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Ranking Die beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands

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Die Macht der Informatiker

„Sie erfüllen die Erwartungen der jungen Talente“, sagt Stefan Lake, Deutschland-Chef des Beratungsunternehmens Universum, das für die WirtschaftsWoche mehr als 34.000 Studenten zu ihren favorisierten Arbeitgebern befragte. „Die Unternehmen bieten ein gutes Gehalt, angenehme Arbeitsbedingungen und Sicherheit – das macht sie so erfolgreich“, sagt Lake. So konnten die beliebtesten fünf Arbeitgeber bei den Informatikern, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern ihre Position vom vergangenen Jahr verteidigen. Einzig bei den Wirtschaftswissenschaftlern gibt es Bewegung an der Spitze: BMW verwies in diesem Jahr unter den angehenden Betriebswirten die Konkurrenten von Audi auf den zweiten Platz.

Die Ingenieurstudenten hingegen wählten wie im Vorjahr Audi auf den ersten Platz, gefolgt von BMW, Porsche, VW und Daimler. Die Naturwissenschaftler kürten die Max-Planck-Gesellschaft zum Top-Arbeitgeber, es folgen der Pharmariese Bayer, die Fraunhofer-Gesellschaft, BASF und Merck. Bei den Informatikstudenten verteidigte der Internet-Konzern Google die Spitzenposition. Gefolgt von Microsoft, Apple, Audi und SAP. So weit, so vorhersehbar. Doch abseits der Top Fünf tut sich dann doch so einiges. Etwa bei den Informatikern, wie Özgür Kibarogullari.

Die beliebtesten Arbeitgeber der Naturwissenschaftler

Der 27-Jährige hatte nach seinem Abschluss an der Universität Stuttgart gleich mehrere Jobangebote von großen Konzernen im In- und Ausland. Doch er entschied er sich für eine Karriere in der Unternehmensberatung. Wie immer mehr seiner Kommilitonen. So kletterte Kibarogullaris Arbeitgeber, die auf IT-spezialisierte Beratung Accenture, in diesem Jahr um 14 Plätze von Position 47 auf 33. „Die Beratungen werben offensiv um Absolventen der sogenannten MINT-Fächer – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik“, sagt Lake. Durch die zunehmende Digitalisierung sind auch die Beratungen vermehrt auf diese Spezialisten angewiesen.

Auch der Bewerbungsprozess an sich ist wichtig

Bei Özgur Kibarogullari ist die Rechnung aufgegangen. „In keinem anderen Job lerne ich in so kurzer Zeit so viele verschiedene Unternehmen und Länder kennen“, sagt Kibarogullari, der seit einem Jahr bei Accenture arbeitet. Schon sein erster Job führte ihn für sechs Monate in ein Pharmaunternehmen nach Indien.

Seit zwei Monaten arbeitet er an einem Projekt für einen deutschen Automobilkonzern. Dort soll er zusammen mit seinen Kollegen verschiedene Softwaresysteme zusammenführen und vereinheitlichen. Doch nicht nur die abwechslungsreichen Aufgaben erleichterten Kibarogullari die Entscheidung für die Beratung. Ihm gefiel schon der Bewerbungsprozess bei Accenture: Nach einem ersten Telefonat mit einer Personalerin wurde er direkt zum Assessment-Center eingeladen. Nur ein paar Stunden später hatte er das Jobangebot. „Das hat auf mich einen sehr guten Eindruck gemacht“, sagt er. „In vielen anderen Unternehmen dauert es Wochen, bis man eine Rückmeldung erhält.“

Die beliebtesten Arbeitgeber der Informatiker

Bei der weltweit tätigen Beratung ist hohes Tempo Standard. Simone Wamsteker leitet bei Accenture das Recruiting für Deutschland, Österreich und die Schweiz. „Verbindlichkeit ist für die Bewerber ganz wichtig“, sagt sie. „Und sie wollen authentische Informationen aus erster Hand: Wie ist es wirklich, dort zu arbeiten?“ Deshalb setzt die Beratung auf ihrem eigenen You-Tube-Kanal auf kurze Videos, in denen Angestellte und Führungskräfte selbst erzählen, an welchen Projekten sie gerade arbeiten. Bei den Auswahltagen sind immer Experten aus den Fachabteilungen dabei. Das kam auch bei Kibarogullari gut an. Er stellte dem erfahrenen Kollegen zahlreiche Fragen und hatte am Ende des Tages eine genaue Vorstellung über seinen zukünftigen Job. Zwei Tage später sagte er zu.

Das hatte aber auch noch einen anderen wichtigen Grund. „Mir ist das gesellschaftliche Engagement eines Unternehmens sehr wichtig“, sagt er.

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