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Michael Diekmann im InterviewAllianz-Chef hält Garantie-Zinsen für Auslaufmodell

Der Allianz-Chef hält lebenslang garantierte Zinsen für ein Auslaufmodell, glaubt nicht an eine rasche Erholung der Weltwirtschaft und fürchtet die Konkurrenz der Vergleichsportale.Matthias Kamp, Stephanie Heise, Roland Tichy 15.07.2013 - 00:00 Uhr

Michael Diekmann, 58, Chef des weltgrößten Versicherers Allianz, im Interview mit WirtschaftsWoche.

Foto: Wolf Heider-Sawall für WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche: Herr Diekmann, die Signale sind widersprüchlich: US-Notenbankchef Ben Bernanke will das Tempo bei den Anleihekäufen drosseln, EZB-Chef Mario Draghi kündigte eine lange Niedrigzinsphase an. Kommt nun eine Zinswende oder nicht?

Diekmann: Bei US-Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit sind die Renditen in den vergangenen vier Wochen um etwa 0,5 Prozent gestiegen. Das ist enorm. Wir sind dort jetzt bei einer Rendite von 2,6 Prozent. Ich glaube, dass die Rendite für US-Staatsanleihen bis Ende 2014 weiter steigen wird. In Europa erwarte ich einen langsameren Anstieg.

Was sollten Anleger angesichts der extrem niedrigen Zinsen jetzt mit ihrem Geld tun?

Das fragt mich jeder Besuch, egal, ob privat oder geschäftlich.

Was antworten Sie Ihrem Besuch?

Er oder sie sollte das Geld der Allianz anvertrauen. Wir wissen, wie man richtig investiert.

Allianz

Die Allianz verfügt in Deutschland über die bekannteste Marke im Versicherungssektor. 2010 hat die Gruppe weltweit 5,2 Milliarden Euro verdient und Einnahmen von mehr als 100 Milliarden Euro erzielt. Neben dem Versicherungsgeschäft ist das Management großer Vermögen das zweite Standbein des Konzerns geworden. Mit Pimco besitzt die Allianz den am stärksten beachteten Anleihenmanager.

Quelle: Handelsblatt

Foto: dapd

Axa

Der größte französische Versicherer konkurriert mit der Allianz um die Marktführerschaft in Europa. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Einnahmen auf 91 Milliarden Euro. Der Gewinn sank um ein Viertel auf 2,75 Milliarden Euro, weil Sanierungsarbeiten nach der Finanzkrise das Ergebnis belasteten.

Foto: Reuters

Generali

Der Marktführer in Italien ist traditionell stark im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten. 2010 flossen rund 73 Milliarden Euro in die Kassen, 1,7 Milliarden Euro verblieben als Gewinn.

Foto: dpa/dpaweb

Aviva

Die britische Gruppe konzentriert sich in Europa neben dem Heimatmarkt auf weitere sieben Märkte: Frankreich, Spanien, Italien, Polen, Irland, die Türkei und Russland. Die Einnahmen beliefen sich 2010 auf mehr als 50 Milliarden Euro. Rund zwei Milliarden Euro verdiente der Konzern.

Foto: Reuters

Zurich Financial

Längst ist der Versicherer über die Schweiz hinaus gewachsen. International ist die in Dollar bilanzierende Gruppe ein direkter Konkurrent von Allianz und Axa. 2010 flossen umgerechnet 49 Milliarden Euro in das Unternehmen, über zwei Milliarden Euro betrug der Gewinn unter dem Strich.

Foto: Reuters

Munich RE

Der weltgrößte Rückversicherer hat zwei Standbeine: Das Geschäft mit anderen Versicherern sowie das Privatkundengeschäft, das vor allem über die Tochter Ergo läuft. Mehr als 45 Milliarden Euro an Prämien flossen 2010 in die Kasse, dabei verblieb ein Gewinn von rund 2,4 Milliarden Euro.

Foto: dpa

CNP Assurances

Der Versicherer ist in Frankreich führend im Verkauf von Lebensversicherungen. 33 Milliarden Euro an Prämien fließen im Jahr hinein, eine Milliarde Euro Gewinn zieht der Konzern daraus.

Foto: Screenshot

Credit Agricole

Die französische Bank ist auch im Versicherungsgeschäft stark. Die Einnahmen der Sparte belaufen sich im Jahr auf rund 29 Milliarden Euro.

Foto: dpa

ING

Die Versicherungssparte des Finanzkonzerns soll abgespalten und an der Börse verkauft werden. Im vergangenen Jahr trug der Bereich rund 28 Milliarden zu den Einnahmen bei. Wegen Altlasten im Zusammenhang mit der Finanzkrise ist der Bereich nicht sehr profitabel.

Foto: AP

Prudential

Der britische Konzern ist vor allem in Asien stark präsent. 2010 beliefen sich die Prämieneinnahmen auf umgerechnet 27 Milliarden Euro. Mehr als 1,6 Milliarden Euro Gewinn wies die Gruppe aus.

Foto: AP

Aber auch bei der Allianz sinkt die Verzinsung von Lebensversicherungen stetig. Können Sie dieses Produkt trotzdem noch guten Gewissens empfehlen?

Ja, natürlich. Die Lebensversicherung ist kein Spekulationsinvestment. Der Sinn ist, dass ich im Todesfall einen Schutz habe und am Ende mehr Geld ausbezahlt bekomme, als ich eingezahlt habe. Dass wir Versicherer uns bei der Anlage dieser Gelder in einer Stresssituation befinden, liegt daran, dass der Staat niedrige Zinsen will. Dass die Allianz Leben vor diesem Hintergrund zuletzt eine gesamte Verzinsung von 4,2 Prozent bieten konnte, ist schon eine Sensation.

Wie verändern Sie angesichts der niedrigen Zinsen Ihre Anlagestrategie?

Bei Neuanlagen sind derzeit Bundesanleihen sicher nicht attraktiv. Beim Kauf von Papieren einiger südeuropäischer Staaten können die Risikogesichtspunkte nicht ignoriert werden. Wir streuen daher sehr breit. Wir gehen in Schwellenländer, wir investieren in Infrastruktur, und wir vergeben Darlehen an Mittelständler.

Die zehn größten Versicherungskonzerne
Prudential plc (Großbritannien)Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.
Munich Re (Deutschland)Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.
Nippon Life Insurance Company (Japan)Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.
Aviva (Großbritannien)Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.
UnitedHealth (USA)Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.
American International Group (USA)Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.
Assicurazioni Generali (Italien)Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.
Allianz (Deutschland)Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.
Berkshire Hathaway (USA)Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.
AXA (Frankreich)Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Trotzdem: Die niedrigen Zinsen müssen doch extrem schmerzen.

In einem Umfeld, in dem wenig zu verteilen ist, kommt uns unsere Größe zugute. Wir haben am Neugeschäft bei Lebensversicherungen in Deutschland einen Anteil von 23 Prozent mit steigender Tendenz. Wir arbeiten zur Hälfte der Kosten des Marktes und erwirtschaften im Schnitt bei der Kapitalanlage 50 Basispunkte mehr Rendite als die Wettbewerber.

Könnten mittelfristig einige kleinere Versicherer wegen der niedrigen Zinsen vom Markt verschwinden?

Die Situation wird sicherlich nicht einfacher, wenn wir für lange Zeit einen realen Nullzins haben. In einem normalen Umfeld ist das System sehr resistent, auch wegen der harten Regulierung in Deutschland. Wenn allerdings die Menschen den Glauben an die Lebensversicherung verlieren würden und das Neugeschäft dauerhaft einbricht, wird es für die Industrie schwieriger.

Im vergangenen Jahr sind die Neubeiträge der Allianz beim Geschäft mit Lebensversicherungen geschrumpft. Wie wird sich das Neugeschäft für Lebensversicherungen 2013 entwickeln?

Für die Allianz erwarten wir, dass sich das Neugeschäft 2013 ähnlich wie im Vorjahr entwickeln wird.

Die Top Ten

Das Rating der Ratings von Manfred Poweleit fasst die Ergebnisse in den fünf umsatzstärksten Versicherungssparten auf Konzernebene zusammen. Dies sind die Lebens-, Kranken-, Auto-, Hausrat- und Wohngebäudeversicherung. Dabei gibt es zwölf Punkte für ein hervorragendes Rating, genannt „mmm“, zehn Punkte für ein sehr gutes Rating (mm), acht Punkte für eine gute Bewertung (m), sechs Punkte für ein befriedigendes

„m-“.

Map-Report-Herausgeber Manfred Poweleit urteilt: „Transparenz lohnt sich, auch wenn noch nicht alle Ergebnisse des Unternehmens und seine Produkte optimal sind. Denn Erfolg beginnt mit der richtigen Einstellung zum Verbraucher.“

Foto: Fotolia

Platz 10: Cosmos Direkt

Der Direktversicherer ist wie einige andere Versicherer aus dem Hause der Generali Deutschland kein Datenverweigerer. Allerdings verkaufen die Saarbrücker keine Krankenversicherungen. Dies ist in dem Konzern die Aufgabe der Central. Platz zehn ist daher ein gutes Ergebnis. Allerdings fällt auf: Zwei Sparkassenversicherer und eine Gruppe aus Hannover mit dem gleichen Handicap liegen noch ein wenig besser.

Foto: Screenshot

Platz 9: VHV/Hannoversche
Die Gruppe fällt durch ihre prominenten Werbepartner auf: Dieter Bohlen und Anke Engelke. In Leben, Auto und Hausrat kommt sie auf gute Bewertungen beim Map-Report.

Foto: Presse

Platz 8: Öffentliche Braunschweig
Der Sparkassenversicherer arbeitet nur im Raum Braunschweig, dort verfügt er aber über sehr hohe Marktanteile. Das Unternehmen belegt zudem, dass sich ein hoher Marktanteil und gute Bewertungen nicht ausschließen. Zudem ist die Gruppe ein Beispiel dafür, dass hohe Prämieneinnahmen kein Gütesiegel für gute Produkte und Zufriedenheit der Kunden sein müssen. Nachholbedarf gibt es allerdings in der Gebäudeversicherung.

Foto: Screenshot

Platz 7: Provinzial Nordwest

Die drittbeste Bewertung in der Gruppe der Sparkassenversicherer holt sich der Versicherer aus Münster, der derzeit mit den Kollegen aus Düsseldorf über eine Fusion verhandelt. Da eine Krankenversicherung fehlt, ist eine höhere Platzierung nicht möglich. Vor allem in der Auto-, Hausrat- und Gebäudeversicherung ist der Versicherer stark – dank seiner regionalen Verankerung.

Foto: dpa

Platz 6: Ergo

Der Versicherer, um den es in den vergangenen Jahren viele Diskussionen gab, entzieht sich offenbar keinem wichtigen Rating, auch wenn die Ergebnisse mitunter nicht so gut ausfallen. Der Lohn: ein guter Platz hinter der Spitze und deutliche zehn Plätze vor dem großem Konkurrenten Allianz. Top-Bewertungen erhält die Ergo-Tochter DKV in der Krankenversicherung, gut schneidet die Autoversicherung ab, eher mäßig liegen noch die anderen Sparten.

Foto: dapd

Platz 5: Huk-Coburg

Der Versicherer ist überraschend aus den Medaillenrängen herausgefallen. Der Grund: Die Gruppe entzog sich überraschend erstmals dem jüngsten Rating in der Krankenversicherung, obwohl in diesem Bereich vorher immer gute Ergebnisse zu Buche standen. Der Grund: Kapazitätsengpässen durch die Einführung der Unisex-Tarife. Auch die Huk-Gesellschaft Pax-Familienfürsorge stellte keine Daten zur Verfügung. Ansonsten sammelte die Huk in den anderen Bereichen nur Höchstnoten.

Foto: dpa

Platz 4: VGH

Der große Sparkassenversicherer aus Hannover profitiert im Gegensatz zur Provinzial Nordwest davon, dass er auch einen Krankenversicherer in der Gruppe hat. Top in Auto und Hausrat, gut in Kranken und Gebäude, befriedigend in Leben.

Foto: Presse

Platz 3: Öffentliche Oldenburg

Der kleine Sparkassenversicherer aus Niedersachsen schaffte den Sprung aufs Podium aus zwei Gründen: Die Huk beteiligte sich nicht am Krankenrating. Und gegenüber der benachbarten VGH erhielt der öffentliche Versicherer in der Gebäudeversicherung die Top-Note. Die Gruppe profitiere von der Neuordnung ihrer Krankenversicherungsaktivitäten mit Provinzial Kranken/Alte Oldenburger.

Foto: CLARK/obs

Platz 2: DEVK

Der Versicherungsverein aus Köln ist dem Klassensieger dicht auf den Fersen. Nur in der Krankenversicherung reichte es noch nicht zu der Top-Bewertung. Deshalb bleibt am Ende die Silbermedaille.

Foto: Handelsblatt

Platz 1: Debeka
Der Versicherungsverein aus Koblenz liegt traditionell in den Ratings des Map-Reports weit vorne. Die Gruppe arbeitet sehr kostenbewusst und verfügt im Gegensatz zu anderen Gruppen über einen angestellten Außendienst. Als einziger Versicherer kassiert die Debeka in allen Wertungsbereichen die Höchstnote.

Foto: dpa

Die besten Fünf im Vergleich

Das sind die Sieger im Rating des Branchendienstes Map-Report.

Foto: Handelsblatt

Wer es nicht unter die Top Ten geschafft hat

Einige große Versicherer rangieren relativ weit hinten. Der Grund ist: Sie beteiligen sich am Map-Report-Rating nur in Versicherungsbereichen, wo sie offenbar mit einem guten Ergebnis rechnen. Map-Herausgeber Manfred Poweleit sagt dazu: „Demnächst sollen Hausrat/Wohngebäude aktualisiert werden. Mehrere prominente Marktteilnehmer haben dann die Chance, Punktedefizite im Rating der Ratings abzubauen.“

Foto: dpa

Signal Iduna

Der Versicherer aus Dortmund schafft es in der Rangliste nur auf Platz 15. Der Grund: In der Hausrat- und Gebäudeversicherung entzog sich der Konzern einer Bewertung durch Map-Report, weil keine Daten geliefert wurden.

Foto: dapd

Allianz

Der größte Versicherungskonzern Deutschlands rangiert bloß auf Platz 16. Der Grund: Keine Bewertung in der Auto-, Hausrat- und Gebäudeversicherung. Insbesondere in der Autoversicherung fällt dies auf, weil die Allianz dort im Privatkundengeschäft die führende Stellung an den Konkurrenten Huk-Coburg abgeben musste.

Foto: dpa

R+V

Der große Versicherer aus dem Genossenschaftssektor liegt auf Platz 17. Der Grund ist wie bei der Allianz: Keine Bewertung in der Auto-, Hausrat- und Gebäudeversicherung.

Foto: R+V

Foto: WirtschaftsWoche

R+V

Der große Versicherer aus dem Genossenschaftssektor liegt auf Platz 17. Der Grund ist wie bei der Allianz: Keine Bewertung in der Auto-, Hausrat- und Gebäudeversicherung.

Foto: Presse

Versicherungskammer Bayern (VKB)

Der größte Sparkassenversicherer erreicht bloß Platz 22. Nur in der Auto- und der Lebensversicherung beteiligten sich die Münchner am Map-Rating. Da sind etliche andere Sparkassenversicherer wesentlich transparenter.

Foto: WirtschaftsWoche

Versicherungskammer Bayern (VKB)

Der größte Sparkassenversicherer erreicht bloß Platz 22. Nur in der Auto- und der Lebensversicherung beteiligten sich die Münchner am Map-Rating. Da sind etliche andere Sparkassenversicherer wesentlich transparenter.

Foto: Presse

Nürnberger

Nur Platz 28 für die große Gruppe aus Franken. Schlechte Ratings in der Leben- und Krankenversicherung und keine Bewertung in den anderen Kategorien.

Foto: WirtschaftsWoche

Alte Leipziger/Hallesche

Platz 36 für den Versicherer, der in der Lebensversicherung so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht und der regelmäßig für seine Kapitalstärke gelobt wird. Allerdings beteiligt sich die Gruppe nur in der Krankenversicherung am Map-Rating. Der Grund: Die Bewertung ist in dieser Sparte gut.

Foto: Presse

Generali

Insgesamt hat der Map-Report 40 Versicherungsgruppen bewertet, teilweise aber nur in einer Kategorie. Völlig entzogen haben sich zwei wichtige Versicherer der Generali Deutschland, nämlich Generali Leben aus München und die Aachen-Münchener.

Foto: dpa

Aachen Münchener

Der Kooperationspartner des Finanzvertriebs DVAG beteiligt sich ebenfalls nicht am Map-Rating.

Foto: dpa

Axa

Auch der große Konkurrent der Allianz in Europa, die Axa, lässt sich in Deutschland vom Map-Report nicht beurteilen.

Foto: REUTERS

Der Speck ist weg

Wer eine Lebensversicherung kauft, geht zum Vertreter. Rund zwei Drittel des Neugeschäfts entfällt daher auf die 20 größten Lebensversicherer. Die Branchenriesen werden nun jedoch immer vorsichtiger. Im Schnitt liegt ihre Überschussbeteiligung bei 3,49 Prozent - das ist mager und dürfte weniger als der ohnehin schon niedrige Branchenschnitt von rund 3,6 Prozent sein. Der Grund: Fast alle sind mit ihren Gutschriften runter gegangen, manche Riesen haben sogar schon drei Prozent erreicht. Senkungen der Zinsgutschriften von 0,5 Prozentpunkt oder mehr ließen oft aufhorchen. Hier scheint nur noch wenig Speck zu sein für die Kunden.

Stand: Januar 2013

Foto: rtr

Platz 20 - R+V: Wartet ab

Der drittgrößte Lebensversicherer in Deutschland will erst Ende Februar mitteilen, wie hoch seine Überschussbeteiligung im laufenden Jahr ist. Das ist ungewöhnlich spät. Zur Begründung hieß es in Wiesbaden, man wolle die Entwicklung des Marktes abwarten. Damit ist die R+V die große Ausnahme in der Branche.

Für 2012 hatte die R+V die Angaben noch - wie in der Branche üblich - Anfang Dezember 2011 geliefert. Damals hieß es, trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds könne die R+V Lebensversicherung AG für ihre Kunden auch 2012 eine Gesamtverzinsung von 4,40 Prozent bieten. Darin enthalten sei eine laufende Verzinsung von 3,85 Prozent.

Foto: Presse

Platz 19 - Zurich: 3,0 Prozent

Einer der größten Anbieter von Lebensversicherungen, die Zurich, ist mit ihrer Überschussbeteiligung deutlich heruntergegangen. Sie liege für 2013 auf nun bei drei Prozent, heißt es auf der Internetseite von Assekurata. Für 2012 waren es noch 3,35 Prozent und für 2011 schrieb der Versicherer 3,7 Prozent gut.

Die durchschnittliche Gesamtverzinsung (laufende Verzinsung sowie Schlussüberschuss inkl. deklarierter Beteiligung an den Bewertungsreserven) betrage nun etwa 3,8 Prozent - nach 4,2 Prozent für 2012. Die vertragsindividuelle Gesamtverzinsung hänge dabei von Daten wie Produkt, Laufzeit und Alter der versicherten Person ab.

Zurich setze auf nachhaltige finanzielle Stärke der Lebensversicherung statt auf kurzfristige Renditeversprechen, erklärte der Versicherer auf Anfrage von Handelsblatt Online. Wegen der anhaltend niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten habe die Unternehmensführung daher entschieden, eine Senkung der Überschussbeteiligung für den Neuzugang und den Bestand vorzunehmen. "Unsere Kapitalanlagepolitik ist auf höchste Sicherheit ausgelegt. Wir können unseren Kunden keine höhere Verzinsung auszahlen, als wir mit unserer Kapitalanlage erwirtschaften", erklärte eine Sprecherin der Zurich.

Foto: Presse

Platz 18 - Ergo: 3,0 bis 3,2 Prozent

Ergo ist einer der größten Anbieter auf dem Markt. Für Ergo Leben sinkt die Überschussbeteiligung auf 3,2 von 3,8 Prozent, für Victoria Leben auf 3,0 von 3,5 Prozent. Die Gruppe verwaltet mehr als sieben Millionen Verträge. Mit den Deklarationen hat der Versicherer ein Zeichen gesetzt. Damit erreicht einer der Marktgrößen die Marke von drei Prozent bei den laufenden Überschüssen.

Foto: dapd

Platz 17 - SV Sparkassenversicherung: 3,05 Prozent

Die Überschussbeteiligung der SV Sparkassenversicherung ist von 3,75 Prozent für 2011 auf 3,55 Prozent in diesem Jahr auf nun 3,05 Prozent in diesem Jahr gefallen. Dies ergibt aus Angaben, die Assekurata veröffentlicht hat. Der Rückschritt ist damit stärker als im Schnitt der Branche.

Der Sparkassenversicherer war in den vergangenen Jahren besonders stark durch Einmalgeschäft gewachsen.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 16 - Versicherungskammer Bayern (VKB): 3,1 Prozent

Der größte Sparkassenversicherer, die Versicherungskammer Bayern, setzt auf hohe Reserven. Die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, größter Lebensversicherer der VKB, zähle zu den Gesellschaften mit den höchsten Bewertungsreserven in der Branche. Allerdings liegt damit ein weiterer großer Lebensversicherer aus dem Sparkassensektor unter den Großen relativ weit hinten.

Dennoch senkt das Unternehmen seine Überschussbeteiligung 2013 auf einen der niedrigsten Werte in der Branche: 3,1 Prozent. Bisher waren es 3,5 Prozent. Die Bayern-Versicherung bietet darüber hinaus auch im Jahr 2013 eine attraktive Gesamtverzinsung auf den Sparanteil. Für Neuverträge gegen laufenden Beitrag betrage diese 3,7 Prozent. Darin enthalten seien 0,6 Prozent für den Schlussüberschuss inklusive der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven.

Die Sparte Lebensversicherung des Sparkassenversicherers verzeichnete 2012 ein starkes Beitragswachstum. Die Prämien stiegen den Angaben zufolge um 5,9 Prozent auf 2,62 Milliarden Euro.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 15 - Württembergische: 3,25 Prozent

Die Lebensversicherung im Versicherungs- und Bausparkonzern Württembergische und Wüstenrot geht um 0,25 Prozentpunkt mit der Überschussbeteiligung runter: Sie sinkt von 3,5 Prozent in den beiden Vorjahren auf nun 3,25 Prozent.

Norbert Heinen, Vorstandsvorsitzender der Württembergischen Lebensversicherung AG: „Mit unserer vergleichsweise konservativen Positionierung beim Zinsüberschuss berücksichtigen wir die Entwicklungen am Kapitalmarkt und stabilisieren unseren Bestand auch gegen Belastungen aus der anhaltenden Niedrigzinsphase, der EU-Verschuldungskrise und Ausfallrisiken.“ Zusammen mit dem Schlussüberschuss und der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven ergebe sich ab 2013 eine gesamte Verzinsung der Sparanteile von 3,9 Prozent (Vorjahr: knapp 4,2 Prozent).

Foto: Presse

Platz 14 - HDI Leben: 3,25 Prozent
Der Talanx-Konzern ist an die Börse gegangen, einer seiner großen Töchter geht es jedoch nicht besonders gut: Bei HDI sinkt die Überschussbeteiligung auf 3,25 Prozent. Auch im Vergleich zu einigen anderen Töchtern im Konzern ist das recht wenig. Im Vorjahr waren es laut Assekurata noch 3,5 Prozent. Und für 2011 schrieb der Lebensversicherer sogar noch vier Prozent gut.

Foto: dapd

Platz 13 - Swiss Life: 3,3 Prozent

Der AWD-Eigentümer Swiss Life muss deutlich runter, wie die Ratingagentur Assekurata notiert. Für 2013 falle die Überschussbeteiligung auf 3,3 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 3,5 Prozent und für 2011 schrieb der Schweizer Versicherer seinen deutschen Kunden sogar noch 3,8 Prozent gut.

Foto: dpa

Platz 12 - Alte Leipziger: 3,35 Prozent

Der mittelgroße, aber sehr kapitalstarke Lebensversicherer senkt die Überschussbeteiligung ebenfalls deutlich von 3,85 Prozent auf 3,35 Prozent. Dieser Versicherer veröffentlichte seine Zahlen als einer der ersten in der Branche. Das Signal an die Konkurrenz: Wer vorsichtig ist, geht heute schon auf die Marke von drei Prozent zu.

Foto: Presse

Platz 11 - Provinzial Nordwest: 3,5 Prozent

Unter den Sparkassenversicherern liegt die Provinzial aus Münster noch vergleichsweise gut. Das Unternehmen, an dem die Allianz kürzlich Interesse zeigte, senkte seine Überschussbeteiligung auf 3,5 Prozent. Im Vorjahr waren es laut Assekurata 3,8 Prozent und davor noch 4 Prozent.

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Platz 10 - Generali: 3,5 Prozent

Aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus an den Kapitalmärkten werde die Generali Lebensversicherung AG die Überschussbeteiligung moderat um 0,1 Prozentpunkte anpassen. Die laufende Verzinsung (garantierter Rechnungszins plus laufende Überschussbeteiligung) für 2013 werde somit 3,5 Prozent betragen (Vorjahr 3,6 Prozent).
„Die gemäßigte Anpassung ist ein Gebot von Vernunft und Verantwortung für unsere Kunden. Angesichts der Niedrigzinsphase sind in der Kapitalanlage Diversifikation und die Begrenzung von
Risiken von besonderer Bedeutung“, erklärte Volker Seidel, Vorstand Finanzen und Leben der Generali Versicherungen.

Kunden der Generali Lebensversicherung AG erhalten damit eine ab dem 1. Januar 2013 geltende Gesamtverzinsung von 4,0 Prozent. Neben der laufenden Verzinsung von 3,5 Prozent sind hier auch eine Schlussüberschussbeteiligung in Höhe von durchschnittlich 0,4 Prozent sowie die Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven in Höhe von 0,1 Prozent eingerechnet, die den Kunden bei Vertragsende mit ausgezahlt werden.

HIV - Das Logo der Generali Versicherungen hängt an der Fassade einer Filiale des Unternehmens in München (Oberbayern) am 16.03.2012. Die Assicurazioni Generali ist der größte italienische Versicherungskonzern. Auf einer Bilanzpressekonferenz stellt das Unternehmen am Mittwoch (28.03.2012) in Köln seine aktuellen Zahlen vor. Foto: Andreas Gebert dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

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Platz 9 - Signal Iduna: 3,6 Prozent

Die Überschussbeteiligung 2013 in der Lebensversicherung beträgt 3,6 Prozent. Das ist ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkt. Hinzu kommen 0,4 Prozentpunkt Schlussüberschuss inklusive Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven für Verträge, die auslaufen.

Für 2012 hatte der Versicherer seine laufende Verzinsung der Sparanteile um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent gesenkt. Die gesamte Verzinsung einschließlich Schlussüberschuss und Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven betrug für die klassische Rentenversicherung 4,6 Prozent.

Der Versicherer ist vor allem durch sein Sponsoring für den Fußballmeister Borussia Dortmund bekannt. Das Foto zeigt eine Luftaufnahme des Dortmunder Stadions, direkt daneben hat auch der Versicherer seinen Hauptsitz.

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Platz 8 - Allianz: 3,6 Prozent

Der Branchenführer senkt die Überschussbeteiligung von 4,0 auf 3,6 Prozent und verabschiedet sich damit von der magischen Vier-Prozent-Marke. Damit liegt die Allianz vermutlich im Schnitt der Branche. Ein genauer Wert wird erst Ende Januar feststehen, wenn alle Versicherer berichtet haben.

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Platz 7 - Volkswohl Bund: 3,65 Prozent

Die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. legt ihre laufende Verzinsung für das Jahr 2013 auf 3,65 Prozent (2012: 4,05 Prozent) fest. Damit bewegt sich der Versicherer aus Dortmund in der Nähe des Branchenführers Allianz. Insgesamt ergebe sich eine Gesamtverzinsung von rund 4,3 Prozent (2012: 4,7 Prozent).

„Die verantwortungsvolle Festlegung der Überschussbeteiligung gewährleistet die langfristige Sicherheit aller Versicherungsverträge und bietet unseren Kunden auch in Zeiten extremer Niedrigzinsen eine attraktive Rendite“, erklärte Vorstandsvorsitzender Joachim Maas.

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Platz 6 - DBV Winterthur: 3,65 Prozent

Die DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung AG gehört zur AXA Deutschland. Für die klassischen Renten- und Lebensversicherungen von AXA und DBV wird die laufende Verzinsung (Garantieverzinsung plus Zinsüberschussanteil) in diesem Jahr bei 3,65 Prozent liegen - nach 3,8 Prozent im Vorjahr. Die Gesamtverzinsung 2013 werde einschließlich des Kostenüberschussanteils, des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven im Schnitt 4,4 Prozen erreichen. Das sind 0,2 Prozentpunkt weniger.

Der deutsche Ableger des französischen Versicherers Axa wurde 1997 durch Erwerb von Versicherungsunternehmen begründet und durch zahlreiche Fusionen gestaltet. Der im heutigen AXA-Konzern aufgegangenen Versicherungsunternehmen befanden sich 1960 in der „Rheinischen Gruppe“ (Colonia, Nordstern), bildeten den Albingia-Konzern und waren Teile des späteren DBV-Winterthur-Konzerns.

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Platz 5 - Axa: 3,65 Prozent

Die Kölner Axa liegt nah am Branchenführer Allianz. Für die klassischen Renten- und Lebensversicherungen von AXA und DBV wird die laufende Verzinsung (Garantieverzinsung plus Zinsüberschussanteil) im kommenden Jahr bei 3,65 Prozent liegen (2012: 3,8 Prozent). Die Gesamtverzinsung 2013 werde einschließlich des Kostenüberschussanteils, des Schlussgewinnanteils und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven im Schnitt 4,4 Prozent erreichen (2012: 4,6 Prozent). Der AXA Konzern zählt mit Beitragseinnahmen von mehr als 10,6 Mrd. Euro (2011) und rund 10.900 Mitarbeitern zu den führenden Versicherungs- und Finanzdienstleistungsgruppen in Deutschland.

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Platz 4 - Debeka: 3,7 Prozent

Für den größten Teil der Verträge beträgt die Gesamtverzinsung einschließlich des Schlussüberschusses und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven 4,4 bis 4,5 Prozent (bisher 4,7 bis 4,8 Prozent). Hinzu kommt bei ablaufenden Verträgen die zusätzliche Beteiligung an Bewertungsreserven, die beim gegenwärtigen Marktzins den Auszahlungsbetrag nochmals um mehr als 5 Prozent erhöhe, teilte die Debeka mit.  

Die laufende Gesamtverzinsung – einschließlich des Garantiezinses – werde für das kommende Jahr auf 3,7 Prozent (nach 4,1 Prozent im Jahr 2012) festgesetzt. Diese Anpassung der Überschussbeteiligung sei aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus notwendig.

Uwe Laue, Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender der Debeka-Versicherungen: "Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und einer drohenden Altersarmut in Deutschland ist die private Vorsorge deshalb wichtiger denn je. Leider werden die Verbraucher aber mit Ratschlägen vermeintlicher Experten immer wieder in die Irre geführt, denn sie empfehlen den Bürgern für die Altersvorsorge schlecht verzinste Sparbücher, die früher oder später aufgezehrt sind, oder Fonds, die das Risiko der Aktienmärkte voll und ganz auf den Verbraucher abwälzen."

Foto: dpa

Platz 3 - Aachen Münchener: 3,75 Prozent

Die zum Generali-Konzern gehörende Aachen Münchener hat ihre laufende Verzinsung auf 3,75 Prozent festgelegt. Zusammen mit einem Schlussüberschuss, der gut 0,4 Prozentpunkten entspricht, ergebe sich daraus für 2013 eine Gesamtverzinsung von 4,15 Prozent. Damit reagiere die Aachen Münchener auf das herausfordernde Finanzmarktumfeld.

Die Aachen Münchener Lebensversicherung AG erzielte 2011 ein Beitragsvolumen von 4,45 Milliarden Euro und war damit der zweitgrößte Lebensversicherer Deutschlands. Mehr als 37.000 Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) verkaufen die Produkte der Aachen Münchener.

Im Bild: Der Vorstandsvorsitzende Michael Westkamp.

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Platz 2 - Cosmos Direkt: 3,85 Prozent

Kunden von Cosmos Direkt profitieren auch nach Anpassung der Verzinsung für klassische Lebens- und Rentenversicherungen von hohen Ablaufleistungen. „Bei insgesamt rückläufigen Zinsen am Kapitalmarkt spielen die Kostenvorteile eine immer wichtigere Rolle“, erklärt Peter Stockhorst, Vorstandsvorsitzender von CosmosDirekt.

Dank seines Geschäftsmodells sind die Kosten bei Deutschlands führendem Online-Versicherer im Vergleich zum Wettbewerb besonders niedrig. Von jedem eingezahlten Euro wendet Cosmos Direkt lediglich 0,9 Prozent für die Vertragsverwaltung auf; der Markt kommt auf einen Durchschnitt von 2,4 Prozent.

Mit 3,85 Prozent liegt die laufende Verzinsung bei CosmosDirekt auch im kommenden Jahr über dem Marktdurchschnitt und erreicht unter den Top20 den zweitbesten Wert. „Die laufende Gesamtverzinsung für 2013 dürfte im Markt rund 3,6 Prozent betragen“, erwartet Stockhorst.

Foto: Presse

Platz 1 - Nürnberger: 4,0 Prozent

Seit einigen Jahren sehr stabil präsentieren sich die Nürnberger Beamten Lebensversicherung und die Nürnberger Lebensversicherung. Wie schon für 2011 und 2012 wird eine Überschussbeteiligung von vier Prozent mitgeteilt, heißt es in der Studie von Assekurata, die im Januar veröffentlicht wird. Damit ist der Versicherer der beste unter den Top20. Und einer von ganz wenigen, die ihre Überschussbeteiligung für 2013 nicht gesenkt haben.

Berücksichtige man noch den Schlussüberschuss, so betrage die Gesamtverzinsung der Sparbeiträge einer Renten- oder Kapitallebensversicherung bei der Nürnberger etwa 4,5 Prozent, heißt es. Damit würden wieder die Werte der Vorjahre erreicht. Hinzu komme die Beteiligung an den Bewertungsreserven.

Die Lebensversicherer der Gruppe gehören mit Beitragseinnahmen von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2011 und einem Bestand nach Versicherungssumme von rund 123 Milliarden Euro zu den zehn führenden Lebensversicherern in Deutschland.

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Die Starken schaffen vier Prozent oder mehr

Etliche Lebensversicherer liegen noch über dem Branchenschnitt. Oft senken die Starken nur wenig oder halten sogar noch bei den laufenden Gutschriften die Marke von vier Prozent. Zu beachten ist: Eine hohe Überschussbeteiligung muss nicht unbedingt ein Signal der Stärke sein. Sie kann auch aus kurzfristigen Vertriebsüberlegungen heraus entstehen. Wer in einem Jahr mehr absetzen möchte, zögert eine vielleicht bald nötige Anpassung manchmal nur um ein Jahr hinaus. Das ist grundsätzlich nicht verwerflich, sondern schon immer in der Branche zu beobachten gewesen. Wichtig ist daher, sich den mittelfristigen Trend bei seinem Versicherer anzuschauen.

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Die Durchschnittlichen erreichen um 3,6 Prozent

Wer eine Überschussbeteiligung von 3,6 Prozent wie die Allianz ausweist, bewegt sich mitten in der Branche. In dieser Gruppe geht die Gutschrift oft 0,2 bis 0,3 Prozentpunkt nach unten. Analysten erwarten, dass sich um 3,6 Prozent das Branchenmittel einpendeln wird, wenn alle Lebensversicherer ihre Überschussbeteiligung festgelegt haben.

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Der Trend

Analysten erwarten, dass die Überschussbeteiligung weiter sinken wird – von knapp vier Prozent in diesem Jahr auf etwa 3,6 Prozent im nächsten Jahr. Die Zinsgutschriften der Lebensversicherungen fallen seit mehr als einem Jahrzehnt. Ursache ist der starke Rückgang der Kapitalmarktzinsen. Doch abseits vom Branchenschnitt gibt es noch starke Unterschiede zwischen den Anbietern.

Einen Überblick liefert die Ratingagentur Assekurata

Wie sich wichtige Kennzahlen in der Lebensversicherung langfristig entwickelt haben, zeigen die obigen Grafiken. Bis Ende 2011 hatten sich die Kapitalanlagen der Versicherer auf 740 Milliarden Euro erhöht. Allerdings machen den Lebensversicherungsunternehmen das derzeit niedrige Zinsniveau und die Turbulenzen an den Finanzmärkten zu schaffen. Konnten die Lebensversicherer 2010 noch eine durchschnittliche Nettoverzinsung von 4,27 Prozent erwirtschaften, so sank sie im vergangen Jahr auf 4,14 Prozent. Ähnlich entwickelte sich die Überschussbeteiligung langfristig.

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Was die Lebensversicherer mitteilen

Die jährliche Zinsgutschrift der Lebensversicherer heißt Überschussbeteiligung, allerdings ist die Begriffswahl nicht völlig einheitlich in der Branche. Manchmal ist auch von Gesamtverzinsung die Rede, obwohl Überschussbeteiligung gemeint ist. Diese Kennzahl setzt sich zusammen aus dem Garantiezins und einem Bonus. Derzeit beträgt der Garantiezins 1,75 Prozent. In alten Verträgen kann er bis zu vier Prozent betragen. Die Lebensversicherer weisen neben der Überschussbeteiligung gerne noch die Gesamtverzinsung eines Vertrags aus, der im nächsten Jahr ausbezahlt wird. Diese Prozentzahl ist meist höher, weil der Kunde noch etwas aus weiteren Gewinntöpfen der Lebensversicherer erhält. 

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Sie haben gerade ein neues Lebensversicherungprodukt mit reduzierten Garantien vorgestellt. Ist der lebenslange Garantiezins bald Geschichte?

Sicherheit hat einen Preis, vor allem angesichts niedriger Zinsen, der hohen Kapitalunterlegungen und der neuen strengen Regulierung. Wir müssen deswegen weg von diesen langen Garantien und sagen: Wir machen Abschnittsgarantien. Wir geben für die Ansparphase die Garantie, und wir geben für einen dann erneut festzusetzenden Zinssatz die Garantie für die Auszahlungsphase.

Warum sollte ein Kunde Ihr Produkt mit höherem Risiko kaufen, solange es etwa beim Konkurrenten Continentale noch die volle Garantie gibt?

Weil er Vertrauen in die Allianz mit ihrer mehr als 120-jährigen Historie haben kann. Zudem erhalten die Kunden bei dem neuen Produkt einen fairen Ausgleich für die im Vergleich zu traditionellen klassischen Produkten niedrigen Garantiekosten. Entsprechend attraktiv sind die Chancen auf höhere Gesamtleistungen.

Heißt das, die klassische Lebensversicherung mit lebenslangem Garantiezins ist ein Auslaufmodell?

Am Ende wird der Markt entscheiden. Aber ich möchte auch ganz deutlich sagen, dass jede lebenslange Garantie, die man nicht durch entsprechende Kapitalanlagen absichern kann, deutlich teurer werden muss. Das ist eine logische Konsequenz der zunehmenden Risikoaversion in den Finanzsystemen. Wenn die Kunden eines Tages sagen, sie wollen weder das Produkt mit der niedrigen lebenslangen Garantie noch das neue Produkt mit den Abschnittsgarantien, muss man sich auch davon verabschieden können.

Wird die Allianz auch für die Kapitallebensversicherung und nicht nur für die Rentenversicherung ein Teilgarantieprodukt auf den Markt bringen?

Kunden kaufen inzwischen ganz überwiegend Rentenversicherungen. Die Kapitallebensversicherung spielt nur eine untergeordnete Rolle und steht daher nicht im Fokus.

Sie wickeln gerade die Allianz Bank ab. Was ist schiefgelaufen?

Das Umfeld für Banken hat sich in der Krise dramatisch verändert. Durch die niedrigen Zinsen ist die Marge bei vielen Produkten weggebrochen. Da ist es aussichtslos, als kleine Privatbank den Großen Konkurrenz machen zu wollen.

Würden Sie noch mal ins Bankgeschäft einsteigen?

Da haben wir keine Ambitionen mehr, auch wenn das Konto eines Kunden für uns sehr interessant ist. Denn wenn eine Bank weiß, wohin der Kunde welche Prämien überweist, kann sie ihm ein Gegenangebot machen.

Will der Kunde eigentlich Bank- und Versicherungsgeschäft aus einer Hand?

Ich persönlich ja, die Mehrheit der Kunden aber offenbar nicht.

Sind Vergleichsportale wie Check 24, die in großem Stil Versicherungen vertreiben, ein Problem für die Allianz?

Der Druck an dieser Front ist sehr groß. Wir waren gerade mit dem gesamten Vorstand in Irland, um uns anzuschauen, wie ein Markt funktioniert, in dem 80 Prozent aller Kfz-Versicherungen über solche Portale vertrieben werden.

Diese Versicherer können Online überzeugen
Cosmos Direkt
Allianz
AXA
ERGO
ARAG

Interrisk: Österreicher bieten beste Beitragsrendite

Die Ratingagentur Assekurata errechnete für Interrisk eine garantierte Beitragsrendite von 1,69 Prozent - für einen Vertrag, der 25 Jahre läuft und formal einen Garantiezins von 1,75 Prozent hat. So nah ist kein anderer Versicherer am Garantiezins dran. Auch im Vorjahr war dies so.

Die prognostizierte - und damit unverbindliche - Beitragsrendite beträgt 4,2 Prozent. Damit liegt Interrisk als einer von vier Anbietern noch über der Marke von vier Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Satz jedoch deutlich gesunken, und zwar von 4,57 Prozent.

Die InterRisk Versicherungs-AG ist das deutsche Tochterunternehmen der östereichischen Vienna Insurance Group.

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Europa: Direktversicherer hält sich im Spitzenfeld

Die Europa Lebensversicherung liefert seit Jahren gute Zahlen ab. Doch auch diese sinken. Die garantierte Beitragsrendite ist mit 1,57 Prozent sogar noch ein wenig höher als im Vorjahr mit 1,53 Prozent, weil Kostenvorteile zu Buche schlagen. Bei der prognostizierten Beitragsrendite liegt Europa mit 4,53 Prozent an der Spitze des Feldes. Der Wert liegt jedoch deutlich unter den 4,95 Prozent des Vorjahres.

Bei der Überschussbeteiligung hält Europa noch die Marke von vier Prozent. Das geht hervor aus einer Mitteilung des Versicherers an die Ratingagentur Assekurata. Für 2012 betrug die Überschussbeteiligung noch 4,35 und für das Jahr 2011 waren es noch 4,5 Prozent.

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Cosmos Direkt: Niedrige Kosten - hohe Rendite

Die Lebensversicherungsangebote der Cosmos Direkt profitieren vom Vertriebsweg. Es ist für Kunden günstiger, wenn sie im Internet oder am Telefon einkaufen. Die Tochter der Generali gibt diese Vorteile in den Konditionen weiter. Am besten ist dies bei der garantierten Beitragsrendite zu erkennen. Platz 3 im Ranking von Assekurata mit 1,46 Prozent. Auch hier errechnete die Ratingagentur einen leicht besseren Wert als im Vorjahr. 4,17 Prozent für die prognostizierte Beitragsrendite ist ebenfalls ein Spitzenwert in der Branche. Im Vorjahr waren es aber noch 4,57 Prozent.

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Hannoversche Leben: Schon unter vier Prozent

Mit der garantierten Beitragsrendite von 1,35 Prozent liegt der Direktversicherer aus Hannover auf Platz 4 - und damit sehr gut. Mit der prognostizierten Beitragsrendite erreicht er Platz 5. Dieser Wert liegt jedoch unter vier Prozent (3,92 Prozent), nachdem es im Vorjahr noch 4,17 Prozent waren. Nur vier Lebensversicherer liegen bei dieser Hochrechnung noch über vier Prozent. Dies zeigt den Trend in der Branche und auch bei der Hannoverschen Leben, für die die Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke wirbt.

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WGV: Guter Garantierendite, schlechtere Prognose
Die Württembergische Gemeinde-Versicherung (WGV) bietet eine sehr gute Beitragsrendite. Mit 1,31 Prozent liegt der Versicherer auf Platz 5 in der Branche, wie Assekurata berechnete. Schlechter ist die prognostizierte Beitragsrendite mit 3,63 Prozent. Mehr als ein Dutzend Konkurrenten liegen hier besser. Wie andere Untersuchungen zeigen, liegt die WGV in der Leistungsfähigkeit für den Kunden häufig in den Top10.

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Ergo Direkt: Besser als die große Mutter

Ergo Direkt will nicht nur mit dem Thema Verständlichkeit punkten, sondern auch mit seinen Lebensversicherungsrenditen. Bei der garantierten Beitragsrendite liegt der Direktversicherer mit 1,31 zusammen mit der WGV auf Platz fünf. Auffällig ist die starke Verbesserung zum Vorjahr. Da lag dieser Wert nur bei 1,23 Prozent. Mit einer prognostizierten Rendite von 3,57 Prozent liegt Ergo Direkt allerdings nur im oberen Mittelfeld der Branche. In jedem Fall ist der Direktversicherer mit beiden Werten deutlich besser als das Vertreter-Unternehmen Ergo, die große Mutter aus Düsseldorf.

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Asstel: Gothaer-Tochter springt in die Top10
Die Asstel aus Köln-Mülheim profitiert ebenfalls davon, dass der Vertrieb eines Direktversicherers günstiger ist als bei Unternehmen, die auf Vertreter setzen. Die garantierte Beitragsrendite liegt mit 1,3 Prozent daher vergleichsweise hoch - Platz 8 bei Assekurata von 61 Versicherern. Die prognostizierte Beitragsrendite ist mit 3,8 Prozent ebenfalls vergleichsweise gut - ein Top10-Wert für die Tochter der Gothaer Versicherungen.

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Huk-Coburg: Platz 9 bei der garantierten Beitragsrendite

Die Huk-Coburg-Lebensversicherung liegt in der Spitzengruppe und erreicht eine garantierte Beitragsrendite von 1,23 Prozent. Das liegt deutlich über dem Schnitt der Branche, der nur bei gut 0,9 Prozent liegt. Mit einer Prognose-Beitragsrendite von 3,91 Prozent liegt der Versicherer ebenfalls in den Top10.

Die Huk bietet 2013 für ihre Produkte eine Gesamtverzinsung von 4,5 Prozent. Diese setze sich aus einer Überschussbeteiligung von 3,75 Prozent sowie einem Schlussüberschuss von 0,75 Prozent zusammen. 2012 betrug die Überschussbeteiligung vier Prozent.

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Hanse-Merkur: Mit der Garantie Top10, mit der Prognose im Mittelfeld

Der Hamburger Versicherer Hanse-Merkur ist nicht nur in der Krankenversicherung stark. Auch in der Lebensversicherung etabliert sich das Unternehmen in der Spitzengruppe. Mit einer garantierten Beitragsrendite von 1,21 Prozent. Bei den Prognosewerten für die Beitragsrendite (3,6 Prozent) sind allerdings rund 20 Konkurrenten besser.

Quelle: Screenshot

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Ergo: Im hinteren Feld

Im Schnitt erreichen die von Assekurata berechneten garantierten Beitragsrenditen für 61 Versicherer 0,92 Prozent. Mit 0,71 Prozent liegt Ergo Leben deutlich unter dem Schnitt.

Kein Wunder, schließlich senkte der Versicherer die Überschussbeteiligung auf 3,2 von 3,8 Prozent, für Victoria Leben sogar auf 3,0 von 3,5 Prozent. Die Gruppe verwaltet mehr als sieben Millionen Verträge.

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Neue Leben: Deutlicher Rückgang

Der Versicherer sieht sich als Vorsorgespezialist der Sparkassen. Mit seiner garantierten Beitragsrendite liegt das Unternehmen jedoch unter den schlechtesten zehn: 0,67 Prozent. Mehr noch: Im Vergleich zum Vorjahr ist der Wert deutlich gefallen von überdurchschnittlichen 0,99 Prozent.

Foto: Screenshot

Signal Iduna: Weit hinten

Mehrere große Lebensversicherer bieten eher magere garantierte Beitragsrenditen an. Dazu gehört auch die Dortmunder Signal Iduna mit unverändert 0,67 Prozent. Auch bei der prognostizierten Beitragsrendite liegt der Versicherer Iduna Leben mit 2,67 Prozent unter den gut 60 Unternehmen weit hinten.

Die Überschussbeteiligung 2013 beträgt dagegen 3,6 Prozent. Hier zeigt sich beispielhaft der große Renditeunterschied, der durch verschiedene Kostenstrukturen entsteht.

Der Versicherer ist vor allem durch sein Sponsoring für den Fußballmeister Borussia Dortmund bekannt. Das Foto zeigt eine Luftaufnahme des Dortmunder Stadions, direkt daneben hat auch der Versicherer seinen Hauptsitz.

Foto: dapd

Nürnberger: Entzaubert

Unter den 20 großen Lebensversicherern nimmt die Nürnberger Leben in diesem Jahr einen Spitzenplatz ein. Denn ihre Überschussbeteiligung liegt seit einigen Jahren konstant bei vier Prozent. Doch wenn man die Kosten abzieht und vor allem die Garantie betrachtet, sieht das Bild im Vergleich zur Branche nicht mehr so glänzend aus. Die garantierte Beitragsrendite gehört mit 0,66 Prozent zu den zehn schlechtesten. Wesentlich besser, aber auch nur im Mittelfeld liegt mit 3,41 Prozent die prognostizierte Beitragsrendite. So glänzend, wie die Schaufensterkonditionen es andeuten, steht der Versicherer nach Berechnungen von Assekurata also nicht da.

Die Lebensversicherer der Gruppe gehören mit Beitragseinnahmen von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2011 und einem Bestand nach Versicherungssumme von rund 123 Milliarden Euro zu den zehn führenden Lebensversicherern in Deutschland.

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HDI Gerling: Schlusslicht bei den Vorhersagen

Der Versicherer HDI Gerling ist auf der Unisex-Welle geritten, bei der Beitragsrendite auf den Garantiezins lässt er dagegen lieber andere vor. Mit 0,65 Prozent ermittelte Assekurata einen unverändert sehr niedrigen Wert. Sogar Schlusslicht ist der Versicherer bei der prognostizierten Beitragsrendite. Der Wert sank von 2,73 auf 2,48 Prozent - nur elf Versicherer blieben in diesem Vergleich unter der Marke von drei Prozent.
Bildquelle: Flyer von HDI Gerling

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Generali: Unter den schlechtesten fünf

Noch einen Tick schlechter als HDI Leben ist die Generali Leben. Die laufende Verzinsung (garantierter Rechnungszins plus laufende Überschussbeteiligung) für 2013 beträgt zwar 3,5 Prozent betragen (Vorjahr 3,6 Prozent). Zwar liegt die prognostizierte Beitragsrendite mit 3,07 Prozent noch über der Marke von drei Prozent. Doch die garantierte Beitragsrendite ist mit 0,64 Prozent eine der fünf schlechtesten Werte im Branchenvergleich von Assekurata.

Das Logo der Generali Versicherungen hängt an der Fassade einer Filiale des Unternehmens in München (Oberbayern). Die Assicurazioni Generali ist der größte italienische Versicherungskonzern.

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Barmenia: Starke Spreizung
Für den kleinen Versicherer aus Wuppertal ist das Geschäft mit Lebensversicherungen weniger wichtig. Immerhin erreicht die prognostizierte Beitragsrendite mit 3,3 Prozent noch ein Niveau im Mittelfeld. Bei der garantierten Beitragsrendite schlagen die Kosten jedoch voll durch. Mit 0,6 Prozent gehört der Versicherer erneut zu den schlechtesten.

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PB Lebensversicherung: Postbank-Kunden leiden
Die Kunden der Postbank kommen weniger gut weg. Der Versicherungspartner der Bank mit Sitz in Hilden hat schon die Gesamtverzinsung auf 4,5 Prozent von 4,9 Prozent gesenkt. Die darin enthaltene laufende Verzinsung sinke auf 3,8 von 4,2 Prozent. Die prognostizierte Beitragsrendite erreicht immerhin von 3,12 Prozent. Richtig schlecht ist der Versicherer mit seinen Garantieleistungen. Mit 0,57 Prozent garantierter Beitragsrendite liegt das Unternehmen auf dem drittletzten Platz.

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Deutscher Ring/Basler: Schlechtere Leistungen unter neuem Namen

Deutscher Ring und Basler gehören nun zusammen. Das Unternehmen legt die laufende Verzinsung für 2013 auch auf respektable 3,5 Prozent fest. Doch die garantierte Beitragsrendite ist mit 0,44 Prozent noch einmal ein Stück schlechter als bei anderen großen Lebensversicherungen, die in der Rangliste hinten liegen. Mit einer prognostizierten Beitragsrendite von 2,65 Prozent liegt der Versicherer im Vergleich ebenfalls weit hinter und deutlich unter der Marke von drei Prozent.

"Finger weg vom Deutschen Ring!", forderten die Mitarbeiter 2008 in Hamburg. Nun verschwindet der Name. Die Deutscher Ring Lebensversicherungs-AG, Hamburg, wurde am 21. Dezember 2012 umbenannt in Basler Lebensversicherungs-AG. Sie ist Teil der Basler Versicherungen in Deutschland, die sich als Versicherer mit intelligenter Prävention, der "Sicherheitswelt" positionieren. Die Basler Versicherungen sind Teil der Baloise Group mit Sitz in Basel (Schweiz) und beschäftigen rund 2.000 Mitarbeiter.

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Helvetia: Schweizer halten die rote Laterne

Kein Versicherer bietet bezogen auf die garantierte Leistung so wenig wie die Schweizer Helvetia. Das errechnete die Ratingagentur Assekurata. Die garantierte Beitragsrendite für einen 25 Jahre laufenden Vertrag beträgt 0,23 Prozent. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert unter 61 betrachteten Unternehmen - und ein gutes Stück schlechter als der vorletzte. Im Schnitt liegen die 61 Versicherer bei 0,92 Prozent, die besten erreichen - für einen Garantiezins von 1,75 Prozent - immerhin eine Beitragsrendite von 1,69 Prozent.

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Was haben Sie gelernt?

Ab einem gewissen Punkt ist es für Versicherer uninteressant, mit den Portalen zusammenzuarbeiten, weil die Margen immer dünner werden. Wir haben schon früh einen anderen Weg gewählt. Bei Kfz-Policen beispielsweise arbeiten wir verstärkt mit Autoherstellern zusammen, die ihren Kunden zusammen mit dem Auto eine Allianz-Police anbieten. Für uns ist das eine Absicherung für den Wettbewerb mit den Vergleichsportalen.

Was bedeutet es für die Allianz, wenn jetzt auch Google mit einem Vergleichsportal kommt?

Wir haben bereits mit Google gesprochen. Wir wollen gern wissen, wie Google es macht. Und Google will gern von uns wissen, wie wir es machen. Insofern treffen wir uns da. Uns kommt es auch darauf an, zu verhindern, dass es künftig Monopole beim Sammeln von Kundendaten gibt.

Im Wettbewerb mit den Portalen müssten Sie doch mit der Qualität eines großen Anbieters punkten können.

Richtig. Nicht umsonst vertreiben die Vergleichsportale ja vor allem einfache Produkte, nämlich die Pflichtversicherungen. Einige versuchen es jetzt mit Reiseversicherungen. Bei allem, was etwas komplexer ist, funktioniert der reine Preisvergleich nicht.

Wozu brauchen Sie im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung eigentlich noch ihr Vertreternetz?

Wir haben in Deutschland schon rund 900.000 Autos über digitale Zugangswege versichert. An unserem Vertreternetz halten wir fest, wir haben es aber digital aufgerüstet, das heißt auch sie sind Teil der digitalen Zugangswege. Viele Kunden informieren sich online über Produkte, wollen dann aber doch lieber bei einem Vertreter abschließen, weil sie sich einerseits an diesen im Schadensfall wenden können und andererseits eine gute Beratung schätzen.

Jüngst kamen wieder beunruhigende Nachrichten aus Griechenland und Portugal. Ist die Euro-Krise zurück?

Wenn der Rücktritt des portugiesischen Finanzministers Befürchtungen weckt, zeigt das, dass die Dinge vielleicht doch nicht so gut sind, wie man ein halbes Jahr lang geglaubt hat. Zumindest reagieren Politik und Institutionen heute etwas schneller und koordinierter. Am Ende ist die Kernfrage, ob die Euro-Zone zu Wachstum zurückfindet. Wenn das nicht passiert, müssen wir uns über die Schulden der Krisenländer unterhalten. Bei Griechenland wird ja in der Öffentlichkeit schon über einen zweiten Schuldenschnitt diskutiert.

Bekommt man den so einfach hin?

Das Problem ist, dass viele Papiere der Krisenländer bei den Banken liegen und daher ein Schuldenschnitt auch stark die Bilanzen der griechischen Banken belasten würde Außerdem wäre vermutlich auch der öffentliche Sektor betroffen, hier gibt es noch keinen Konsens. Ein weiterer Aspekt ist, dass ab 2018 Aktionäre, Gläubiger und Sparer an Banksanierungen beteiligt werden sollen. All das führt zwangsläufig zu der Frage, wie teuer es für Banken in Zukunft wird, sich zu finanzieren.

Welche Konsequenzen haben diese Veränderungen für die Banken?

Die Banken müssen selbst einen Mechanismus finden, um Einlagen zu garantieren. Das kann dann nicht mehr der Staat machen. Es könnte aber auch Einlagen geben, die nicht garantiert sind. Für die müsste der Anleger dann mehr Zinsen bekommen als für die garantierten Einlagen.

Im Zuge der Bekämpfung der Finanzkrise ist es zu einer Renationalisierung der Banken gekommen. Immer mehr Finanzhäuser wurden an ihren Staat gebunden. Verstärkt sich das weiter?

Momentan versuchen alle Beteiligten, den Trend zu stoppen. Die Kapitalvorschriften nach Basel III sind ein Beispiel dafür. Dass die Amerikaner angekündigt haben, Basel III folgen zu wollen, ist ermutigend. Solvency II, das Regelwerk für Versicherer, drohte zu scheitern an nationalen Interessen. Nun versucht man in einer konzertierten Aktion, das Ganze doch noch zum Abschluss zu bringen. Auch bei der Finanztransaktionssteuer versuchen sich die Länder auf einen Nenner zu einigen. Ähnliches gilt für das Trennbankensystem.

Ist die Bankenunion eine Lösung?

Diekmann: Ich glaube, sie ist die einzige Lösung. Die Frage ist, was wir unter Bankenunion verstehen. Ich verstehe sie so, dass wir die Regulierung der Banken aus einer nationalen in eine europäische Hoheit überführen. Probleme wird es geben, wenn deutsche Einlagen herangezogen würden, wenn es einer Bank in Portugal schlecht geht. Die europäische Einlagensicherung ist zurzeit das heißeste Eisen.

Sehen Sie Nachbesserungsbedarf bei den Kapitalvorschriften für Versicherer in Solvency II?

Ja. Kapitalunterlegungen von 25 Prozent für Engagements in Immobilien orientieren sich an Erfahrungen auf dem britischen Markt, wo die Preise viel stärker schwanken. Und dass Aktienanlagen mit bis zu 49 Prozent Kapital unterlegt werden müssen und gleichzeitig so behandelt werden, als hielte man sie nur ein Jahr, kann nicht so bleiben. Das ignoriert die Tatsache, dass Versicherungen Aktien in der Regel viele Jahre lang halten und so Kursschwankungen abfedern können.

Aus welcher Weltregion könnten neue Wachstumsimpulse kommen?

China will künftig den Binnenkonsum stärken, da kommen weniger Impulse für den Welthandel. In der Euro-Zone ist die Krise noch nicht überwunden. In den USA gibt es ein paar Hoffnungsschimmer. Aber die Krise wird sich nicht von selbst erledigen, auch wenn das Wachstum langsam zurückkehrt.

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