China: Roboter übernehmen Jobs im Reich der Mitte
Automatisch gestanzt - Der Verpackungshersteller Liangcai kann mit neuen, sensorgesteuerten Maschinen die Produktion nach Maß zugeschnittener Styroporplatten bei weniger Arbeitskräften vervierfachen
Foto: Egill Bjarke für WirtschaftsWoche
Es ist schwül und laut in der Halle, ein Ventilator zerhackt die nach Öl riechende Luft. Wang Zhong, Chef des Verpackungsherstellers Liangcai in Suzhou, rund 100 Kilometer westlich von Shanghai, steht zwischen zwei Maschinen.
Noch benötigt Wang zwei Arbeiter, um die Maschine links von ihm, einen Stanzapparat, zu bedienen. Einer der Männer legt ein Stück Styropor ein, der andere drückt einen Hebel nach unten. Zwei Sekunden später spuckt die Stanze das zugeschnittene Teil aus. In dem Styropor werden später Autoteile wie Blinker oder Lenkräder verpackt, damit sie beim Transport keinen Schaden nehmen.
Wang Zhong, Chef des chinesischen Verpackungsherstellers Liangcai (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
Foto: Egill Bjarke für WirtschaftsWoche
Doch in Zukunft braucht Wang weniger Personal. Denn für die neue Maschine nebenan reicht eine einzige Kraft, um die gleiche Arbeit zu erledigen. „Sie produziert viermal so viel wie die alte“, sagt Wang. Denn Sensoren des Maschinenbauers Sick aus dem badischen Waldkirch sorgen dafür, dass die Anlage das Styropor künftig selbstständig richtig fixiert. „In unserer neuen Fabrik, die wir 2013 planen, werden solche Maschinen Standard“, sagt Wang. „Arbeitskräfte werden immer teurer. Wir automatisieren daher unsere Produktion.“
Die Werkbank der Welt rüstet auf. Aus dem Billiglohnland China soll ein High-Tech-Standort werden. Statt auf einfache Arbeitsvorgänge für schlecht ausgebildete, aber immer teurere Kräfte setzen immer mehr Unternehmen auf Maschinen und Roboter. Davon profitieren japanische und vor allem deutsche Maschinenbauer.
Übersicht zur Nachfrage und Bestand von Industrierobotern (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
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Gewaltiger Nachholbedarf
Die Kommunistische Partei hat die Automatisierung der Fertigung als Ziel in den zwölften Fünfjahresplan geschrieben. Daher subventioniert Peking heimische Unternehmen aus insgesamt 27 Industrien, die von Handarbeit auf maschinelle Produktion umstellen. „Wesentliches Ziel der Regierung ist die Transformation vom Billiglohnstandort zu einem der weltweit führenden Produzenten von Hochtechnologie“, sagt Georg Stieler, China-Chef der Unternehmensberatung STM aus dem badischen Lörrach. „Dementsprechend sollen Schlüsselindustrien wie Luftfahrt, Automobil, Eisenbahnbau, Elektronik und Rüstung mit leistungsfähigen Werkzeugmaschinen ausgestattet werden.“
Kamen etwa in der chinesischen Autoindustrie 2006 noch 37 Roboter auf 10.000 Mitarbeiter, waren es 2010 schon 105 – eine Verdreifachung. Trotzdem bleibt der Nachholbedarf gewaltig: In Japan kommen auf 10.000 Mitarbeiter 1400 Roboter. Damit wird China zum größten Kunden der weltweiten Automatisierungsindustrie. Schon 2014 soll das Reich der Mitte zum größten Absatzmarkt für Roboter werden, heißt es beim Internationalen Verband für Robotik (IFR). Allein der größte Arbeitgeber Chinas, der Apple-Zulieferer Foxconn mit Stammsitz in Taiwan, will bis 2013 eine Million Roboter einsetzen, hat Foxconn-Chef Terry Guo vollmundig angekündigt. Dagegen schätzt die IFR den Gesamtbestand für ganz China im Jahr 2015 nur auf gut 840.000.
Roboter Domo, am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt, hat spezielle Krafterkennungssensoren mit denen er seinen Händedruck genau steuert. Berührt man ihn allzu unsanft, sagt er "autsch".
Foto: Massachusetts Institute of Technology (MIT)Der Spaceclimber des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) findet seinen Weg durch Geröllhaufen und durchkrabbelt problemlos Mondkrater.
Foto: dpaDieser elektronische Butler wird von acht Antriebsmotoren fortbewegt. Drei Laserscanner tasten die Umgebung nach Hindernissen ab und drei Computer im Rumpf der Maschnine koordinieren die Systemfunktionen. Durch eine eingebaute 3-D-Kamera und einen Entfernungsmesser kann der Roboter räumlich sehen. Über den Tablet-PC können Menschen die erwünschte Aktion auswählen. So kann der flexible Greifarm zum Beispiel bis zu vier Kilogramm heben.
Foto: APObwohl hochsensibel, verträgt der Greifer des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) Schläge mit dem Hammer.
Foto: DLRDer Fabrikroboter Frida des Unternehmens ABB soll demnächst neben Menschen Handys und Computer zusammenbauen.
Foto: unbekanntMaschinenwesen wie Hondas Asimo lernen, ihre Umwelt zu verstehen und selbstständig zu handeln.
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Scooba, die Boden-Wischmaschine von iRobot putzt Böden in privaten Haushalten.
Foto: dapdMit dem PR2 will die kalifornische Roboterschmiede Willow Garage die Entwicklung künstlicher Intelligenz nach dem Open-Source-Prinzip vorantreiben. Dafür stellt sie Wissenschaftlern weltweit elf der 400.000 Euro teuren Geräte zur Verfügung. Die Bedingung: Alle tauschen ihre Ergebnisse aus, um die Forschung zu beschleunigen. An der Universität Freiburg etwa lernt PR2 putzen, in Berkeley dagegen faltet er Handtücher.
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Billigarbeit als Auslaufmodell - 160 Millionen ungelernte chinesische Wanderarbeiter stehen wegen der Automatisierung vor einer ungewissen Zukunft
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In 50 Jahren Robotikgeschichte habe es kein anderes Land gegeben, dessen Automatisierung so dynamisch voranschreite, heißt es beim IFR. So wurden 2011 insgesamt 22.500 Roboter nach China verkauft, 55 Prozent mehr als im Vorjahr. Wichtigster Grund ist der Kostendruck durch steigende Löhne. 2011 erhöhten 24 von 31 Provinzen den Mindestlohn um durchschnittlich 20 Prozent. „Es ist verrückt“, klagt Liangcai-Chef Wang. „Wie soll das weitergehen?“
Ein weiterer Grund: „Fachkräftemangel und hohe Mitarbeiterfluktuation sind in vielen Unternehmen ein Problem“, sagt Till Reuter, Chef des Augsburger Robotikherstellers Kuka mit rund 6.500 Mitarbeitern und 1,4 Milliarden Euro Umsatz. „Für sie ist Automatisierung eine Möglichkeit, Stabilität und Planungssicherheit zu gewinnen und gleichzeitig die Effizienz zu steigern.“
Gestiegene Anforderungen
Zudem forcierten mehr chinesische Hersteller in den vergangenen Jahren den Export ihrer Produkte. „Dadurch steigen die Qualitätsanforderungen“, sagt Kuka-Chef Reuter. „Die Umstellung auf Automation ist eine logische Konsequenz daraus. Denn mit roboterbasierten Anlagen kann schnell und flexibel in hoher Qualität produziert werden.“ In fast allen Branchen profitieren deutsche Unternehmen wie Kuka oder Sick von diesem Trend, durch den Millionen Wanderarbeiter und ungelernte Angestellte überflüssig werden. 21 Prozent der chinesischen Maschinenimporte kamen 2011 aus Deutschland. Knapp 20 Prozent waren es bei den Industrierobotern. Nur Japan liefert mehr.
Im selben Zeitraum gingen 27,7 Prozent der deutschen Werkzeugmaschinenexporte nach China. Damit lieferten die Deutschen mehr als dreimal so viel ins Reich der Mitte wie in den zweitgrößten Maschinenbauexportmarkt USA, so Berater Stieler.
„China ist für uns nach Deutschland der zweitgrößte Absatzmarkt“, freut sich Kuka-Chef Reuter. 2011 konnten die Augsburger den China-Umsatz mehr als verdoppeln. „Momentan kommen gut zehn Prozent der Aufträge aus China“, sagt Reuter. „Langfristig streben wir an, in Asien rund ein Drittel unseres Geschäfts zu generieren.“
Parallel dazu entwickelt sich der Ausbau der Fertigung in China. Bisher baut Kuka ein Sechstel der Jahresproduktion von 15.000 Robotern im Reich der Mitte. Ab September sollen im Kuka-Werk in Shanghai mehr als 5.000 Roboter jährlich für China vom Band laufen. Die Geräte schweißen Autos zusammen, stapeln Tabakblätter oder füllen Medikamente ab. Zu den Kunden zählen neben westlichen Autoherstellern auch Konzerne wie Foxconn oder der Maschinenbauer Sany, der 2011 den baden-württembergischen Betonpumpenhersteller Putzmeister übernahm.
Wang Wayne, Chef der Unternehmensberatung CDP (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
Foto: Egill Bjarke für WirtschaftsWoche
Sie ist zwar von ihrer Größe her nichts Besonderes, dafür soll die Gurkenvollerntemaschine künftig jedes Jahr 40.000 Tonnen Gurken ernten. Am Montag wurde der neue Erntehelfer, der die Kosten für die Gurkenernte drastisch reduzieren soll, im Spreewald vorgestellt.
Foto: dpaDer größte (Tunnel-)Bohrer der Welt kommt von Herrenknecht. Es gibt nur zwei Maschinen dieser Art, die S-317 und die S-318. Beide haben einen Durchmessern von 15,43 Metern
Foto: PressebildDie Antonow AN 225 ist das größte Flugzeug der Welt - auch größer als der Airbus A380. Sie ist 85,30 Meter lang und wiegt leer ca. 175 Tonnen. Die Flügelspannweite des nie in Serie gegangenen Flugzeugs beträgt 88,40 Meter.
Foto: WirtschaftsWocheDer stärkste Roboter der Welt, der 2007 ins Guiness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde, ist der “titan“ von Kuka. Mit 1000 Kilogramm Traglast und einer Reichweite von 3200 mm ist er der größte und stärkste 6-Achs-Industrieroboter weltweit. Er kann zum Beispiel ganze Autokarosserien allein versetzen, meterdicke Glasscheiben oder große Gussteile.
Foto: dpaEine der größten und schwersten Bagger der Welt ist der Schaufelradbagger 293. Er verrichtet seinen Dienst im Tagebau Hambach im niederrheinischen Braunkohlenrevier. Das Gerät mit dem Baujahr 1995 wiegt 14.200 Tonnen und bewegt rund 240.000 Kubikmeter Erdreich pro Tag. Allein sein Fahrwerk ist 45 Meter breit, die Gesamthöhe beträgt 96 Meter. Insgesamt ist der riesige Bagger 225 Meter lang.
Foto: WirtschaftsWocheWärtsilä hält den Rekord für den größten Dieselmotor der Welt, den Sulzer RTA 96-C. Seine Länge beträgt 27,3 Meter, seine Höhe 13,5 Meter. Das größte Containerschiff der Welt, die Emma Maersk, fährt mit einem Motor, der aus dem RTA 96-C entwickelt wurde, der ebenfalls in Containerschiffen eingesetzt wird
Foto: dpa/picture-allianceDer größte Muldenkipper ist der Liebherr T282. In der Version von B (mittlerweile gibt es auch eine Version C) ist das Gerät 14,5 Meter lang und misst in der Höhe 7,4 Meter. In das Fahrzeug klettert der Fahrer mit einer Leiter.
Foto: WirtschaftsWocheDas größte künstliche Objekt im Erdorbit ist derzeit die Internationale Raumstation ISS. Mit einer Breite von 109 Metern und einer Länge von 97,9 Metern ist die ISS so groß, dass man sie ei klarem Himmel und guten Bedingungen mit bloßem Auge aus von der Erde erkennen kann
Foto: dapdDie größte Windkraftanlage der Welt ist die E-126 von Enercon. Sie dreht sich in Rheinland-Pfalz auf einer Anhöhe über dem Weiler Schneebergerhof. Das Windrad ist 198 Meter hoch, allein der Stahlbetonturm wiegt 2800 Tonnen.
Foto: dpaThialf ist der leistungsfähigste Schwimmkran der Welt. Er hat einen maximalen Tiefgang von 31,6 Metern. Der Name leitet sich von „Thialfi“, dem Diener des germanischen Donnergottes Thor ab. Der Kran wird hauptsächlich zur Einrichtung von Offshorebauwerken benötigt und gehört dem niederländischen Unternehmen Heerema Marine Contractors (HMC).
Foto: WirtschaftsWocheDer größte Teilchenbeschleuniger der Welt, der Hadron Collider, hat einen Umfang von fast 27 Kilometern. Er befindet sich in der Schweiz und wird von CERN betrieben
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Wie zuvor in anderen Branchen, müssen die deutschen Lieferanten aber davon ausgehen, dass die Chinesen einen Großteil der Automatisierungstechnik bald selbst herstellen. Noch dominieren in der technisch extrem anspruchsvollen Robotik deutsche und japanische Produzenten. Bei den Werkzeugmaschinen, die Metallteile drehen und fräsen, holen die Chinesen aber schon rasant auf. Mittlerweile ist das Land der weltgrößte Hersteller – vor fünf Jahren lag es noch auf Platz vier.
„Wir werden hier bald Ähnliches erleben wie in anderen Branchen wie zum Beispiel bei den Betonpumpen: Chinesische Mitbewerber verbessern ihre Maschinen, bis sie gut genug sind für 90 Prozent aller Anwendungen und verdrängen mit günstigen Preisen die deutschen Hersteller“, prophezeit Experte Stieler. „Peking möchte den Werkzeugmaschinenbau als Schlüsselindustrie aufbauen. Dies wird durch großzügige staatliche Subventionen für Forschung und Entwicklung sowie günstige Finanzierungskonditionen – nicht zuletzt für Übernahmen ausländischer Wettbewerber – unterstützt.“ Ein Beispiel sei der staatseigene Branchenprimus Sinomach, der sich gerade daranmacht, den schwäbischen Werkzeugmaschinenbauer MAG zu übernehmen.
„Ziel Chinas ist es, bis 2015 Maschinen nicht mehr nur im unteren Preissegment anzubieten, sondern auch ,State of the Art‘-Technologie zu liefern“, also gängige Technik, warnt eine Studie des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Vor allem Maschinen aus deutscher Produktion stehen deshalb bei vielen Chinesen hoch im Kurs. „Sie sind noch immer besser als die einheimischen Produkte“, sagt Liangcai-Chef Wang.
Dramatische Folgen
Wie dramatisch die Folgen der Automatisierung für China selbst sein werden, zeigt Interroll. Das deutsch-schweizerische Unternehmen mit einem Umsatz von rund 225 Millionen Euro im vergangenen Jahr produziert in Suzhou Rollen für Förderbänder, die in Fabriken, auf Flughäfen oder im gerade eröffneten Paket-Zentrum der Deutschen Post in Shanghai zum Einsatz kommen.
Während das Unternehmen Autozulieferern und Logistikern hilft, ihre Produktion zu automatisieren, steht Interroll in China kurz vor der Vollautomatisierung. Geschäftsführer Sean Foong strahlt, wenn er seine neue Produktionsanlage vorführen kann, bei der vier hintereinander geschaltete Maschinen Teile selbstständig fixieren und stanzen.
Platz 94: Henkel
Der deutsche Konsumgüterhersteller Henkel trotzt der Staatsschuldenkrise und ist auf Rekordkurs. Der Persil-Produzent konnte im zweiten Quartal 2012 den Überschuss um fast zehn Prozent steigern.
Umsatz (1 Jahr): + 1,8 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 11,6 Prozent
Foto: dpaPlatz 93: Adidas
Die drei Streifen gehört mit zu den bekanntesten Marken der Welt. Der Nike-Konkurrent Adidas aus dem fränkischen Herzogenaurach versucht nun mit eigenen Stores die Gewinnmargen zu steigern.
Umsatz (1 Jahr): + 11,4 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 7,9 Prozent
Foto: dapdPlatz 77: SAP
Unter den Firmen mit dem größten Erfindungsreichtum sind sichtbar viele Softwareunternehmen. Der deutsche Softwarehersteller SAP bietet alles, was ein Unternehmen an Software begehren kann, insbesondere für Buchführung, Controlling und Co. und schafft es unter die Innovativsten Unternehmen Deutschlands.
Umsatz (1 Jahr): + 11,1 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 5,8 Prozent
Foto: dpaPlatz 75: Fresenius SE
Der deutsche Gesundheitskonzern aus dem hessischen Bad Homburg vor der Höhe gehört zu den größten Krankenhausbetreibern Deutschlands und betreibt für verschiedene Sparten einzelne Tochterunternehmen. Der Konzern ist seit 2009 im Dax gelistet.
Umsatz (1 Jahr): + 7,0 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 10,2 Prozent
Foto: dapdPlatz 59: Fresenius Medical Care
Fresenius Medical Care ist die auf Dialyse spezialisierte Tochter der Fresenius SE. Beide sind im Dax gelistet und gehören zu den 100 innovativsten Unternehmen der Welt.
Umsatz (1 Jahr): + 6,3 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 9,7 Prozent
Foto: APPlatz 36: Beiersdorf
Das innovativste Unternehmen Deutschlands ist laut Forbes der Kosmetikkonzern Beiersdorf, dessen berühmtestes Produkt wohl die Nivea-Creme ist.
Umsatz (1 Jahr): + 1,1 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 2,7 Prozent
Foto: APPlatz 10: ARM Holdings
Dank dem Smartphone-Markt wächst ARM Holdings, ein britischer Mikrochip-Hersteller, solide und macht mehr Gewinn. Einen Großteil der Aktien an Advanced RISC Machines hält neben Acorn auch Apple, das die Lizenzen von ARM für seine Smartphones braucht.
Umsatz (1 Jahr): + 16,9 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 27,3 Prozent
Foto: dpaPlatz 9: Larsen & Toubro
Larsen und Toubro ist der größte indische Bau- und Maschinenbaukonzern mit Sitz in Mumbai. Der Konzern mischt auch im Rüstungsgeschäft kräftig mit und gehört mit seiner breiten Palette zu den umsatzstärksten Unternehmen der Welt.
Umsatz (1 Jahr): + 19,0 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): - 0,5 Prozent
Foto: WirtschaftsWochePlatz 7: Rakuten
Japans digitales Einkaufszentrum heißt Rakuten. Das webbasierte Kaufhaus gehört zu den zehn größten Internetunternehmen der Welt und jagt den Konkurrenten Amazon.
Umsatz (1 Jahr): + 18,3 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 25,8 Prozent
Foto: REUTERSPlatz 6: Intuitive Surgical
Intuitive Surgical ist ein US-amerikanisches Medizintechnikunternehmen. Der Konzern gehört zu den führenden Anbietern von Robotersystemen, die innerhalb der minimal invasiven Chirurgie (MIS) eingesetzt werden.
Umsatz (1 Jahr): + 27,6 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 20,8 Prozent
Bildquelle: Intuitive Surgical
Foto: WirtschaftsWochePlatz 5: Baidu
Baidu, Inc. ist ein chinesischer Suchmaschinenbetreiber - das Gegenstück zum amerikanischen Konkurrenten Google. Wie dieser bietet Baidu auch Karten, Bilder, Videos oder News bei der Suche an.
Umsatz (1 Jahr): + 73,9 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 50,0 Prozent
Foto: REUTERSPlatz 4: Red Hat
Red hat inc. ist ein Software-Hersteller, der zu den weltweit führenden Anbietern von Open Source und Linux gehört. Das US-Unternehmen ging 1999 an die Börse und konzentriert sich seit 2003 auf seine Geschäftskunden.
Umsatz (1 Jahr): + 22,6 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 23,9 Prozent
Foto: APPlatz 3: Amazon
Amazon.com ist eine international führende Online-Handelsplattform und wurde 1995 in Seattle gegründet. Allerdings ist der chinesische Anbieter Alibaba dem US-Konzern dicht auf dem Fersen. Amazon dringt immer weiter in neue Geschäftsbereiche ein und mischt mittlerweile erfolgreich beim Tablet-PC-Markt mit.
Umsatz (1 Jahr): + 34,9 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 26,3 Prozent
Foto: dapdPlatz 2: Alexion Pharmaceuticals
Das US-Unternehmen hat sich auf die Behandlung seltener Krankheiten spezialisiert und gerade mal 20-Jahre alt.
Umsatz (1 Jahr): + 46,5 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 47,6 Prozent
Foto: dpaPlatz 1: Salesforce
Salesforce.com, Inc. ist ein US-amerikanischer IT-Konzern, der im Bereich des Cloud-Computing Software- und Speicherlösungen für Unternehmen vertreibt. Insbesondere werden hier Unternehmenslösungen wie Kundenbeziehungsmanagement (CRM) offeriert, die lediglich online bereitgestellt werden. So sollen Kosten für Hard- und Software, IT-Management und Wartung reduziert werden. Zu den Kunden des Unternehmens gehören sowohl kleinere als auch große Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Im Bild: Unternehmenschef Marc Benioff.
Umsatz (1 Jahr): + 37,7 Prozent
Gesamtgewinn (5 Jahre): + 29,7 Prozent
Foto: rtrSeit Ende Mai produziert die Anlage 31.000 Rollen pro Woche – mit sechs Arbeitern. Weniger Menschen, das bedeutet weniger Fehler in der Produktion, weniger Ausschuss und konkurrenzfähigere Produkte. „Billigarbeit wird sterben“, glaubt Foong. „Das Cheap-Labor-Modell in China neigt sich dem Ende zu“, bestätigt auch sein Landsmann Wang Wayne, Geschäftsführer der Unternehmensberatung CDP in Shanghai.
Doch was wird aus den Scharen ungelernter Arbeiter, die durch die neuen Maschinen ihren Job verlieren? Laut Foxconn- bringt die Automatisierung nicht nur finanzielle Einsparungen: Durch die Umstellung der Prozesse würden zudem Mitarbeiter von einfachen, sich ständig wiederholenden Tätigkeiten entlastet. Das schaffe Kapazitäten für intellektuell anspruchsvollere Arbeiten mit höherer Wertschöpfung. Und würde auch dem Ruf des Apple-Zulieferers nützen, nachdem der wegen schlechter Arbeitsbedingungen immer wieder in die Schlagzeilen geraten war.
Nur: Könnten die überzähligen Arbeiter überhaupt qualifiziertere Jobs übernehmen? 160 Millionen Wanderarbeiter gibt es in China. Sie haben in der Regel keine höhere Schuldbildung oder Qualifikation. Viele verrichten für den staatlich festgelegten Mindestlohn von umgerechnet etwa 90 bis 180 Euro im Monat einfache Tätigkeiten in den Boom-Städten fernab ihrer Familien, die sie oft nur einmal im Jahr sehen. Sie ermöglichten den Wirtschaftsboom der vergangenen 30 Jahre. Es sind vor allem ihre Jobs, die durch eine zunehmende Automatisierung obsolet werden.
CDP-Berater Wang glaubt trotzdem nicht, dass Massenarbeitslosigkeit zu einem Problem wird. „Die Nachfrage nach Arbeit ist noch immer riesig.“ Ähnlich sieht das Kuka-Chef Reuter: „Gewisse Produktionsschritte werden durch den Roboter ersetzt, gleichzeitig können die Mitarbeiter qualifiziertere Tätigkeiten übernehmen. Ein Roboter arbeitet ja nicht von alleine. Er muss programmiert und bedient werden. Manche Arbeitsschritte könnten auch zu komplex für ihn sein. Automatisierung schafft also Arbeitsplätze.“
Zweischneidige Strategie
Der Amerikaner Martin Ford, Unternehmer und Autor des Buches „The Lights in the Tunnel: Automation, Accelerating Technology and the Economy of the Future“, ist skeptischer: „Auch wenn es China wahrscheinlich gelingen wird, genug Arbeiter auszubilden, um die neuen Maschinen zu bedienen, wird die Zahl der Jobs nicht ausreichen, um die verloren gegangenen zu ersetzen.“ Zwar entstünden im Service-Sektor neue Arbeitsplätze. Aber es sei schwierig, ungelernte Wanderarbeiter direkt in diesem Bereich einzusetzen.
„Bei einer zu schnellen Automatisierung wird es zu wenig spezialisierte Fachkräfte geben, die die neuen und teils sehr komplexen Maschinen warten und reparieren können“, befürchtet auch Markus Franz, Geschäftsführer im Shanghaier Büro der Unternehmensberatung Staufen aus Köngen bei Stuttgart. Er rät von einer zu schnellen Automatisierung ab. Durch Prozessoptimierung und eine bessere Einbindung der Arbeiter könne oft mehr erreicht werden als durch den Einsatz von Maschinen.
Das wäre im Sinne von Arbeitern wie Zhu Nouyeqin. Seit mehr als drei Jahren bedient er die alte Stanzmaschine in der Liangcai-Fabrik. In seinem hellblauen Mao-Anzug sieht er aus wie ein Arbeiter aus einer vergangenen Zeit. Zhu stammt aus der Provinz Hubei, gut 600 Kilometer von der Fabrik in Suzhou entfernt. 350 Euro verdient er im Monat. „Ich will hier bleiben“, sagt er.