Börsen in Asien: Asiatische Märkte nach gemischten China-Daten verhalten
Durchwachsene Konjunkturdaten aus China drücken die asiatischen Aktienmärkte am Montag ins Minus. Zudem dämpfte die politische Unsicherheit in Europa die Risikobereitschaft und hielt den Euro in der Defensive.
In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,8 Prozent auf 38.106,41 Punkte, nachdem die Einzelhandelsumsätze im Mai die Erwartungen übertrafen, Industrieproduktion und Anlageinvestitionen aber enttäuschten. Weitere Daten zeigten, dass die Immobilieninvestitionen im Mai weiter fielen, was die anhaltenden Spannungen im Immobiliensektor verdeutlicht. Der breiter gefasste Topix gab um 1,5 Prozent auf 2705,71 Punkte nach.
Toyota Motor verlor 2,1 Prozent, was auf die anhaltenden Auswirkungen eines Zertifizierungsskandals zurückzuführen ist. Der staatliche Sender NHK berichtete, dass Toyota die Produktion der betroffenen Modelle um mindestens einen weiteren Monat bis Ende Juli aussetzen werde. Suzuki Motor fiel um 3,8 Prozent und Mazda um 3,4 Prozent. „Im Grunde hat sich der Nikkei lange Zeit mehr oder weniger seitwärts bewegt, jetzt wird er ein wenig durchgeschüttelt“, sagte Kazuo Kamitani, Aktienstratege beim Finanzdienstleister Nomura Securities. Er rechnet mit einer Korrektur bis auf 37.500 Punkte.
Die chinesische Zentralbank (PBOC) hat am Montag bei der Verlängerung auslaufender mittelfristiger Kredite den Leitzins wie erwartet nicht angetastet. Der Zinssatz für die einjährige mittelfristige Kreditfazilität (MLF) in Höhe von 182 Milliarden Yuan (25,08 Milliarden Dollar) für einige Finanzinstitute bleibe unverändert bei 2,50 Prozent, teilte die PBOC am Montag mit. In einer Reuters-Umfrage unter 31 Marktbeobachtern erwarteten 30 oder 97 Prozent der Befragten, dass die PBOC den MLF-Zinssatz unverändert lassen würde.
Die Zentralbank stellte zudem vier Milliarden Yuan über siebentägige Reverse Repos zur Verfügung, während die Kreditkosten unverändert bei 1,80 Prozent blieben. Infolge der Fälligkeit von MLF-Darlehen in Höhe von 237 Milliarden Yuan in diesem Monat verzeichnete das chinesische Bankensystem einen Nettomittelabfluss von 55 Milliarden Yuan.
Insgesamt deuten diese Maßnahmen darauf hin, dass die chinesische Zentralbank versucht, ein Gleichgewicht zwischen der Aufrechterhaltung der Stabilität des Finanzsystems und der Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung zu finden.
Anleger warten auf internationale Zinsentscheidungen
Die Anleger richten ihr Augenmerk nun auf die Entscheidungen der Zentralbanken in Australien, Norwegen und Großbritannien, die auf ihren Sitzungen in dieser Woche ihre Zinssätze voraussichtlich unverändert lassen werden, während die Schweizerische Nationalbank (SNB) angesichts der jüngsten Stärke des Schweizer Franken eine Lockerung vornehmen könnte.
Chinas Behörden wollen stärker gegen Leerverkäufe vorgehen
Chinesische Behörden haben zudem ein verstärktes Vorgehen gegen Leerverkäufe angekündigt. Die Wertpapieraufsicht CSRC reagierte damit am Sonntag nach eigenen Angaben auf Berichte in sozialen Medien, wonach die jüngste Marktschwäche auf einen Anstieg derartiger Geschäfte zurückzuführen sei. Bei bestimmten Aktien habe es wegen Umstellungen in Benchmark-Indizes verstärkte Leerverkäufe gegeben. Insgesamt seien diese Aktivitäten jedoch zurückgegangen, hieß es. Die CSRC hatte am 6. Februar bereits Beschränkungen für die Geschäfte erlassen, bei denen auf fallende Kurse gewettet wird. Der Shanghai Composite Index verzeichnete zuletzt fünf Wochen in Folge Verluste.