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LuxusChinas Uhrmacher greifen an

Die viel verspotteten chinesischen Billiguhren sind lange nicht mehr alles, was das Reich der Mitte zu bieten hat. Entsteht für die Uhrenbauer in der Schweiz und Deutschland ein neuer Konkurrent?Tobias Finger 07.12.2013 - 06:00 Uhr

Stellen chinesische Armbanduhren bald eine Gefahr für deutsche und schweizerische Produzenten dar?

Foto: ZBSP

Das blank polierte Gliederarmband mit der Schnappschnalle glänzt am Handgelenk. Wer etwas auf sich hält trägt edle Armbanduhren. Dabei gehören Produkte aus Deutschland und der Schweiz weltweit zu den beliebtesten Exemplaren unter Luxusfreunden. Besonders die Chinesen waren lange Zeit eines der Haupt-Abnehmerländer für die Armbanduhren der Extraklasse. Gerade politische Funktionäre zeigten sich gerne mit prunkvollen Fabrikaten bei öffentlichen Terminen. Doch viele der teuren Stücke kamen nicht auf legalem Weg in den Besitz der Parteimitglieder, sie waren ein beliebtes Bestechungsmittel.

Seit kurzem hält im Land der Mitte eine neue Entwicklung Einzug. Die Regierung hat der Korruption den Kampf angesagt. Wer bei öffentlichen Auftritten mit wertvollen Armbanduhren protzt, gerät ins Visier von Bloggern, die die entsprechenden Fotos verbreiten und damit in den meisten Fällen den karrieretechnischen Absturz einleiten. Folglich sanken die Importe von europäischen Uhren.

Traurige Berühmtheit erlangte Yang Dacai, der ehemalige Verantwortliche für Arbeitssicherheit der Provinz Shaanxi im Nordwesten Chinas, auch bekannt unter dem Spitznamen „Brother Wristwatch“, zu Deutsch Bruder Armbanduhr. Im September verurteilte ihn ein Gericht in Xian, der Hauptstadt der Provinz wegen Korruption zu 14 Jahren Haft, nachdem öffentlich gemacht wurde, dass er insgesamt elf luxuriöse Armbanduhren besaß.

Maurice Lacroix: Seconde Mystérieuse

Die Sekundenanzeige gehört zu den netten, im Alltag aber eher nicht so wichtigen Anzeigen. Ein Suchspiel damit treibt der Hersteller Maurice Lacroix, der sich gerne mit auffälligen Zifferblättern präsentiert. Der gebläute Sekundenzähler scheint zu schweben und springt wie ein Propeller alle 15 Sekunden weiter. Die Uhr ist in zwei Varianten auf je 125 Stück limitiert. 11.300 Euro

Foto: Presse

Hublot: Classic Fusion Ultra Thin

Ausgerechnet Hublot - größer, dicker, auffälliger waren die Modelle, die die Marke bekannt machten. Nun die Uhr für den gegenläufigen Trend: schlank und dünn. 24.200 Euro.

Foto: Presse

A. Lange & Söhne: Lumen

Kleine Jungs haben haben früher ihre Uhren mit Leuchtziffern lange mit der Lampe "aufgeladen", um unter der Bettdecke fluoreszierende Glimmern zu bestaunen. Große Jungs kaufen heute das Modell Lumen und lassen das Datum leuchten.

Foto: Presse

Greubel Forsey: Art Piece No.1 von Willard Wigan

Der britische Künstler Willard Wigan baut seine Skulpturen in einer Größe, die kaum für das bloße Auge zu erkennen sind: Sie passen in ein Nadelöhr und werden mit Mikroskop verkauft. Für den Schweizer Uhrenhersteller fertigt er Skulpturen nach Vorgaben des Käufers an, die dieser dann durch die Lupe in der Krone betrachten kann. Je nach Art der Skulptur etwa 4.000.000 Euro

Foto: Presse

Greubel Forsey: Art Piece No.1 von Willard Wigan

Foto: Presse

Louis Vuitton: Tambour Bijou Secret

Jemanden einzuwickeln bedeutet üblicherweise, jemanden zu umgarnen. Bei dieser Uhr ist das anders, sie soll den Damenarm dekorativ umschlingen, umwickeln. Und damit es noch mehr nach Schmuck als nach Uhr aussieht, ist das Zifferblatt verdeckt mit einer Platte. 4.100 Euro

Foto: Presse

Parmigiani: Transforma CBF

Sie sieht silbern aus, ist aber aus Rotgold, hängt an einer Kette, hat aber auch ein Armband und eine Fassung, damit man sie als Tischuhr verwenden kann. Die Transforma ist drei Uhren - und wird im Set mit zwei Werken angeboten. 56.900 Euro

Foto: Presse

Officine Panerai: Luminor Tuttonero

Die große Schwarze - und ihre Farbe behält sie auch, denn Gehäuse und Armband sind aus Keramik. Keine Beschichtung, die sich abtragen kann. 12.200 Euro

Foto: Presse

Patek Philippe: Ref. 5227 Calatrava

Das Geheimnis liegt hinten: Das Uhrwerk ist durch ein Saphirglas zu sehen, geschützt von einer Klappe - doch das Scharnier ist unsichtbar. Was bleibt, ist der Anblick einer schönen, schlichten Uhr. Preis noch unbekannt

Foto: Presse

Girard-Perregaux: Constant Escapement

Eine Feder verliert mit der Zeit ihre Spannung. Diese Uhr reguliert mit einem technisch neuen System die Kraft so, dass konstant der gleiche Druck die Räder bewegen soll, es entfällt die Ankerhemmung. Sie soll um 100.000 Euro kosten.

Foto: Presse

Bell & Ross: Heading Indicator

Doch, doch - sie zeigt die Zeit an und nicht nur, wohin das Flugzeug fliegt. Das Dreieck zeigt die Stunde, die Zahlenscheibe die Minuten, der kleinste Kreis in der Mitte die Sekunden. 4.200 Euro

Foto: Presse

Montblanc: Time Walker

Alles eine Frage der Sichtweise: Auf der Nordhalbkugel kommt diese Weltzeituhr zum Zuge. Montblanc hat auch eine für die südliche Hemisphäre, die allerdings teurer ist wegen des Stahlarmbands. Mit Lederarmband kosten
beide 3.790 Euro

Foto: Presse

Chronoswiss: Régulateur 30

Die in Deutschland von Gerd-Rüdiger Lang gegründete Marke wird 30 Jahre alt. Bekannt wurde sie auch durch die Régulateur-Uhren, diese hier zeigt die Stunde digital an, die Minute oben, unten dreht das Sekundenrad. In Rotgold kostet sie 13.800 Euro

Foto: Presse

Baume & Mercie: Linea
Das Spielkind im Manne macht's, dass ihm mit vielen Knöpfen Uhren schmackhaft gemacht werden können. Frauen hingegen sind eher mit Uhren zu gewinnen, die, wie die Linea, ein Armband haben, das sich leicht wechseln lässt und in Varianten angeboten wird, die zu unterschiedlicher Kleidung passen. 1.650 Euro, Armbänder zwischen 98 (Leder) und 440 Euro (Stahl)

Foto: Presse

Breitling: Transocean Chronograph
Reingefallen. Das ist gar keine Männeruhr. Mit 38 Millimeter Durchmesser will Breitling diese Uhr an die Dame bringen. Früher war das eine Herrenuhr. 5.590 Euro

Foto: Presse

IWC: Ingenieur Automatic Carbon Performance
Diese Uhr zeigt nicht auf den ersten Blick, woraus sie gemacht ist: aus gebackenen Fasern - gleichwohl ist Carbon für Auto- und Uhrenhersteller ein wunderbares Material, macht es doch alles leicht und stabil. 23.300 Euro

Foto: Presse

Dass europäische Uhren so gut zur Bestechung chinesischer Beamter geeignet waren, liegt neben deren Statusbewusstsein und Luxus-Streben insbesondere am Mangel vergleichbar guter Fabrikate aus ihrem Heimatland. Die chinesische Uhrenindustrie war lange Zeit für Plagiate europäischer Spitzenmarken und die sogenannten „China-Böller“ bekannt, Uhren mit wohlklingenden Namen, die Qualität aber nur vorspielen. Was in den Gehäusen von Newton & Sons oder Constantin Durmont tickt, hat aber längst nicht das Format Schweizer Uhrmacherkunst. Der Vertrieb dieser Marken läuft ausschließlich über Internetplattformen oder Homeshoppingsender. Insbesondere beim Onlineshopping zieht ein simpler Trick selbsternannte Schnäppchenjäger an: In der Produktbeschreibung wird eine unverbindliche Preisempfehlung genannt, die weit über dem aktuellen Verkaufspreis liegt. Dabei ist auch dieser, setzt man ihn in Verbindung zur Qualität des Produkts, unverhältnismäßig hoch.

Der Uhrmacher Ernst-August Kartenhaus zeigt im Gespräch mit der WirtschaftsWoche, was manch Uhr zur Kostenfalle macht.

Doch im Schatten dieser Vorurteile und dubiosen Verkaufsstrategien hat sich die Uhrenindustrie im Land der Mitte weiterentwickelt. Auch in China werden mittlerweile qualitativ hochwertige mechanische Armbanduhren produziert - mit hohen Komplikationen wie beispielsweise Tourbillons. Und das ist gar nicht so verwunderlich.

Die Omega Speedmaster Professional gilt als die erste Armbanduhr, die auf dem Mond war. US-Astronaut Buzz Aldrin hatte sie 1969 bei der Mondlandung am Handgelenk. Neil Armstrong, der den Mond bekanntlich vor Aldrin als Erster betrat, trug damals keine Uhr – er hatte seine als Ersatz in der Mondlandefähre zurückgelassen, nachdem dort der Bordchronometer kaputt gegangen war.

Foto: Omega

Es gibt weitaus teurere Uhren – doch eine Rolex gilt seit jeher als Inbegriff des Luxus. Ihr gutes Image hat sie mitunter einigen revolutionären technischen Neuheiten zu verdanken So war etwa die Rolex Submariner die erste Armbanduhr, die bis zu einer Tiefe von 100 Metern garantiert wasserdicht war. Und das schon im Jahr 1953.

Foto: WirtschaftsWoche

Sie war die Uhr der Achtziger: die Swatch. Mit wilden Farben und innovativem Design zu einem erschwinglichen Preis gehörte sie schon vor fast 30 Jahren ans Handgelenk jedes halbwegs hippen Jugendlichen. Sie ist aber nicht nur bunt, sondern auch von Bedeutung: Der Swatch wird nicht weniger als die Rettung der Schweizer Uhrenindustrie vor der japanischen Konkurrenz zugeschrieben.

Foto: WirtschaftsWoche

Die TAG Heuer Monaco war 1969 die erste Uhr mit einem quadratischen wasserdichten Gehäuse und zugleich der erste Automatik-Chronograph. Berühmt wurde sie im Jahr 1970 durch ihren Kinoauftritt an der Seite – pardon, am Handgelenk – von Hollywood-Legende Steve McQueen im Motorsport-Film „Le Mans“.

Foto: WirtschaftsWoche

Das Modell LANGE  1 stellt für die Uhrmacherdynastie A. Lange & Söhne die erste Uhr der Neuzeit dar. Nach dem zweiten Weltkrieg war die Firma aus Glashütte enteignet worden. Erst nach der Wiedervereinigung nahm sie den Betrieb wieder auf. Die LANGE 1 - ein Zeitzeuge deutscher Geschichte.

Foto: WirtschaftsWoche

Die teuerste Uhr der Welt ist kaum auszumachen. Immer wieder gibt es einen US-Rapper oder einen russischen Oligarchen, der seine Uhr mit Brillanten oder Smaragden besetzten lässt - die Kosten solcher individuellen Verschönerungsaktionen werden nur selten publik. Als eine der teureren Uhren gilt aber sicherlich die RM 056 Felipe Massa Sapphire von Richard Mille, deren Gehäuse komplett aus Saphirglas besteht. Sie soll knapp 1,5 Millionen Euro kosten.

Foto: WirtschaftsWoche

Das aus dem Jahr 1931 stammende Wende-Design der Jaeger-LeCoultre Reverso ist nicht nur schön, sondern auch funktionell: Die Uhr kann aus dem Gehäuse gleiten, um sich vollständig zu drehen und so die Vorderseite zu schützen. Dank dieser Wendetechnik konnten britische Offiziere wieder Polo spielen, ohne sich nachher über eine verschmutzte oder ramponierte Uhr zu ärgern.

Foto: WirtschaftsWoche,

Die Panerai Radiomir wurde in den 1930er-Jahren ausschließlich von einer italienischen Kampfschwimmertruppe getragen. Die italienische Marine hatte sie als robuste Taucheruhr in Auftrag gegeben. In ihrem Inneren tickt ein Rolex-Werk. Nur 350 Stück sollen angefertigt worden sein. Das im Bild gezeigte Modell ist eine Neuauflage des Klassikers.

Foto: Pressebild

Die Key of Time von Hublot stellt ihren Besitzer vor eine ungewöhnliche Wahl: Sie lässt ihn entscheiden, wie schnell die Zeit vergehen soll. So verrinnt die Zeit bei entsprechender Einstellung viermal so schnell oder sie zieht sich um das Vierfache in die Länge. Ein exzentrisches Spielzeug mit einem ebenso exzentrischen Preis: Mehr als 210.000 Euro soll die Key of Time kosten.

Foto: Pressebild

Das Modell Hole in One von Jaermann & Stübi ist ein nettes Gimmick, das sich speziell an Golfer richtet: Die Uhr zählt in einem Extrafenster die Anzahl der Schläge des Spielers mit. Die Euros, die Jaermann & Stübi für die Uhr verlangt, sollte er aber besser selber zählen – es sind 9750.

Foto: Pressebild

Die Macher der 007-Filme waren schon immer Meister des Product Placement. So wurden auch die Uhren von James Bond immer gut in Szene gesetzt. So etwa die Seiko aus dem Film „Octopussy“, mit der Mister Bond nicht nur sein Leben retten, sondern auch per Kamerafunktion seine Libido pflegen konnte. Nein, meine Herren - diese Uhr erschien nie im Handel.

Foto: WirtschaftsWoche

Wie Sie sensible Uhren richtig pflegen
Es klingt banal, wird aber häufig vergessen: Eine mechanische Uhr geht am besten, wenn sie geht. Sie sollte also regelmäßig aufzogen werden, statt im Tresor zu liegen. Das liegt an den Fetten, die die Uhrwerke schmieren. Werden die mechanischen Teile nicht bewegt, verharzen sie. Materialien wie Silizium könnten die Fette in Zukunft verzichtbar machen. Selten getragene Automatik-Uhren profitieren von einem mechanischen Uhrenbeweger, der die Uhr rotieren lässt. Vorsicht bei Quarzuhren: Auch in edlen Marken stecken Batterien, die bei Lagerung auslaufen und die Uhr ruinieren können. Also vorher die Batterie entfernen.
Wasserdichtigkeit wird in Deutschland mit der DIN 8310 (DIN 8306 bei Taucheruhren) geprüft. 90 Sekunden bei 20 Meter Tiefe oder 30 Minuten auf einem Meter müssen die Dichtungen aushalten – vorausgesetzt, die Uhr wird stillgehalten. Bewegt sich ihr Träger aber im Wasser, kann der Druck steigen. Auch die Angabe „Wasserdicht bis 5 ATM“, was einer Tiefe von 50 Metern entspricht, ist irreführend. Wer sichergehen will, nutzt besser eine Taucheruhr und lässt die Dichtungen regelmäßig wechseln.
Schon der Impuls, der beim Golfschlag auf die Uhr einwirkt, kann die feinen Rädchen auf die Dauer über Gebühr belasten. Zudem sollten Uhren nicht in der Nähe von Magnetfeldern wie bei Telefonen oder Lautsprechern gelagert werden.

Viele Teile der deutschen oder schweizerischen Luxusfabrikate werden seit langem in China gefertigt. Für das begehrte Siegel „Swiss Made“, das hochwertige Schweizer Armbanduhren ziert, müssen nämlich zum Beispiel lediglich beim Uhrwerk „die Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation mindestens 50 Prozent des Wertes ausmachen“. Das nötige Know-how für die Fertigung hochwertiger Uhren ist in China also längst vorhanden.

Gleichzeitig sind viele Patentrechte für schweizerische Uhrwerke in den letzten Jahren ausgelaufen. Dies ermöglicht es nun auch chinesischen Fabrikanten, wie FIYTA, Sea Gull oder EBOHR, hochwertige mechanische Werke in ihre Armbanduhren einzubauen, was den entscheidenden Makel der früheren Produktionen wettmacht.

Den Bekanntheitsgrad unter potenziellen deutschen Käufern hat das aber nicht gesteigert. Uhrmachermeister Thomas Deckert aus Düsseldorf, der seit 2005 im Familienbetrieb tätig ist, kann nur von Fälschungen Schweizer Marken berichten, die aus chinesischer Produktion stammen und bei ihm zur Reparatur abgegeben werden: „Da aber meistens die Reparaturkosten schon den Kaufpreis überschreiten, schrecken die meisten davor zurück.“

Neben der Qualität der chinesischen Uhren steigt auch der Einfluss chinesischer Investoren auf den internationalen Uhrenmarkt. Längst sind chinesische Marken Stammgäste auf der Baselworld, der wichtigsten Messe der Uhren- und Schmuckindustrie, die jährlich in der Schweizer Metropole stattfindet. Seit einigen Jahren sind dort auch Schweizer Marken unter chinesischer Führung anzutreffen.

Seit 2011 gehört die 1856 gegründete Eterna Manufaktur aus Grenchen der China Haidian Holdings Limited - der erste Verkauf einer Schweizer Traditionsmanufaktur an einen Konzern aus China. Das Unternehmen hält mit den Marken EBOHR und Rossini bereits große Anteile am chinesischen Markt für Qualitätsuhren. Jetzt taste es sich in die internationalen Märkte vor. 2013 kauft Haidian die Schweizer  Edeluhrenmarke Corum  für umgerechnet 86 Millionen Franken.

Starke Glieder

Die Taschenuhr von Cartier zeigt Zeit und Datum auch den Erben noch korrekt an. Die müssen sie erst im Jahr 2100 neu stellen.

Preis: 595 000 Euro

Foto: Pressebild

Befreite Kreise

Ein Klassiker aufgefrischt: Die Kreise des Glashütter Erfolgsmodells überschneiden sich nicht mehr auf der Großen Lange 1.

Preis: 31 000 Euro

Foto: Pressebild

Nomen est omen

Big Bang Tutti Frutti Caviar heißt diese Uhr. Und mehr muss Mann nicht wissen, um zu begreifen, worum es der Beschenkten geht: Spaß am Arm.

Preis: 18 500 Euro

Foto: Wirtschaftswoche Print

Grey-Medley

Steingrau, Staubgrau, Betongrau – die ganze Palette. Loriot hätte sie wohl gemocht, die Montblanc GreyTech.

Preis: 10 999 Euro

Foto: Wirtschaftswoche Print

Brückenschlag

Ein Tourbillon ist mehr Zierde als Notwendigkeit. Schön, dass die Brücken der Girard Perregaux Laureato den Blick darauf nicht versperren.

Preis: 176 000 Euro

Foto: Wirtschaftswoche Print

Sind wir im Jahr des...

Hasen, Drachen oder Affen? Die Calendrier Chinois von Blancpain verrät es oben in dem Fenster. Und alle anderen Infos des chinesischen Kalenders. Eine Übersetzungshilfe wird mitgeliefert.

Preis: 63 980 Euro in Platin, 48 370 Euro in Rotgold

Foto: Pressebild

Keine Fragen mehr

Mit Patek Philippes Ref. 5940 parieren Sie Fragen nach Uhrzeit, Tag, Monat, Schaltjahr. Und danach, ob es Tag oder Nacht ist – anhand der 24-Stunden-Anzeige. Ohne Einstellen bis zum Jahr 2100.

Preis: 68 870 Euro

Foto: Pressebild

It’s hip to be square

Auch kleine Diamanten machen Wert. Wie bei Vacheron Constantins Lady Malte.

Preis: 16 700 Euro

Foto: Pressebild

Gekreuzte Kreise

Die Schweizer Marke Jaquet Droz fand Gefallen an viel Weißraum auf dem Zifferblatt. Und erlaubt Schnittmengen bei Minuten und Stunden.

Preis: 16 200 Euro

Foto: Pressebild

Die Schlaghose für den Arm

Licht aus, Spot an. Große Kragen herausgekramt und die Haare wachsen lassen. Das passt zum Revival der Siebzigerjahre, wie es die Tissot Heritage feiert.

Preis: 565 Euro

Foto: Pressebild

Up to Date

Alles, was man wissen muss übers Datum, wenn man sich gerade noch Monat und Jahr merken kann: Datum, Wochentag, Zeit. Außerdem sind Brauntöne mit Gold derzeit ganz aktuell.

Preis: 1440 Euro

Foto: Pressebild

Schöne Spielerei

Die Stunden- und Minutenzeiger drehen sich um die eigene Achse. Der lange, blaue Zeiger zeigt die Stunde, der kurze die Minute. Es ist also 13:52 auf dem Zifferblatt. Unkonventionelle Lösung von Harry Winston für die Opus 12.

Preis: 218 800 Euro

Foto: Pressebild

Ganz schön Blau

Mit 40 Millimeter Durchmesser macht die Zürich Blaugold von Nomos am Arm nicht auf falsche Bescheidenheit.

Preis: 2960 Euro

Foto: Pressebild

Ein wenig Blau

Selten sieht so wenig Uhr so verlockend aus wie bei Officine Panerais Radiomir 3 Days.

Preis: 6500 Euro

Foto: Pressebild

Klassik in rot

Das Modell Reverso von Jaeger-LeCoultre basiert auf einer Variante von 1932. Wem’s zu bunt wird, dreht die Uhr dank Klappmechanismus um.

Preis: 7100 Euro

Foto: Pressebild

Fertig entwickelt

Die L.U.C. 8HF von Chopard in zeitlosem Design, innovativem 8-Hertz-Antrieb und bereits serienreif.

Preis: 15.000 Euro

Foto: Pressebild

Sportliche Erscheinung

Die TAG Heuer Mikrogrider 2 ist ein Prototyp und kann 10.000stel-Sekunden messen.

Preis: noch nicht erhältlich

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Tempomacher

Die Breguet Classique Chronometre 7727 tickt mit 72.000 Halbschwingungen.

Preis: k.a.

Foto: Pressebild

Dass große Konzerne kleine Manufakturen schlucken, ist keine neue Entwicklung in der Uhrenindustrie. Bekannte Beispiele hierfür sind die Riesenkonzerne Swatch oder auch LVMH. Nach der Krise, die die Industrie in den 1980er Jahren erlebte, setzte ein regelrechter Ausverkauf von selbstständigen Manufakturen an große Konzerne ein. Eine mögliche Gefahr besteht jedoch in einem Technologietransfer nach China. Nach dem Abschöpfen des Knowhows könnte dann eine Zerlegung der Traditionsmanufakturen von innen einsetzen.

Chinesische Luxusuhren sind zu tatsächlichen Qualitätsprodukten gereift. Fraglich ist jedoch, ob sie eine ernstzunehmende Konkurrenz für schweizerische und deutsche Uhren des Hochklassen- oder Luxussegments darstellen können. Bieten die chinesischen Produkte eine tatsächliche Alternative? Oder bedienen sie andere Märkte und Interessen?

Klaus Heine, der als Luxury-Marketing-Professor an einer französischen Business School in China tätig ist, weiß, dass chinesische Uhrenhersteller bisher vor allem auf dem heimischen Markt ihre Gewinne erwirtschaften.  Die junge Generation der „kleinen Kaiser“ hat sich von der Bevorzugung westlicher Produkte abgewandt und setzt ganz patriotisch auf Luxus mit chinesischer Tradition. „Die chinesischen Uhrenhersteller sind noch keine ernstzunehmenden Konkurrenten auf dem globalen Luxusmarkt, aber sie sind zunehmend ernstzunehmende Wettbewerber in China und haben auch international durchaus Potenzial“, schätzt Heine die Lage ein.

Um in der Heimat optimal erfolgreich zu sein, brauchen Produzenten wie Sea Gull oder EBOHR den Erfolg auf dem internationalen Parkett. Die globale Bekanntheit und Wertschätzung verändert auch die Wahrnehmung im Land der Mitte. Das befeuert Expansionstendenzen und treibt den Wettbewerb an. Sowohl in China, als auch in Europa.

Die vorhandene Qualität lässt sich den chinesischen Produkten seit längerem nicht mehr absprechen. Aber halten sie einem Vergleich mit Schweizer oder deutscher Ware stand? Eine Luxusuhr aus den Manufakturen des Jura oder Glashütte entsteht in akribischer Kleinstarbeit, die auf einem komplexen System verschiedenster Arbeitsschritte (auch „parties brisées“ genannt) basiert, kann einen Preis von mehreren hundert bis tausend Euro eher rechtfertigen, als eine chinesische Uhr einen von einigen hundert, die aus einer Fabrik stammt, die in Massenproduktion bis zu 200.000 Uhren jährlich herstellt.  Zum Vergleich: die deutsche Luxusmarke A. Lange & Söhne hat eine Jahresproduktion von etwa 5.000 Stück.

Patrick Mönnig, Geschäftsleiter von Blome Uhren in Düsseldorf, geht sogar noch ein Stück weiter: „Die chinesische Massenware ist nicht mit den in Handarbeit entstandenen Armbanduhren zu vergleichen.“ Gerade der hohe Aufwand und die akribische Genauigkeit der Fertigung hat der mitteleuropäischen Uhrenindustrie die enorme Reputation eingebracht, die ihre Produkte so begehrt macht. „Die Mischung aus Tradition, Passion und der Liebe zum Detail macht diese Uhren so beliebt“, sagt Mönnig. Sie haben auch zur Bedeutung von Rolex oder TAG Heuer als Statussymbol beigetragen.

Eine Armbanduhr kann Image spenden und Identität stiften. Diesen Vorteil haben sich Uhren aus Mitteleuropa gegenüber denen aus chinesischer Produktion erhalten und er wird auch noch weiterhin bestehen bleiben. Noch stellt nur die chinesische Fälschungsindustrie eine akute Gefahr für deutsche und schweizerische Produzenten dar. In Zukunft und wenn man die Zunahme chinesischer Investitionen auf dem Uhrenmarkt betrachtet, wird sich dies womöglich ändern. Mönnig sieht das ähnlich: „Man muss die Entwicklung beobachten. Tradition muss wachsen, in zehn bis 15 Jahren stellt sich die Situation womöglich anders dar.“

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