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Deutschlands GrillmeisterMehr als nur Wurst

Es ist angegrillt. Deutschland wird zum Grillland. Nicht nur zwischen Mai und September. Die Fleischeslust packt die Deutschen immer öfter und auf immer höherem Niveau. Was die heißeste Branche Deutschlands zu bieten hat.Rebecca Eisert 04.05.2012 - 14:59 Uhr

Mehr als 60 Kilogramm Fleisch essen die Deutschen pro Jahr. Im Sommer besonders beliebt sind Bratwürste wie die klassische Rote, Thüringer Rostbratwürste, Nürnberger - nur bitte niemals Weißwurst. Das zählt im Freistaat zu den Todsünden.

Foto: dpa

Der Duft von gebratenem Fleisch liegt in der Luft. Rauchig, würzig, lecker. Wenn einem bei den offiziellen deutschen Grillmeisterschaften am 5. und 6. Mai nicht das Wasser im Munde zusammenläuft, dann nirgends. Rund 40 Teams treten an - Profis und Laien werden von einander getrennt. Sieben Gänge können, fünf daraus müssen gegrillt werden. 1500 Portionen gegrillter Fisch, Spareribs, Geflügel und Bratwurst werden die weit über 300 Juroren verkosten. Sie bewerten Aussehen, Geschmack, Garstufe und die Beilage, die ebenfalls vom Grill kommen muss.

Die Aufgabenstellung ist kniffelig. Die Teams mit so klangvollen Namen wie Teufelsgriller, Harzer Bruzzler, Türi Pritsumhed aus Estland oder Grill Ueli aus der Schweiz müssen zum Beispiel eine Rinderbrust grillen. Im Barbeque-Smoker bei Niedertemperatur dauert es zwölf bis vierzehn Stunden bis das langfaserig Fleisch zart und dabei noch saftig ist.

Nachtschicht für die Rinderbrust

Die ersten Mannschaften grillen daher schon am Samstagabend an, schieben Nachtschichten, um den kostbaren Braten nicht zu verderben. Pflicht für jede Teilnehmergruppe ist auch eine perfekt gegrillte Wurst. Auch wenn die letztgenannte unter den Profis gerne mal spöttisch als „unterstes Grillniveau“ bezeichnet wird – die deutsche Bratwurst, das findet auch Ebbo Christ, Vizepräsident der German Barbecue Association (GBA), ist ein Stück Kulturgut und gehört deshalb auch ins Pflicht-Menü der Grillmeister.

Deutschland - ein Grillvolk

Christ und seine Gefolgschaft erwartet ein großes Publikum. Bei den Meisterschaften 2011 zählten sie 80.000 Besucher. Auch 2012 ist der Ansturm riesig. Vielleicht weil sich Costa Cordalis angekündigt hat – er will gemeinsam mit den Besuchern in Schwäbisch Hall den Weltrekord im Sirtakitanzen brechen. Viel eher jedoch, meint der GBA-Vize, weil der Funke längst übergesprungen ist. Grillen ist Trend. Die Deutschen entwickeln sich zum Grillvolk.

Ohne Grill, kein Sommer

Mehr als ein Drittel grillt im Sommer mindestens einmal die Woche, mehr als die Hälfte mindestens einmal pro Monat. Ohne Fleisch auf dem Grill, ist der Sommer kein richtiger Sommer, finden fast 60 Prozent der Deutschen. Am liebsten grillt der Deutsche – die Damen halten sich noch immer etwas zurück – auf dem klassischen Holzkohlegrill, den 80 Prozent aller Grillfans besitzen und gegrillt wird, weil – richtig – es so lecker, gesellig und gemütlich ist. Grillen ist ein Fest und gegrillt wird immer öfter auch zum Fest – zu Silvester und Weihnachten etwa. Schon ein knappes Drittel der Deutschen grillt das ganze Jahr hindurch. Das ergab die Weber Grillstudie 2012.

Fachlektüre und Grillschulen

Doch die Deutschen grillen nicht nur immer öfter, sie wollen darin auch immer besser werden. Wissbegierig studieren sie Fachlektüre wie etwa Weber’s Grillbibel, die sich zum Bestseller entwickelt hat. Der Hersteller der bekannten Kugelgrills profitiert nicht schlecht vom Grillfieber und füttert seine Fans mit immer neuen Titeln. Zur Saison 2012 gibt es Weber’s Grillen, Weber's Räuchern und Heft speziell zu Seafood. Immer aufwendigere Speisen bis hin zu Kuchen und Desserts landen auf dem Grill, belegt die Grillstudie des Herstellers. Das lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Den Deutschen ist die Wurst nicht mehr genug.

Richtiges Grillen will gelernt sein. Grillakademien und Grillschulen haben daraus ein Geschäft gemacht.

Foto: dpa

Hersteller: Basile

Serie: Hydra

Modell: Hydra Alpha

Preis:  15.500 Euro

 

Dieser Drache heizt ihren Würstchen ein. 120 Kilo bringt die komplett aus Edelstahl bestehende Hydra Alpha auf die Waage. Außer dem drachenförmigen Design und der Verarbeitung ist auch der Preis von 15.500 Euro luxuriös. Hersteller Basile wirbt mit dem Spruch: "Eine Hydra wird nicht produziert, sie entsteht." Und das zu 100 Prozent Handarbeit made in Germany.

Foto: WirtschaftsWoche

Hersteller: Fire Magic

Serie: Echelon Diamond

Modell: Echelon E1060s

Preis:  14.635 Euro

Das ist kein Grill, sondern schon eine Grillküche für den Garten: Mit vier Schränken, trennbaren Grillflächen und einem Sichtfenster mit Halogenlampen, um das Fleisch auch nachts im Auge zu behalten. Insgesamt wartet der Echelon E1060s mit einer 6.832 Quadratzentimeter großen Grillfläche aus. So wird beim nächsten Gartenfest jeder satt.

Foto: Screenshot

Hersteller: Rumo

Serie: Joe´s Barbeque Smoker
Modell: Little Joe
Preis: 499 Euro

"Ein Allrounder, der hartgesottenen Kerlen wie Chuck Norris Freudestränen in die Augen treiben würde", lobt das Marketing. Dabei macht man doch mit Chuck Norris keine Witze. Sonst droht beim Grillen der tödliche Roundhouse-Kick. Wer weiter witzeln und sich stilecht - quasi nach Texas Ranger-Manier - tot treten lassen mag, für den könnte sich der amerikanisch anmutende Little Joe von Rumo eignen. Der Grill ist mit einer Fläche von 40 mal 40 Zentimetern der kleinste Grill aus der Serie Joe's Barbeque Smoker. Der Holzkohle-Grill ist aus massivem Stahl und eignet sich für direktes Grillen und Räuchern.

Foto: Screenshot

Hersteller: OutStanding

Serie: OutStanding

Modell: OS Superior

Preis: 4.870 Euro

Auf der 4.500 Quadratzentimeter großen Grillfläche des OS Superior können sich Grillfreunde ausleben. Der Gasgrill bietet ein puristisches Design und eine stabile Struktur am Stück geschweißt.

Foto: WirtschaftsWoche

Hersteller: Libatherm
Serie: Edelstahl - Kombigrill
Modell: 0700 KVAP
Preis: 519,00 EUR

Nicht ganz so männlich, dafür immerhin mit Holzkohle: Der 0700 KVAP aus Edelstahl besteht aus einer Feuerschale mit 70 Zentimeter Durchmesser, einer Reling mit 90 Zentimeter Außendurchmesser und drei Standfüßen mit acht Zentimetern Durchmesser. Die Feuerschale ist 40 Zentimeter hoch und mit der Außenreling fest verschweißt. Durch eine Spindel aus Edelstahl kann der Grillrost um circa 15 Zentimeter in der Höhe zur Feuerschale verstellbar. Rost und Grillaufsatz sind abnehmbar. Optisch hat der 0700 KVAP viel von einem Zimmerbrunnen - passt also eher in den japanischen Steingarten.

Foto: Screenshot

Hersteller: Broil King

Serie: Imperial

Modell: Imperial XL

Preis:  2.500 Euro

 

Wuchtig kommt der Broil King Imperial XL daher. Dank seiner separierbaren Grillfläche hat der Gasgrill stets die richtige Größe – ob man für zwei oder 22 Personen grillt. Unter der kleinen Grillhaube sollen Steaks & Co. zubereitet werden. Grund:  Dank dem kleinen Grillraum soll sich das Aroma besser im Fleisch speichern lassen.

Foto: Screenshot

Hersteller: Weber
Serie: Gas-Grill
Modell: Spirit E 320 Johann Lafer 2012
Preis: 869 Euro

Wenn schon Johann Lafer dafür Werbung macht, dann muss das Ding ja was taugen. Weber wirbt sogar damit, dass das Grillen mit Weber zu einer von Lafers Lieblingsbeschäftigungen geworden sei. Selbstredend ist sein persönliches Modell auch speziell ausgestattet. Der Lafer Spezial-Spirit E-320 hat eine gusseiserne Wendeplatte, drei Edelstahlbrenner und einen Warmhalterost. Wer statt Flusskrebsen mit Erbsentascherl und Mousse von Räucherfischen lieber Bratwurst und Nackensteak mag, für den ist der Lafer-Grill zwar nicht ungeeignet, eine günstigere Variante täte es aber auch.

Foto: WirtschaftsWoche

Hersteller: Lynx

Serie: Freestanding Grills

Modell: 36" Professional Grill

Preis:  7.300 Euro

Eine kleine Küche auf Rollen bietet der US-Hersteller Lynx mit seinem 36" Professional Grill. Außer der Grillfläche und einem Schrank bietet er seitlich zwei ausklappbare Arbeitsflächen und die Möglichkeit, ein Kochfeld anzubauen.

Foto: Screenshot

Hersteller: Thüros
Modell: Montana
Preis: 759 Euro

Rein optisch unterscheidet den Montana nur wenig vom 30 Euro-Grill aus dem Baumarkt. Der Komplettgrill hat eine Grillfläche von 40 mal 60 Zentimetern und eine Schwenkhaube, einen Warmhalterost, eine Spießgarnitur und zwei Fleischklammern. Anders als die Verwandten aus Bau- und Supermarkt verfügt der Grill noch über einen Edelstahlmotor, der die Grillspieße dreht.

Foto: Screenshot

Hersteller: Weber
Serie: Gourmet Holzkohlegrill

Modell: Performer 57cm Touch-N-Go,

Preis: 599 Euro

Auch wenn dieses Modell mehr nach Luxus-Suppenküche aussieht, es handelt sich tatsächlich um einen Holzkohlegrill. Der Performer Touch-N-Go hat allerdings ein Gaszündsystem für die Holzkohle und funktioniert auch als Umluftbackofen mit Grillfunktion. Neben Grillen kann der Gartenkoch also auch Braten, Backen und Kochen. Also nichts mit Bier ablöschen.

Foto: WirtschaftsWoche

Hersteller: Grandhall

Serie: X-Series

Modell: Porsche Design Gasgrill
Preis: 4.999 Euro

Schlank, elegant, windschnittig, sportlich - Grandhall versucht, diese Attribute auf einen Grill zu übertragen. Steriles Design statt rauchiger Fleischlust. Und das ist gelungen: Der Porsche Design Gasgrill mit Infrarot-Gasbrenner, integriertem Drehspieß sowie ein LCD-Display wirkt mehr wie eine Designstudie denn wie ein Grill. Im modernen Loft-Wohnzimmer macht er sich aber sicher gut.

Foto: Screenshot

Hersteller: Coobinox

Serie: Gasgrill Premium Linie
Modell: 6 Brenner Gasgrill "Premium Linie"
Preis: 799 Euro

Weg vom ursprünglichen, steinzeitlichen Fleisch erhitzen auf offener Flamme, hin zum domestizierten Gasgrill mit schickem Unterschränkchen. Der 6 Brenner Gasgrill aus der Premium Linie von Coobinox wirkt einem Schöner-Kochen-Beitrag entsprungen und nicht wie ein Grill. Er verfügt über sechs individuell regulierbaren Edelstahl-Brenner, einen 113 mal 47 Zentimeter großen Grill- sowie einen kleinen Warmhalterost, eine Fettauffangwanne und einen Infrarot-Backburner. Für vitaminschonendes Garen - nicht grillen - gibt es in der linken Seitenablage einen eingelassenen Wokbrenner. Auf Wunsch wird das Gerät mit einem elektrisch drehbaren Grillspieß geliefert.

Foto: Screenshot

Hersteller: Grandhall
Serie: Gasgrill

Modell: Maxim Island Pearl Grey
Preis: 1.499 Euro

Wenn schon der Gasgrill von Coobinox äußerlich nicht mehr viel von einem Grill hatte, ist der Maxim Island Pearl Grey Gasgrill lediglich ein Outdoor-E-Herd. Wie aus der Küche gewohnt, betätigt der Gasgriller nur kleine Knöpfe auf einem Panel an der Front des Grills und wendet ab und an das Gargut. Der Maxim Island Pearl Grey bietet Platz für drei Grillroste, einer Steakplatte und einem Warmhalterost. Die Grillfläche ist 80 mal 48 Zentimeter groß.

Foto: Screenshot

Hersteller: Outdoorchef
Serie: Gas Kugelgrill
Modell: Venezia 570

Preis: 949 Euro

Zwar auch gasbetrieben, aber wenigstens optisch ein Grill ist der Venezia-Grill von Outdoorchef. Das Model eignet sich besonders für Hütchenspieler, der Grill funktioniert nämlich mittels eines Trichtersystem: Beim Backen, Garen und dem indirektem Grillen, kommt der obere Trichter mit der großen Öffnung zum Einsatz, ein kleiner Trichter schützt den Gasbrenner vor tropfenden Flüssigkeiten. Für Grillgut, das sehr hohe Temperaturen braucht, wird der obere Trichter verkehrt herum eingesetzt. Hinzu kommt ein integrierter Steakhouse-Grill mit zwei Gusseisenbrennern - ohne Hütchen.

Foto: Screenshot

Hersteller: Napoleon
Serie: Prestige PRO Gas Grill Series
Modell: PRO600RB
Preis: 1.800 Dollar

Er stammt aus dem Mutterland des Barbeque: aus dem Land, wo die Cowboys bei Speck und Bohnen am Feuer saßen, wo sich gigantische, triefende, marinierte Spareribs über Flammen drehen - und er sieht aus wie ein Herd aus einer Profiküche. Wer mit dem PRO600RB grillt, darf auf Lagerfeuerromantik und Ursprünglichkeit keinen Wert legen. Vielmehr geht es um punktgenaues, fett- und fleckenfreies Garen beim Familienfest auf perfekt manikürtem Rasen. Da macht sich der Gasgrill mit seinen fünf Brennern, Infrarotbrennern, dem poliertem Chrom und gebürsteten Edelstahl auch optisch sehr gut.

Foto: Screenshot

Hersteller: Kalamazoo

Serie: Hybrid Fire Freestanding Grill

Modell: K500HT

Preis: 11.295 Dollar

Noch teurer, dafür nicht ganz so mächtig, ist der K500HT aus Michigan, Modell Elektroherd. Das Gerät hat zwei Gasbrenner, kann aber auch mit Holzkohle betrieben werden. Er kommt mit zwei Infrarot-Brennern, einer Hauptgrill-Oberfläche und einer Grillschublade für direktes Grillen auf Feuer daher.

Foto: WirtschaftsWoche

Hersteller: Brennwagen
Serie: Holzkohle BBQ Smoker

Modell: GTX 1500
Preis: 5.499 Euro

Das ist er, der Chuck Norris-Glücklichmacher: Brennwagen bezeichnet seinen GTX 1500 selbst vollmundig als den SUV unter den Grills. Zugegeben: Er ist der größte und breiteste der Serie und Parkplatzprobleme gibt es mit dem GTX1500 sicher auch. Dafür kann man ihn hinter sich her ziehen oder vor sich herschieben und der Qualm wird durch ein Ofenrohr nach oben geleitet, so dass der Ottonormal-Chuck Norris nach dem Grillen nicht nach Rauch riecht. Für die Gesundheitsbewussten gibt's eine Garkammer, der Rest bekommt sein Steak vom Feuer. Im Grill können außerdem Bier und Grillfleisch kühl gelagert werden.

Foto: Screenshot

Doch die Zubereitung auf Sterneniveau will gelernt sein. 10.000 Teilnehmer zählte die Weber Grillakademie im vergangenen Jahr – Tendenz steigend. In der ganzen Republik von Berlin bis Stuttgart bietet der Hersteller von Grills und Accessoirs Kurse an. Die Gebühr beträgt zwischen 90 und 125 Euro pro Person.

Der Großmeister des Grills

Damit ist Weber’s Grillakademie die wohl größte Konkurrenz für Ebbo Christ. Der Vizepräsident  der GBA hat die 1. Württembergische Grillschule eröffnet. Seit zehn Jahren weist der Exilschwabe die Einheimischen in die Kunst des Grillens ein, wird nicht müde den Unterschied zwischen direktem und indirektem Grillen zu erläutern, predigt den Einsatz von hochwertigem Fleisch und Gemüse und natürlich die Anschaffung eines ordentlichen Grills.

„Mit einem guten Gerät macht es einfach mehr Spaß. Das ist wie mit der billigen Bohrmaschine, die macht auch ein Loch – aber wie“, erklärt Christ, warum man ein paar Euro mehr investieren sollte. Ab 100 Euro, sagt er, bekommt man einen passablen Holzkohlegrill, einen guten für 300 bis 500 Euro. Gasgeräte sind grundsätzlich teurer, ab etwa 170 Euro kann man mit ordentlicher Qualität rechnen. Christ: „Der Trend gehe auf jeden Fall zu höherwertigen Geräten, im guten Mittelfeld liegen wir bei 500 und 1000 Euro für einen Gasgrill.“

Das Fleisch des irischen Angusrinds (Black Angus) ist kräftig rot, gleichmäßig marmoriert, feinfaserig und bleibt auch beim Braten zart und saftig. Der Name „Angus" stammt von der schottischen Grafschaft Angus, wo diese Rinder zuerst gezüchtet wurden. Von dort aus verbreitete sich die schwarze, hornlose Rasse weltweit.

Kosten für ein Kilogramm Angus-Rindfleisch

Rumpsteak: 50 - 60 Euro

Entrecote: 50 -60 Euro

Filet: 70 - 80 Euro

Steakhüfte: ca. 50 Euro

Foto: Fotolia

Argentinisches Rindfleisch gehört zu den Klassiker auf der Speisekarte der Steakhäuser. Das Fleisch ist fest, saftig und aromatisch.

Kosten für ein Kilogramm:

Rumpsteak: ca. 55 Euro

Entrecote: ca. 55 Euro

Steakhüfte: ca. 50 Euro

Filet: ca. 75 Euro

Foto: AP

American Beef - US-Rinder ernähren sich ausschließlich von Gras und erhalten während der Mast ausgewähltes Futtergetreide. Der Klassiker in der amerikanischen Steakkultur ist das Porterhouse-Steak. Es wird aus dem Roastbeef mit einem hohen Anteil Filet geschnitten und ist besonders leicht am t-förmigen Knochen zu erkennen.

Kosten für ein Kilogramm:

American Filet: ca. 100 Euro

Nacken und Flank Steak: ca. 40 Euro

Rumpsteak und Entrecote: 75 - 80 Euro

Steakhüfte: ca. 60 Euro

T-Bone Steake/Porterhouse-Steak: 70-80 Euro

Foto: Fotolia

Bisonfleisch ist extrem mager und anders als bei den meisten Fleischsorten ist beim Bison das Fleisch an sich der Geschmacksträger und nicht das Fett. Es ist reich an Proteinen, Mineralien und wertvollen Fettsäuren. Bisonfleisch brät besonders schnell durch, muss aber doppelt so lange ruhen wie normales Rindfleisch.

Kosten für ein Kilogramm:

Rumpsteak: ca. 75 Euro

Entrecote (Rib Eye): ca. 75 Euro

Filet: ca. 110 Euro

Steakhüfte: ca. 70 Euro

Foto: REUTERS

Simmentaler Rinder kommen ursprünglich aus dem Berner Oberland (Simmental) und gehören heute zu den wichtigsten Rinderassen in den deutschen und österreichischen Alpen. Das Fleisch des Simmentaler Rinds ist würzig, aromatisch und mittlerweile auf den Speisekarten vieler Gourmetrestaurants zu finden.

Kosten für ein Kilogramm: 

Rumpsteak: 35-40 Euro

Entrecote (Rib-Eye): 35-40 Euro

Filet: 60-70 Euro

Steakhüfte: ca. 30 Euro

Foto: Fotolia

Galloway Rind

Das Galloway-Rind stammt aus Südwest-Schottland. Das Fleisch der Rinder ist sehr zart, saftig und gut marmoriert.

Kosten für ein Kilogramm:

Rumpsteak: 26 - 38 Euro

Hüftsteak: 15 - 20 Euro

Filet: ca. 40 Euro

Foto: REUTERS

Der Name Wagyu stammt aus dem Japanischen und heißt übersetzt Japan-Rind. Man unterscheidet drei Hauptsorten von Wagyu. Das bekannteste ist das schwarze Wagyu. Das Fleisch dieser Rinder gilt als absolute Delikatesse und als zartestes Fleisch der Welt. Wagyu wird auch als "Kobe-Style Beef" bezeichnet.

Kosten für ein Kilogramm:

Rumpsteak: ca. 140 Euro
Entrecote: ca. 140 Euro
Filet: ca. 190 Euro
Flank Steak: ca. 50 Euro

Foto: WirtschaftsWoche

Das klingt nach viel. Doch wenn man bedenkt, dass kein Deutscher vor 15 Jahren auch nur im Traum daran gedacht hätte, für eine Kaffeemaschine mehr als 30 Mark auszugeben und heute für eine vollautomatische Espressomaschine – die wohlgemerkt in der warmen Küche steht und nicht bei Minusgraden auf der Terrasse überwintern muss – ohne mit der Wimper zu zucken 800 Euro auf den Tisch legt, dann wirkt der Preis kaum mehr abgehoben.

Mission "Grillniveau" erfüllt

Bei Ebbo gibt es den geselligen Grillabend je nach gewähltem Kurs für 69 bis 99 Euro pro Person. Am häufigsten gebucht ist derzeit „Von Ällem Ebbes“ – eine schwäbisch-charmante Formulierung für „von allem etwas“, ein Querbeet-Kurs also, in dem der Grillwütige erlernt, was jenseits der Bratwurst auf dem Rost landen kann. Die Einsteigerkurse werden beim Grillguru schon nicht mehr so häufig nachgefragt. Die zehn Jahre auf Grillmission machen sich in seiner Region bemerkbar. "Das Niveau ist gestiegen", freut sich der 52-Jährige, der er sich mit der German Barbecue Association zum Ziel gesetzt hat, "die freizeitliche Grillkultur zu fördern". Dazu gehört auch das Bewusstsein für hochwertige Lebensmittel zu schärfen. Fleisch bezieht er am liebsten aus der Region, „Qualität, bei der man weiß, wo es herkommt“.

Ein Fest für die Fleischer

Für ein gutes Stück Fleisch auch etwas tiefer in die Tasche greifen, das lobt sich Gero Jentzsch, Pressesprecher des Deutschen Fleischer Verbands. Im DFV haben sich 15 Landesinnungsverbände des Fleischerhandwerks zusammengeschlossen. Den Metzgern rettet die Grillsaison die Sommerbilanz. Denn wenn die Temperaturen steigen, schwindet bei den Verbrauchern die Lust auf schwere Braten – Produkte mit denen das Fleischerhandwerk zu Weihnachten und in den Wintermonaten ein gutes Geschäft macht. Mit zunehmend lauen Abenden wächst glücklicherweise der Appetit auf gegrillte Würstchen, Spieße und Steaks.

„Von der Grillsaison profitieren die Fleischer ganz beträchtlich“, weiß Jentzsch. Ein gutes Grillgeschäft ist ein wichtiger Indikator für den Umsatz des kompletten Jahres. Bratwurst und Schweinenackensteak sind nach wie vor die Kassenschlager, aber der Sprecher des Fleischerverbands beobachtet, dass die Kunden von ihrem Fachgeschäft immer raffinierte Waren wünschen.  „Wir stellen eine Verfeinerung des Geschmacks fest. Kunden wünschen sich mehr Auswahl im Grillsortiment“. Lammbratwürstchen etwa, Bratwurst mit frischen Kräutern oder Würste mit Wildbrätanteil. „Die Grillsaison regt die Fantasie der Fleischer und damit auch die Kauflust der Kunden an.“ Im Düsseldorfer Raum sollen bereits „Altbier-Griller“ – also Würstchen mit der regionalen Bierspezialität „Alt“ gesichtet worden sein.

Ampelsteaks in Rot, Gelb, Grün

Die Fleischlust der Deutschen will auf vielfältigste Weise gestillt werden – doch nicht jeder Kunde sucht den Fachhandel auf. Mit Kampfpreisen stürzt sich der Einzelhandel in die Saison. Mit „Ampelware“ – also meist Schweinenackensteaks in grüner, roter und gelber Marinade. Lidl lockt mit Aktionspreisen von „minus 25 Prozent“. Dem deutschen Bauernverband schmeckt das gar nicht. „Manche lernen es nie“, kommentiert der Generalsekretär des DBV Helmut Born die Reklameoffensive mit billigstem Fleisch. Die Discounter vergäßen alle Prinzipien der Wertorientierung, kaum dass sich die Vieh- und Fleischwirtschaft zur tierschutzgerechten und nachhaltigen Erzeugung bekannt habe. Ein „Rückfall in das Verramschen von Nahrungsmitteln“ nennt Born das. Auch die Kaufland-Marke „Purland Ihre Frische Metzgerei“ wirbt mit „Auf Dauer billig“ für Steaks Provence für 4,99 das Kilogramm, Rostbratwürstchen gibt es mit 11 Prozent Rabatt für 5,86 Euro. Rewe steigt mit grober Bratwurst für 4,99 – fast ein Drittel billiger als sonst - in den Grill-Ring. Den Fleischern macht das wenig Laune. Mit dieser Billigware können und wollen sie nicht konkurrieren. Letztendlich entscheidet der Geschmack des Verbrauchers, was auf den Grill kommt.

Maultaschen vom Grill

Der Lebensmittelhandel steht den findigen Metzgermeistern in punkto Kreativität in nichts nach. Maultaschen-König Burger bietet im neuen „Grillers“-Sortiment Teigtaschen zur Zubereitung über offenem Feuer an – etwa im „Veggie Herbal Style“ für den fleischlosen Genuss oder im klassischen „BBQ Style“. Erlaubt ist was gefällt. Gero Jentzsch sieht die Deutschen noch in der Entwicklung: „Die Revolution am Grill ist noch nicht ganz vollzogen“, meint der Sprecher des Deutschen Fleischer Verbands. Zu jeder Revolution und Evolution gehört eine experimentelle Phase. Maultaschen auf dem Grill – nun ja, das Ende der Grillrosts ist eben noch lange nicht erreicht. Und nicht in jedem Grillwütigen schlummert auch ein Koch. Man greift zur Fertigware - schaut lieber zu, wie andere kochen.

Floristen in Not

Ein Phänom, dass einen wahren Kochshow-Boom im deutschen Fernsehen auslöste - von Lanz bis Lafer. Der österreichische Spitzenkoch, der mit Kollege Horst Lichter im ZDF in der Showküche steht, hat sich als Grill-Experte einen Namen gemacht. Seit 2006 folgen tausende Zuhörer Johann Lafers interaktiver Grillparty beim Radiosender SWR 3. Im vergangenen Jahr sorgte der Spitzenkoch für einen unverhofften Umsatzanstieg bei den Floristen. Im gesamten Sendegebiet kauften eifrige Mit-Griller die Bestände an Bananenblätter auf, um das exklusive Rezept des TV-Kochs nachzukochen.

Doch das Interesse an Kochsendungen schwindet, die Sendezeiten rücken immer später in den Abend. „Vielleicht“, meint Grill-Lehrer Ebbo Christ, „werden sie bald von Grill-Sendungen abgelöst.“ Da ergäben sich ganz neue Möglichkeiten der Präsentation, unkt der Grill-Experte. Bietet der Grillboom am Ende eine neue Perspektive für die Showstars von gestern? Harald Schmidt am BBQ-Smoker? Gottschalk grillt? Man darf noch träumen in diesen Tagen – und wenn es nur von Bratwurst ist.

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