So arbeite ich #8 | Jochen Schweizer: „Die erste Stunde des Tages verbringe ich ganz mit mir allein“
Apple-CEO Tim Cook steht angeblich jeden Morgen um 3:45 Uhr auf, um ein Workout zu machen und E-Mails zu lesen. Manch ein erfolgreicher Mensch schwört aufs Frühaufstehen – andere sehen in Meditation oder einer bestimmten Ernährung den Schlüssel zu außergewöhnlicher Produktivität und Fokus. Die WiWo hat einigen Erfolgreichen einen kurzen Fragebogen vorgelegt und sie gebeten, ihre Produktivitäts-Geheimnisse zu verraten.
Hier antwortet Jochen Schweizer, Unternehmer und Gründer der nach ihm benannten Unternehmensgruppe im individuellen Eventbereich.
Wie sieht Ihre Morgenroutine aus?
Es ist ein Irrglaube, anzunehmen, alle erfolgreichen Menschen wären Frühaufsteher. Wann und wieviel ein Mensch schläft, hängt davon ab, welcher Chronotyp er ist, also eine Lerche oder doch eher eine Eule. Ich selbst bin eine moderate Lerche. Das bedeutet, dass ich ohne Wecker zwischen 6 und 6.30 Uhr morgens aufwache – unabhängig davon, wann ich ins Bett gehe. Hauptsache, ich komme auf meine sieben Stunden Schlaf.
Der Tag beginnt für mich zunächst mit der Körperübung „Fünf Tibeter“ in meinem Japanhaus, gefolgt von einer großen Tasse Tee. Die erste Stunde des Tages verbringe ich ganz mit mir allein, womit ich einer bedeutenden buddhistischen Regel folge. Sie lautet: Spend some time alone everyday. Jeder Mensch braucht Zeit mit sich selbst, um den Fokus auf die eigenen Ziele nicht zu verlieren.
Zum Frühstück gibt es ein Körnermüsli mit selbst angebauten Aroniabeeren aus Norwegen.
Welche Tools nutzen Sie, um fokussiert und produktiv zu sein?
Mein wichtigstes ‚Tool‘ ist mein Assistenzteam. Und natürlich der Kalender in meinem Smartphone.
Wie steht es um Ihre Work-Life-Balance?
Meine Woche hat sieben Tage. Der Grund: Meine Arbeit macht mir viel Spaß, weswegen ich nicht zwischen Privat- und Berufsleben differenziere. Dessen ungeachtet plane ich regelmäßige Ruhezeiten ein und mindestens eine Stunde täglich für Sport, um auch weiterhin mental und körperlich fit zu bleiben.
Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert und wieso?
Am meisten inspiriert mich gerade das Buch „Der Wald der Zukunft“. Der Förster Martin Janner beschreibt darin die Notwendigkeit eines klimaresistenten Umbaus der deutschen Wälder. Denn die Wälder, wie wir sie jetzt kennen, Fichtenmonokulturen inklusive, können auf Dauer nicht bestehen. Und gerade hier setzt Janner an. Mich fasziniert, wie leicht verständlich er sich dabei dieser komplexen Thematik nähert, und stehe als Baumliebhaber deshalb auch in einem regen Austausch mit dem Autor.
Ich glaube, dass der Akt des Baumpflanzens tatsächlich sehr viele Menschen berührt. Denn das erfolgreichste Video auf meinem Social-Media-Account zeigt mich nicht etwa bei einem meiner Stunts oder einer Keynote-Rede, sondern dabei, wie ich einen Mammutbaum, den ich selbst aus einem Samen gezogen hatte, in meinem Garten pflanze. Das Resultat: ganze 1,5 Millionen Views. Nachhaltigkeit ist und bleibt somit völlig zu Recht ein wichtiges Thema. Mein Traum ist es, dass jeder, der einen Garten hat, einen für diesen Garten und das Klima der Zukunft geeigneten Baum pflanzt.
Lesen Sie außerdem die Antworten von:
Alice Mascia von DAZN
Annika Ledeboer von Ryanair
Yaël Meier von der Beratungsagentur ZEAM
Céline Flores Willers von The People Branding Company
Alicia Lindner von Börlind
Frank Thelen, Gründer und Chef der Risikokapitalfirma Freigeist
Tim Raue, Sternekoch und Unternehmer