BörsenWoche 528: Depotticker: Die wichtigsten Updates der Woche
+++ Buffett verkauft BYD-Anteile (KD) +++
Berkshire Hathaway hat sich von allen Anteilen des chinesischen Elektroautobauers BYD getrennt. 2008 erwarb die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett gut ein Zehntel der BYD-Anteile. Als Großaktionär begleitete Berkshire das Unternehmen bei beeindruckendem Wachstum. BYD gehört heute zu den größten Autoherstellern der Welt. Die Aktie hat sich langfristig stark entwickelt.
2022 begann Berkshire jedoch mit dem Verkauf seiner Anteile. Wie kürzlich bekannt wurde, hat sich der Konzern nun von all seinen BYD-Aktien getrennt. Berkshire-Chef Warren Buffett erklärte dazu lapidar: „Ich denke, wir werden einen Ort für das Geld finden, mit dem ich mich besser fühle.“
Der chinesische Automarkt ist hart umkämpft. Hersteller müssen mit niedrigen Preisen um Kunden werben. Laut Insidern soll BYD seine interne Prognose bereits gesenkt haben. Der Konzern will dieses Jahr nun nicht mehr 5,5 Millionen, sondern nur noch 4,6 Millionen Autos verkaufen.
Dass sich Berkshire unter diesen Umständen nach großem Erfolg von seinen BYD-Anteilen trennt, ist nachvollziehbar. Die Frage ist allerdings, was Buffett mit dem Verkaufserlös anfangen will. Berkshire Hathaway sitzt bereits auf Barmitteln in Höhe von 344 Milliarden Dollar. Aktionäre würden sich über lukrative Deals freuen. Zudem drückt Buffetts nahender Rückzug auf die Stimmung der Anteilseigner. Der 95-Jährige wird Ende des Jahres den Chefposten an seinen erfahrenen Vize Greg Abel abtreten. Die Berkshire-Aktie hat zuletzt leicht an Wert verloren. Unterm Strich hinkt sie dem US-Leitindex S&P 500 dieses Jahr ein paar Prozentpunkte hinterher.
+++ Samsung überzeugt mit KI-Chips (KD) +++
Der koreanische Leitindex Kospi klettert auf frische Rekordhochs. Das liegt auch an Samsung Electronics. Seit dem Tief vergangenen November hat die Aktie 67 Prozent zugelegt. Bis vor wenigen Monaten belasteten Sorgen um die Chipsparte den Kurs. Nun häufen sich die guten Nachrichten: Der E-Autobauer Tesla hat im Juli einen Großauftrag im Wert von 16,5 Milliarden Dollar mit Samsung vereinbart. In Samsungs texanischer Fabrik soll die sechste Generation von Teslas KI-Chips hergestellt werden. Sie sollen eine zentrale Rolle in selbstfahrenden Autos und humanoiden Robotern spielen. Der Auftrag stärkt Samsungs Ruf in puncto künstlicher Intelligenz (KI). Zuvor wurde den Koreanern diesbezüglich wenig zugetraut.
Nun folgte die nächste gute Nachricht: Der KI-Halbleitergigant Nvidia hat laut mehreren koreanischen Medien seinen Mitarbeitern die Freigabe für die Nutzung von Samsung-Produkten erteilt. Zuvor hatte sich Nvidia unzufrieden mit der Qualität gezeigt und sich bevorzugt beim koreanischen Wettbewerber SK Hynix umgeschaut, um seinen Bedarf an Speicherchips zu decken.
+++ Softbank greift nach den Sternen (SD) +++
Das KI-Großprojekt Stargate plant weitere Rechenzentren. Der Zusammenschluss der Techkonzerne Softbank, OpenAI und Oracle informierte vergangene Woche über Pläne, fünf weitere Rechenzentren bauen zu wollen. Insgesamt sollen im Rahmen von Stargate 500 Milliarden Dollar investiert werden. Das erste Rechenzentrum ist bereits in Abilene im US-Bundesstaat Texas an den Start gegangen. Anleger sind begeistert: Die Softbank-Aktie legte in Tokio fünf Prozent zu. 19.000 Yen kostete ein Softbank-Anteilsschein dort zuletzt, noch im April waren es 5730 Yen.
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