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  4. Joe Biden gilt als Choleriker: Wie Sie trotzdem erfolgreich und mächtig werden

KarriereleiterWie Sie selbst als autokratischer Choleriker erfolgreich und mächtig werden

Hinter verschlossenen Türen soll sich der amtierende US-Präsident (und eben nicht Trump) unbeherrscht und beleidigend aufführen. Dieser fiese Führungsstil bringt Sie eben doch zu Ruhm und Einfluss. Unter folgenden Voraussetzungen.Marcus Werner 14.07.2023 - 11:53 Uhr

Joe Biden ist laut seiner Mitarbeiter aufbrausend.

Foto: Getty Images, REUTERS, Collage: Marcel Reyle

Sie neigen zu Wutausbrüchen? Sie ziehen ein ehrliches Schimpfwort der umständlichen Höflichkeit vor? Sie brüllen gerne Einzelne vor der gesamten Belegschaft zusammen und fragen sich, ob Ihnen das einmal karrieretechnisch auf die Füße fallen könnte?

Och, dann lesen Sie hier mal über Joe Biden. Ja, Joe Biden. Der Mann jenseits dessen, was man so als bestes Mannesalter bezeichnet, der so gerne Eis leckt, putzig durch die Welt stolpert und schon mal im Publikum nach verstorbenen Bekannten ruft, der manchmal so leise spricht, dass allein deshalb der Saal verstummt. Dieser Joe Biden ist laut derer, die eng mit ihm zusammenarbeiten, hinter den Kulissen mitunter wie eine Furie.

Die Kolleginnen und Kollegen des amerikanischen Portals Axios haben einmal aufgeschrieben, was aus dem Weißen Haus so kolportiert wird:

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von Marcus Werner

In privaten Situationen neige Biden dazu herumzuschreien. Seine Wut könne so impulsiv hochsprudeln, dass sich manche Mitarbeiter nur noch mit einem Kollegen gemeinsam in seiner Gegenwart aufhalten.
Typische Präsidenten-Sprüche seien wie diese:

„Verdammt, wie zum Teufel kannst du das nicht wissen?!“ („God dammit, how the fuck don't you know this?!)
„Erspar mir dein verdammtes Geschwätz!“ („Don't fucking bullshit me!“)
„Verpiss dich aus dem Auto.“ („Get the fuck out of the car.“)

Außerdem lasse Biden Mitarbeitende gerne sich winden, wenn er spüre, dass jemand die Antwort auf seine Frage nicht kenne, und bohre immer weiter, was schon geflügelt als „stump the dummy“ („den Dummen auflaufen lassen“) bezeichnet wird.

So schildern es aktuelle oder ehemalige Mitarbeitende des US-Präsidenten, die es selber erlebt haben. Also, der Werthers-Echte-Opa würde wohl anders auftreten.

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Nur: Der Werthers-Echte-Opa saß in Bidens Alter nur noch im braunen Ohrensessel und hat von damals erzählt. Biden hingegen ist mit seiner pampigen Art der mächtigste Mensch der Welt und entscheidet direkt und indirekt über das Schicksal von Milliarden von Menschen mit.

So bleiben Sie mächtig

Wie schaffen Sie es also, trotz Ihrer aufbrausenden (okay, nennen wir es ruhig: cholerischen) Art, erfolgreich und mächtig zu bleiben?

Plan A: Machen Sie es wie Biden.

1. Seien Sie Multimillionär.

2. Lassen Sie sich zur öffentlichkeitswirksamen Ikone einer Organisation ernennen, die nach Möglichkeit über viele Jahre keine andere Chance sieht, als Sie weiter als ihr Aushängeschild vor sich her zu tragen. Nehmen Sie dafür rechtzeitig mögliche Nachfolger unter Ihre Fuchtel, heben Sie sie in wichtige Positionen und betrauen Sie sie mit Aufgaben, die zum Scheitern verurteilt sind oder den Frust der Öffentlichkeit auf sie lenken werden.

3. Seien Sie so mächtig, dass Ihre Macht Ihr Team selber mächtig macht. Diese Macht lässt kaum jemand wegen schlechter Stimmung aus den Händen gleiten. Organisieren Sie sich dafür am besten Zugriff auf ein stattliches Atombombenarsenal.

4. Suchen Sie sich eine Branche, in der die härteste Konkurrenz mehrere Strafermittlungen am Hals hat.

5. Und das ist das Wichtigste: Verbergen Sie Ihre Unbeherrschtheit und Ihren autokratischen Führungsstil unbedingt den vielen Abermillionen Unterstützern gegenüber, auf dessen Wohlwollen Sie angewiesen sind.

Denn das ist auch bei Biden der Clou: Die Wählerinnen und Wähler kennen ihn anders als die Insider. In der amerikanischen Öffentlichkeit wirkt der Präsident so schnuffelig verpeilt, dass man ihn wohl schon fast aus Mitleid wählen würde.

Plan B: Zur Schwäche stehen

Wenn es sich in der Kürze der Lebenszeit für Sie nicht einrichten lässt, Punkt 1 bis 5 in Ihre Karriere einzupflegen, dann sehe ich für Sie folgende Option:

Der Plan B: Stehen Sie zu Ihrer Führungsschwäche

Wenn es Ihnen nicht gelingt, Ihre Ausbrüche zu unterdrücken, dann geben Sie Ihrem Team eine Chance, damit umzugehen.

1. Und das meine ich alles ernst: Wenn schon, dann gewöhnen Sie sich an, Ihren Ausbruch direkt im Anschluss sofort wieder zu kassieren und sich für Ihren unfairen Stil zu entschuldigen.

2. Geben Sie Ihren Mitarbeitenden unbedingt ein Kommunikations-Werkzeug in die Hand, das sie zum Ausgleich einsetzen können, um sich gegen Ihre hochkochenden Anmaßungen zu wehren. Etwa ein Signalwort: „Tsunamialarm!“ oder „Rote Karte!“ Oder sagen Sie: „Wenn es euch zu rabiat wird, haut auf den Tisch.“ Oder: „Ihr habt das Go, mich abmahnungsfrei auszulachen.“ Oder: „Lasst mich einfach stehen. Und verlasst den Raum.“

3. Fragen Sie sich, ob Ihre Unbeherrschtheit damit zu erklären ist, dass Sie wegen der Bedeutung der Sache die Nerven verlieren. Und sprechen Sie das zur Ehrenrettung auch im Team an. Laut Axios sind einige Biden-Mitarbeiter etwa der Meinung, dass es besser für den Präsidenten wäre, ab und an in der Öffentlichkeit einen Wutausbruch zu bekommen, um die Befürchtung der Wähler zu zerstreuen, dem 80-Jährigen sei Amerika irgendwie egal.

4. Viele erlauben sich ihre Ausbrüche nur im vertrauten Rahmen. Man zeigt seine Schwächen eher denen gegenüber, denen man vertraut. Erklären Sie das zumindest einmal Ihrem Team. Zur Reinwaschung taugt es freilich nicht. Doch Axios etwa zitiert eine ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses: „Ich habe ihm mehrmals gesagt: 'Dass wir ein wirklich gutes, vertrauensvolles Verhältnis haben, weiß ich, wenn Sie mich zum ersten Mal anschreien.’“ Noch so ein Versuch der Ehrenrettung.

Doch all das sind natürlich nur dürftige Pflaster über einer klaffenden Wunde. Deshalb:

5. Wenn Sie Ihren Jähzorn und Ihre ungezügelten Wutausbrüche beim Kommunizieren selber nicht einhegen können, gönnen Sie sich ein professionelles Training. Und machen Sie im Zweifel einen Termin bei einem Psychologen.

Aber das alles natürlich nur für den Fall, dass Sie nicht Präsident oder Präsidentin der Vereinigten Staaten von Amerika werden.

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