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Aktien mit Potenzial Glänzende Zukunft für zurückgebliebene Nebenwerte

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Simona, H&R, Tomorrow Focus

Der Hersteller von Rohren, Platten und anderen Werkstoffen blickt auf knapp 160 Jahre Geschichte zurück. Heute produziert der Mittelständler aus Rheinland-Pfalz nicht nur Behälter für die Chemieindustrie, sondern auch antibakterielle Wandverkleidungen für Krankenhäuser und spezielle Platten für Benzintanks, wie sie im Audi A8 verbaut werden. „80 Prozent der Produktinnovationen sind vom Kunden getrieben“, sagt Wolfgang Moyses, Simona-Vorstandsvorsitzender. Bis zu 355 Millionen Euro Umsatz und 26 Millionen Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern prognostiziert das Unternehmen dieses Jahr. Die Dividende soll steigen: „9,50 bis 10 Euro sind möglich“, sagt Moyses – rund 2,5 Prozent Rendite.

Kernmarkt ist Europa (73 Prozent Umsatzanteil im ersten Halbjahr). Größere Zukäufe gab es in den USA. „Weitere sollen folgen, in den USA vielleicht 2016“, sagt Moyses. Trotz der jüngsten Turbulenzen sieht er in China Potenzial, da dort immer stärker auf Qualität geachtet werde. Eine breitere geografische Aufstellung würde Simona noch stabiler machen; die Aktie dürfte nach mehreren Jahren Stagnation ihren zu Jahresanfang gestarteten Anstieg fortsetzen. Der Börsenhandel ist wenig rege; nur mit Limit ordern.

Einst war die H&R-Aktie ein kleiner Börsenstar, legte im Kurs von 2004 bis Ende 2006 von 10 auf 53 Euro zu. Heute ist der Kurs sogar unter dem alten Ausgangsniveau angekommen. Schuld ist vor allem der zusammengebrochene Ölpreis. Die Niedersachsen stellen chemisch-pharmazeutische Spezialitäten auf Rohölbasis sowie Präzisions-Kunststoffteile her. In den vergangenen zwei Jahren waren die Umsätze rückläufig, 2014 sackten die Erlöse um 13 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. Wie im Vorjahr war das Ergebnis rot. Dieses Jahr jedoch wird H&R wieder einen Gewinn schaffen, vor allem dank niedrigerer Kosten. Obwohl sich der Umsatz im ersten Halbjahr noch einmal um drei Prozent auf 525 Millionen Euro verringerte, sprang der Konzernnettogewinn von minus 2,7 auf plus 18,2 Millionen Euro. Sackt der Ölpreis nicht noch einmal dramatisch, was unwahrscheinlich ist, dann landet die H&R-Aktie bei einer Gewinnbewertung 2015 von geschätzt gut zehn. Das ist ebenso günstig wie andere wichtige Kennziffern: Die Eigenkapitalquote liegt bei 40,5 Prozent, die Nettoschulden werden zum Jahresende auf 128 Millionen Euro geschätzt, das wäre knapp das Doppelte des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation – ein guter Wert. Das relativ marktenge Papier (knapp 280 Millionen Euro Börsenkapitalisierung) ist unterm Strich für spekulative Anleger interessant, die Abtaucher aushalten können.

Der Name täuscht: Ihre Beteiligungen an den Focus-Medien hat Tomorrow Focus (TMF) mittlerweile abgestoßen. TMF ist jetzt ein Onlinereiseanbieter. Größte Beteiligung und stärkste Marke ist das Buchungsportal Holidaycheck.de. Investoren wünschen sich deshalb schon eine Umbenennung des Konzerns. Zusätzlich gehören die Wetterseiten von Meteovista zum Konzern sowie das im Benelux-Raum führende Hotelbewertungsportal Zoover.

Börse



Die Konkurrenz unter den Buchungsportalen ist groß. Neben Marktführer Tui buhlen auch ProSiebenSat.1 mit weg.de und ab-in-den-urlaub.de von Unister um Urlauber. Im ersten Halbjahr 2015 gab TMF deshalb 4,4 Millionen Euro mehr an Werbung aus. Schon 2014 nahm der Konzern 6,6 Millionen mehr in die Hand, um Kunden zu gewinnen. Anfang August kündigte der Vorstand an, man erwarte 2015 kein operatives Wachstum, sondern konstante Erträge. Ein Grund: Der starke Schweizer Franken belastet – die Zentrale von Holidaycheck liegt in der Schweiz. Währungsverluste könnten das Ergebnis um maximal 2,2 Millionen Euro drücken, prognostiziert TMF.

TMF ist an der Börse 190 Millionen Euro wert. Als der Konzern 2013 die fehlenden sechs Prozent der Anteile an Holidaycheck übernommen hatte, bewertete er das Reiseportal allein mit insgesamt 250 Millionen Euro. Anleger, die TMF deshalb für unterbewertet halten, sollten mit einem möglichen Einstieg aber erste Jahresergebnisse nach dem Verkauf der Focus-Medien abwarten.

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