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Lieferdienst für Salate Backwerk-Gründer planen die nächste Franchise-Expansion

Exklusiv
Quelle: Pottsalat

Dirk Schneider und Hans Christian Limmer haben ein neues Projekt: Die Backwerk-Gründer und Hans-im-Glück-Mehrheitsgesellschafter erwerben 30 Prozent an dem Salat-Start-up Pottsalat. Kann das Geschäft funktionieren?

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Es ist wohl aktuell einer der größten Wachstumsmärkte: das Geschäft mit Lieferdiensten. Egal ob Fertiggerichte oder Lebensmittel-Lieferungen – immer mehr Leute bestellen in der Coronakrise Essen in die eigenen vier Wände. Laut Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) stieg der Umsatz mit Lebensmitteln 2020 um 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Lieferando-Mutter „Just Eat Takeaway“ steigerte 2020 den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um mehr als die Hälfte.

Geht es nach Dirk Schneider, ist das nur der Anfang: „Der Außer-Haus-Verkauf wächst weiter.“ Schneider hat zusammen mit seinem Geschäftspartner Hans Christian Limmer die Bäckerkette Backwerk gegründet, beide sind auch Mehrheitsgesellschafter der Burgerrestaurantkette „Hans im Glück“. Die Investoren wollen nun verstärkt auf dem Wachstumsmarkt Lieferdienste mitmischen – und haben sich deshalb ein neues Projekt gesucht. Für fast zwei Millionen Euro erwerben sie 30 Prozent an dem Start-up Pottsalat, wie die WirtschaftsWoche exklusiv erfuhr.

Pottsalat ist ein auf Salate und Bowls spezialisierter Lieferdienst mit Sitz in Essen. Das Salat-Start-up wurde im Oktober 2016 von Ben Küstner, Alexandra Künne und Pia Gerigk gegründet. Das Ziel: „Wir wollen die Menschen vegetarischer ernähren“, sagt Pottsalat-Mitgründer Küstner. Dabei setzt das Start-up nach eigenen Angaben vor allem auf Nachhaltigkeit. So würden die Salate laut Küstner komplett CO2-frei ausgeliefert werden – mit dem Fahrrad, E-Bike oder E-Roller. Die Verpackung bestehe zudem aus Biomaterial.

Die Pottsalat-Gründer (von links): Pia Gerigk , Ben Küstner und Alexandra Künne. Quelle: Pottsalat

„Wir wollen ruhrgebietsweit mit ökologisch verpackten Salaten eine gesunde Alternative zu den üblichen ‚Plastikschälchen-Liefersalaten‘ etablieren“, sagt der Geschäftsführer. Bislang ist Pottsalat in Essen und Dortmund vertreten. Um ihr Filialnetz weiter auszubauen, holen sie sich nun prominente Unterstützung ins Team. „Dirk Schneider und Hans Christian Limmer haben jahrzehntelange Erfahrung im Auf- und Ausbau von Filialnetzwerken“, so Küstner. Dieses Wissen wolle Pottsalat nutzen, um im Ruhrgebiet und darüber hinaus im Westen zu wachsen. „Der Plan ist ebenfalls wie bei Backwerk und Hans im Glück ein Franchisesystem aufzubauen“, sagt Investor Schneider. Überzeugt habe Schneider das nachhaltige Konzept, die Gründer sowie die anderen Investoren.

2018 holte sich Pottsalat bereits Unterstützung durch drei Business Angels. Ein Jahr später stieg auch Matthias Willenbacher, Gründer und Geschäftsführer der Online-Plattform WIWIN für nachhaltiges Investieren, beim Essener Lieferservice ein. Sie halten zusammen etwas mehr als ein Sechstel der Anteile.



Sorge vor der großen Konkurrenz auf dem Lieferdienst-Markt haben weder Küstner noch Schneider. Zwar gebe es einige lokale Anbieter, die ihren Fokus ebenfalls auf gesunde Ernährung gelegt haben, sagt Küstner, doch diese würden kaum Lieferungen anbieten. Aber ist der Markt nicht längst überhitzt? Auch Schneider ist überzeugt: Der Markt wachse so schnell, dass noch mehr Anbieter hinzukommen, um die Nachfrage bedienen zu können.

Im vergangenen Jahr stieg auch TV-Koch Frank Rosin als Partner bei Pottsalat ein. Zusammen hätten sie bereits einige Salate und Bowls für ihr Sortiment kreiert, erklärt Küstner. Außerdem beziehe Pottsalat einige Bio-Produkte aus Rosins Manufaktur Green Rosin.

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Aktuell profitiert der Lieferdienst von der steigenden Nachfrage in der Coronakrise. Erreichte das Start-up 2019 erstmals einen Jahresumsatz von mehr als eine Million Euro, konnte es diese Marke 2021 bereits im ersten Quartal knacken. „Die Coronakrise hat uns etwa zehn Prozent mehr Umsatz beschafft“, sagt Küstner. Noch 2021 will das Start-up bis zu vier weitere Pottsalat-Stores eröffnen. Mitte 2022 ist dann die große Expansion geplant: Pro Monat soll ein weiterer Standort eröffnen.

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