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AktienGoogle feiert Geburtstag – die Aktionäre feiern mit

Rechtzeitig zum 14. Jubiläum der Unternehmensgründung verzückt die Suchmaschine Google ihre Anteilseigner mit einem Rekordhoch der Aktie. Was die Erfolgsgeheimnisse des Unternehmens sind.Sascha Grundmann 27.09.2012 - 11:48 Uhr

Polarisiert gern- und machte Mitte August mit Facebook-Aktien Kasse: Der Finanzinvestor Peter Thiel. Seine Papier waren am Ende pro Stück nur noch noch zwischen 19,27 und 20,69 Dollar wert. Insgesamt bekam er dafür rund 400 Millionen Dollar. Thiel hatte im Jahr 2004, als das Netzwerk noch ganz am Anfang stand, 500 000 Dollar in das Unternehmen gesteckt und dafür einen Anteil von rund zehn Prozent bekommen.

Foto: REUTERS

Mark Zuckerberg

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg kontrolliert fast 60 Prozent der Stimmrechte an Facebook. Auch nach Börsengang wird sich daran nichts ändern. An seinem Aktienbestand allerdings schon: Um Steuern zu bezahlen, will sich Zuckerberg von 30 Millionen seiner derzeit 533,8 Millionen Aktien trennen. Bei einem Ausgabekurs von 35 Dollar pro Aktie wäre sein verbliebener Anteil 17,6 Milliarden Dollar wert.

Foto: dapd

Dustin Moskovitz

Der ehemalige Mitbewohner Zuckerbergs und Mitbegründer von Facebook verließ das Unternehmen bereits 2008. Dennoch behielt er seinen Anteil von 7,8 Prozent. Auch nach Börsengang wird er sich nicht von seinen 133,7 Millionen Aktien trennen, die mit 35 Dollar je Aktie bis zu 4,7 Milliarden Dollar wert sein werden. Damit bleibt Moskovitz nach Angaben des "Forbes Magazine" jüngster lebender Self-made-Milliardär.

Foto: dapd

Sheryl Sandberg

Sheryl Sandberg navigierte Facebook zum Global Player: Die Mutter zweier Kinder gilt als die wichtigste Architektin der Milliardenumsätze des sozialen Netzwerks. Zusammen mit bald fällig werdenden Optionen und Aktien im Wert von 1,4 Milliarden Dollar wird sie der Börsengang zur Milliardärin machen.

Foto: REUTERS

Sean Parker

Der Gründer von Napster ist auch nach seinem Rausschmiss bei Facebook gut im Geschäft. Wegen Kokainbesitzes musste Parker, damals Facebooks erster Präsident, das Unternehmen verlassen. Seine 69,6 Millionen Aktien behielt der „Bad Boy“ allerdings. Und kann sich nun über einen Wert von 2,4 Milliarden Dollar freuen.

Foto: AP

Yuri Milner

Der russische Internet-Investor der Firma DST wird mit dem Börsengang Facebooks richtig Kasse machen: Er will ein Fünftel seines Aktienbestands von derzeit 131,3 Millionen verkaufen und daran knapp eine Milliarde Dollar verdienen. Der teure und späte Einstieg bei Facebook hat sich damit auf alle Fälle bezahlt gemacht.

Foto: WirtschaftsWoche

Accel Partners & James Breyer
Zusammen mit der Investmentfirma Accel Partners war James Breyer (r.) einer der ersten Geldgeber Facebooks: 12,7 Millionen Dollar investierten die Partner 2005 in das soziale Netzwerk. Mit 201,34 Millionen Aktien hat sich dieses Investment auf jeden Fall gelohnt. Zum Börsengang planen die Geldgeber jetzt 38,2 Millionen Aktien davon zu verkaufen – und würden damit 1,34 Milliarden Dollar einstreichen.

Foto: dapd

Der irische Musiker Bono (Sänger der Band U2) kaufte sich mit seiner Firma Elevation Partners für 176 Millionen Dollar bei Facebook ein. Die Private-Equity Firma hält 2,3 Prozent von Facebook. Nach der IPO sind diese Anteile nun 1,65 Milliarden Dollar wert. Bono ist jetzt der reichste Musiker der Welt - noch vor Paul McCartney.

Foto: dapd

Es soll mal Zeiten gegeben haben, als die Menschen Fragen hatten, aber keine Antworten fanden. Als noch Lexika in den Bücherregalen standen, die aber leider gerade zu tagesaktuellen Themen keine Informationen boten. Kurzum: eine Zeit, in der es Google noch nicht gab.

Was sich für den Durchschnittsjugendlichen anhören muss wie die Beschreibung einer Periode kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, ist gerade einmal 14 Jahre her. Im September 1998 startete die Suchmaschine Google ihren Dienst. Seitdem findet der Internetnutzer in Sekundenbruchteilen Inhalte zu von ihm angefragten Themen. Seit dem Siegeszug der Smartphones nicht nur vom heimischen Rechner, sondern von überall unterwegs aus.

Reduktion ist Trumpf

Dass Google auch nach knapp anderthalb Jahrzehnten immer noch zu den stärksten Marken im Internet gehört, dürfte auch an der Unverkennbarkeit des Konzerns liegen: Das Aussehen der Suche-Startseite hat sich in den Jahren nur unwesentlich geändert. Nach wie vor prangert in der Mitte der Website der schlichte Textbalken. Die markanten bunten Google-Buchstaben werden zwar durch tagesaktuelle Animationen namens Doodles aufgehübscht. Ansonsten ist aber Reduktion Trumpf. Ein Google-Designer dürfte mitunter so viel zu tun haben wie der Friseur von Kojak.

Google ist allerdings längst mehr als nur Suchmaschine. Das Unternehmen hat das Thema Internet-Werbung revolutioniert und sich durch Innovationen – Google Maps, Google Earth, Google Streetview – einen Namen als Kreativschmiede gemacht. Zwar sind nicht alle Google-Projekte erfolgreich – sowohl der Browser Chrome als auch der Facebook-Klon Google+ hängen der Konkurrenz deutlich hinterher –, aber das kann der Konzern dank seines üppigen Cash-Polsters verkraften.

Die radikale Änderung der Google-Suche

Google will seine Suche sozialer machen und zeigt daher jetzt "persönliche Resultate" an (roter Pfeil): In der Regel sind das Profile oder Beiträge aus dem sozialen Netzwerk Google+. Innerhalb der Ergebnisliste werden diese durch ein spezielles blaues Icon gekennzeichnet (gelber Pfeil). Man kann auch zwischen den persönlichen Resultaten oder die "normalen" Ergebnissen wechseln (grüner Pfeil).

Derzeit ist die Änderung nur in der englischsprachigen Version von Google verfügbar, zudem muss man mit einem Google-Konto (z.B. GMail, Google+) angemeldet sein.

Foto: Screenshot

Das Zuckerberg-Beispiel

Die Änderung führt zu teils kuriosen Ergebnissen, die kaum mehr die relevantesten sind. Wer beispielsweise nach „Mark Zuckerberg“ sucht, bekommt nun als erstes das Google+-Profil des Facebook-Gründers angezeigt. Erst an fünfter Stelle kommt sein Facebook-Profil, noch nach einer Meldung darüber, dass Zuckerberg Google+ nicht mehr nutzt.

Foto: Screenshot

Zuckerberg-Suche bisher

In der klassischen Suche erschien dagegen zuerst der Wikipedia-Eintrag zu Mark Zuckerberg, direkt danach dessen persönliche Facebook-Seite. Das zeigt auch, dass die Verzerrung nur zum Teil darauf beruht, dass Google keinen vollen Zugriff auf Facebooks-Daten habe, wie der Konzern gegenüber Kritikern argumentiert. Zumindest öffentliche Facebook-Profile werden durchaus erfasst, durch die Umstellung jedoch viel schlechter gewertet, als das deutlich weniger genutzte eigene Netzwerk Google+.

Foto: Screenshot

Unbrauchbare Vorschlagsfunktion

Eine extreme Änderung gibt es auch bei der "Google Instant"-Funktion, die schön während des Tippens Vorschläge zu Suchbegriffen, -kombinationen und -ergebnissen macht. Hier werden nun zuerst verknüpfte Profile von Google+-Bekannten angezeigt. Versucht man beispielsweise "Microsoft" einzugeben, versucht Google auf die Profile bekannter „Michaels“ zu lenken. Doch die wenigsten Google-Nutzer dürften bei einer Anfrage eine Suche nach ihren Freunden im Sinn haben.

Foto: Screenshot

Beispiel Twitter

Hier die herkömmlichen Ergebnisse einer Suche nach Twitter. Auch dabei werden in der rechten Spalte Profile von Google+-Nutzern vorgeschlagen.

Foto: Screenshot

Neue Twitter-Ergebnisse

In der Variante mit persönlichen Ergebnissen werden nun bei einer Suche nach "Twitter" Einträge auf Google+ zum Thema angezeigt - doch ist eine Infografik zu Werbeeinnahmen auf Twitter wichtiger als der Wikipedia-Eintrag, aktuelle Nachrichten oder Links zu den Twitter-Apps für Facebook oder Apple?

Foto: Screenshot

Beispiel Wulff

Sucht man nach "Wulff" zeigt das englische Google.com naturgemäß nicht nur Einträge zum Bundespräsidenten an - doch zumindest den Wikipedia-Eintrag und seine offizielle Seite unter den ersten sechs Ergebnissen.

Foto: Screenshot

Die neue "Wulff"-Suche

In der neuen Variante rutscht die Bundespräsidentenseite auf Kosten von Google+-Einträgen nach unten. Grundsätzlich können Einträge aus dem sozialen Netzwerk (oder anderen) die Suche auch durchaus bereichern. Doch dabei gibt es ein weiteres Problem: Wer soziale Netzwerke intensiv nutzt, kennt genau die prominent angegeben Suchergebnisse oft schon.

Generell werden bei der neuen Google-Suche umso mehr solcher persönlichen Ergebnisse angezeigt, je intensiver der jeweilige Nutzer bei Google+ aktiv ist. Google versucht seine Nutzer mit der Umstellung noch mehr auf G+ zu zwingen. Wer die persönlichen Ergebnisse nicht will, sollte hingegen paradoxerweise eher auf Google+ verzichten.

Foto: Screenshot

Apropos Facebook. Für Freunde sozialer Netzwerke mag Google nicht wirklich hip sein. Und so dümpelte die Aktie von Google im Vorfeld des Börsengangs des neuen Internet-Superstars Facebook so dahin – mit einigen Schwankungen zwar, aber unterm Strich seitwärts. So als würden Google-Aktionäre erst einmal abwarten wollen, inwieweit Facebook auch an der Börse zum Konkurrenten für Google werden könnte.

Doch dann entpuppte sich der Wind, der um den Börsengang von Facebook gemacht wurde, als laues Lüftchen: Das IPO startete bezeichnenderweise mit einer Panne und nach einem guten Beginn rutschte die Notierung des sozialen Netzwerks deutlich ab. Gegenüber dem Höchstkurs des ersten Handelstages im Mai dieses Jahres ist das Papier mittlerweile nicht einmal mehr die Hälfte wert.

Ganz anders Google in den vergangenen Wochen. Die Aktie der Suchmaschine ist seit ihrem Tief von Mitte Juni drei Monate lang nahezu ohne Unterbrechung gestiegen. Am Dienstag, zwei Tage vor dem 14. Geburtstag des Unternehmens, kletterte sie sogar auf ein neues Rekordhoch – für Aktionäre das wohl schönste Geschenk zum Jubiläum. Die Kursentwicklung hat – anders als etwa bei vielen Unternehmen des Dotcom-Hypes der Jahrtausendwende, welche mit teils abenteuerlichen Geschäftsmodellen den hohen Erwartungen der Anleger nicht gerecht werden konnten – eine fundamentale Basis. Google setzte 2004, im Jahr seines Börsengangs, gerade einmal 3,2 Milliarden Dollar um; für das kommende Jahr rechnet der Durchschnitt der Analysten mit 53,7 Milliarden, also dem knapp 17-fachen. Der Kurs hat sich in diesem Zeitraum versiebenfacht. Übertreibung oder gar Blasenbildung sieht anders aus.

Auf Basis der Gewinnschätzungen für das kommende Jahr liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 15. Das ist angesichts des prognostizierten Wachstums von 16 Prozent - das PEG-Ratio liegt damit unter 1 – nicht wirklich teuer. Das jüngste Hoch der Google-Aktie muss nicht das Ende der Entwicklung gewesen sein.

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