WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Neues Marktsegment Scale Vorsicht vor Etikettenschwindel an der Börse

Seite 2/2

Krisenunternehmen mit problematischer Vergangenheit

Ebenfalls stark im Schiffsfonds-Vertrieb tätig war ein weiteres Scale-Mitglied namens MPC Capital. Auch dieses Hamburger Unternehmen baut fleißig sein krisenbelastetes Geschäft um und versucht mit massiven Portfolioverkäufen die wenig ruhmreiche Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Kein Wunder, denn die Historie spricht nicht unbedingt für das Unternehmen. Statt Schiffen sollen nun Immobilien und erneuerbare Energien MPC in die Zukunft führen.

Zehn Favoriten für das Jahr 2017

Mit dem Schifffahrts- und Fondsunternehmen Lloyd findet sich unter den Scale-Mitgliedern ein weiteres Krisenunternehmen mit problematischer Vergangenheit, dessen Kurse nach der Finanz- und Schifffahrtskrise einen tiefen Einbruch erlebt haben.

Auch beim Scale-Wert MyBucks handelt es sich kaum um soliden deutschen Mittelstand. Dabei geht es nicht um etwaige Vorurteile gegenüber ausländischen Emittenten, schließlich sitzt das Unternehmen im wirtschaftlich aufstrebenden Südafrika. Mit digitalen Finanzdienstleistungen, darunter hochverzinsliche Kleinkredite für Finanzschwache Verbraucher, will MyBucks vor allem den afrikanischen Markt erobern.

Dabei ist das FinTech-Unternehmen auch schon ins Visier der dortigen Finanzaufsichtsbehörden geraten. Die Börsennotierung von MyBucks in Deutschland könnte dem Unternehmen unter anderem dazu dienen, den misstrauischen Finanzaufsehern ein Qualitätssiegel zu präsentieren, das vor allzu kritischen Untersuchungen schützen soll. Nicht zuletzt wegen dieser Vorbehalte hatte MyBucks mit seinem erst im zweiten Anlauf geglückten IPO Mitte 2016 einen recht holperigen Start auf dem Frankfurter Parkett hingelegt. Der Kurs, das sollte man fairerweise noch erwähnen, liegt derzeit immerhin rund 14 Prozent über der Erstnotierung.

Der populärste und vielleicht schillerndste unter den Scale-Neulingen ist der Traditionsfußballclub Schalke 04. Abgöttisch geliebt von seinen Fans, gefürchtet und manchmal sogar verhasst bei den sportlichen Gegnern, verspricht der Ruhrpott-Verein emotionalen Aufruhr in höchstem Maße. Bei der Geldanlage darf das, anders als im Sport, natürlich nicht der entscheidende Aspekt sein. Hatte doch Schalke unter anderem wegen einer kriselnden Anleihe fast eine Pleite hingelegt und musste von seinem Aufsichtsrat Tönnies und dessen finanzstarker Unternehmensgruppe gerettet werden.

Sicher, die Rettungstat zeugt von emotionaler und finanzieller Hingabe an den Lieblingsverein, die in der Geschichte des Bundesligaclubs auf jeden Fall einen gebührenden Ehrenplatz finden sollte. Auf nüchterne Börsianer dürfte diese historische Etappe allerdings äußerst abschreckend wirken.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%