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Nikkei, Topix & Co. Neuer Zollstreit schickt Tokioter Börse auf Talfahrt

US-Präsident Trump kündigt Strafzölle gegen Mexiko an. Davon wären auch japanische Autobauer betroffen. Der Konflikt drückt die asiatischen Börsen ins Minus.

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Vor einer Anzeigetafel der Börse in Tokio. Quelle: dpa

Tokio Befürchtungen, die Weltwirtschaft könnte angesichts neuer Handelsstreitigkeiten in eine Rezession schlittern, haben die asiatischen Börsen am Freitag ins Minus getrieben. US-Präsident Donald Trump kündigte ab dem 10. Juni Zölle auf Importe aus Mexiko an, um das Land zu schärferen Maßnahmen gegen illegale Einwanderung zu bewegen.

Davon wären auch japanische Autobauer wie Toyota, Nissan, Honda oder Mazda betroffen, die allesamt in Mexiko Fahrzeuge für den US-Markt produzieren. Ihre Aktien verbuchten Kursverluste von zwei bis drei Prozent, Mazda brachen sogar mehr als sechs Prozent ein.

Der Nikkei der 225 führenden Werte an der Tokioter Börse fiel um 0,8 Prozent auf 20.778 Punkte. Der breiter gefasste Topix verlor 0,6 Prozent auf 1522 Zähler. „Die Androhung der USA, innerhalb von zwei Wochen Zölle auf mexikanische Waren einzuführen, ist ein schwerer Schlag für die Stimmung an den Finanzmärkten“, sagte Sean Callow, Währungsanalyst bei Westpac.

Chinesische Wirtschaftsdaten verdunkelten den Ausblick auf die Weltkonjunktur weiter: Die Industrie der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt schrumpfte im Mai stärker als erwartet. Der Einkaufsmanagerindex sank im Mai auf 49,4 Punkte von 50,1 Punkten im April und lag damit unter den Erwartungen der Analysten, die mit 49,9 Punkten gerechnet hatten.

Werte unterhalb der Marke von 50 Zählern signalisieren einen Rückgang. Sowohl die Auslands- als auch die Inlandsnachfrage gingen zurück, was darauf hindeutet, dass der US-chinesische Handelskonflikt die Nachfrage dämpft und die Maßnahmen der chinesischen Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft nicht greifen.

Unterdessen ist Japans Industrieproduktion im April überraschend stark gestiegen. Am Freitag veröffentlichten Daten zufolge kletterte der Wert der in Japan produzierten Industriewaren im April um 0,6 Prozent - mehr als der von Analysten erwartete Anstieg von 0,2 Prozent und eine Gegenbewegung zum Rückgang von 0,6 Prozent im März. Experten warnten jedoch vor überzogenem Optimismus. Der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China könnte die japanische Industrie, die viele Maschinen und elektronische Komponenten nach China exportiert, noch sehr unter Druck setzen.

Der Euro notierte im fernöstlichen Handel zum Dollar etwas höher bei 1,1135 Dollar. Zum Yen lag der Dollar 0.3 Prozent im Minus bei 109,28 Yen.

Mehr: Die US-Börsen haben sich nach zwei verlustreichen Tagen am Donnerstag wieder etwas erholt – trotz anhaltender Sorgen über den Handelsstreit zwischen USA und China.

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