Börsenchancen: Den Bullen reiten
Aktien waren 2012 der Renner an der Börse. Trotzdem griff gerade einmal jeder fünfte deutsche Anleger zu den Anteilsscheinen. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bankenverbandes, die das Anlageverhalten der Deutschen untersuchte. Handelsblatt Online zeigt, wo die Deutschen 2012 ihr Geld investierten und welche Anlageprodukte die Anleger dieses Jahr im Visier haben.
Foto: gmsSenioren sind Top-Anleger
Der Anteil der Deutschen, die 2012 einen nennenswerten Geldbetrag angelegt haben, steigt mit zunehmenden Alter erkennbar an. Im Gesamtdurschnitt gibt mit 54 Prozent etwas mehr als die Hälfe der Befragten an, über entsprechende Finanzanlagen zu verfügen. Unter den Frauen beträgt der Anteil 53 Prozent, unter den Männern 55 Prozent. Mit 47 Prozent bilden Anleger im Alter von 18 bis 39 Jahren die kleinste Anlegergruppe. Die größte Gruppe bilden mit 65 Prozent Anleger ab 60 Jahren.
Foto: gmsFreud und Leid bei den Anlegern
Trotz eines weiteren Euro-Krisenjahr stieg der Dax 2012 auf ein neues Allzeithoch. Auf das gesamte Jahr hochrechnet legte der Leitindex um gut 30 Prozent zu. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der deutschen Anleger zeigte sich trotz der guten Kursentwicklung mit der Werteentwicklung ihrer Finanzanlage unzufrieden.
Foto: dpaFestgeld und Tagesgeld besonders beliebt
Im laufenden Jahr 2012 waren bei den deutschen Anlegern Festgeld und Tagesgeld die beliebtesten Anlageprodukte. Obwohl der Dax in diesem Jahr um rund 30 Prozent zulegte, rangieren börsennotierte Finanzprodukte erst deutlich danach. Gerade einmal jeder fünfte Deutsche investierte sein Geld in Aktien. Darauf folgten Immobilien mit knapp 17 Prozent. Das in der Krise besonders beliebte Anlageobjekt Gold, war mit gerade einmal neun Prozent ebenfalls auf den hinteren Plätzen.
Foto: gmsFrauen mögen Festgeld und meiden Aktien
Während Frauen tendenziell stärker in Festgeld sowie Tagesgeld investiert sind, meiden sie Aktienanlagen noch in stärkerem Maße als Männer. Bei Fonds sind hingegen nur geringfügige, bei Immobilien, Gold und anderen Edelmetallen sogar überhaupt keine Unterschiede im Anlageverhalten von Männern und Frauen feststellbar.
Foto: dpaPotenzial für Immobilien und Gold
Neben Festgeld und Tagesgeld würden die Verbraucher 2013 auch stärker in Immobilien, Gold und andere Edelmetalle investieren, wenn sie einen größeren Geldbetrag dafür zur Verfügung hätten. Den größten Zuwachs im Vergleich zu 2012 erleben Immobilien. 46 Prozent aller deutschen Anleger würden sich ein Haus oder eine Wohnung anschaffen. 2012 investierten gerade einmal 17 Prozent in Immobilien. Auch die Krisenwährung Gold ist 2013 deutlich beliebter. Knapp 30 Prozent der deutschen Anleger würden sich größere Goldbestände zulegen.
Foto: CLARK/obsGeringe Risikobereitschaft bei der Anlage
Trotz des derzeit allgemein niedrigen Zinsniveaus können sich nur neun Prozent der Anleger vorstellen, bei künftigen Finanzanlagen mit einer höheren Risikobereitschaft gegebenenfalls eine höhere Renditen zu erzielen. Mit 91 Prozent legt die Mehrheit der deutschen Sparer einen großen Wert auf Sicherheit.
Foto: gms
Männer etwas risikofreudiger als Frauen
Sicherheitsdenken dominiert sehr stark auch die Anlagestrategien männlicher Finanzanleger. 86 Prozent der befragten Männer können sich nicht vorstellen, bei Anlagen für eine höhere Rendite ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Frauen sind aber offenbar noch sicherheitsorientierter: 96 Prozent von ihnen wollen bei der Geldanlage möglichst kein Risiko eingehen.
Foto: dpa
Die Nervosität wächst mit jedem Tag, an dem der Dax sich weiter der Marke von 8000 Punkten nähert. Zumindest bei vorsichtigen Anlegern wie Jürgen Dickemann. „An der 8000er-Klippe ist der Dax in den letzten zehn Jahren zweimal gescheitert und danach massiv eingebrochen“, warnt er. Der Investor managt zwei Spezialfonds für reiche Kunden einer Privatbank. Die lassen ihm freie Hand; er kann Aktien, Anleihen, Bargeld, Derivate mischen. Verluste macht Dickemann selten, und wenn, dann kleine. Das soll so bleiben. Zuletzt habe er daher kaum Aktien gekauft, sagt er. Dem bekennenden Antizykliker missfällt, dass im Moment „scheinbar alle für Aktien sind“. Die Erfahrung lehre: Wenn es erst mal so weit ist, dann ist das Beste an der Börse oft schon vorbei.
In der Tat schwindet bei vielen Anlegern derzeit das Unbehagen gegenüber der Börse rapide, die Risikobereitschaft steigt, und Aktien sind wieder gefragt. Seit dem Krisentief im März 2009 hat der Dax rund 115 Prozent zugelegt, stieg zuletzt auf den höchsten Stand seit fünf Jahren.
Nachhaltige Kurssteigerungen
Zum einen treibt die Erleichterung über ausgebliebene Katastrophen die Kurse: Seit die Europäische Zentralbank im Juni ankündigte, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen, ist die Euro-Krise im Bewusstsein der Börsianer vorerst entschärft. Die Renditen der Krisenländer-Anleihen sind gesunken, die Gefahr von Staatspleiten ist damit – vorerst – gebannt.
Aber kann pure Erleichterung für nachhaltige Kurssteigerungen sorgen? Stabiler scheint der zweite Faktor, der die Börsen befeuert: der Mangel an Alternativen. „Viele Aktien solider Konzerne mit stabilen Gewinnen sind zwar historisch gesehen auch nicht mehr ganz billig, im Vergleich zu Anleihen und Immobilien aber immer noch attraktiv. Sie bringen Dividendenrenditen von drei bis vier Prozent“, sagt Peter Reichel, Chef der Vermögensverwaltung bei Berenberg, „das ist das Doppelte der Umlaufrendite von Unternehmensanleihen mittlerer Laufzeit und drei Mal so viel wie zehnjährige deutsche Staatsanleihen.“
Der Euro wird überleben
Die europäische Währung, Dauerpatient auf der Intensivstation, wird bis 2013 nicht sterben - davon gehen jedenfalls die Analysten der Research-Abteilung von HSBC Trinkaus aus. Ihre Prognose begründen sie mit den Treuebekundungen der europäischen Politiker zum Euro und dem Versprechen der EZB unbegrenzt Staatsanleihen klammer Staaten zu kaufen, die einen Hilfsantrag beim Euro-Rettungsschirm gestellt haben. Die Märkte werden sich langfristig beruhigen, sofern die Euro-Länder ihre Hausaufgaben machen.
Foto: dpaNiedrige Zinsen, niedrige Inflation
Die Zinsen werden mittelfristig niedrig bleiben. Die Analysten der HSBC rechnen damit, dass die EZB ihre Niedrigzinspolitik auch noch 2013 fahren wird. Allerdings gehen sie auch von einer niedrigen Teuerungsrate aus. Paradox? Nein. Denn die Geldflut der EZB werde nicht über Kredite in die Realwirtschaft fließen und zwar wegen hoher Arbeitslosigkeit und Unterkapazitäten in der Euro-Zone. Ausnahme bleibe Deutschland: Hierzulande könnte die Inflation stärker anziehen - dank Lohnsteigerungen und robustem Arbeitsmarkt.
Foto: dpaKeine Immobilienblase
Eine Immobilienblase in Deutschland sehen die Experten nicht. Das heißt aber nicht, dass Immobilien nicht gefragt sein werden. Dafür sprechen niedrige Zinsen und damit niedrige Finanzierungskosten. Zudem sei der Arbeitsmarkt robust - und wer einen sicheren Job hat, der will auch ein eigenes Häuschen. Doch Immobilien könnten auch als Anlageklasse interessanter werden – dank niedriger Renditen bei festverzinslichen Papieren und volatiler Aktienmärkte.
Foto: dpaDollar könnte unter die Räder kommen
Für eine Belastung des Dollar-Kurses sehen die Analysten der HSBC für 2013 drei Faktoren. Erstens: Die lockere Geldpolitik der US-Notenbank und wahrscheinlich werden weitere quantitative Maßnahmen folgen. Zweitens driften die USA auf die Schuldenobergrenze zu. Wenn diese nicht erhöht wird, wird die US-Regierung zahlungsunfähig, was die Wirtschaft belasten und automatisch Steuererhöhungen mit sich bringen wird. Als dritten Grund sehen sie eine mögliche Verlagerung der Aufmerksamkeit. Während derzeit alle Welt auf die Staatsfinanzen der Euro-Länder schauen, könnte sich in Zukunft die Diskussion auf die USA konzentrieren.
Foto: dpaGold glänzt
Der Goldpreis wird weiter steigen. Weil Notenbanken Gold kaufen, die Realzinsen negativ sind und Währungen abgewertet werden, steigt die Beliebtheit des Edelmetalls weiter. Sorgen um eine wachsende Inflation verstärken diesen Trend noch. Die Geldflut dürfte außerdem ihren Weg zum Gold finden, das im Gegensatz zur Währung nicht beliebig vermehrt werden kann.
Foto: dpaUnternehmensanleihen sind interessant
Aufgrund ihrer Prognosen für das Jahr 2013 hat die HSBC auch bestimmte Anlagestrategien empfohlen. Die Investmentgrade-Unternehmensanleihen gehören dazu. Denn selten sei der Aufschlag im Verhältnis zur Rendite so hoch gewesen. Langfristig sei das Chance-Risiko-Verhältnis besonders attraktiv. Gegen ein kurzfristiges Investment in diese Anlageklasse spreche dagegen vor allem die geringe Liquidität. Bei Staatsanleihen von Ländern mit einem guten Rating sind die Renditen kleiner als die Inflation und deshalb unattraktiv.
Foto: dpaSpekulativ: Hoch-Zins-Anleihen
In Tagen der Niedrigzinspolitik ist bei Staatsanleihen wenig zu holen. Die Analysten der HSBC empfehlen deshalb spekulativen Investoren High-Yield-Anleihen - jedoch nur als Beimischung. Allerdings ist bei Unternehmens-Hochzins-Anleihen Vorsicht geboten: Die hohen Zinsen gibt es wegen der schlechten Kreditwürdigkeit der Unternehmen. HSBC empfiehlt deshalb, sich die Unternehmen genau anzuschauen und solche auszuwählen, die ein solides Geschäftsmodell und geringe Verschuldung.
Foto: dpaAktien, Aktien, Aktien
Die Analysten der HSBC sehen für Aktien noch Aufwärtspotenzial. Sie seien die einzige Anlageklasse, die historisch günstig bewertet ist. Außerdem sind die Dividendenrenditen höher als die Anleiherendite derselben Unternehmen. Da die Analysten davon ausgehen, dass die Weltrezession ausbleibt, dürften die Unternehme ihre Dividende fleißig weiter zahlen. Die Zinsen werden in naher Zukunft niedrig bleiben, was Aktien besonders attraktiv macht. Neben dividendenstarken Titeln sollten Anleger auch Aktien aus den Emerging Markets in Betracht ziehen. Die Analysten glauben, dass sich China zur positiven Überraschung entpuppen könnte.
Foto: dpaEmerging Markets: Gute Aussichten, hohe Schwankungen
Während man bei gut bewerteten Ländern wie USA und Deutschland mit Staatsanleihen nicht einmal die Inflation ausgleichen kann, kann man mit Staatsanleihen der Schwellenländer durchaus solide Renditen erzielen. Diese gibt es natürlich auf Kosten der Sicherheit. Denn größter Risikofaktor ist die Volatilität. Insbesondere lokale Währungen der Schwellenländer können stark schwanken, schreiben die Analysten der HSBC in ihrer Studie.
Foto: dapdRichtig gewichten bleibt Gebot der Stunde
Hohe Renditen kann man nur mit risikobehafteten Investments erreichen. Deshalb sollten Anleger mit solchen Investments vorsichtig und sparsam umgehen, möglichst langfristig anlegen, breit streuen und nur in dem Umfang investieren, den man auch selbst managen kann. Denn gerade der private Anleger hat nicht die Zeit und die Möglichkeit sich täglich mit Umschichtungen im Depot zu befassen.
Foto: dpa
Folge: Immer mehr wohlhabende Privat- und große institutionelle Anleger kehren an die Börse zurück. Andreas Beck, Leiter des Instituts für Vermögensaufbau, der Zehntausende von Depots analysiert, beobachtet, „dass mit der Fortdauer des Zinstiefs und Anlagenotstands die Anti-Aktien-Front weiter bröckelt“. Viele Anleger seien nach Rendite regelrecht „ausgehungert“, so Beck. Das betreffe wohlhabende Privatleute genauso wie die Manager von Versicherungen, Pensionsgeldern und Stiftungen.
Vergangene Woche erzählte der Manager einer Lebensversicherung stolz, dass er seine Aktienquote 2012 „fast verdoppelt“ habe – von 1,6 auf 2,8 Prozent. Immerhin.
Die Aktienrally aus Mangel an Alternativen könne „noch eine ganze Weile anhalten“, meint sogar der notorisch pessimistische Vermögensverwalter Joachim Paul Schäfer von PSM in München. „Viele institutionelle Anleger stehen Gewehr bei Fuß, sie warten auf einen Rücksetzer, um etwas günstiger reinzukommen, wollen aber die nächste Dividenden-Saison im April und Mai unbedingt mitmachen.“ Sollte der Rücksetzer ausbleiben, würden sie nervös.
Rückschläge im Dax sind Kaufgelegenheiten (Klicken Sie auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht)
Foto: WirtschaftsWoche
„Viele waren schon 2012 nicht dabei, als der Dax kräftig zulegte, jetzt wollen sie unbedingt noch aufspringen“, sagt Hendrik Leber vom Fondsanbieter Acatis.
Droht da schon die nächste Blase? „Die Euro-Krise ist nur besänftigt, nicht behoben; ein Rückschlag ist daher jederzeit möglich“, sagt Reiner Sachs, Vorstand Shareholder Value AG. Doch auch er bleibt optimistisch: Durchaus denkbar sei zum Beispiel, „dass die Weltwirtschaft und damit die Unternehmensgewinne 2013 positiv überraschen und die vorausgelaufenen Kurse einholen“, so Sachs. Auch das wäre nicht das erste Mal, meint der Fondsmanager, „ex ante sind Haussen nie erkennbar“.
China und die Wachstumsdelle
Auch 1980, 1994 und 2003 entstanden langjährige Haussen aus damaliger Sicht quasi aus dem Nichts. Im Nachhinein stellte sich aber stets heraus, dass die Börse die sich abzeichnende Erholung der Umsätze und Gewinne der Unternehmen nur vorweggenommen hatte.
So könnte es auch diesmal laufen. Immer mehr deutet darauf hin, dass China seine Wachstumsdelle von 2012 überwindet und wieder zur Lokomotive der Weltwirtschaft werden könnte. „Auch die USA könnten positiv überraschen“, meint Sachs. Am Dienstag etwa meldete der zuvor verlustreiche Aluminiumkonzern Alcoa überraschend für das letzte Quartal schon wieder Gewinne.
Dax stürzt auf 5000 Punkte
In diesem Jahr konnte der Dax fast 30 Prozent an Wert gewinnen, was ihn nach Ansicht mancher Analysten im kommenden Jahr aber anfällig für Rücksetzer macht. "Der Dax war 2012 einer der am besten laufenden Aktienmärkte der Welt, da sich das wirtschaftliche Schwergewicht in Europa weit besser geschlagen hat als die meisten anderen Länder der Euro-Zone", urteilte Chefökonom Steen Jakobsen von der Saxo Bank. Diese Entwicklung werde aber im kommenden Jahr nicht anhalten, da eine Abkühlung der Konjunktur in China auch die Expansion der deutschen Industrie zum Halten bringen dürfte.
Jakobsen präsentiert seit Jahren zur Adventszeit provokante Marktprognosen und sticht damit aus dem Friede-Freude-Eierkuchen-Trend heraus. Prinzipiell sind seine Theorien keine richtigen Prognosen, sondern eher Gedankenspiele, wie der Ökonom sagt. Diese haben das Ziel, die Anleger für Gefahren zu sensibilisieren. Gerade in diesem Jahr herrsche an den Börsen ein nie dagewesener und durchaus beunruhigender Optimismus, gegen den er ankämpfen wolle. "Kein einziger Analyst an der Wall Street setzt 2013 auf sinkende Kurse. Das ist besorgniserregend", sagt Jakobsen.
Doch trotz aller Gedankenspielerei, seine Theorien sind nicht unwahrscheinlicher als die der Konkurrenz. Und "sie könnten sich für Investoren als weitaus relevanter erweisen", findet der Chefökonom der Saxo Bank. So sagt er, dass im kommenden Jahr die Vergemeinschaftung der Euro-Schulden näher rückt, was die Unsicherheit der Investoren wachsen lässt. Daraufhin stürzt der Dax um gut ein Drittel und landet bei rund 5000 Punkten.
Foto: dpaWechselkurs-Untergrenze für Schweizer Franken und Euro fällt weg
Die Schweiz und Deutschland beziehungsweise die europäische Union haben auch im kommenden Jahr so ihre Probleme miteinander. Nachdem das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz endgültig gescheitert ist, ziehen die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Regierung in Bern wegen der steigenden Risiken im Euro-Raum die Notbremse. Sie heben die Wechselkurs-Untergrenze auf, damit die Devisenreserven nach einem Kapitalansturm nicht die gleiche Höhe wie das Bruttoinlandprodukt erreichen. Daraufhin fällt der Euro-Franken-Kurs 0,95 Schweizer Franken.
Foto: APJapanische Großkonzerne werden verstaatlicht
Ein anderes Szenario, dass Jakobsen entwirft, ist die Verstaatlichung der Elektronikriesen aus Japan: Wegen der 2012 gemachten Verluste laufen Sony, Panasonic und Sharp Gefahr, vom Staat übernommen zu werden. Das mag jetzt abstrus klingen. Aber es hatte auch zunächst niemand für möglich gehalten, dass die US-Regierung bei der Rettung der Automobilindustrie zu diesem Instrument greift.
Und als Jakobsen einmal vorhergesagt hat, dass die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen unter drei Prozent fallen werde, behielt er Recht - wie auch bei einigen anderen seiner Horrorprognosen.
Foto: REUTERSRendite von US-Treasuries verdoppelt sich
Jakobsen sagt auch, dass die Zinspolitik der US-Notenbank Fed dafür sorgen wird, dass sich die Rendite von US-Treasuries mit 30-jähriger Laufzeit verdoppeln wird. Dadurch, dass Investoren sich von festverzinslichen Anlageprodukten abwenden und Anleihen durch Aktien ersetzen werden, könnten die Nettozuflüsse in den Aktienmarkt außerdem um 30 Prozent steigen. In diesem Zusammenhang sei mit höheren Zinsen sowie einer anhaltenden Aktien-Outperformance einhergehen.
Foto: REUTERSGoldkurs fällt auf 1200 Dollar
"Auch mit den diesjährigen Outrageous Predictions spielen wir mögliche, meist sehr negative Ereignisse durch, die im kommenden Jahr eintreten könnten und dadurch die Finanzmärkte sowie den politischen Status quo grundlegend verändern würden", sagt Chefvolkswirt Jakobsen von der Saxobank. Würde nur eine der Vorhersagen eintreten, wären die Konsequenzen enorm. Beispielsweise die folgende:
2013 beschert den Vereinigten Staaten einen Konjunkturaufschwung, in den Wirtschaftshoffnungsländern Indien und China dagegen lässt das Wachstum nach und die Arbeitslosigkeit nimmt zu, was die Goldnachfrage massiv beeinträchtig. Die Folge: Der Goldpreis fällt auf 1200 Dollar.
Foto: dpa
WTI kostet nur noch 50 Dollar pro Barrel
Auch der Erdölpreis könnte fallen, warnt Jakobsen. Weil die USA dank neuer Techniken mehr Rohöl fördern können, die Lager aber bereits jetzt voll sind, gerät der Preis unter Druck. Zwar gibt es immer mehr Öl, die Ausfuhr ist aber nur bedingt möglich. Der Preis für das Öl der Sorte WTI könne deshalb 50 Dollar pro Barrel fallen.
Foto: dpaDollarkurs fällt auf 60 Yen
Nachdem Shinzo Abe in Japan die Parlamentswahl gewonnen hat und nun die Liberaldemokratische Partei an der Macht ist, könnte der Yen an Stärke verlieren. Da die japanische Regierung nicht genügend gegensteuert, versuchen Investoren, sich für eine Yen-Schwäche zu positionieren. Es folgt die Kapitalrückführung aus dem Ausland, der Dollar-Yen-Wechselkurs sinkt auf 60 USD/JPY.
Foto: REUTERSHongkong-Dollar wird an den Renmimbi gekoppelt
Auch das nächste Horrorszenario beschäftigt sich mit Währungen und deren Entwicklung. Laut Saxobank sollten Investoren ruhig auch einmal darüber nachdenken, dass Hongkong seine Währung, den Hongkong-Dollar, vom US-Dollar lösen könnte. Stattdessen wäre eine Bindung an den chinesischen Renminbi denkbar. Ginge Hongkong diesen Schritt, könnten andere asiatische Länder dem Beispiel folgen, was die Volatilität der chinesischen Währung verstärken würde. Außerdem würde Hongkong zum wichtigsten Handelsplatz für den Renminbi und zu einem der wichtigsten Devisenhandelszentren der Welt.
Foto: dpaSojapreis steigt um 50 Prozent
Nachdem es 2011 und 2012 vielen Weizen- und Sojabauern gerade in den USA kräftig die Ernte verhagelt hat, sind die Sojavorräte auf ihrem Tiefstand. Kämen im folgenden Jahr weitere Stürme oder Dürreperioden, kann der Sojapreis locker um bis zu 50 Prozent steigen.
Foto: dpaSpanien taumelt auf die Pleite zu
Die Anleihen Spaniens könnten im kommenden Jahr auf Ramschniveau herabgestuft werden. Daraufhin steigen die Renditen für Staatsanleihen - zehn Prozent sind denkbar, der Staatsbankrott ist in Sichtweite. Weitere Proteste und ein daraus resultierender Spar-Stop sind durchaus denkbar, so der Chefvolkswirt der Saxobank.
Foto: dpa
Die Rally könnte weiterlaufen. Selbst vorsichtige Anleger wie Schäfer und Dickemann meinen, dass „ein paar gute Aktien in jedes Portfolio gehören“. Einem Anleger, der noch gar nicht investiert sei, würde Dickemann „jederzeit, auch heute, zu rund einem Viertel Aktienanteil am Gesamtportfolio raten, je nach Alter und Risikoneigung“. Für eher vorsichtige Anleger böten sich breit streuende Fonds an, meint Anlage-Verhaltensforscher Beck, „in die man häppchenweise, aber regelmäßig investiert, am besten über einen Sparplan“.
Zinswende in Vorbereitung (Klicken Sie auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht)
Foto: WirtschaftsWoche
So entschärften die Anleger die schwierige Frage nach dem richtigen Timing: Wer regelmäßig investiert, etwa jeden Monat für ein paar Hundert Euro, kauft mal teuer, mal eher günstig. Immerhin umgeht er den verbreiteten Impuls, immer erst zu kaufen, wenn die Kurse schon seit einer Weile gestiegen sind. Genau das tun normalerweise 90 Prozent der Anleger, so Beck. „Das an sich verständliche Zögern und Zaudern kostet die meisten ihre Rendite.“
Besser: konstant investieren, unabhängig von der aktuellen Nachrichtenlage. Für den ersten Schritt sei es nie zu spät, meint Reichel: „Das Diskriminieren einer ganzen Anlageklasse ist immer falsch; man braucht zu jeder Zeit eine Mischung aus Bargeld, Gold, Anleihen und eben auch Aktien.“
Wer schon viele Aktien im Depot halte, sollte aber nicht ausgerechnet jetzt, nach mehr als 100 Prozent plus im Dax vom letzten Krisentief aus, auf breiter Front aufstocken. „Lieber auf einen Rücksetzer warten und dann an schwachen Börsentagen in mehreren Schritten Qualitätsaktien nachkaufen“, rät Reichel.
Platz 15: International Petroleum Investment - VAE
Der Staatsfonds der International Petroleum Investment Company in den Vereinigten Arabischen Emiraten verfügt über ein Vermögen von 65,3 Milliarden US-Dollar. Der Fonds wurde im Jahr 2006 gegründet, um Dubais Staatsunternehmen finanziell zu unterstützen. Dadurch soll die wirtschaftliche Entwicklung des Emirates vorangetrieben werden.
Foto: dpaPlatz 14: Investment Corporation of Dubai - VAE
Ein Staatsfonds aus Dubai. Der Investment Corporation of Dubai verwaltet insgesamt ein Vermögen von 70 Milliarden US-Dollar.
Foto: dapdPlatz 13: Australian Future Fund
Der australische Staatsfonds Australian Future Fund verfügt über ein Vermögen von 83 Milliarden US-Dollar. Trotz eines BIP von mehr als einer Billionen US-Dollar, gehört der australische Staatsfonds zu einem der kleinsten Staatsfonds auf der Welt. Der Fonds wurde gegründet, um die künftigen Rentenzahlungen der australischen Beamten bedienen zu können.
Foto: APPlatz 12: Qatar Investment Authority
Das Vermögen des Staatsfonds der Qatar Investment Authority in Katar beläuft sich auf knapp 115 Milliarden US-Dollar. Seit der Gründung im Jahr 2005 kauft sich das Emirat über Fonds und Tochtergesellschaften bei Unternehmen weltweit ein.
Foto: rtrPlatz 11: National Social Security Fund - China
Knapp 135 Milliarden US-Dollar hat der chinesische National Social Security Fund unter Verwaltung. Seit dem Start im Jahr 2000 erwirtschaftete der Fonds, dank eines breit gestreuten Portfolios, eine konstant gute Rendite.
Foto: rtrPlatz 10: National Welfare Fund - Russland
Das Vermögen des russischen National Welfare Fund beläuft sich auf 149,7 Milliarden US-Dollar. Die Einnahmen stammen überwiegend aus Öl- und Gasgeschäften. Der Fonds investiert einen großen Teil des Geldes in Aktien und Anleihen. Darüber hinaus ist der Staatsfonds auch als Kreditgeber für den russischen Bankensektor aktiv.
Foto: dpaPlatz 9: Temasek Holdings - Singapur
Ein weiterer Staatsfonds Singapurs - diesmal der Temasek Holdings - verfügt über ein Vermögen von 157,5 Milliarden US-Dollar. Ziel des Fonds ist es, Unternehmen mit guten Wachstumsaussichten mit Kapital zu unterstützen. Dadurch soll die wirtschaftliche Entwicklung des Stadtstaates vorangetrieben werden.
Foto: APPlatz 8: Government of Singapore Investment Corporation
Der Staatsfonds der Government of Singapore Investment Corporation in Singapur verfügt über ein Vermögen von 247,5 Milliarden US-Dollar. In den letzten 20 Jahren erzielten die Fondsmanager eine jährliche Rendite von 7,2 Prozent. Damit zählt der Fonds zu den besten Performer in der vergangenen zwei Dekaden.
Foto: APPlatz 7: Kuwait Investment Authority
Das Vermögen der Kuwait Investment Authority in Kuwait beläuft sich auf insgesamt 296 Milliarden US-Dollar. Zudem fließen jedes Jahr 10 Prozent der Öleinnahmen in den Fonds. Im Zuge der weltweiten Finanzkrise entschied das Königshaus die Quote bis 2015 auf 15 Prozent zu steigern. Den Fondsmanagern sind bei ihrer Anlage keine Grenzen gesetzt. Das aktuelle Portfolio ist über alle Anlageklassen hinweg gestreut.
Foto: rtrPlatz 6: Hong Kong Monetary Authority Investment Portfolio
Ein Vermögen von 298,7 Milliarden US-Dollar kann das Hong Kong Monetary Authority Investment Portfolio vorweisen. Im Fokus steht ein stabiles Finanzsystem, welches bei Engpässen mit Liquidität versorgt werden kann. Zudem garantiert der Staatsfonds die Stabilität des Hong-Kong Dollar.
Foto: dpaPlatz 5: China Investment Corporation
Der Staatsfonds der China Investment Corporation verfügt über ein Vermögen von knapp 482 Milliarden US-Dollar. In den Jahren 2009 bis 2010 konnten die Portfoliomanager eine Rendite von knapp 12 Prozent erzielen. Zuletzt lief es allerdings weniger rund. Im Jahr 2011 verbuchte der Fonds einen Verlust von 4,3 Prozent. Seit Auflegung liegt die jährliche Rendite allerdings immer noch bei beachtlichen 3,8 Prozent.
Foto: APPlatz 4: SAMA Foreign Holdings - Saudi Arabien
In Saudi-Arabien beläuft sich das Vermögen der SAMA Foreign Holdings auf 532,8 Milliarden US-Dollar. Die Einnahmen stammen fast ausschließlich aus Öl-Geschäften. Der Fonds verfolgt eine risikoarme Strategie und investiert somit zum größten Teil in festverzinsliche Schuldverschreibungen.
Foto: dpaPlatz 3: SAFE Investment Company - China
Das Vermögen der chinesischen SAFE Investment Company beläuft sich auf insgesamt 567,9 Milliarden US-Dollar. Der Staatsfonds investiert zum großen Teil in Anleihen, sowie in ausländische Unternehmensbeteiligungen. Für großes Aufsehen sorgte der Fonds zu Beginn der Finanzkrise. Häuser wie Citigroup oder Merrill Lynch erhielten damals insgesamt fast 25 Milliarden Dollar und konnten so vor dem Untergang bewahrt werden.
Foto: rtrPlatz 2: Abu Dhabi Investment Authority - Vereinigte Arabische Emirate
Der Staatsfonds der Abu Dhabi Investment Authority verfügt über ein Vermögen von 627 Milliarden US-Dollar und bezieht seine Einnahmen zum größten Teil aus Öl. Neben Aktien - und Anleiheinvestments, besitzt der zweitgrößte Staatsfonds der Welt auch größere Beteiligungen an einzelnen Unternehmen. Nach eigenen Angaben erwirtschaftete der Fonds zwischen 1991 und 2011 eine durchschnittliche Jahresrendite von 6,9 Prozent. Zum Vergleich: Hedge-Fonds schafften im gleichen Zeitraum nur rund sechs Prozent pro Jahr.
Foto: dapdPlatz 1: Government Pension Fund - Norwegen
Der "Government Pension Fund Global" ist mit einem Volumen von 650 Milliarden Dollar der größte Staatsfonds der Welt. Die Einnahmen stammen überwiegend aus dem Verkauf der Öl- und Gasvorräte. Im Zuge der weltweiten Finanzkrise verlor der Fonds die Rekordsumme von 633 Milliarden Kronen. Als Reaktion darauf wurde begonnen, verstärkt in Aktien zu investieren. Seit 1998 erzielte der Staatsfonds eine Rendite von 2,57 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren war es indes ein durchschnittlicher Jahresverlust von 0,63 Prozent.
Um die norwegische Inflation nicht anzuheizen, investiert der Staatsfonds zudem nur im Ausland.
Foto: dapd
Wer große europäische Standardaktien im Paket kauft, kann das Risiko verringern, mit einzelnen Aktien falschzuliegen. Günstiger als aktiv gemanagte Fonds sind börsennotierte Index-Fonds, sogenannte ETFs. Der ETF Euro Stoxx 50 baut durch direkte Investments in die 50 größten Aktien aus Euro-Land den Verlauf des Index exakt nach.
Michael Keppler sitzt an der Quelle. Seit Jahren ist die Finanzmetropole New York die Heimat des Fonds-Managers, der über die Jahre mehr als ein Dutzend länderübergreifende Aktienfonds aufgelegt hat, etwa den Keppler-Global Value oder den Keppler-Emerging Markets. Dabei strukturiert der ehemalige Investmentbanker seine Fonds nach einem klaren Mantra: der "Top Value Strategy" oder aber: Kennzahlen, Kennzahlen, Kennzahlen. "Es geht darum, den inneren Wert einer Aktie zu bestimmen", sagt er. Der entspreche ungefähr der Entwicklung des Papiers über sieben Jahre.
Foto: dpaAusgehend von Einzelaktien, die den Markt des jeweils betrachteten Landes wiederspiegeln, baut Fonds-Manager Keppler dann Länderwerte zusammen. Um sie dann zu bewerten, sieht der Analyst unter anderem auf das durchschnittliche Preis-Buchwert-Verhältnis, Preis-Cashflow-Verhältnis, Preis-Gewinn-Verhältnis, auf die durchschnittliche Dividenden- und Eigenkapitalrendite – allerdings nicht nur auf deren aktuelle, absolute Werte.
Foto: rtrInsgesamt kennt Keppler vier Bewertungssäulen: Ihn interessiert nicht nur, wo die Kennzahlen der aggregierten Länderwerte aktuell rangieren und wie sie sich über die vergangenen sieben Jahre absolut entwickelt haben. Auch die aktuelle und zurückliegende relative Performance der Kennzahlen spielt für den Analysten eine Rolle. Als Vergleichswert dient dem Fonds-Manager der Morgan Stanley Capital International (MSCI) World Index.
Foto: dpaUnterbewertete Märkte
Australien ist einer der Länderwerte, den die Analysten von Kepplers Vermögensverwaltung in ihrer Januar-Analyse der Industrieländer für unterbewertet halten. Sie raten zum Kauf. Zwar liegt der Aktienkurs "Australien" um den Faktor 1,88 über dem Buchwert je Aktie und um den Faktor 15,3 über dem Nettoergebnis je Aktie – durchschnittlich sind australische Papiere also eher teuer.
Eine Dividendenrendite von fast fünf Prozent zeigt aber, dass die repräsentativen Aktienwerte des Kontinents eine überdurchschnittlich hohen Gewinnanteil ausbezahlen. Zum Vergleich: Die Dividendenrendite des MSCI World Index beträgt nur 2,79. Auch in Sachen Jahresrendite zieht Australien am Index vorbei. Die aggregierten Aktientitel des Landes wuchsen über die vergangenen 12 Monate um 3,4 Prozent (MSCI: 1,9 Prozent).
Foto: APAuch Deutschland gehört zur Liste derjenigen Länder, denen Keppler Potential nach oben bescheinigt. Das Preis-Buch-Verhältnis liegt mit 1,48 bereits näher an seinem "fairen" Wert, eins. Mit einem Kurs, der den Nettogewinn je "Deutschland"-Aktie um das knapp 12-fache übersteigt, spiegelt die Kennzahl auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis wieder, das den einzelnen Dax-Werten als Benchmark dient. Nach diesen Kennzahlen ist der Länderwert Deutschland nicht nur günstiger als der MSCI World Index – er ist mit 2,6 Prozent über die letzten 12 Monate auch mehr gewachsen (MSCI: 1,9 Prozent).
Foto: dapdDer Blick auf die absoluten aktuellen Kennzahlen für Hong Kong, zeigt sich ein gespaltenes Bild. Während das Preis-Buchwert-Verhältnis mit 1,38 den Index deutlich (1,77) unterbietet, rangiert das Preis-Gewinn-Verhältnis mit 16,3 auf vergleichsweise hohem Niveau (MSCI: 14,8). Die Dividendenrendite, die Hongkongs Firmen durchschnittlich erwirtschaften, liegt mit 2,53 unter der des Index (2,79). Dennoch rät Keppler zum Kauf – wohl auch aufgrund der Entwicklung über die vergangenen sieben Jahre. Preis-Buch- und Preis-Gewinn-Verhältnis lagen meist höher.
Foto: dpaDie Schweizer Wirtschaft hat in den vergangenen 12 Monaten durch die massive Aufwertung des Frankens an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Der kriselnde Euro hat die Nachfrage nach der eidgenössischen Währung aufgebläht. Kein Wunder also, dass auch Schweizer Aktien im Durchschnitt zu teuer sind. Mit einem Preis-Buchwert-Verhältnis von 2,28 und einem Preis-Gewinn-Verhältnis von 18,2 übertrifft der Länderwert Schweiz den MSCI Welt Index um jeweils gut 12 Prozent. Die Keppler Vermögensverwaltung rät zum Verkauf. Ein weiteres Indiz dafür, sich tendenziell von Schweizer Papieren zu trennen: Der repräsentative Aktienkorb konnte innerhalb der letzten 12 Monate nur eine minimale Renditesteigerung von 0,1 Prozent vorweisen.
Foto: APAuch die USA sind laut Keppler Vermögensverwaltung Verkaufskandidat. Zwar liegt das Bündel repräsentativer US-Aktien mit einem Preis-Buchwert-Verhältnis von 2,17 und einem Preis-Gewinn-Verhältnis von 14,6 wesentlich näher am MSCI World Index als der Schweizer Länderwert: Die einschlägigen Kennzahlen hatten bereits über die letzten sieben Jahre einen Abwärtstrend. Die Prognose, dass es mittelfristig wieder nach oben geht, gleicht für die Vermögensverwaltung die schlechte Renditeentwicklung nicht aus. Über die letzten 12 Monate konnte der Länderwert USA nur 0,9 Prozent an Rendite gutmachen, halb so viel wie der MSCI World Index. Auch performt etwa die Dividendenrendite mit 2,25 unterdurchschnittlich (MSCI: 2,79).
Foto: dapdUm Irland ist es in letzter Zeit ruhiger geworden. Dabei wird es erst einmal bleiben, meint die Keppler Vermögensverwaltung und verleiht dem Markt ein neutrales Etikett. Das Preis-Gewinn-Verhältnis verzeichnet lediglich aktuell einen Ausreißer nach oben, es steht mit 24,8 deutlich über dem Vergleichsindex (14,8). Mittelfristig soll der Wert aber auf Vorkrisenniveau um die 15 sinken, prognostizieren die Vermögensverwalter. Übrige Kennzahlen liegen grob auf Linie mit dem MSCI World Index. Der Länderindex Irland konnte im letzten Jahr die Rendite um 4,4 Prozent steigern (MSCI: 1,9).
Foto: APIn einer eigenen Publikation stellt die Keppler Vermögensverwaltung auch eine monatliche Rennliste der Emerging Markets zusammen. Um auch die relative Entwicklung der Länderwerte zu beurteilen, verwendet Keppler den MSCI Emerging Markets Index als Benchmark. Brasilien steht demnach auf der Liste der Kaufkandidaten weit oben. Der Preis-Buch-Wert liegt mit 1,47 leicht unter, der Preis-Gewinn-Verhältnis mit 14,3 leicht über dem Vergleichsindex. Brasilianische Aktien konnten im Durchschnitt mit einer Dividendenrendite von 4,05 punkten. Um 4,6 Prozent steigerte der Aktienkorb durchschnittliche die Rendite über die letzten 12 Monate und schlug damit den MSCI Emerging Markets Index um 12 Prozent.
Foto: dapdGerade hat die chinesische Währung wieder Boden gegenüber dem Euro gutgemacht. Insgesamt trauen Analysten der chinesischen Wirtschaft wieder mehr Wachstum zu. Die Keppler Vermögensverwalter halten die repräsentativen chinesische Titel derzeit insgesamt für unterbewertet und raten zum Kauf. Mit einem Preis-Buchwert-Verhältnis von 1,70 und einem Preis-Gewinn-Verhältnis von 11,3 performt der Länderwert geringfügig unter dem MSCI Emerging Markets Index und dem Emerging Markets Asia Index. Die Dividendenrendite liegt dagegen mit 2,87 gut zehn Prozent über der Benchmark. In Sachen Rendite konnte der chinesische Aktienkorb ordentliche 4,8 Prozent über die letzten 12 Monate zulegen (MSCI Emerging Markets 3,9 Prozent).
Foto: dpaVon allen Schwellenländern hat Ägypten während der letzten 12 Monate das stärkste Renditewachstum hingelegt. Mit 12,4 Prozent schlug der Länderwert den MSCI Emerging Markets Index um das dreifache, den MSCI EMEA (Eastern Europe, Middle East and Africa) Index noch um mehr als das Doppelte. Obwohl die repräsentativen ägyptischen Titel derzeit eher zu viel kosten – die Kurse liegen gemittelt mehr als 13 Mal so hoch wie das durchschnittliche Ergebnis pro Aktie – raten die Analysten der Keppler Vermögensverwalter zum Kauf. Teuer ist offenbar noch längst nicht zu teuer.
Foto: dpaUnternehmen in Indien sind derzeit überbewertet, sagen die Analysten von Keppler. Die einschlägigen Kennzahlen liegen demnach auch deutlich über der Benchmark: Sowohl Preis-Buchwert-Verhältnis (2,71) als auch Preis-Gewinn-Verhältnis (16,2) übertreffen den MSCI Emerging Markets um 16 beziehungsweise um rund 13 Prozent. Auch die niedrige Dividendenrendite von 1,28 Prozent und das maue Renditewachstum von 0,7 Prozent über die letzten 12 Monate, sprechen tendenziell dafür, aus indischen Titeln auszusteigen.
Foto: dpaZuletzt der Blick auf Südamerika. Peruanische Aktien liegen im Kurs 3,57 Mal über dem Buchwert, das übersteigt den Wert der entsprechenden Vergleichsindizes MSCI Emerging Markets (1,65) und über dem MSCI EM Latin America (1,82) deutlich. Allerdings hält sich das Preis-Gewinn-Verhältnis von 14,2 im Rahmen und auch die sechsprozentige Renditesteigerung im letzten Jahr sprechen für eine solide Entwicklung. Die Analysten von Keppler empfehlen, Peruanische Titel fürs erste im Portfolio zu parken.
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In den vergangenen drei Monaten kletterte der Fonds so um 17 Prozent, genau wie der Index. Das zu tun geben alle ETF-Anbieter vor, doch nicht alle schaffen es. Die Dividenden der im Index enthaltenen Aktien werden ausgeschüttet; das bringt vier Prozent Jahresrendite obendrauf.
Als laufende Gebühren zieht der Fonds nur 0,16 Prozent pro Jahr vom Kurs ab. Die Spanne zwischen Kauf und Verkauf (Spread) ist mit weniger als 0,1 Prozent günstig. Der Fonds ist seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt und zählt mit einem Volumen von 3,8 Milliarden Euro zu den Großen der Branche.
Nur wenige aktiv gemanagte Fonds schlagen den Vergleichsindex, sie kosten dafür etwas mehr als ein ETF, der einfach den Index nachbildet. Zu den derzeit besten zählt der Comgest Growth Europe. Er investiert in Papiere aus ganz Europa, meidet aber stark schwankende Werte.
Zu den langfristig kaufenswerten Einzelaktien gehört BASF. Der weltgrößte Chemiekonzern dürfte überproportional von einer Erholung der Weltwirtschaft profitieren. BASF ist stark in China und hat in den vergangenen Jahren große Teile seiner weltweiten Verbundproduktion in Asien aufgebaut, um nahe an der entstehenden Nachfrage zu produzieren.
Damit ist BASF der Prototyp des soliden westlichen Konzerns mit den Vorteilen hiesiger Bilanzierung und hohem Schwellenländeranteil am Umsatz. „Dieser Typ Aktie dürfte weiter profitieren, denn damit können sich Anleger indirekt am weiterhin überproportional steigenden Wachstum der Schwellenländer beteiligen, ohne sich dort direkt ins Abenteuer stürzen zu müssen“, sagt Sachs.
Der schwedisch-schweizerische Industriekonzern ABB ist weltweit stark im Geschäft mit dem Ausbau der Stromnetze und dem Trimmen von Industrieanlagen zu mehr Energieeffizienz. In der ersten Hälfte 2012 litt die Aktie stark unter der nachlassenden Dynamik der Weltkonjunktur. Langfristig sollte der Trend zur Energieverknappung und -teuerung aber anhalten. Elektrische Energie steigt von allen Energieformen weltweit seit Jahren am stärksten im Preis. ABB konnte zuletzt zahlreiche Aufträge aus Asien an Land ziehen. Zudem will sich das Management von der unrentablen Fotovoltaik trennen.
Ein weiterer Trend, der anhalten dürfte und lukrative Investments verspricht, ist der steigende Energiebedarf der Schwellenländer. Zwar litt 2012 der Ölpreis, vor allem unter den neuen Fördertechniken in den USA, die dort zu einer veritablen Öl- und Gasschwemme führen. Sollte die bis vor Kurzem allgemein erwartete weltweite Konjunkturdelle 2013 aber ausbleiben und China wieder schneller wachsen, würde das auch den Ölpreis wieder antreiben. Wenn der Ölpreis 2013 steigt, sollte Royal Dutch/Shell dank seiner günstigen Bewertung überproportional zulegen.
Ende 2011 besaß Shell gesicherte Öl- und Gasreserven von 14 Milliarden Barrel (14 Milliarden mal 159 Liter) – 20 Prozent mehr als der US-Wettbewerber Chevron, der an der Börse genauso teuer ist. Bei einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und fünf Prozent Dividendenrendite hält sich das Risiko in Grenzen.
Hans-Otto Trümper vom Düsseldorfer Vermögensverwalter GS&P sieht bei Agraraktien Potenzial. Die hätten im vergangenen Jahr gelitten, obwohl die langfristige Story – mehr Menschen, die mehr hochwertige Nahrung konsumieren – intakt sei. Chancen bietet der Düngemittelproduzent Yara. Anders als Wettbewerber K+S ist Yara nicht vom Kalidünger abhängig, auf den Landwirte notfalls einige Jahre verzichten können. Im vergangenen Jahr geriet K+S unter Druck, weil Bauern weniger Kali orderten und China den Preis drückte.
Yara hingegen verdient Geld vor allem mit Stickstoffdünger, der jedes Jahr aufs Feld gebracht werden muss. Zudem gelang den Norwegern im Dezember ein lukrativer Zukauf: Yara übernahm für 750 Millionen Dollar das brasilianische Düngemittelgeschäft des US-Agrarkonzerns Bunge. Den Deal finanzierte Yara aus dem freien Cash-Flow.
Wer etwas mehr riskieren möchte, kann auf bisher nicht von der Hausse erfasste Nachzügler setzen. Fraglos haben solche Aktienkäufe ein hohes Risiko, denn die Titel hinken nicht ohne Grund den Werten mit soliden Gewinnen, Bilanzen und Dividenden hinterher. „Dafür hätten sie einen Hebel, sollten sich die mittelfristig positiven Annahmen zur US- und China-Konjunktur bewahrheiten und der Risikoappetit der Anleger weiter steigen“, so Schäfer.
Die Supermarktkette Carrefour leidet wie fast alle französischen Aktien darunter, dass Investoren derzeit einen Bogen um das wachstumsschwache und verschuldete Land machen. Carrefour erzeugt jedoch mehr als 60 Prozent seiner Umsätze außerhalb Frankreichs und ist stark in Schwellenländern. Nach einem jahrelangen Ausverkauf an der Börse signalisiert der Kursverlauf eine Trendwende. Hintergrund könnte ein Strategiewechsel sein; das Management verabschiedet sich derzeit aus Ländern, in denen Carrefour nicht Marktführer ist, verkaufte zum Beispiel das Indonesien- und Malaysia-Geschäft; das soll der notorisch schwachen Gewinnmarge auf die Sprünge helfen. Gelingt dies, was durchaus realistisch ist, würde sich auch das derzeit relativ hohe KGV von rund 14 schnell verbessern.
Zu den heißesten Spekulationen im Dax gehören ThyssenKrupp. Eine Stabilisierung der Konjunktur käme dem zyklischen Stahlkocher natürlich zugute. Entscheidend ist aber, ob ThyssenKrupp seine Kapitallücken schließen kann, die von den Stahlwerken in Brasilien und den USA gerissen wurden. Wenn Thyssen das mithilfe von Beteiligungsverkäufen gelingt und die Konjunktur nicht wieder wegbricht, wird der Konzern überleben. Nun meldete der Konkurrent ArcelorMittal Interesse an den amerikanischen Stahlwerken an. Zunächst hieß es, die Inder wollten 3,5 Milliarden Dollar lockermachen. Ein konkretes Angebot liegt offenbar nur für das Werk in Alabama vor - über 1,5 Milliarden Dollar.
Gelingt Thyssen die Finanzwende, wäre das purer Zunder für die Aktie: Angesichts von gerade mal zehn Milliarden Euro Börsenwert bei möglichen 40 Milliarden Jahresumsatz ist das Potenzial enorm.