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Börsenwoche 463: EditorialDie Billionärsformel? Geduld und Nichtstun

Bill Gates könnte heute Billionär sein. Auch das niederländische Konglomerat Philips hat 700 Milliarden Euro verschenkt. Denn ohne die nötige Geduld wird es nichts mit dem lohnenden Börseninvestment. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Marlon Bonazzi 17.06.2024 - 09:59 Uhr

Bill Gates war lange Zeit der reichste Mann der Welt.

Foto: REUTERS

An der Börse kann es teuer werden, wenn es einem in den Fingern juckt. Und zwar richtig teuer. Es lassen sich tausende Gründe finden, eine Aktie oder Unternehmenssparte zu verkaufen. Oftmals ist aber Abwarten die bessere Strategie. Die Börsengeschichte hält ein paar beeindruckende Lehrstücke parat.

Das extremste Beispiel ist Bill Gates. Lange Zeit war er der reichste Mann der Welt, mittlerweile schafft er es nur noch knapp in die Top Ten. Dabei könnte er heute nicht nur Milliardär, sondern Billionär sein. Als Microsoft an die Börse ging, besaß er 45 Prozent des Unternehmens. Heute wäre dieser Anteil 1,5 Billionen Dollar wert. Bill Gates wäre damit siebenmal so reich wie die drei Männer, die aktuell um Platz eins konkurrieren. Tesla-Chef Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos und LVMH-Lenker Bernard Arnault haben laut dem US-Magazin „Forbes“ je ein Vermögen von ungefähr 200 Milliarden Dollar.

Bill Gates hat sich aber immer wieder von Microsoft-Anteilen getrennt. Heute besitzt er nur noch etwas mehr als ein Prozent der Aktien des Softwareriesen. Deswegen liegt sein Vermögen bei geschätzten 133 Milliarden Dollar. Oracle-Gründer Larry Ellison macht vor, wie es anders geht. Er hält noch immer 42 Prozent der Oracle-Aktien. Das macht ihn mittlerweile reicher als Bill Gates. Dafür hat er viel Geduld mitgebracht: Nach dem Platzen der Internetblase brauchte die Aktie von Oracle zwei Jahrzehnte, um sich zu erholen.

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Die Billionärsformel? Geduld und Nichtstun

In der Halbleiterwelt lassen sich die nächsten Beispiele finden. Das niederländische Konglomerat Philips besaß einst den Lithographiespezialisten ASML, den Halbleiterhersteller NXP sowie 36 Prozent des taiwanesischen Halbleiterfabrikanten TSMC. Zusammengenommen bringen diese drei Assets heute fast 700 Milliarden Euro auf Waage. Philips Börsenwert hingegen liegt aktuell bei 23 Milliarden Euro.

Auch bei Hewlett-Packard werden sich einige fragen, wieso das Tafelgold verscherbelt wurde. 1999 trennte sich das Unternehmen von seiner Halbleitersparte Broadcom. Heute ist Broadcom mit einem Börsenwert von über 700 Milliarden Euro eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Hewlett-Packard, mittlerweile getrennt als HP und Hewlett Packard Enterprise, ist an der Börse grob 60 Milliarden Euro wert – nicht einmal ein Zehntel des Werts der früheren Tochter.

Foto: WirtschaftsWoche

Auch in Deutschland lässt sich ein Beispiel finden, bei dem Geduld Gold wert gewesen wäre. Mercedes-Benz hat sich 2009 für 50 Millionen Dollar bei Tesla eingekauft und besaß danach zehn Prozent der Aktien des Elektroautoherstellers. Bis 2014 hat sich Mercedes-Benz dann von all seinen Anteilen getrennt. Irgendjemand wird sich dafür auf die Schulter geklopft haben – die Aktien waren mächtig gestiegen. Heute ist ein Zehntel von Tesla ungefähr 50 Milliarden Euro wert. Mercedes-Benz wird an der Börse mit 67 Milliarden Euro bewertet.

Wenn eine Aktie richtig gut läuft, schlägt irgendwann der Zinseszinseffekt kräftig zu Buche. Eine Beispielrechnung verdeutlicht es. Werden aus 1 Euro 100, ist nur noch eine weitere Verdopplung nötig, um weitere 100 Euro draufzusetzen. Solche Erfolge sind zwar selten, aber ohne die nötige Geduld sind sie von Anfang an ausgeschlossen.

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