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WeltwirtschaftsforumDie Weltretter von Davos

Bescheidenheit ist nicht die Stärke des Weltwirtschaftsforums. Die Wichtigen aus Politik und Wirtschaft wollen nicht weniger, als die Erde besser, gerechter und weiblicher zu machen – und scheitern manches Mal an alltäglichen Problemen.Roland Tichy, Tim Rahmann 26.01.2014 - 09:48 Uhr

"Europa muss weiter zusammenwachsen"

Die Euro-Krise ist noch längst nicht ausgestanden, sagt US-Ökonom Kenneth Rogoff. Die Staaten müssten mehr für den Schuldenabbau tun - und Europa muss "weiter zusammenwachsen". "Die Union muss verwirklicht werden, inklusive einer gemeinsamen Fiskalpolitik und einer gemeinsamen Haftung", so Rogoff beim Weltwirtschaftsforum 2014 in Davos.

Foto: AP

"Die Euro-Krise ist noch längst nicht vorbei"

Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber sieht in den Erholungstendenzen in Südeuropa keinen Grund, "um ekstatisch zu werden". Zu vieles liege noch im Argen. Die Krise sei längst nicht überwunden.

Foto: dpa

"Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen"

Japans Regierungschef Shinzo Abe kritisiert, dass die heimische Wirtschaft zu sehr von Männern geprägt sei. Er will gegenlenken. "Bis 2020 sollen 30 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt werden", hat er sich zum Ziel genommen.

Foto: dpa

Angela Merkel

"Haushaltskonsolidierung und wirtschaftliches Wachstum sind die zwei Seiten einer Medaille."

Foto: dpa

Jim Yong Kim, Präsident der Weltbank

"Im schlimmsten Klimaszenario werden meine Kinder in einer Welt ohne Korallenriffe, dafür mit versauerten Ozeanen und Kriegen um Wasser, leben."

Foto: REUTERS

Christine Lagarde

"Verlasse das Büro um 17.30 Uhr, nimm dir den Mittwochnachmittag frei und fülle deinen Stundenzettel nicht aus… Wage den Unterschied und befreie dich."

Foto: REUTERS

Drew Faust, Präsidentin der Harvard-Universität

"Ich bin nicht die Frau als Harvard-Präsidentin. Ich bin die Präsidentin der Harvard-Universität."

Foto: REUTERS

Paul Kagame, Präsident von Ruanda

"Afikas Geschichte wird von anderen geschrieben; wir müssen uns unsere Probleme eingestehen, Lösungen angehen und unsere eigene Geschichte schreiben."

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Ahmet Davutoglou, Außenminister der Republik Türkei

"Die alten Regime werden nicht zurückkommen…Wenn es einen heiligen Ausdruck des arabischen Frühlings gibt, ist es Würde. Und die Demokratie ist die beste Antwort für die Suche nach Würde."

Foto: Gemeinfrei

David Cameron

"Wenn es eine einheitliche Währung gibt, bewegt man sich unaufhaltsam auf eine Banken-Union und eine Art Steuer-Union zu, und das hat große Auswirkungen für Länder wie das Vereinigte Königreich, die nicht dem Euro angehören - und offen gesagt auch niemals bereit sind, beizutreten."

Foto: dpa

Ban Ki-moon

"Als Junge habe ich im Schmutz gelernt, es gab keinen Klassenraum. Bildung hat mich zu dem gemacht was ich bin, sie hat meinen Traum wahr werden lassen. Diese Nachricht habe ich Flüchtlingskindern mitgegeben: Verliert euren Glauben nicht, lernt fleißig. Ich habe es getan, ihr könnt es auch."

Foto: dpa

George Soros

"Der Rest der Welt glaubt an geldpolitische Lockerungen"

Foto: dapd

Tim Berners-Lee, Begründer des World Wide Web

"Für mich ist ein Hacker eine kreative Person, die wundervolle Dinge tut."

Foto: AP

Barry Eichengreen, Wirtschaftshistoriker

"Ohne das Geld der Deutschen geht es nicht"

Foto: Creative Commons-Lizenz

Königing Rania von Jordanien

"Gute Lehrer lehren. Großartige Lehrer helfen dabei sich zu entwickeln."

Foto: dapd

Der monströse mediale Zirkus des Weltwirtschaftsforums in Davos geht zu Ende. Die Partyzelte werden abgebaut, ein paar Tage lang fliegen aus dem Hochtal noch die Lastenhubschrauber die großen Zusammensteck-Elemente hinaus, die nicht über die kurvige Bergstraße abtransportiert werden. Die Präsidenten und Wirtschaftsführer, die zahlreichen Vertreter der globalen Weltverbesserungsgruppen und -Stiftungen, die klugen Köpfe der Universitäten und Thinktanks, die Journalisten, Lobbyisten, die Vorzeige-Buddhisten und Bestsellerautoren, Nobelpreisträger, Visionäre, Spinner, Kapitalisten und Antikapitalisten, Feministinnen, Visagisten, Garderobefrauen und Kellner fahren nach Hause. Ist jetzt die Welt irgendwie besser geworden? Klaus Engel, der Vorstandschef des Chemiekonzerns Evonik hat daran so seine Zweifel, jedes Jahr aus Neue und für sich nachgerechnet: 15 Mal allein am Mittwoch musste er durch eine Sicherheitsschleuse in einem zugigen Zelt; 15 Mal die Taschen leeren, das Handy auspacken, sich befingern lassen, dann 15 Mal die Schlange durchstehen an der ebenso zugigen und immer überfüllten Garderobe mit schwerer Wintergarderobe: Da stellt sich schon die Sinnfrage.

Darüber diskutiert Davos
Das besonders stark gesicherte Treffen unter dem Motto „Vertrauen schaffen“ war überschattet von Kriegsangst und Terrorbedrohung. 2004: Unter dem Motto „Zusammenschließen für Sicherheit und Wachstum“ stand die Kooperation der USA mit Europa in Wirtschafts- und Sicherheitsfragen im Mittelpunkt.
Themen wie internationale Krisenherde, Fragen des Welthandels und Umweltschutz wurden unter dem Motto „Verantwortung für schwierige Entscheidungen übernehmen“ zusammengefasst.
Die Teilnehmer sprachen unter dem Motto „Der kreative Imperativ“ vor allem über die aufstrebenden Volkswirtschaften von China und Indien, die Arbeitslosigkeit und Energiefragen.
Ein Hauptthema waren die Folgen des Klimawandels für die Umwelt und damit auch für die Wirtschaft. Das Motto: „Veränderungen im globalen Machtgefüge mitgestalten“.
Die Finanzkrise mit Turbulenzen an den internationalen Börsen war ein beherrschendes Thema des Treffens mit dem Motto „Die Kraft gemeinschaftlicher Innovationen“.
Das Forum mit dem Motto „Die Welt für die Zeit nach der Krise gestalten“ endete ohne konkrete Lösungsvorschläge für die globale Wirtschafts- und Finanzkrise.
Unter dem Motto „Den Zustand der Welt verbessern: überdenken, umgestalten, erneuern“ sahen mehrere Redner die Verantwortung für die Finanzkrise bei den Banken.
Hohe Schuldenberge, teure Rohstoffe, die Euro-Krise und Risiken beim Boom in China und Indien waren Themen unter dem Motto: „Gemeinsame Normen für eine neue Realität“.
Unter dem Motto „Die große Transformation - neue Modelle gestalten“ ging es unter anderem um die Euro-Krise, die Demokratiebewegungen in der Arabischen Welt und explodierende Nahrungsmittelpreise. 2013: Wege aus der Krise und der aktuelle Streit um ein vom britischen Premierminister David Cameron angekündigtes Referendum über den Austritt seines Landes aus der EU bestimmen die Diskussionen.
Der 2013-Gipfel stand einmal mehr im Zeichen der Euro-Krise. Die Regierungschefs von Italien und den Niederlanden, Mario Monti und Mark Rutte, EZB-Präsident Mario Draghi und IWF-Chefin Christine Lagarde – aber auch Deutschland-Kritiker wie Ökonom Joseph Stiglitz und Börsen-Guru George Soros (am Samstag) streiteten neben der Bundeskanzlerin über Ursachen und Auswege aus der Schuldenkrise.Darüber hinaus wurde vor allem über Russland, die Globalisierung und Protektionismus gesprochen. Das offizielle Motto des 43. Weltwirtschaftsforums heißt sehr offen formuliert "Resilient Dynamism" (Widerstandsfähige Dynamik).
Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt nimmt in der kommenden Woche wieder ein Präsident des Iran am Treffen der politischen und wirtschaftlichen Weltelite in Davos teil. Von Präsident Hassan Ruhani werden beim Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums Aussagen zum Atomprogramm sowie Werbung für Investitionen im Iran erwartet. Die Beratungen stehen unter dem Motto „Die Neugestaltung der Welt: Konsequenzen für Gesellschaft, Politik und Wirtschaft“. Insgesamt werden rund 2500 Teilnehmer aus fast 100 Ländern erwartet.

Nicht immer hat man das Glück, das vor einem ausgerechnet Marissa Mayer von Yahoo die Bergstiefel in High Heels wechselt und eine männliche Stützschulter gern in
Anspruch nimmt, was eine temporäre Nähe zu dem kühlen blonden Star ermöglicht und mich zum Wissenden am Abend bei der Bar-Abhängfrage: Fällt der Yahoo-Kurs, weil
MM schwanger ist? Wenn alle mächtig und wichtig und viele davon gleichzeitig da sind, stehen auch alle Mächtigen und Wichtigen in der Warteschlange und sind gleich wie im
Schlafsaal der Jugendherberge, Klatsch und Essen sind auch nicht besser, nur teurer: ein Sandwich und ein Wasser für 41 Euro, und das bei sechsstelliger Teilnehmergebühr. Mal ist es viel zu kalt, mal andersherum, weswegen Wolfgang Schäuble sich vielmals entschuldigt für sein langanhaltendes und häufiges Gähnen.

Über Stunden empfing Wolfgang Schäuble Journalisten.

Foto: dpa

Platz 10: Großbritannien

Für die Insel ging es im Vergleich zum Vorjahr zwei Ränge abwärts. Großbritannien offenbart in mehreren Kategorien Schwächen, besonders was das gesamtwirtschaftliche Umfeld und die Finanzmärkte angeht. Das Land profitiert aber von seiner starken Arbeitsmarkteffizienz.

Quelle: "Global Competitiveness Index" des World Economic Forum

Foto: REUTERS

Platz 9: Japan

Japan steigt im Vergleich zum Vorjahresranking um einen Platz auf. Die Punkte in den einzelnen Bewertungspositionen des Index blieben nahezu unverändert. Besonders in Sachen Innovationen ist das Land gut dabei: Japan hat die weltweit vierthöchste Anzahl von Patentanträgen pro Kopf.

Foto: REUTERS

Platz 8: Niederlande

Noch im Vorjahr konnten sich die Niederlande um zwei Plätze auf Position fünf verbessern - nun ging es wieder um drei Plätze nach unten. Geschuldet ist der Abwärtstrend geschwächten Finanzmärkten und Sorgen um die Stabilität des Bankensystems. Nichtsdestotrotz haben die Niederlande eine sehr produktive Volkswirtschaft mit gut entwickelten und innovativen Unternehmen.

Foto: AP

Platz 7: Hongkong

Für Hong Kong ging es im Vorjahresvergleich um zwei Plätze nach oben, dank einer anhaltend starken Leistung. Die Wettbewerbsfähigkeit der Sonderverwaltungszone Hongkong zeugt vor allem von einem guten Abschneiden in vielen Kategorien, hervorzuheben ist die gute Infrastruktur und die hohe Effizienz, Stabilität und Vertrauenswürdigkeit der dortigen Finanzmärkte. In Sachen Bildung und Innovationen hat Hong Kong jedoch noch deutlichen Nachholbedarf (aktuell belegt es die Plätze 22 und 23), wenn es sich weiter verbessern will.

Foto: REUTERS

Platz 6: Schweden

Schweden gehört zwar weiter zur Spitzengruppe, fiel im Vergleich zum Vorjahr aber um zwei Plätze im Ranking. Wie die Schweiz legt Schweden viel Kraft in Innovationen. Obwohl die WEF-Bewertung leicht fiel - Schuld ist ein etwas schwächeres gesamtwirtschaftliches Umfeld - zählen Schwedens öffentliche Einrichtungen nach wie vor zur Spitzenklasse, mit einem hohen Maß an Effizienz, Vertrauenswürdigkeit und Transparenz.

Foto: dpa

Platz 5: USA

Die Wirtschaft der USA gehört laut WEF nach einem vierjährigen Abwärtstrend wieder zu den effektivsten der Welt und ist führend bei der Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen bis zur Marktreife. Im Wettbewerbsindex verbesserten sich die USA gegenüber 2012 um zwei Plätze auf Rang 5.

Foto: REUTERS

Platz 4: Deutschland

Deutschland ist überraschend um zwei Plätze nach oben geklettert. Im Vorjahr noch auf Rang sechs, hat sich die Bundesrepublik nun auf den vierten Platz vorgearbeitet. Die WEF-Experten bescheinigen Deutschland eine hohe Flexibilität und Innovationskraft seiner Wirtschaft sowie eine ausgezeichnete Infrastruktur. Gelobt wird in der Studie, dass deutsche Unternehmen im internationalen Vergleich viel für Forschung und Entwicklung ausgeben. Probleme habe Deutschland hingegen durch einen vergleichsweise unflexiblen Arbeitsmarkt.

Foto: dpa

Platz 3: Finnland

Wie im Vorjahr bekleidet Finnland den dritten Platz. Wie alle skandinavischen Nationen punktet auch Finnland mit außerordentlich transparenten Institutionen (hier ist es auf dem Spitzenplatz) und guter Schulbildung. Seine privaten Kreditanstalten zählen zu den am besten geführten und ethisch verantwortungsvollsten in der Welt. Finnland ist damit die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Eurozone.

Foto: AP

Platz 2: Singapur

Ähnlich wie der Sieger des Rankings kann auch Singapur durch die Bank überzeugen. Das Land behauptet den zweiten Rang schon das dritte Jahr in Folge. Die Volkswirtschaft rangiert als einzige in sieben der zwölf Kategorien des Index unter den Top 3. Singapur dominiert bei der Konsumgütermarkteffizienz und der Arbeitsmarkteffizienz.

Foto: dpa

Platz 1: Schweiz

Wie im Vorjahr und nunmehr im fünften Jahr in Folge konnte die Schweiz die Spitzenposition behaupten. Ihre Stärke: Eine sehr gute Punktzahl in fast allen zwölf Kategorien. Besonders gut schneiden die Eidgenossen bei den Innovationen und der Arbeitsmarkteffizienz ab.

Zur gesamten Landkarte der Wettbewerbsfähigkeit im "Global Competitiveness Report" geht es >>hier.

Foto: dpa

Seit Stunden empfängt er im 30-Minutentakt Journalisten und Finanzmanager, und in dem engen fensterlosen Kabuff herrscht seit zwei Tage Mangel genau an dem, wofür der Lungen-Kurort berühmt wurde: Sauerstoff. Davos, seine gedrängte Enge und notorische Überfüllung, das WEF von innen ist weit weniger glamourös als von außen. Klar gibt es am Abend rauschende Partys, bei denen sich nüchterne Unternehmensberater für ein paar Stunden psychedelisch geben mit blinkenden Anhängern und Neonbrillen. Und klar, tags wird in Interviews beklagt, dass nur 15 Prozent Frauen unter den »worldLeadern« sind, was die indische Feministin Kavita Ramdas die Frage nach der Definition von Leadership
Fragen stellen lässt: Wie definiert und selektiert den WEF-Organisator Klaus Schwab die Mächtigen und die Klugen? Wenn lädt der moderne König Arthur an seine Tafelrunde, wie viel Männer und Frauen? Am Abend jedenfalls ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen zugunsten ungewöhnlich schöner, junger und kluger Frauen die von irgendwoher auftauchen; irgendwie funktioniert das mit Frauen und Macht weiterhin nach einem uralten Muster. Was natürlich Moira Forbes, die junge Erbin des alten Verlagsimperiums auf ihrem jährlichen Davos-Treffen mit den mächtigsten 100 Frauen zurückweist. Frauen müssten sich eben klare Ziele setzen, fordert sie. Aber bessert sich so die Welt?

Vermutlich am wenigsten da, wo die Weltverbesserer sitzen. Matt Damon möchte über für den Zugang zu sauberem Wasser in der Dritten Welt sprechen. Der Andrang zu seinen Veranstaltungen ist groß – doch den meisten geht es nicht darum, über Hygiene, Brunnen und Klärwerke zu sprechen, sondern ein Schnappschuss mit dem iPad oder iPhone von dem Hollywoodstar zu machen. Die vermeintliche Elite wird zu Groupies. Auch Bill Gates ist da, der seine Microsoft-Milliarden jetzt für Entwicklungshilfe ausgibt; es sind viele und die Wirkung vor Ort ist messbar, seine Projekte effizienter als die staatlicher Entwicklungshelfer. Aber neben ihm sitzt der Spekulant George Soros, und an ihm wird die Fragwürdigkeit deutlich: An vielen Runden von Davos nehmen Abgesandte der vielen von Soros finanzierten Thinktanks Teil.

„Die Vorstellung, dass wir in Europa ein Liquiditätsproblem haben, ist komplett falsch“

Im August 2011 malte der Draghi-Vorgänger, Ex-EZB-Chef Jean-Claude Trichet, die Lage schön. Denn wahr ist: Sowohl auf staatlicher Seite, als auch im Bankensektor fehlt es vielerorts an liquiden Mitteln.

Foto: dpa

„Die Rettungsschirme laufen aus. Das haben wir klar vereinbart“

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble versicherte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Juli 2010, dass die Rettungsschirme nicht von Dauer sein werden. Inzwischen ist klar: Der Euro-Rettungsschirm EFSF wird zwar abgelöst, aber ersetzt durch den permanenten Rettungsschirm ESM.

Foto: dpa

„Wir werden jeden Cent zurückzahlen. Deutschland bekommt sein Geld zurück - und zwar mit hohen Zinsen“

Griechenlands Ex-Regierungschef Giorgios Papandreou betonte im März 2011, dass sein Land nicht dauerhaft alimentiert werden braucht. Bei den Rettungspaketen handele es sich lediglich um Kredite, die das Land mit hohen Zinsen zurückzahlen werde. Doch: Wenige Monate später brauchte Griechenland einen Schuldenschnitt. Der betraf zwar zunächst nur private Gläubiger. Allerdings: Mehrere Milliarden musste mit dem Schuldenschnitt auch die deutsche Hypo Real Estate abschreiben, die Griechenland-Anleihen im Wert von rund acht Milliarden Euro besaß. Durch die Verstaatlichung der Bank im Jahr 2009 trägt diese Lasten der deutsche Steuerzahler.

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„Wenn Griechenland pleitegehen würde, wäre das schlimmer als Hypo Real Estate und Lehman Brothers zusammen“

Wolfgang Schäuble warnte bei einem Treffen der Unionsfraktion vor den unkontrollierbare Folgen einer Griechenland-Pleite. Doch nach dem Schuldenschnitt für Athen blieben die Horror-Szenarien aus. Ansteckungseffekte auf Portugal oder Spanien gab es nicht.

Foto: dapd

„Ich bin fest davon überzeugt, dass Griechenland diese Hilfe nie wird in Anspruch nehmen müssen, weil das griechische Konsolidierungsprogramm in höchstem Maße glaubwürdig ist“

Der Chef der Eurogruppe Jean-Claude Juncker war sich noch im März 2010 sicher, dass Griechenland die Wende schaffen würde und nannte die Sparvorhaben der griechischen Regierung „in höchstem Maße glaubwürdig“. Schon längst mussten die europäischen Geldgeber feststellen, dass die Politiker in Athen ihren Worten nur sehr spärlich Taten haben folgen lassen. Der Internationale Währungsfonds droht bereits, seine Hilfen einzustellen, wenn Griechenland nicht endlich seine Konsolidierungsversprechen einlöst.

Foto: dapd

„Wir können Zinsen nicht sozusagen künstlich herunterrechnen“

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte diesen Satz im März 2011. Dabei versuchte die EZB mit ihren Anleihekäufen seit 2010, die Märkte auszutricksen. Durch den Kauf von Schuldpapieren in Milliardenhöhe versucht die Zentralbank, die Renditen für die Euro-Pleitekandidaten zu drücken. Kritiker sprechen von einer direkten Staatsfinanzierung, die der Notenbank verboten ist.

Foto: dapd

„Spanien wird sein Defizit-Ziel von 4,4 Prozent erreichen“

Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy beteuerte noch im Januar 2012, dass Griechenland die Maastricht-Kriterien nur um 1,4 Prozent reißen wird. Schon damals hielten Ökonomen dieses Ziel für unrealistisch. Heute wissen wir: Spanien wird dieses Jahr nach Schätzungen der EU-Kommission ein Haushaltsdefizit von mindestens 6,4 Prozent aufweisen. Im Juli musste das Land bereits Finanzhilfen für seinen maroden Bankensektor anfordern.

Foto: REUTERS

„Italien ist kein Risikoland“

EZB-Chef Mario Draghi erklärte am 15. Februar 2011, dass sein Heimatland stabil ist. Darstellungen, Italien sei ein Euro-Sorgenkind, seien falsch. Inzwischen ist der Zinsdruck auf Italien so hoch, dass der Notenbank-Präsident mit Anleihekäufen seinem Landsmann, Ministerpräsident Mario Monti, zur Seite springen muss.

Foto: dpa

Deutschland kann sein Veto einlegen, wenn die Voraussetzungen für Hilfen nicht gegeben sind – und davon werde ich Gebrauch machen“

Bundeskanzlerin Angela Merkel beschrieb im März 2011 die „strikten Auflagen“ unter denen ein Euro-Sorgenland Geld von den europäischen Partnern bekommen kann. Die Realität ist eine andere. Griechenland hat die Auflagen aus dem ersten Rettungspaket nicht erfüllt, wie die Troika festgestellt hat. Trotzdem bekam Griechenland per zweitem Rettungspaket neue Milliardenkredite.

Foto: dapd

„Dieses Geld wird eine große Zukunft haben“

Helmut Kohl, Bundeskanzler von 1982 bis 1998, prophezeite der Gemeinschaftswährung in seiner Rede zur Einführung des Euro 2001 eine rosige Zukunft. Die kann noch kommen, keine Frage. Aktuell gilt aber eher, dass der Euro die Ressentiments gegenüber Brüssel und den europäischen Nachbarn verstärkt haben. Gegenüber dem Dollar hat der Euro in den vergangenen Jahren an Wert verloren, die Währungen der Nicht-Euro-Länder (Schweiz, Schweden) haben massiv aufgewertet.

Foto: AP

Bulgarien

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat die Arbeitskosten aller 27 EU-Mitglieder untersucht. Dabei stießen die Forscher auf ein kräftiges Gefälle von mehr als 30 Euro zwischen den am schlechtesten und am besten bezahlten Arbeitnehmern der EU. Zu den Arbeitskosten zählt das IMK neben dem Bruttolohn die Arbeitgeberanteile an den Sozialbeiträgen, Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung sowie als Arbeitskosten geltende Steuern. Bulgarische Arbeitnehmer bilden mit einem Durchschnittsstundenlohn von 3,50 Euro das Schlusslicht.

Foto: dpa/dpaweb

Rumänien

Auch in Rumänien wird Arbeit vergleichsweise schlecht bezahlt. Während der durchschnittliche Stundenlohn in der EU im vergangenen Jahr 23,10 Euro und in der Euro-Zone 27,60 Euro betrug, bekamen rumänische Angestellte nur 4,50 Euro pro Stunde.

Foto: dapd

PIIGS-Staaten

In den Krisenstaaten der Eurozone, Irland, Italien, Spanien, Griechenland und Portugal, reichten die Arbeitskosten von zwölf Euro bis 26,80 Euro. Nicht ganz unschuldig an der Situation der Länder sei die deutsche Lohnpolitik, sagt IMK-Direktor Gustav Horn. Zwar sei Deutschland wegen der Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre ein Land mit hoher Wettbewerbsfähigkeit. „Die Kehrseite ist eine relativ schwache Entwicklung bei Löhnen und Binnennachfrage“, sagte Horn. Die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse setzten die Partner in der EU unter großen Druck. „Und das macht es so schwer, die Krise im Euroraum zu bewältigen.“

Foto: dapd

Deutschland

Mit 30,10 Euro je geleisteter Arbeitsstunde liegt Deutschland auf Platz sieben im Vergleich der 27 EU-Staaten. Das war der gleiche Rang wie 2010. Einen großen Unterschied gab es zwischen Industrie und Dienstleistungen: Im verarbeitenden Gewerbe lagen die Arbeitskosten je Stunde bei 34,30 Euro, im Dienstleistungsbereich lediglich bei 27,50 Euro. In keinem anderen europäischen Land sei der Unterschied derart groß, sagte Horn. Den Grund dafür sieht er in Niedriglohnjobs im Dienstleistungssektor, während in der Industrie noch häufig Tariflohn gezahlt werde.

Die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre in Deutschland hat laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung die Stabilität in der Eurozone belastet. Hohe deutsche Exportüberschüsse entständen „auf Pump, auf den Schulden der anderen Länder“, sagte Gustav Horn, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

Foto: dpa

Frankreich

Frankreich - ebenfalls ein wichtiger Handelspartner Deutschlands - liegt laut Studie mit durchschnittlich 34,20 Euro je Arbeitsstunde auf Platz vier im EU-weiten Vergleich.

Foto: gms

Dänemark

In Dänemark verdienen Angestellte im Schnitt 38,80 Euro pro Stunde. Das macht Platz drei im Ranking. In Luxemburg und den Niederlanden liegt der Stundenlohn dagegen bei 31,10 Euro.

Foto: dpa

Schweden

Wer in Schweden eine Stunde arbeitet, kann dafür mit einem Gehalt von 39,10 Euro rechnen.

Foto: ZB

Belgien

2011 sind die Löhne in allen EU- und Euro-Ländern zwar durchschnittlich um 2,7 Prozent gestiegen (Deutschland plus drei Prozent). Das meiste Geld verdienen aber die belgischen Arbeitnehmer. Sie bekommen im Schnitt 39,30 Euro pro Stunde.

Foto: gms

Nicht immer geht es dabei um Fortschritt, zu häufig drängt sich das Gefühl auf, dass hier Argumente vorgetragen werden, die nur Munition für Soros und seine milliardenschweren Spekulationsgeschäfte sind, mit denen er Länder und Währungen in die Knie zwingt und so Menschen ausplündert, denen er anschließend mittels Stipendien großmütig zu Hilfe eilt. Soros ist einer der Schattenmänner, der Financier vieler Strippenzieher. Davos ist auch der Ort der Einflüsterer und Spin-Doktoren, und das Gesamte Weltwirtschaftsforum eine Art globaler Bazar: Ideen, Sichtweisen, Konzepte werden ausgetauscht, be- und zerredet, präsentiert und diskutiert. Es ist ein Ort der Inszenierung und Selbstdarstellung vor einer Weltöffentlichkeit, die von hunderten Journalisten, TV-Stationen, Agenturen, elektronischer Streams und auf allen flackernden Kanälen der Social Media global transportiert wird. So entsteht ein globales Paradigma der Wahrnehmung aus der ständig redenden, plappernden, diskutierenden, Papiere produzierenden Menge überdurchschnittlich schlauer und meinungsstarker Menschen in den Sälen, Hotels und Vorräumen des verwinkelten Kongresszentrums. Sie sind Redner, Rezipienten und Multiplikatoren sowie Lautsprecher und Verstärker in einem. So entstehen Themen und Sichtweisen.

In diesem Jahr etwa staunte die Weltöffentlichkeit im Plenarsaal und dann an den Fernsehern über die Charmeoffensive der iranischen Mullahs, die lächelten statt so finster zu blicken wie noch vor einem Jahr. Dass sie inhaltlich wenig Neues verkündeten, registrierten fast nur die Israelis um Benjamin Netanyahu und Shimon Peres. Auch EZB-Präsident Mario Draghi („Die Euro-Zone ist stabil, die Zentralbank hält sich an die Gesetze“) und Japan gelang es eindrucksvoll, die Eindrücke zu vermitteln, die genehm sind. Nicht über die sich immer weiter auftürmenden Schulden Japans wird gesprochen, sondern über das Reformprogramm: Eine 30-Prozentquote für Frauen und mehr erneuerbare Energien, verspricht Präsident Shinzo Abe, und so etwas verschafft in der aktuellen Währungskrise erst mal Luft.

Denn längst präsentieren sich Länder wie man es sonst nur von Unternehmen vor Investoren kennt. Sie stellen ihre Vorzüge heraus, locken mit bunten Pavillons wie Indien Geldgeber, Versprechen über Aufkleber auf den Stadtbussen von Davos hohe Renditen wie Aserbeidschan oder demonstrieren ihren ungebrochen wachsenden Machtanspruch wie China, das seine Funktionäre mit erhobenem Zeigefinger durch die Hörsäle von Davos schickt und nach Jahrzehnten kolonialer Demütigung durch den Westen nun seinerseits Ratschläge erteilt: Also, solange Deutschland nicht endlich seine Gewerkschaften bändige werde das nichts mehr mit Wachstum.

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Für Henkel-Chef Kaspar Rorsted ist daher Davos „der beste Ausbildungsplatz weltweit“. Nirgendwo könne man in so kurzer Zeit so viele Entscheidungsträger treffen und sich nebenbei über die jeweiligen kontinentalen Machtverschiebungen schlau machen. Denn die Iranischen Machthaber reden ja nicht nur auf der Bühne. Dahinter und davor und danach finden die vielen Gespräche in immer neuen Zirkeln und Runden statt, in denen letztlich die Grundlage für die nächsten globalen Investitionsrunden gelegt werden. „Besuchen Sie unser Land, überzeugen Sie sich von den Chancen, die sich Ihnen hier bieten“, wirbt Rohani – als einer von Vielen.

Und so taktet nicht nur Rorsted seine Davoser Tage durch wie die Agenda einer Vorstandssitzung: Jeden Tag 20 Gespräche und am Abend ist ein Dinner oder eine Party für jeweils einen Halb-Kontinent dran: Freitag mit Gesprächspartnern aus den USA, Donnerstag Naher Osten, und am Mittwoch war es zu Beginn ein Treffen mit allen deutschen Bossen. Dazu lädt der Stahlindustrielle und frühere RWE-Chef Jürgen Grossmann ein, auch einer der legendären Davosianer. Seine Meeresfrüchtetafel in den Bergen ist berühmt, der Ingwerschnaps bringt Veronika Ferres zum Erstickungsanfall und seine Herzlichkeit die zerbrochene Deutschland AG wenigstens für einen Abend wieder ins Leben zurück. Soviel Dax wie Grossmann bringt sonst nicht einmal die Bundesregierung an einen Tisch. Wer hier nicht isst, ist nicht.

In früheren Jahren bat am Morgen nach dem Grossmann-Dinner der Bundeswirtschaftsminister zu Tisch. Unauffällig wurde da Wirtschaftspolitik koordiniert, erinnern sich Teilnehmer. Die neue Bundesregierung dagegen fremdelt noch mit Wirtschaft und Davos. Dabei war in den vergangenen Jahren Deutschland gefeiert worden als Wirtschaftsmotor und letzte verbliebene Gestaltungsmacht Europas. Heuer - Leerstelle. Die Bundeskanzlerin weilt lieber in Meseberg als in den Schweizer Bergen, sie schickt ihren Wirtschafts- und Entwicklungsminister. Die neue Bundesregierung wirkt, als ob sie sich selbst genügt und sich gleichzeitig peinlich ist und daher erst gar nicht mehr versucht, ihr Handeln zu erklären. Tatsächlich herrscht in der via Davos vermittelten Weltöffentlichkeit Kopfschütteln über die Rente mit 63 Jahren. Denn weltweit altert die Bevölkerung, und die deutsche Rente mit 67 galt als Beispiel für weitsichtige und nachhaltige Politik. Und jetzt zurück in die Vergangenheit?

300 Millionen Jugendliche sind weltweit arbeitslos, und immer wieder wurde die Frage gestellt, wieso das denn ausgerechnet in Deutschland anders ist. Jetzt Erstaunen über die
neue deutsche Rückkehr zum blockierten Arbeitsmarkt, indem mit Mindestlöhnen Jugendlichen den Zugang verweht wird. Und angesichts weltweit sinkender Energiepreise und einer ungeheuren Attraktionskraft der USA als neu-alter industrieller Standort mit preiswerten Energien globale Verblüffung über die ebenso hilflose wie halbherzige, globale Trends ignorierende Energiepolitik in Deutschland. Die Groko duckt sich zu Recht weg, sagt Dennis J. Snower vom Institut für Weltwirtschaft Kiel, denn Nabelschau, gestrige Konzepte und Wirklichkeitsverweigerung sind kein globaler Exportartikel. Der britische Premier David Cameron wirbt energisch dafür, dass Europa seine Chancen nicht verspielen möge. Mehr Flexibilität bringe Wachstum und Jobs, nicht immer mehr Gesetze und Vorschriften aus Brüssel. Das gelte insbesondere auch in der Energiepolitik. „Wir dürften nicht vorschnell, Fracking verteufeln. Lasst uns analysieren, wie groß die Chancen und Risiken sind“, fordert er.

Eher unwillig verteidigt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble den Kurs der Bundesregierung. In vier Jahren, sagt er, seien die heutigen Partner wieder Hauptkonkurrenten und politische Aktionen wie die gewaltige Umverteilung ohnehin selten nachhaltig. Nehmt es nicht zu Ernst, ist seine Botschaft. Schäuble, der alte Fahrensmann der Politik, hat Geduld. Hoffentlich die Weltwirtschaft auch.

Aber verbessert sich der Zustand der Welt durch diese Mechanismen der Meinungsbildung mit sofortiger medialer Umsetzung? Wer die Frage so stellt wie nach einem religiösen Erlösungsversprechen erhält ein Nein. Wie auch anders? Den einen roten Knopf, der alle Sorgen beseitigt, die eine, und dann bitte auch noch einfache Weltformel gibt es nicht. Aber darüber reden und voneinander lernen hilft schon und verbessert die Lage der Welt. Und wahrscheinlich ist das das eigentliche Geheimnis von Davos und der ständig wachsenden Teilnehmerschaft aus der nur schnatternden oder tatsächlich entscheidenden Elite der Welt: Diesen verletzlichen blauen Planeten nicht mehr nur aus einer Perspektive zu sehen, sondern aus vielen, auch widersprechenden; die eigenen Argumente zu messen und zu testenden anderen und sich verblüffen zu lassen über noch nie gehörte Ansätze in Forschung und Wissenschaft: das verbessert die Welt. Vielleicht kriegt WEF-Gründer Klaus Schwab ja doch noch den Friedensnobelpreis; der ging jedenfalls schon an Menschen mit weit geringerer Wirkung.

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