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Krisenfestes Depot Spotify-Aktie auf dem Weg zur Nummer eins

Spotify Quelle: imago images

Die Aktie des Streamingdienstes kommt in Fahrt und könnte bald bester Wert im geimpften Corona-Depot sein. Zumal ein Großaktionär mit gutem Gespür beim aktuellen Spitzenreiter Kasse macht.

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Die Lage an den Aktienmärkten derzeit ist erstaunlich. Trotz der dramatischen Corona-bedingten Verwerfungen ist schon seit Mitte März eine starke Rally in Gang gekommen. Allein am vergangenen Montag legte der Dax im Tagesverlauf um fast sechs Prozent zu – ein außergewöhnlich guter Handelstag. Seit Mitte März hat der deutsche Leitindex damit, ohne Dividenden gerechnet, 30 Prozent hinzugewonnen. International ist das Bild ähnlich. Auch der amerikanische Index S&P 500 zum Beispiel liegt inzwischen gegenüber dem März-Tief um 31 Prozent vorne.

Es scheint also, als habe der Aktienmarkt den Corona-Schock gut verdaut. Doch die Betrachtung der Wertentwicklung von Indizes täuscht darüber hinweg, dass das unter der Oberfläche sehr unterschiedlich ist. So haben die deutschen Autowerte etwa, gemessen am Index Dax Sector Automobile, von März an zwar über 40 Prozent gewonnen. Sie hatten allerdings im Crash auch über die Hälfte an Wert verloren. Das schafft eine geringe Basis und lässt die Erholung danach prozentual größer aussehen. Auf Sicht eines Jahres steht noch immer ein Minus von über einem Drittel zu Buche. Weil im Dax einige Krisenbranchen (Chemie, Finanzen, Auto) versammelt sind, ist das eine Belastung für den Index. Er steht, trotz Erholung, seit Jahresbeginn noch bei 17 Prozent Minus.

Viel besser durch die Krise kamen Indizes, in denen viele wachstumsstarke Unternehmen aus der Technologiebranche vertreten sind. Der TecDax etwa, der solche Werte in Deutschland abbilden soll, ist wesentlich weniger stark eingebrochen als der Dax und liegt auf Jahressicht sogar wieder leicht im Plus. Auch der US-Techindex Nasdaq 100 ist mittlerweile trotz Corona seit Jahresbeginn mit sechs Prozent wieder deutlich im grünen Bereich und hängt den breiten US-Aktienmarkt (minus zehn Prozent) um Längen ab. Das spiegelt sich auch im geimpften WiWo-Corona-Depot. Auch hier haben in den vergangenen Wochen vor allem die wachstumsstarken Techaktien die Wertentwicklung getrieben.

Was lief gut?

Vor allem der Musikstreaminganbieter Spotify ist an der Börse gefragt. Die Schweden haben Ende April Quartalszahlen vorgelegt und konnten vermelden, dass sich das Nutzerwachstum weiter beschleunigt hat. Inzwischen nutzen 286 Millionen Menschen das Angebot monatlich. Spotify konnte außerdem das Verhältnis von Einnahmen zu Ausgaben verbessern: Der Konzern muss im Musikgeschäft den großen Musikrechteinhabern hohe Lizenzgebühren zahlen. Auch deshalb baut Spotify sein Podcast-Geschäft aus, in dem diese Ausgaben nicht anfallen. Die Rohertragsmarge ist deshalb im ersten Quartal um knapp einen Prozentpunkt gestiegen. Schlecht läuft hingegen wegen der Coronapandemie das Werbegeschäft: Weil hier Erlöse wegbrechen haben die Schweden auch die Prognose für den Jahresumsatz leicht nach unten korrigiert. Trost: Über 90 Prozent des Umsatzes kommt aus werbefreien Abonnements. Die Aktie bleibt langfristig aussichtsreich.

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    Was lief schlecht?

    Von den langfristigen Aussichten bei Teamviewer ist Großaktionär Permira offenbar nicht mehr so überzeugt. Der britische Finanzinvestor gab vergangene Woche bekannt, dass er seinen Aktienanteil am deutschen Softwareunternehmen von 62,5 auf 39 Prozent reduziert hat. Schon zum Börsengang im September hatte Permira zu 26,25 Euro je Aktie ein dickes Paket abgegeben. Aktuell steht der Kurs bei knapp 44 Euro. In der Vergangenheit hat Permira schon einmal beim Ausstieg aus einem Investment einen hervorragenden Riecher bewiesen. Seine letzten Anteile am Modekonzern Hugo Boss stieß der Finanzinvestor im Frühjahr 2015 ab. Kurs damals: 115 Euro.

    Ähnliche Niveaus sah die Aktie danach nie wieder. Heute dümpelt sie bei 24 Euro herum, rund 80 Prozent unterhalb des Niveaus von Anfang 2015. Die Situation bei Hugo Boss lässt sich zwar nicht mit der bei Teamviewer vergleichen. Beachtung schenken sollten Anleger dem Agieren des Großinvestors aber trotzdem. Wir jedenfalls sind zufrieden, dass wir bereits vergangene Woche die Teamviewer-Position in steigende Kurse hinein etwas reduziert haben.

    Das Depot fiel derweil im Vergleich zum MSCI World in den vergangenen Tagen etwas zurück – auch weil die Börse insgesamt stark stieg und unser Depot eher auf Absicherung setzt. Seit Start Mitte März verzeichnet es mit einem Zuwachs von 17,1 Prozent minimal weniger als der Weltaktienindex (17,2). So sieht es derzeit aus:

    Name
    ISIN
    Bestand
    (in Stück)
    Einstandskurs
    (in Euro)
    aktueller Kurs
    (in Euro)
    Differenz
    (in Prozent)
    Bestand
    (in Euro)
    Drägerwerk
    DE0005550636

    20

    51,20

    71,10

    38,9%

    1422,00

    Euronext
    NL0006294274

    22

    68,00

    80,45

    18,3%

    1769,90

    Gilead
    US3755581036

    24

    63,50

    66,26

    4,3%

    1590,24

    LEG
    DE000LEG1110

    15

    97,46

    110,16

    13,0%

    1.652,40

    Nasdaq
    US6311031081

    18

    83,68

    102,58

    22,6%

    1846,44

    Sanofi
    FR0000120578

    20

    76,58

    87,47

    14,2%

    1749,40

    Spotify
    LU1778762911

    14

    110,00

    160,28

    45,7%

    2243,92

    Take Two Interactive
    US8740541094

    15

    99,42

    133,56

    34,3%

    2003,40

    Teamviewer
    DE000A2YN900

    40

    27,00

    43,62

    61,6%

    1744,80

    Vonovia
    DE000A1ML7J1

    34

    43,99

    48,65

    10,6%

    1.654,10

    Kasse4.039,17
    Summe

    21.715,77

    Veränderung seit Einstand
    (in Euro)

    3.720,02

    Veränderung seit Einstand
    (in Prozent)

    17,1%

    zum Vergleich: MSCI World
    (in Euro)

    17,2%

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