bleibt Leber jedoch vorsichtig, vor allem bei konsumorientierten Aktien auf dem US-Markt. „Die Arbeitslosigkeit wird steigen, die Preise werden steigen, womit am Ende dem Konsumenten das Geld in der Tasche fehlen wird.“
Dies habe sich bereits auf sein eigenes Portfolio ausgewirkt. Er selbst habe in den letzten Tagen den US-Anteil seiner Anlagen reduziert, abgesichert und in japanische Aktien umgeschichtet. Dazu ist wichtig zu wissen: In Japan hat sich das Investitionsumfeld nach dem Wechsel in der Geldpolitik aufgehellt, zulasten der USA.
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