Das Geschäft mit den Leihwagen: Wie Sixt die Autobranche aufmischt
Sixt ist bekannt für seine Werbemotive. Doch nicht aus jeder frechen Idee wird eine Anzeigenkampagne. Dieses Motiv zum Beispiel wurde verworfen. Der Entwurf thematisiert den Rücktritt von Reinhard Grindel als DFB-Präsident. Grindel war Anfang April wegen der Annahme einer Luxus-Uhr von einem ukrainischen Oligarchen als Präsident des Deutschen Fußballbunds zurückgetreten, am 10. April gab er auch seine Ämter bei der Fifa und der Uefa ab. Eine hohe Schadenersatzzahlung wollte Sixt nicht riskieren – denn Grindel wehrt sich gegen die Korruptionsvorwürfe.
Foto: WirtschaftsWocheWegen des Motiv einer von einer Cabriofahrt zerzausten Angela Merkel gab es schon einmal Ärger für die Familie Sixt. Erich Sixt präsentierte sich im Februar 2019 vor dem Bild. Das Unternehmen testet seit längerem die Anmietung und Abholung von Mietautos per App.
Foto: dpaRücktritt? Oder nicht Rücktritt? Das Hin und Her um einen Rückzug Horst Seehofers als Bundesinnenminister im vergangenen Sommer war dem Autovermieter Sixt einen ironischen, aber schon fast zahmen Seitenhieb wert.
Foto: ScreenshotNach dem Wirbel um die Äußerungen des AfD-Vizes Alexander Gauland über den deutschen Fußballnationalspieler Jérôme Boateng ("Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.") im Sommer 2016 kommt Autovermieter Sixt gut eine Woche später mit einer humorvollen und passenden Werbung daher - für Umzugswagen.
Foto: ScreenshotDer Autovermieter nutzt das #Merkelmeme, dass nach dem G7-Gipfel durch die sozialen Netzwerke geisterte, für sich: Anlässlich der Hauptversammlung verspricht Sixt eine dicke Dividende. An der Behauptung entzündet sich Kritik: Im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs am 10. Juni 2015 zahlt Sixt eine Dividendenrendite von etwas über drei Prozent. Das ist ordentlich, aber im SDAX – dem Vergleichsindex, in dem der Wert notiert ist – gibt es andere Werte, die glänzen.
Foto: ScreenshotAuch, als im April 2015 zum siebten Mal der Bahnstreik die Republik lahm legte, war das Grund genug für Sixt, Claus Weselsky erneut zum Mitarbeiter des Monats zu ernennen.
Foto: ScreenshotZum neunten Mal kommt es im Mai 2015 im Tarifkonflikt zwischen Deutscher Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL zum Arbeitskampf. Auf Twitter kursiert ein Bild, das eine witzige Reaktion des Autovermieters Sixt darauf zeigt: Ein Miet-Lkw der aussieht, als ob er einen Bahn-Waggon an Bord hätte, zusammen mit dem Spruch: "Die Bahn kommt".
Foto: ScreenshotNachdem der EZB-Präsident Mario Draghi Anfang 2015 die Geldschleusen geöffnet hat und damit die Kritik vieler deutscher Ökonomen auf sich zog, zeigt auch Sixt sich einfallslos. „Lieber Herr Draghi, bei diesen Summen fällt selbst uns nix mehr ein!“ –allerdings stapelt der Autovermieter tief. Denn eingefallen ist ihm doch noch etwas...
Foto: Screenshot„Zwei Italiener, die schlaflose Nächte verursachen. (Einen davon gibt's günstig bei Sixt)“ – geschickt spielt Sixt mit der Angst der Deutschen um ihre Ersparnisse nach der EZB-Geldschwemme und der Vorliebe des ein oder anderen für schnelle Autos, in diesem Fall ein Maserati GranCabrio in sportlichem Rot. Der kostet neu immerhin rund 130.000 Euro, was gegen die Billionen, die die EZB in die Märkte spült, wie Kinkerlitzchen anmutet. Mieten kann man ihn sogar noch günstiger.
Foto: WirtschaftsWocheIm Zuge der GDL-Verhandlungen mit der Deutschen Bahn hat sich Sixt einen Slogan einfallen lassen, der aufhorchen lässt. Der Spruch "HDGDL" steht vermutlich nicht dafür, dass das Unternehmen den Streik der Lokführer unterstützt. Vielmehr scheint sich Sixt bei der GDL bedanken zu wollen. Statt sich auf die Deutsche Bahn zu verlassen, möchten viele Kunden nicht das Risiko von Verspätungen in Kauf nehmen und mieten stattdessen auch mal ein Auto.
Foto: WirtschaftsWocheAuf diesem Motiv aus dem Jahre 2009 ist die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zu sehen. Der Werbespruch "Versprochen: Nächstes miete ich bei Sixt" bezog sich auf die Kritik, ihren Dienstwagen in den Jahren 2004 bis 2008 im Urlaub genutzt zu haben.
Foto: dpaPleite ist er, der Roberto Blanco. Das stand schon im Juni groß in den Boulevard-Zeitungen. Im neuen Werbe-Film von Sixt macht der 77-Jährige aus seiner Not eine Tugend und schlägt gleich noch ein bisschen Geld raus. Im Video rappt er Zeilen wie “Roberto ist blanco, nix mehr auf der Banko” und macht Werbung für die Cabrio-Angebote des bekannten Autovermieters. Denn: "Ein bisschen spar'n muss sein" - zumindest wenn die Ex-Frau angeblich das ganze Geld hat.
Foto: ScreenshotWer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen. So findet sich denn auch auf der Facebook-Seite des Autovermieters dieser Tage eine Anspielung auf das Ende der ZDF-Unterhaltungsshow "Wetten, dass..?" mit den Worten: "Unsere Außenwette". Der Show-Klassiker soll im Dezember nach fast 34 Jahren Laufzeit eingestellt werden. Zuletzt wollten immer weniger Zuschauer die Sendung mit Moderator Markus Lanz sehen, der in die Fußstapfen des Entertainers Thomas Gottschalk getreten war.
Foto: Screenshot"Wir finden: Auch ohne macht er eine gute Figur" schreibt der Autovermieter auf Sixt und spielt darauf an, dass der US-Schauspieler Leonardo Di Capri bei der Oscar-Verleihung wieder leer ausgegangen ist. Er war schon mehrfach nominiert - das erste Mal 1994 als bester Nebendarsteller in "Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa". Nun für seine Rolle in „Wolf of Wall Street“.
Foto: SixtMit seiner Kampagne im September 2013 veräppelte Sixt die FDP, die bei der Bundestagswahl ein Fiasko erlebte. Die Liberalen flogen aus dem Bundestag - und damit hat der Mercedes nun in der Tat mehr Sitze als die FDP. Dieses Motiv veröffentlichte der Autovermieter auf seiner Facebook-Seite mit den Worten: "Bei uns kann man Sitze anmieten. Wir sind da ganz liberal."
Foto: ScreenshotDer nach sieben Jahren aus der Psychiatrie entlassene Gustl Mollath macht unfreiwillig Werbung. Eine Anzeige des Autovermieters Sixt in der „Süddeutschen Zeitung“ zeigt ein Porträt des 56-Jährigen mit dem Text „Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen“. Das Zitat sei frei erfunden und die Werbeaktion nicht abgesprochen, sagte Mollaths Anwalt Gerhard Strate der dpa und kündigte presserechtliche Schritte an. Vor allem die Verwendung des Begriffs „verrückt“ halte er im Zusammenhang mit seinem Mandanten für höchst problematisch. Es ist nicht das erste Mal, dass Sixt Menschen ohne deren Wissen vor seinen Werbekarren spannt.
Foto: WirtschaftsWocheBundeskanzlerin Angela Merkel hat mit einer Bemerkung über das Internet für heitere und spöttische Reaktionen im Netz gesorgt. „Das Internet ist für uns alle Neuland“, sagte Merkel am Mittwoch auf eine Frage zum Internet-Spähprogramm „Prism“ bei einer Pressekonferenz mit US-Präsident Barack Obama im Kanzleramt. Nutzer des Online-Netzwerkes Twitter griffen die Bemerkung hundertfach auf. Das Schlagwort „#Neuland“ wurde zum meistdiskutierten Begriff auf Twitter in Deutschland. Auch der Autovermieter Sixt zieht mit und nutzt den Hype kurzerhand für eine Werbung für einen Miet-SUV: "Für alle, die #Neuland entdecken wollen."
Foto: Screenshot"Habemus Sixt. Reservieren Sie Ihr Papamobil zu Ostern.“ Kaum hat sich die Konklave auf Papst Franziskus geeinigt, reagiert der Münchner Autovermieter auf seiner Website auf die Wahl des neuen katholischen Kirchenoberhauptes. Dazu ein Bild einer schwarzen Limousine, aus deren Auspuff weißer Rauch aufsteigt - eine Anspielung auf das Ritual zur Papstwahl, bei der weißer Rauch anzeigt, dass der neue Papst feststeht.
Foto: PresseMit dieser Werbekampagne aus dem Jahr 2007 bedankt sich bei der Lokführer-Gewerkschaft GDL für die Kunden, die nun statt mit der Bahn, mit einem Leihwagen von SIXT fahren.
Foto: dpa"Liebe Griechen, Sixt akzeptiert wieder Drachmen!" - mit diesem Slogan warben die Münchner für die Ausleihe eines BMW-Cabrios. Längst nicht alle Griechen konnten darüber lachen.
Doch der Autovermieter hat Erfahrung mit provokanten Kampagnen. Es ist nicht die erste umstrittene Werbe-Aktion des Autovermieters.
Immer wieder eines der prominentesten Opfer: Die damalige CDU-Bundesvorsitzende und heutige Kanzlerin Angela Merkel.
Foto: Sixt... Sixt verpasst ihr im Jahre 2001 eine neue Frisur.
Foto: SixtDer Sänger Matthias Reim musste im Jahre 2007 Privatinsolvenz anmelden. Sixt nahm den Sänger mit ins Boot und bewarb in einer Werbeanzeige eine leicht abgewandelte Version des Reim-Hits "Verdammt, ich lieb Dich".
Foto: SixtMit einem Tritt mitten in die Männlichkeit warb Sixt für schnelle Cabrios.
Foto: SixtSixt will Politikern helfen und deren Fuhrparkkosten senken.
Foto: SixtAuch der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde "Opfer" einer Sixt-Werbeanzeige.
Foto: SixtKlare Sache: Sixt hat Autos für Ärzte. Und zwar auch noch ... nach der Gesundheitsreform!
Foto: SixtWas Sixt mit der Vorher/Nachher-Aktion um Heino und Roberto Blanco sagen wollte, ist stark interpretationsfähig.
Foto: SixtNur auf den ersten Blick eine Shampoo-Werbung: Mit viel Frau und viel Haar warb Sixt für seine zu mietenden BMW Cabrios.
Foto: SixtSixt bleibt stets aktuell, so auch als der Vulkanausbruch des isländischen Eyjafjallajökull so manchem Urlauber die Ferien zu verderben drohte.
Foto: SixtDer Autovermieter und Leasingsanbieter Sixt wurde bereits im Jahre 1912 als "Sixt Autofahrten und Selbstfahrer" gegründet. Heute erinnern Anzeigen des Unternehmens an den Geist der vergangenen Zeit.
Foto: SixtEinen Mercedes-Benz gab es anno 1940 für 49 Reichsmark zur Miete. Im Hintergrund besang Zarah Leander das Wunder.
Foto: SixtIm Jahre 1954 ist das deutsche Wirtschaftswunder im vollen Gange. Den passenden Mietwagen gibt es von Sixt, zum Beispiel einen Mercedes SL, da staunen sogar die Schäfchen im Hintergrund.
Foto: SixtPiloten sind als Werbeträger bei Sixt schon immer gern gesehen. Schon 1959 steigt der Pilot aus der Lufthansa-Maschine und in den Mercedes SL - natürlich von Sixt - rein.
Foto: SixtKnappe Kleider, knappe Preise: Schon in den 1960er Jahren setzt Sixt auf sexy Werbung.
Foto: SixtDieses Zitat hätte Karl Marx den Werbern von Sixt nicht abgenommen.
Foto: SixtDiese Werbung wird dem einen oder anderen Herren gefallen haben.
Foto: SixtNicht nur die Werbeanzeigen von Sixt strotzen von Humor, auch dem Internetauftritt des Unternehmens lässt sich der eine oder andere Spaß entlocken.
Foto: SixtSixts Antwort auf den Pilotenstreik: "Unterbezahlt? Werden Sie Chauffeur bei Sixt!"
Foto: SixtHolger Jung und Jean-Remy von Matt von der Werbeagentur Jung von Matt sind für die Werbekampagnen von Sixt verantwortlich. Hier nehmen sie sich selbst aus Korn.
Foto: SixtDie Fahrer trägt schwarzen Anzug, die Mercedes S-Klasse schwarzen Lack. Wer über den Dienst MyDriver eine Limousine bucht, bekommt sie inklusive Luxus-Versprechen und Chauffeur.
Der Service ist der aktuelle Streich aus dem Hause Sixt. Nach einer einjährigen Sondierungsphase will das Unternehmen nun nicht mehr nur fremde Fahrer vermitteln, sondern auch eigene Chauffeure anstellen. Die sollen ihre Gäste stilvoller und bequemer von A nach B transportieren als herkömmliche Taxis.
Deutschlands größter Autovermieter mit dem Niedrigpreis-Versprechen spielt Taxi-Unternehmer für Komfort-Liebhaber. Strategiewechsel? Stil-Bruch? Nein. Bloß ein Zeichen dafür, dass Sixt sich wandelt. Und das ist auch gut so.
Aus dem reinen Autovermieter ist ein Konzern geworden, dessen Portfolio den gesamten Automarkt abdeckt. Bis zu zehn Prozent seiner Fahrzeugflotte verkauft Sixt zum Beispiel selbst als Händler weiter. Und mit der Onlineplattform Autohaus24 tritt das Unternehmen als Vermittler zwischen Autohändlern und Käufern auf.
Erfolgsmeldungen auf der Hauptversammlung
Bislang sind das Randgeschäfte. Sein Geld macht das Unternehmen bei der Autovermietung und im Leasinggeschäft - und fährt damit hervorragend.
Auf der heutigen Hauptversammlung konnte sich die Konzernspitze selber auf die Schulter klopfen. Finanziell steht der Konzern gut da.
2013 strich Sixt einen Konzernüberschuss von 94,4 Millionen Euro ein und überraschte damit alle, sogar den Chef selbst. Erich Sixt hatte zuvor tief gestapelt und einen rückläufigen Gewinn angesagt.
Die Eigenkapitalquote liegt bei 28,5 Prozent, der Aktienkurs steigt. Analysten loben die strategische Unternehmensführung.
Wer bei Sixt nach einer Schwäche sucht, findet sie höchstens beim Wachstum. Das ist solide, sagen Optimisten. Pessimisten erklären, es bleibt hinter den Möglichkeiten. Das Umsatzwachstum in den Bereichen Leasing und Vermietung in Deutschland beträgt gerade mal rund ein Prozent.
Beide Märkte sind hart umkämpft. Große, internationale Unternehmen wie Hertz, Avis und Europcar wetteifern um die Gunst der Kunden. Der Preiskampf zwischen den Wettbewerbern drückt auf die Margen. Und das Stationsnetz der Autovermieter ist mittlerweile so dicht, dass eine Ausdehnung ohne Übernahmen nur noch schwer möglich ist.
Auf dem Mietwagen-Markt sind große Wachstumssprünge nicht mehr drin. Deswegen sucht Sixt neue Geschäftsfelder.
Foto: dpa, Montage
Sixt ist bekannt für seine Werbemotive. Doch nicht aus jeder frechen Idee wird eine Anzeigenkampagne. Dieses Motiv zum Beispiel wurde verworfen. Der Entwurf thematisiert den Rücktritt von Reinhard Grindel als DFB-Präsident. Grindel war Anfang April wegen der Annahme einer Luxus-Uhr von einem ukrainischen Oligarchen als Präsident des Deutschen Fußballbunds zurückgetreten, am 10. April gab er auch seine Ämter bei der Fifa und der Uefa ab. Eine hohe Schadenersatzzahlung wollte Sixt nicht riskieren – denn Grindel wehrt sich gegen die Korruptionsvorwürfe.
Foto: WirtschaftsWocheWegen des Motiv einer von einer Cabriofahrt zerzausten Angela Merkel gab es schon einmal Ärger für die Familie Sixt. Erich Sixt präsentierte sich im Februar 2019 vor dem Bild. Das Unternehmen testet seit längerem die Anmietung und Abholung von Mietautos per App.
Foto: dpaRücktritt? Oder nicht Rücktritt? Das Hin und Her um einen Rückzug Horst Seehofers als Bundesinnenminister im vergangenen Sommer war dem Autovermieter Sixt einen ironischen, aber schon fast zahmen Seitenhieb wert.
Foto: ScreenshotNach dem Wirbel um die Äußerungen des AfD-Vizes Alexander Gauland über den deutschen Fußballnationalspieler Jérôme Boateng ("Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.") im Sommer 2016 kommt Autovermieter Sixt gut eine Woche später mit einer humorvollen und passenden Werbung daher - für Umzugswagen.
Foto: ScreenshotDer Autovermieter nutzt das #Merkelmeme, dass nach dem G7-Gipfel durch die sozialen Netzwerke geisterte, für sich: Anlässlich der Hauptversammlung verspricht Sixt eine dicke Dividende. An der Behauptung entzündet sich Kritik: Im Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs am 10. Juni 2015 zahlt Sixt eine Dividendenrendite von etwas über drei Prozent. Das ist ordentlich, aber im SDAX – dem Vergleichsindex, in dem der Wert notiert ist – gibt es andere Werte, die glänzen.
Foto: ScreenshotAuch, als im April 2015 zum siebten Mal der Bahnstreik die Republik lahm legte, war das Grund genug für Sixt, Claus Weselsky erneut zum Mitarbeiter des Monats zu ernennen.
Foto: ScreenshotZum neunten Mal kommt es im Mai 2015 im Tarifkonflikt zwischen Deutscher Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL zum Arbeitskampf. Auf Twitter kursiert ein Bild, das eine witzige Reaktion des Autovermieters Sixt darauf zeigt: Ein Miet-Lkw der aussieht, als ob er einen Bahn-Waggon an Bord hätte, zusammen mit dem Spruch: "Die Bahn kommt".
Foto: ScreenshotNachdem der EZB-Präsident Mario Draghi Anfang 2015 die Geldschleusen geöffnet hat und damit die Kritik vieler deutscher Ökonomen auf sich zog, zeigt auch Sixt sich einfallslos. „Lieber Herr Draghi, bei diesen Summen fällt selbst uns nix mehr ein!“ –allerdings stapelt der Autovermieter tief. Denn eingefallen ist ihm doch noch etwas...
Foto: Screenshot„Zwei Italiener, die schlaflose Nächte verursachen. (Einen davon gibt's günstig bei Sixt)“ – geschickt spielt Sixt mit der Angst der Deutschen um ihre Ersparnisse nach der EZB-Geldschwemme und der Vorliebe des ein oder anderen für schnelle Autos, in diesem Fall ein Maserati GranCabrio in sportlichem Rot. Der kostet neu immerhin rund 130.000 Euro, was gegen die Billionen, die die EZB in die Märkte spült, wie Kinkerlitzchen anmutet. Mieten kann man ihn sogar noch günstiger.
Foto: WirtschaftsWocheIm Zuge der GDL-Verhandlungen mit der Deutschen Bahn hat sich Sixt einen Slogan einfallen lassen, der aufhorchen lässt. Der Spruch "HDGDL" steht vermutlich nicht dafür, dass das Unternehmen den Streik der Lokführer unterstützt. Vielmehr scheint sich Sixt bei der GDL bedanken zu wollen. Statt sich auf die Deutsche Bahn zu verlassen, möchten viele Kunden nicht das Risiko von Verspätungen in Kauf nehmen und mieten stattdessen auch mal ein Auto.
Foto: WirtschaftsWocheAuf diesem Motiv aus dem Jahre 2009 ist die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zu sehen. Der Werbespruch "Versprochen: Nächstes miete ich bei Sixt" bezog sich auf die Kritik, ihren Dienstwagen in den Jahren 2004 bis 2008 im Urlaub genutzt zu haben.
Foto: dpaPleite ist er, der Roberto Blanco. Das stand schon im Juni groß in den Boulevard-Zeitungen. Im neuen Werbe-Film von Sixt macht der 77-Jährige aus seiner Not eine Tugend und schlägt gleich noch ein bisschen Geld raus. Im Video rappt er Zeilen wie “Roberto ist blanco, nix mehr auf der Banko” und macht Werbung für die Cabrio-Angebote des bekannten Autovermieters. Denn: "Ein bisschen spar'n muss sein" - zumindest wenn die Ex-Frau angeblich das ganze Geld hat.
Foto: ScreenshotWer den Schaden hat, braucht für den Spott bekanntlich nicht zu sorgen. So findet sich denn auch auf der Facebook-Seite des Autovermieters dieser Tage eine Anspielung auf das Ende der ZDF-Unterhaltungsshow "Wetten, dass..?" mit den Worten: "Unsere Außenwette". Der Show-Klassiker soll im Dezember nach fast 34 Jahren Laufzeit eingestellt werden. Zuletzt wollten immer weniger Zuschauer die Sendung mit Moderator Markus Lanz sehen, der in die Fußstapfen des Entertainers Thomas Gottschalk getreten war.
Foto: Screenshot"Wir finden: Auch ohne macht er eine gute Figur" schreibt der Autovermieter auf Sixt und spielt darauf an, dass der US-Schauspieler Leonardo Di Capri bei der Oscar-Verleihung wieder leer ausgegangen ist. Er war schon mehrfach nominiert - das erste Mal 1994 als bester Nebendarsteller in "Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa". Nun für seine Rolle in „Wolf of Wall Street“.
Foto: SixtMit seiner Kampagne im September 2013 veräppelte Sixt die FDP, die bei der Bundestagswahl ein Fiasko erlebte. Die Liberalen flogen aus dem Bundestag - und damit hat der Mercedes nun in der Tat mehr Sitze als die FDP. Dieses Motiv veröffentlichte der Autovermieter auf seiner Facebook-Seite mit den Worten: "Bei uns kann man Sitze anmieten. Wir sind da ganz liberal."
Foto: ScreenshotDer nach sieben Jahren aus der Psychiatrie entlassene Gustl Mollath macht unfreiwillig Werbung. Eine Anzeige des Autovermieters Sixt in der „Süddeutschen Zeitung“ zeigt ein Porträt des 56-Jährigen mit dem Text „Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen“. Das Zitat sei frei erfunden und die Werbeaktion nicht abgesprochen, sagte Mollaths Anwalt Gerhard Strate der dpa und kündigte presserechtliche Schritte an. Vor allem die Verwendung des Begriffs „verrückt“ halte er im Zusammenhang mit seinem Mandanten für höchst problematisch. Es ist nicht das erste Mal, dass Sixt Menschen ohne deren Wissen vor seinen Werbekarren spannt.
Foto: WirtschaftsWocheBundeskanzlerin Angela Merkel hat mit einer Bemerkung über das Internet für heitere und spöttische Reaktionen im Netz gesorgt. „Das Internet ist für uns alle Neuland“, sagte Merkel am Mittwoch auf eine Frage zum Internet-Spähprogramm „Prism“ bei einer Pressekonferenz mit US-Präsident Barack Obama im Kanzleramt. Nutzer des Online-Netzwerkes Twitter griffen die Bemerkung hundertfach auf. Das Schlagwort „#Neuland“ wurde zum meistdiskutierten Begriff auf Twitter in Deutschland. Auch der Autovermieter Sixt zieht mit und nutzt den Hype kurzerhand für eine Werbung für einen Miet-SUV: "Für alle, die #Neuland entdecken wollen."
Foto: Screenshot"Habemus Sixt. Reservieren Sie Ihr Papamobil zu Ostern.“ Kaum hat sich die Konklave auf Papst Franziskus geeinigt, reagiert der Münchner Autovermieter auf seiner Website auf die Wahl des neuen katholischen Kirchenoberhauptes. Dazu ein Bild einer schwarzen Limousine, aus deren Auspuff weißer Rauch aufsteigt - eine Anspielung auf das Ritual zur Papstwahl, bei der weißer Rauch anzeigt, dass der neue Papst feststeht.
Foto: PresseMit dieser Werbekampagne aus dem Jahr 2007 bedankt sich bei der Lokführer-Gewerkschaft GDL für die Kunden, die nun statt mit der Bahn, mit einem Leihwagen von SIXT fahren.
Foto: dpa"Liebe Griechen, Sixt akzeptiert wieder Drachmen!" - mit diesem Slogan warben die Münchner für die Ausleihe eines BMW-Cabrios. Längst nicht alle Griechen konnten darüber lachen.
Doch der Autovermieter hat Erfahrung mit provokanten Kampagnen. Es ist nicht die erste umstrittene Werbe-Aktion des Autovermieters.
Immer wieder eines der prominentesten Opfer: Die damalige CDU-Bundesvorsitzende und heutige Kanzlerin Angela Merkel.
Foto: Sixt... Sixt verpasst ihr im Jahre 2001 eine neue Frisur.
Foto: SixtDer Sänger Matthias Reim musste im Jahre 2007 Privatinsolvenz anmelden. Sixt nahm den Sänger mit ins Boot und bewarb in einer Werbeanzeige eine leicht abgewandelte Version des Reim-Hits "Verdammt, ich lieb Dich".
Foto: SixtMit einem Tritt mitten in die Männlichkeit warb Sixt für schnelle Cabrios.
Foto: SixtSixt will Politikern helfen und deren Fuhrparkkosten senken.
Foto: SixtAuch der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde "Opfer" einer Sixt-Werbeanzeige.
Foto: SixtKlare Sache: Sixt hat Autos für Ärzte. Und zwar auch noch ... nach der Gesundheitsreform!
Foto: SixtWas Sixt mit der Vorher/Nachher-Aktion um Heino und Roberto Blanco sagen wollte, ist stark interpretationsfähig.
Foto: SixtNur auf den ersten Blick eine Shampoo-Werbung: Mit viel Frau und viel Haar warb Sixt für seine zu mietenden BMW Cabrios.
Foto: SixtSixt bleibt stets aktuell, so auch als der Vulkanausbruch des isländischen Eyjafjallajökull so manchem Urlauber die Ferien zu verderben drohte.
Foto: SixtDer Autovermieter und Leasingsanbieter Sixt wurde bereits im Jahre 1912 als "Sixt Autofahrten und Selbstfahrer" gegründet. Heute erinnern Anzeigen des Unternehmens an den Geist der vergangenen Zeit.
Foto: SixtEinen Mercedes-Benz gab es anno 1940 für 49 Reichsmark zur Miete. Im Hintergrund besang Zarah Leander das Wunder.
Foto: SixtIm Jahre 1954 ist das deutsche Wirtschaftswunder im vollen Gange. Den passenden Mietwagen gibt es von Sixt, zum Beispiel einen Mercedes SL, da staunen sogar die Schäfchen im Hintergrund.
Foto: SixtPiloten sind als Werbeträger bei Sixt schon immer gern gesehen. Schon 1959 steigt der Pilot aus der Lufthansa-Maschine und in den Mercedes SL - natürlich von Sixt - rein.
Foto: SixtKnappe Kleider, knappe Preise: Schon in den 1960er Jahren setzt Sixt auf sexy Werbung.
Foto: SixtDieses Zitat hätte Karl Marx den Werbern von Sixt nicht abgenommen.
Foto: SixtDiese Werbung wird dem einen oder anderen Herren gefallen haben.
Foto: SixtNicht nur die Werbeanzeigen von Sixt strotzen von Humor, auch dem Internetauftritt des Unternehmens lässt sich der eine oder andere Spaß entlocken.
Foto: SixtSixts Antwort auf den Pilotenstreik: "Unterbezahlt? Werden Sie Chauffeur bei Sixt!"
Foto: SixtHolger Jung und Jean-Remy von Matt von der Werbeagentur Jung von Matt sind für die Werbekampagnen von Sixt verantwortlich. Hier nehmen sie sich selbst aus Korn.
Foto: Sixt
Deshalb will Sixt raus - und mehr. "Unsere Strategie ist weiter, das Kerngeschäft auszubauen", heißt es aus dem Unternehmen. "Das betrifft insbesondere die Expansion ins Ausland."
Mit dem steten Ausbau von Filialen und Partnerschaften mit Franchisenehmern versucht Sixt der Konkurrenz Marktanteile abzujagen.
Kämpferisches Ziel
Noch vor kurzem gab sich das Unternehmen besonders kämpferisch: Marktführer in Europa bis 2015 lautete die Zielvorgabe. Weil die Konkurrenten Avis und Europcar im Europageschäft derzeit unter schlechten Zahlen leiden, ist davon nicht mehr die Rede. "Wichtig ist, dass wir auch im Ausland profitabel wachsen", sagte Erich Sixt auf der Hauptversammlung. "Wir wollen die Marktanteile um jeden Preis gewinnen."
Prestigeobjekt ist insbesondere der Ausbau in den USA: Rund 30 Stationen hat Sixt dort mittlerweile. Das mag für den deutschen Autovermieter ein großer Schritt sein. Im Vergleich zu den amerikanischen Größen ist Sixt kaum der Reden wert.
Allein der Aufbruch zu neuen Auslands-Märkten reicht nicht. Sixt muss auch an anderer Stelle wachsen, will es seine Position mittelfristig nicht verlieren.
Auch deshalb, weil sich das Verhältnis der Deutschen zum Auto ändert. Auch wenn die Zahl der Neuwagenzulassungen aufgrund der guten Wirtschaftslage zuletzt wieder anstieg - gerade junge Menschen verzichten zunehmend auf die eigenen vier Räder.
Imageverlust des Autos
Als Statussymbol hat das Auto ausgedient, sagen Studien. "Der Trend geht weg vom Besitz des Fahrzeuges zur zeitweiligen Nutzung des Fahrzeuges”, heißt es bei Sixt. Zeit für eine Ausdehnung des Geschäftsmodells, für "neue Mobilitätsmodelle", wie es Erich Sixt auf der Hauptversammlung nannte. Sixt will auch die Kunden, die ein Auto weder langfristig mieten noch leasen - und schon gar nicht kaufen wollen.
Hier kommt der Chauffeur im schwarzen Anzug ins Spiel. MyDriver ist 2013 mit Getöse gestartet. Angriffsziel: Die Taxis-Unternehmen.
Mehr als zehn Prozent von deren Markt wolle man, verkündete myDriver-Geschäftsführer Carl Schuster. Bei eine Branche, die im vergangenen Jahr knapp vier Milliarden Euro Umsatz gemacht hat, ist das ein stolzes Ziel.
Angriff auf die Taxis
Dass das den Taxi-Unternehmen nicht passt, ist klar. Die kämpferische Branche, die sich derzeit mit Uber heftige Gefechte liefert, muss aber klein beigeben. "Das ist ein Angebot, mit dem wir leben können und müssen", sagt Thomas Grätz, Geschäftsführer des Deutscher Taxi- und Mietwagenverbands zähneknirschend. Sixt hält sich an die Regeln.
MyDriver liest Fahrgäste nicht am Straßenrand auf, sondern kommt auf Bestellung. Anschließend fahren die Chauffeure in die jeweilige Zentrale zurück. Deshalb gelten sie nicht als Taxis, obwohl sie ihnen die Kunden klauen. "Allerdings", schiebt Verbands-Mann Grätz hinterher, "sind bislang ohnehin kaum Umsatzverluste zu spüren. Bislang bleibt es beim Hype."
Platz 10: Frankfurt.
Die hessische Großstadt hat beim Carsharing bislang noch nicht für Furore gesorgt. Frankfurt schwimmt mit im Trend, ohne aufzufallen. Wenig überraschend fällt die Platzierung aus: Rang 10 mit 0,51 Carsharing-Autos pro 1000 Einwohner. One-Way-Systeme sucht man in Frankfurt vergeblich. Ganz dicht auf den Fersen liegt Freiburg: Die Öko- und Uni-Stadt legt einen hohen Wert auf neue Mobilitätskonzepte. Es würde wenig wundern, wenn Frankfurt im kommenden Jahr nicht mehr unter den Top Ten rangiert, dafür aber Freiburg.
Carsharing ist beliebt, weil es Geld spart: Wie die WirtschaftsWoche errechnet hat, lohnt sich ein Auto finanziell nur noch ab einer jährlichen Fahrleistung von 11.250 Kilometer. Wer auf ein eigenes Auto verzichten will, braucht aber noch ein entsprechendes Angebot in seiner Region.
Foto: dpaPlatz 9: Hamburg.
Unter den vier deutschen Millionenstädten ist Hamburg Schlusslicht. Köln, München und Berlin liegen vor der Hansestadt, wenngleich die Hafenstadt deutlich aufholt. Neue Anbieter wie Citeecar und eine Stadtverwaltung, die Mobilitätsthemen ernst nimmt, dürften der Stadt in den kommenden Monaten einen Carsharing-Boom bescheren. Mit 0,56 Autos pro 1000 Einwohner kommt Hamburg auf Rang 9. Bei der absoluten Anzahl flexibler Carsharing-Autos wie Car2Go und DriveNow liegt Hamburg bereits auf Rang zwei – mit 700 Fahrzeugen gleichauf mit Köln, nur Berlin hat mehr.
Foto: dpaPlatz 8: Mannheim.
Knapp 190 Autos sind im Stadtgebiet verteilt, meist geparkt an festen Stationen. Die badische Stadt kommt damit rechnerisch auf 0,59 Carsharing-Autos pro 1000 Einwohner – Platz 8.
Foto: dpaPlatz 7: Hannover.
Die niedersächsische Landeshauptstadt machte im vergangenen Jahr mit einem Novum von sich reden. Normalerweise teilen sich traditionelle Unternehmen wie CambioCar, Teilauto oder Stadtmobil den regionalen Carsharing-Markt mit den One-Way-Systemen der Autohersteller wie Car2Go von Daimler oder DriveNow von BMW. Doch in Hannover ging das Unternehmen Stadtmobil in die Offensive, bevor ein Autohersteller in das Geschäftsgebiet eindringen konnte. Stadtmobil bietet neben seinen stationsgebundenen Autos auch Fahrzeuge für die One-Way-Ausleihe an. Die Stadt kommt mit 0,69 Carsharing-Autos auf 1000 Einwohner auf Platz 7.
Foto: dpaPlatz 6: Berlin.
Ginge es nach der absoluten Anzahl von Carsharing-Autos, wäre das politische Zentrum auch die Carsharing-Hauptstadt Deutschlands. Denn in Berlin stehen derzeit rund 2900 Autos herum, die an festen Stationen oder frei im Stadtgebiet auf Nutzer warten – so viel wie nirgends in Deutschland. Berlin ist zudem das Testfeld für viele Unternehmen: Der Preisbrecher Citeecar versuchte sich zunächst in Berlin bevor er auch in Hamburg an den Start ging. Der Autohersteller Citroen betreibt zusammen mit der Deutschen Bahn die Elektroflotte Multicity als One-Way-System. Relativ gesehen kommt Berlin aber nur auf Rang 6 – mit einer Carsharing-Quote von 0,82 Autos pro 1000 Einwohner.
Foto: dpaPlatz 5: München.
Auf dem Weg zu Deutschlands Carsharing-Hauptstadt stellt sich die bayerische Landeshauptstadt selbst ein Bein. Die Stadtverwaltung erlaubt nur maximal 300 Autos für flexible Systeme wie Car2Go und DriveNow. Damit bleibt München nur Platz 5 – mit 0,87 Carsharing-Autos pro 1000 Einwohner.
Foto: dpaPlatz 4: Düsseldorf.
Wie Köln, so auch Düsseldorf. Die rivalisierenden Rheinstädte sind sich in Sachen Carsharing ziemlich ähnlich. Pro 1000 Einwohner gibt es im Durchschnitt ein Carsharing-Auto. Auch in Düsseldorf gibt es eine breite Auswahl: von Stadtmobil über Flinkster bis hin zu DriveNow und Car2Go.
Foto: dpaPlatz 3: Köln.
Die Rheinmetropole hat von allen etwas: stationsgebundene Systeme wie Cambiocar und Flinkster sowie flexible Systeme wie Car2Go und DriveNow. Die gesamte Carsharing-Flotte umfasst fast 1200 Autos. Pro 1000 Einwohner sind das 1,17 Fahrzeuge.
Foto: CLARK/obsPlatz 2: Stuttgart.
Noch mal der Süden. Die baden-württembergische Landeshauptstadt schafft es mit knapp 850 Fahrzeugen auf Rang zwei und gehört damit laut BCS zu den Aufsteigern der vergangenen zwölf Monate. Grund ist Car2Go: Das One-Way-System von Daimler stellt neuerdings 400 Smarts im Stadtgebiet zur Verfügung und setzt voll auf Elektromobilität. Im Schnitt gibt es 1,38 Carsharing-Autos pro 1000 Einwohner.
Foto: dpaPlatz 1: Karlsruhe.
574 Autos warten in der badischen Stadt darauf, von den nahezu 300.000 Einwohnern bewegt zu werden. Damit kommen rechnerisch 1,93 Carsharing-Autos auf 1000 Karlsruher. Das Städtle ist damit unangefochten Deutschlands Carsharing-Hauptstadt. Das Netz ist knapp ein Drittel dichter als das des Zweitplatzierten. Allerdings gibt es in Karlsruhe nur stationsgebundene Konzepte. Willi Loose, Geschäftsführer des Bundesverband CarSharing (BCS), sieht drei Erfolgsgründe: „die kundenorientierte Angebotspolitik des Anbieters stadtmobil Karlsruhe“, „das enge Zusammenspiel eines vorbildlichen ÖPNV-Systems mit dem Carsharing-Angebot“ und „die günstige Stadtstruktur als relativ reicher Verwaltungs- und Dienstleistungsstandort“.
Foto: dpa
Von zehn Prozent Marktanteil ist myDriver weit entfernt. Genauso wie von eine Million Fahrten, die das Unternehmen jährlich machen will. 2013 sollen es monatlich rund 5000 gewesen sein.
Die Zielgruppe ist ohnehin nicht allzu groß. Denn auch wenn myDriver mit "Preisen auf Taxiniveau" wirbt: In der Regel sind die Taxiunternehmen günstiger. Nur mit Qualität kann der Dienst punkten. Das beschränkt die Zielgruppe vor allem auf wohlhabende Geschäftsreisende.
Auf diesem kleinen Markt drängen sich nicht nur bereits die klassischen Limousinen-Dienste. Mit Blacklane gibt es einen direkten Konkurrenten, der dank potenter Investoren in den letzten Monaten ein rasantes Wachstum hingelegt hat. Mittlerweile bietet es seine Dienste in 130 Städten und 45 Ländern an. In Deutschland treffen myDriver und Blacklane in nahezu jeder Großstadt aufeinander. Ein Preiskampf ist absehbar.
Neue Geschäftsfelder bleiben Verlustbringer
Bis der Limousinen-Dienst unter diesen Bedingungen Geld einbringt, kann noch viel Zeit vergehen, glauben Branchenkenner. Wenn überhaupt. Entsprechend vorsichtig gibt man sich daher auch bei Sixt. MyDriver sei "noch in der Versuchsphase". Und: "Es ist noch zu früh, Bilanz zu ziehen."
Noch schreibt myDriver rote Zahlen. Genau wie Drive Now, das Car-Sharing-Projekt, mit dem Sixt das andere Ende des Kundensegments erreichen will. Diejenigen, die kein Auto mehr besitzen wollen.
Der Car-Sharing-Markt boomt und Sixt hat seinen Anteil. Stolz verkündete Erich Sixt auf der Hauptversammlung die Wachstumszahlen. Im vergangenen Jahr hat sich die Anzahl der registrierten Nutzer verdreifacht. Mittlerweile nutzen rund 280.000 Mitglieder das Car-Sharing in fünf deutschen Großstädten und in San Francisco. Die Entwicklung übertreffe die Erwartungen.
Problemlos ist das Projekt freilich nicht. Die Kosten für die Fahrzeugflotte sind hoch, die Ausweitung auf andere Städte verläuft eher schleppend.
Zudem mischen immer mehr Konkurrenten auf dem noch jungen Markt mit, darunter finanzstarke Angreifer wie Daimler (Car2Go) und Flinkster (Deutsche Bahn). Der Vorteil bei Drive Now: Die Risiken teilt sich Sixt zu gleichen Teilen mit Partner BMW.
Viel Spielraum sieht das Unternehmen ohnehin nicht. "Wir wollen jetzt die Märkte besetzen", sagt der Sixt-Sprecher und meint wohl "müssen". Groß ist die Sorge, ins Hintertreffen zu geraten, der Konkurrenz wichtige Marktanteile zu überlassen, Wachstumschancen zu verpassen.
Unter Rechtfertigungsdruck
Trotzdem steht auch das Prestigeobjekt unter Rechtfertigungsdruck. "Ziel ist es, das Joint Venture schnellstmöglich profitabel zu machen", heißt es bei Sixt. Langfristig will sich das Unternehmen keinen Verlustbringer leisten, egal ob Zukunftsmarkt oder nicht.
Dass das Unternehmen selbst eigene Prestigeobjekte kritisch betrachtet, werden ihm die Aktionäre danken. Sie wissen zu schätzen, dass der Aktien-Konzern noch immer geführt wird wie ein mittelständisches Unternehmen.
Dank provokanter Werbekampagnen gilt Sixt als Frechdachs der Branche. Doch in Wahrheit gleicht das Unternehmen eher den myDriver-Chauffeuren: solide, seriös und glattgebügelt.