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Robert Ketterer"Eine neue Dimension bei Fälschungen"

Robert Ketterer, Inhaber des Münchner Auktionshauses Ketterer Kunst, spricht im Interview über die Folgen der Digitalisierung für den Kunstmarkt und den Umgang mit Fälschern und Betrügern.Matthias Kamp 05.02.2016 - 17:38 Uhr

Viel Raum für Neues: Kunsthändler Ketterer.

Foto: Wolf Heider-Sawall für WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche: Herr Ketterer, wie entwickelt sich der Kunstmarkt in jüngster Zeit?

Robert Ketterer: Bereits seit einigen Jahren ist der Markt durch drei Megatrends gekennzeichnet: Kunst als Kapitalanlage,  die Verknappung, die in der Natur der Sache liegt und die laufende Globalisierung von Angebot und Nachfrage.  Dazu kommt noch die Entdeckung der zeitgenössischen Kunst. Alles zusammen bewirkt eine nachhaltige stabile Steigerung der weltweiten Märkte, weitestgehend unbeeindruckt von allen Wirtschafts- und Finanzkrisen.

Verstärkt sich der Trend, dass Betrüger Fälschungen anbieten oder ist der Trend eher rückläufig?

Überall, wo Märkte hohe Werte schaffen, gibt es Fälschungen. Es gibt gefälschten Schmuck, gefälschte High-Tech-Produkte für Flugzeuge und sogar Raumschiffe, gefälschten Spitzenwein und Falschgeld. Das Problem ist so alt wie der Handel und wie die Märkte. Eine Ausweitung im Kunstmarkt sehen wir derzeit aber nicht. 

Kino: Eine Horde Streber sieht den großen Crash voraus

Warum noch einen Film über die Weltwirtschaftskrise anschauen? Zum einen handelt es sich bei „The Big Short“ um eine wahre Geschichte: Vier streberhafte Hedgefondsmanager sehen unabhängig voneinander das Platzen der Immobilienblase auf dem US-Markt voraus – und wetten dagegen. Zum anderen seien da noch ein paar Namen erwähnt: Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des berühmten Wirtschaftsjournalisten Michael Lewis. Aber auch die Besetzungsliste liest sich illuster: Neben Brad Pitt und Christian Bale spielt auch Ryan Gosling mit. Kinostart ist am 14. Januar.

Foto: AP

Konzert: Adele singt "Hello", und 27 Millionen gefällt das

27 Millionen Mal „Hello“: Nur 24 Stunden, nachdem Adele Laurie Blue Adkins die erste Single-Auskopplung ihres neuen Albums bei YouTube hochgeladen hatte, verzeichnete es schon 27 Millionen Abrufe. Und damit nicht genug: Die Single landete in mehr als 100 Ländern auf Platz 1 der iTunes-Charts, das Album verkaufte sich allein in den USA fünf Millionen Mal. Und das innerhalb der ersten zwei Wochen – mehr geht kaum. Klar, dass auch die geplante Europatournee nicht mit Superlativen spart: Sechs Konzerte spielt die britische Sängerin Anfang Mai in Köln, Berlin und Hamburg. Wer der 27-Jährigen einmal persönlich „Hello“ sagen möchte, der muss sich allerdings auf Ebay umsehen. Denn natürlich waren alle 49 Termine nach Minuten ausverkauft.

Foto: dpa

Stadt: Über polnische Brücken sollst du gehen

Seit 1985 wird der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ vergeben, 2016 ist neben dem spanischen San Sebastián die Hauptstadt Niederschlesiens, Breslau, dran – nach Krakau als zweite polnische Stadt. Im nationalen Wettbewerb setzte sie sich sogar gegen Warschau und Danzig durch. Umso ernster nehmen die Verantwortlichen die Auszeichnung. Bereits seit acht Jahren bereitet sich die Stadt auf ihren großen Auftritt vor, insgesamt investierte sie 50 Millionen Euro. Neben drei neuen Museen werden in den kommenden zwölf Monaten 350 Projekte und Veranstaltungen realisiert, darunter Welt-Jazztage, der Europäische Filmpreis und eine Theaterolympiade. Der Stadtpräsident Rafal Dutkiewicz hofft, das Geld durch den Tourismus wieder reinzuholen.

Foto: dpa

Hotel: Ein himmlischer Ort - zumindest für Hemingway

„A Legend in Progress“ ist auf dem Schild vor der Baustelle am berühmten Place Vendôme in Paris zu lesen. Die Legende ist das Nobelhotel Ritz, Lieblingsherberge allerlei Prominenter. Zum Beispiel von Modeikone Coco Chanel, die dort mehr als 30 Jahre lang eine Suite bewohnte, Schriftsteller Ernest Hemingway oder Popstar Madonna. Außerdem nahm hier Prinzessin Diana ihr letztes Mahl ein, bevor sie am Abend des 31. August 1997 tödlich verunglückte. Knapp drei Jahre lang war das in die Jahre gekommene Luxushotel geschlossen. In diesem März eröffnet es wieder. Das Geld muss wieder reinkommen, das Zimmer kostet pro Nacht mindestens 1000 Euro. Im Preis inbegriffen ist das Gefühl, das niemand schöner beschrieb als Hemingway: „Wenn ich von einem späteren Leben im Himmel träume, dann spielt sich immer alles im Ritz ab.“

Foto: dpa

Film: Aus dem TV ins Kino - und wieder zurück

30 Jahre nachdem das Ruhrpott-Raubein Horst Schimanski erstmals im Kino ermittelte, verlässt der „Tatort“ erneut das gewohnte Terrain am Sonntagabend im Ersten. Ab dem 4. Februar ermittelt Til Schweiger alias Nick Tschiller in ganz Europa. Der neue Fall soll alle Dimensionen sprengen. Nicht nur inhaltlich und finanziell, sondern auch filmisch soll das Heiligtum der Deutschen neue Wege gehen. Wer den Film im Kino sehen will, sollte jedoch zunächst wie gewohnt Fernsehen gucken: Im Januar zeigt die ARD „Der große Schmerz“ und „Fegefeuer“. Der Kinofilm baut auf dieser Handlung auf. Clever.

Foto: dpa

Musik: Öfter mal was Neues - David Bowie goes Jazz

Von Ziggy Stardust zu Miles Davis? Auch im Alter von 68 ist David Bowies Experimentierfreude ungebrochen. Am 8. Januar macht sich der britische Musiker selbst ein Geburtstagsgeschenk: An diesem Tag erscheint sein 25. Studioalbum „Blackstar“. Für die Aufnahme der sieben neuen Lieder holte sich Bowie unter anderem New Yorker Jazzmusiker ins Studio, Kritiker unken schon von Chaos mit Methode. Und von arabischen Klängen, die sich mit jazzigem Saxophon und Punk mischen. David Bowie eben – aber mal wieder ganz anders.

Foto: dpa

Buch: Von Nierenkranken, Schülern und freien Märkten

Im Jahr 2012 erhielt der US-Amerikaner Alvin Roth den Ökonomienobelpreis gemeinsam mit seinem Landsmann Lloyd Shapley. Beide entwickelten Erkenntnisse, wie man verschiedene wirtschaftliche Akteure auf nicht funktionierenden Märkten zusammenbringt. Roth, der erst in Harvard und nun in Stanford lehrt, entwarf Regeln für die Zuteilung von Schülern auf High Schools oder die Verteilung von Spenderorganen auf Nierenkranke. Am 8. März erscheint Roths Buch „Wer kriegt was – und warum?“. „Unterhaltsam und unwiderstehlich“, befand der renommierte US-Ökonom Gregory Mankiw, „Sozialwissenschaften in Höchstform.“

Foto: dapd

Ausstellung: Bier. Braukunst und 500 Jahre Deutsches Reinheitsgebot

Am 23. April 1516 wurde in Bayern das Reinheitsgebot erlassen. Für das Technoseum Mannheim Anlass genug, zum 500-jährigen Jubiläum die Geschichte der Braukunst zu erzählen. Vom Brotbrei der Sumerer bis zur industriellen Massenherstellung setzt sich die interaktive Ausstellung mit einem der wichtigsten deutschen Kulturgüter auseinander. Vom 19. Februar bis zum 24. Juni können die Besucher alles über Technik, Kultur und Wirtschaft des Bieres erfahren. Zum Beispiel die unterschiedlichen Sorten und Herstellungsprozesse kennenlernen; sehen, wie sich die Werbung mit Bier im Laufe der vergangenen Jahrhunderte verändert hat; und erfahren, warum der Erfolg des Gerstensaftes ohne die Erfindung des Kühlschranks nicht möglich gewesen wäre. Ach ja – und den ein oder anderen Schluck zu trinken gibt es selbstverständlich auch.

Foto: PR

Serie: "Game of Thrones" - lebt er oder lebt er nicht?

Im April 2016 soll die sechste Staffel der mittelalterlichen Saga in den USA anlaufen, deutsche Fans werden vermutlich im Herbst erlöst. Noch ist unklar, welche Charaktere wiederkehren, bislang gibt es nur Gerüchte. Am Ende der letzten Staffel lag Jon Schnee, von zahlreichen Dolchstichen durchlöchert, scheinbar tot am Boden. Die Fans waren schockiert. Nun darf seine Gefolgschaft wieder hoffen: Er ist auf dem ersten Teaser-Bild der neuen Staffel zu sehen. Zudem wurde er vor Kurzem bei der Abschlussparty der Dreharbeiten in Nordirland gesichtet. Dutzende von Internetseiten beschäftigen sich mit solchen Spekulationen – dem produzierenden US-Sender HBO dürfte es recht sein.

Foto: AP

Kunst: Christo verpackt nicht, er will übers Wasser

Dieses Mal ist alles anders. Der für seine verhüllten Gebäude berühmte Künstler Christo legt für sein nächstes Projekt Stoffbahnen kreuz und quer über den norditalienischen Iseosee. Besucher der Installation The floating piers werden auf den 16 Meter breiten und rund drei Kilometer langen Stegen übers Wasser wandeln können. Jesus-Feeling inklusive: Die Wellen sollen unter den Fußsohlen zu spüren sein. Für das Projekt verarbeitet der 80-jährige Künstler rund 70 000 Quadratmeter Stoff, der je nach Lichteinfall in strahlendem Gelb oder warmem Orange schillern soll. Die Eröffnung ist im Juni 2016.

Foto: AP

Genuss: Vom Walpenis zum besten Restaurant der Welt

Er hat es schon einmal getan. Der Däne René Redzepi, angesagtester Koch der Welt, packte sein Team, Rezepte und Ideen ein und zog damit von Kopenhagen nach Tokio. Ein riesiger logistischer Aufwand – für zwei Monate. Jetzt wiederholt er das Brimborium: Im Januar zieht das Noma erneut um. Nach Australien. In der Zwischenzeit wird die dänische Heimat das Noma – Abkürzung für nordisches Essen – vermissen. Mittlerweile sagt jeder dritte Tourist, er komme aufgrund der Gastronomie. Und meint damit das Noma. Mit regionalen, oft abenteuerlichen Zutaten und sehr viel weniger Tamtam als die Kollegen aus Frankreich mauserte sich Redzepis Küche zum Gourmettrend der vergangenen Jahre. Auch er selbst ist zum Star geworden. Haben sie das Menü hinter sich, fragen seine Gäste nach Autogrammen. Im Juli erscheint eine Dokumentation über ihn. „Noma – My Perfect Storm“ erzählt die Geschichte seines Restaurants, dass von Kollegen zunächst als „Walpenis“ verspottet – und schließlich viermal zum besten der Welt gewählt wurde.

Foto: AP

Theater: Düstere Fiktion trifft auf düstere Realität

Am 7. Januar 2015 erschien der neue Roman des französischen Schriftstellers Michel Houellebecq. „Unterwerfung“ handelt vom Verenden der französischen Kultur durch die Islamisierung des Landes. Ebenfalls am 7. Januar 2015 stürmten zwei Männer die Redaktionsräume des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ und töteten elf Menschen. Das eine noch düstere Fiktion, das andere schon düstere Realität. Viele attestierten Houellebecq hellseherische Kräfte. Im Februar bringt das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg den Stoff auf die Bühne.

Foto: dpa

Buch: Als Pilot fliegt es sich immer noch am meisten

Zuerst wird er Unternehmensberater, allerdings aus einem kuriosen Grund: Er will viel Zeit im Flugzeug verbringen, und das trifft auf Berater tendenziell zu. Doch dann bemerkt Mark Vanhoenacker seinen Fehler. Gibt es doch schließlich einen Beruf, der noch mehr Zeit in der Luft verspricht. Also schult er auf Pilot um, heute fliegt er Mittel- und Langstrecke, bevorzugt die Boeing 747. Und schreibt nebenher. Für die „New York Times“ oder die „Financial Times“ – und nun auch sein erstes Buch. Das Thema? Natürlich, es handelt vom Fliegen. Um genau zu sein: von der unglaublichen Faszination des Fliegens. Die Rezensenten des englischen Buchs äußerten sich nach der Lektüre euphorisch. „Himmelhoch“ erscheint am 1. Februar im Hanser Verlag.

Foto: PR

Serie: Neue Folgen aus dem Kartenhaus

Macht und Sex, Intrigen und Verbrechen. Dazu der ebenso skrupellose wie charismatische Hauptdarsteller Frank Underwood, gespielt vom Oscar-Preisträger Kevin Spacey, und seine nicht minder machtgierige Frau Claire, dargestellt von Robin Wright. Die vom Streamingdienst Netflix produzierte Serie „House of Cards“ vereint gleich mehrere Erfolgszutaten auf einmal. Kein Wunder, dass sie nun in die Verlängerung geht. Im März erscheint die vierte Staffel und liefert den Fans hoffentlich Antworten auf drängende Fragen: Bleibt Underwood Präsident? Und verlässt Claire ihren Mann?

Foto: REUTERS

Ausstellung: Premiere einer ehrgeizigen Sammlerin

Als aus Gabriele Hünermann die Frau des Firmenerbes Konrad Henkel wurde, dachte sie nicht daran, von nun an ein trostloses Leben als Milliardärsgattin zu führen. Die ehrgeizige Journalistin entwickelte sich zu einer ebenso ehrgeizigen Kunstmäzenin, die für den Konsumgüterkonzern ihres Mannes über viele Jahre eine stattliche Kunstsammlung aufbaute. Ausgewählte Stücke werden im kommenden Jahr erstmals öffentlich gezeigt – natürlich in Düsseldorf, Sitz der Henkel-Zentrale. Schwerpunkt wird die amerikanische Malerei der Nachkriegsjahre sein, mit Werken von Frank Stella und Ellsworth Kelly. Vom 9. April bis zum 14. August in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Foto: AP

Theater: Not too big to play Theater

Es ist die wahre Geschichte eines beispiellosen Absturzes. Drei Brüder gründen 1850 eine Bank, die über 100 Jahre später zum Synonym für gierige Banker, Betrug und Größenwahn werden soll. Der italienische Autor und Theaterregisseur Stefano Massini hat die Geschichte der Gründer von Lehman Brothers verarbeitet: „Aufstieg und Fall einer Dynastie“. Uraufgeführt wurde das Stück bereits 2013 in Paris, 2016 feiert es in mehreren deutschen Städten Premiere: zum Beispiel am 18. März in Köln, am 14. Mai in Hannover und Ende Juni in München.

Foto: dpa

Werden Ihnen mitunter auch Fälschungen angeboten? Kommt das häufig vor?

Unser Unternehmen ist seit sechzig Jahren am Markt. Es liegt in der Natur der Sache, dass wir als international anerkannter Markenname mit allen Facetten des Marktes und allen Entwicklungen in Berührung kamen und kommen. Von den tausenden Werken, die uns aus der ganzen Welt laufend für unsere Auktionen angeboten werden, ist aber nur ein kleiner Bruchteil fraglich. Die Bandbreite des Fraglichen ist dabei groß: Es gibt sozusagen „echte“ Fälschungen, es gibt Verfälschungen echter Gemälde und es gibt unklare Provenienzen, also fragwürdige Herkunftsgeschichten.

Bisher hielt die Erbin der WestLB ihre Kunstschätze vor der der Öffentlichkeit geheim. Nach einem Bericht der Rheinischen Post wird jetzt erstmals der gesamte Umfang der Kunstwerke im Portigon-Besitz bekannt – insgesamt rund 400 Werke. Ihr Gesamtwert wird auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt. Zur Sammlung gehören etwa Werke der klassischen Moderne wie etwa ein „Gartenbild“ von August Macke.

Foto: Creative Commons

Im November versteigerte das Land Nordrhein-Westfalen in New York zwei Warhol-Gemälde aus Beständen der Westspiel-Gruppe für über 120 Millionen Euro und musste dafür Kritik einstecken. Auch der Portigon-Sammlung könnte eine Privatisierung bevorstehen, bisher ist unklar, was mit ihr geschieht.

Foto: AP

Laut einer bislang geheim gehaltenen Inventarliste des Finanzministeriums NRW sind neben August Mackes „Der Macke'sche Garten“ auch Werke wie Joseph Beuys „Selbstporträt“ und „Rechtecke versetzt“, Max Bills „Felder aus acht Farbgruppen“ und „Stab“ oder Sigmar Polkes „Widder im Vollmond“ eins bis vier Teil der Portigon-Kunstsammlung. Zu den Werken der klassischen Moderne in der Portigon-Sammlung gehören auch eine Ansicht Konstantinopels von Paul Signac (Bild) und das „Rote Haus“ von Gabriele Münter. Die Portigon-Rechtsvorgängerin WestLB hatte die Werke in den Sechziger und Siebziger Jahren erstanden.

Foto: Creative Commons

Wie RP Online herausfand, ist auch die „Frau im Profil“ von Emil Nolde Teil der Portigon-Sammlung, ebenso „Zwei Mädchen“ von Hans-Peter Feldmann, das „Working Model for Stone Memorial 1961“ von Henry Moore, Robert Rauschenbergs „One more and we will be halfway there„ und „6 Anordnungen von Farben“ von Gerhard Richter. Auch der hoch gehandelte Fotokünstler Wolfgang Tillmans steht auf der Inventarliste, ebenso Künstler der Düsseldorfer Fotoschule wie Thomas Struth oder Candida Höfer. Auch einige Stierlithographien aus der berühmten Serie von Pablo Picasso (wie hier aus einer anderen Sammlung) gehören der Portigon.

Foto: dpa Picture-Alliance

Zur selben Zeit erstand die damalige WestLB auch eine Gruppe von abstrakten und konstruktivistischen Kunstwerken, darunter Arbeiten von Max Bill. Der Künstler ist etwa für die Dreiergruppe aus Bildsäulen (Bild) vor dem Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart verantwortlich. Portigon besitzt zudem Arbeiten von Morris Louis, Victor Vasarelys, Reliefs von Jan Schoonhoven, und Plastiken von Nicolas Schoeffer.

Foto: Creative Commons

Ein großer Teil der Portigon-Sammlung besteht aus zeitgenössischer Kunst von 1960 bis heute, darunter sind Werke von Nachwuchskünstlern der Düsseldorfer Kunstakademie. Angesehene deutsche Künstler wie Joseph Beuys (Bild) sind vertreten, ebenso wie Imi Knoebel, Gotthard Graubner, die Zerokünstler Uecker, Piene, Mack und Luther, Isa Genzken, Hans Peter Feldmann und Katharina Grosse.

Foto: dpa

Einen vierten Schwerpunkt der Kunstsammlung macht die zeitgenössische Fotokunst aus, sie ist ebenfalls eng mit der Düsseldorfer Kunstakademie verknüpft. Die international geschätzten Fotokünstler Bernd und Hilla Becher haben mehrere Generationen junger Nachwuchskünstler unterrichtet. Hier sieht man die Professoren im Museum K21 in Düsseldorf.

Foto: dpa-dpaweb

Werke der zeitgenössischen Fotografie aus der Portigon-Kunstsammlung stammen etwa von Candida Höfer (Foto), Thomas Struth, Jörg Sasse, Jitka Hanzlová oder Elger Esser.

Foto: dpa Picture-Alliance

Neben Kunst gehört auch klassische Musik zur Sammlung der Portigon: So sind mehrere wertvolle Stradivari-Violinen im Besitz der Bank, ebenso wie ein Violoncello von Joseph Rocca. Die Instrumente befinden sich jedoch im Sinne der Hochbegabtenförderung derzeit in den Händen junger Künstler: Suyoen Kim darf die Stradivari „ExCroall“ von 1684 spielen, Lena Wignjosaputro das Rocca-Violoncello von 1860.

Foto: dpa Picture-Alliance

Auch ein bekannter Violinist profitiert von der Portigon-Sammlung: Die wertvolle Violine „Lady Inchiquin“, von Antonio Stradivari 1711 in Cremona gefertigt, gehört seit 2002 zur Sammlung – seither spielt Violinist Frank Peter Zimmermann (Bild) das edle Instrument, auch Geiger und Komponist Fritz Kreisler spielte schon auf der „Lady Inchiquin“.

Foto: dpa Picture-Alliance

Ist es heutzutage schwerer, Fälschungen zu erkennen oder einfacher?

Seit einigen Jahren sehen wir tatsächlich eine neue Qualitätsdimension bei Fälschungen. Allein der Vorgang selbst ist oft schon verdächtig. Es wird nicht nur ein vermeintlich wertvolles Werk angeboten, sondern wie selbstverständlich auch noch vergilbte gefälschte Originalrechnungen und aufwendig gemachte Gutachten. Versuche hermetischer Fälschungsinszenierungen. Wir sehen es als doppeltes Kompliment: Einerseits für unsere Fähigkeit, gute Preise zu erzielen und für unsere Seriosität. Denn all das beweist ja nur, dass bekannt ist, dass wir einen geradezu als kriminologisch zu bezeichnenden Erkennungsaufwand betreiben.  Der übrigens auch wirkt, unsere Standards gelten als vorbildlich.

Wie erleichtert der technische Fortschritt das Aufspüren von Fälschungen?

In Einzelfällen durchaus. Wir nutzen dann technische Verfahren, zum Beispiel zur präzisen Altersanalyse von Farben und Leinwänden und es gibt natürlich die weltweit steigende Vernetzung und Integration von Informationen, vor allem bei Datenbanken der Ermittlungsbehörden. Meistens genügen aber unsere bewährten Instrumente bereits.

Deutsche Auktionshäuser

Wie lange hält die Hausse am Kunstmarkt?

von Dieter Schnaas und Christopher Schwarz

Was unternimmt Ihr Haus um gefälschte Werke zu identifizieren?

Wir haben einen 360-Grad Ansatz für Echtheit. Das bedeutet zuallererst, dass grundsätzlich jedes neu ins Haus eingelieferte Werk als falsch zu gelten hat und seine Echtheit erst beweisen muss. Wir poolen dabei das Gesamtwissen der Organisation und aller Mitarbeiter. Darüber hinaus haben wir für alle wichtigen Namen im Markt hochspezialisierte Spezialisten und Gutachter auf der ganzen Welt, die wir schon beim kleinsten verbleibenden Zweifel beiziehen. Für den Schutz unserer Marke, die für Seriosität und Vertrauen steht, betreiben wir  einen hohen Aufwand. Das sind auch keine geringen Kostendimensionen.

Welche Folgen hat die Digitalisierung für den Kunstmarkt?

Der gesamte Markt wird zunehmend digital. Für unser Haus darf ich beanspruchen, das wir hier traditionell Pionierleistungen erbracht haben. So hatten wir bereits 1977, als noch niemand davon sprach, zentrale Prozesse auf Computer umgestellt. Dafür wurden damals von den allermeisten sogar belächelt. Seit Jahren machen wir selbstverständlich Live-Auktionen im Internet. Bis heute sind wir ständig auf der Suche nach neuen übergreifenden Entwicklungen,  die für den Kunstmarkt zukunftsmächtig werden könnten.

Welche Art von Werken versteigert man typischerweise im Internet?

Es gibt keine typischen Werke dafür. Eigentlich kann das Netz fast alles. Aktuell gibt es noch gewisse Preisobergrenzen, die aber durch die steigende Akzeptanz des Internets in der Kunst ständig nach oben verschoben werden.

In welchen Größenordnungen entwickelt sich das Geschäft mit Online-Auktionen und was erwarten Sie für die Zukunft?

Die Geschwindigkeiten beim Umschlag mit Werken werden sich erhöhen, die Absätze werden zunächst bei kleinpreisigeren Objekten steigen. Auch weil es leichter wird, Endkunden global anzusprechen. Der Anteil des Internets am gesamten Kunstmarkt wird mindestens proportional wachsen.

Glauben Sie, dass irgendwann die Präsenzauktionen überflüssig werden? Falls nicht, warum nicht?

Keinesfalls. Wer jemals eine große Auktion erlebt hat, wird einen bleibenden Eindruck mitnehmen. Die Atmosphäre ist besonders und sie fasziniert. Sicher jedoch werden Live-Auktionen in Zukunft etwas selektiver, die Zahler der versteigerten Kunstwerke wird eher sinken. Dagegen werden wir immer mehr Besucher sehen, seit einiger Zeit  haben wir auch steigende Akzeptanz bei Menschen, die früher nicht kamen. Und eine gelungene Live-Auktion ist auch ein echtes gesellschaftliches Ereignis.

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