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Riedls Dax-Radar

Hoffnung auf weichen Brexit treibt den Dax

Die EZB bleibt generös, den Briten ist Europa offensichtlich doch nicht so unsympathisch und Aktien sind derzeit einfach eine attraktive Anlage. Die Chance auf ein neues Hoch im Dax ist da.

"Schallende Ohrfeige" für Theresa May
Martin Schulz Quelle: dpa
Jeremy Corbyn Quelle: AP
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Reinhard Bütikofer Quelle: dpa
Elmar Brok Quelle: dpa
Nigel Farage Quelle: dpa
George Osborne Quelle: REUTERS

Die Wahl in Großbritannien gibt dem Dax einen Schub, weil sie auch ein Votum gegen einen harten Brexit ist. Mehr noch: Wie schon die bisherigen Wahlen dieses Jahres scheint die Abkehr vom alten Kontinent in Europa gar nicht die dominante Tendenz zu sein.

Zugleich signalisiert das Wahlergebnis, dass die Briten bei den Verhandlungen mit der EU  kompromissbereiter sein könnten und nicht auf Krawall gebürstet wie bisher. All das kommt den deutschen Unternehmen zugute, die immerhin (im Dax) an die zehn Prozent Umsatz mit ihrem Großbritannien-Geschäft holen.

Direkt schlägt sich das Wahlergebnis erst im Pfund Sterling nieder. Mit rund 1,14 Euro rangiert es derzeit etwa auf dem Niveau der Tiefpunkte von Januar und März. Das Pfund hat damit zwar reagiert, ist aber nicht zusammengebrochen. Immerhin, im vergangenen Oktober war es schon bis auf 1,08 Euro abgestürzt.

Die Dax-Favoriten der Woche

Die Unsicherheit nach der Briten-Wahl ist eine Belastung für das Pfund. Schon in den vergangenen Monaten signalisierten die Zahlen zur britischen Wirtschaft eine deutliche Abschwächung. Das dürfte sich zunächst fortsetzen. Andererseits bleibt am Horizont die Hoffnung, dass die Briten sich nicht so konsequent von Europa verabschieden wollen, wie es sich die britische Regierung in den vergangenen Monaten auf die Fahnen schrieb.

Für das Pfund könnte dies nach der Schaukelpartie der vergangenen Monate eine erneute Schwächephase bedeuten, in der die Briten-Währung noch einmal das Tief von Herbst 2016  auslotet. Langfristig, wenn die Briten kein schlüssiges Brexit-Konzept zustande bringen, könnte es sogar wie Ende 2008 in Richtung Parität zum Euro gehen.

Es sein denn, es findet in Großbritannien ein Wandel statt, der sogar zu einem Exit vom Brexit führt; auszuschließen sind solche Entwicklungen nach den Überraschungen des vergangenen Jahres nicht. Das Pfund Sterling würde dann nach oben schießen. Dieses Risiko, auch wenn es noch so klein sein mag, macht derzeit eine Spekulation auf ein sinkendes Pfund so gefährlich.

In Europa und in den USA bleiben die Zinsen niedrig

Für den Dax kommen derzeit von der EZB gemischte Signale. Einerseits deutet Notenbankchef Mario Draghi an, dass weitere Zinssenkungen wenig wahrscheinlich seien. Andererseits sieht es aber auch nicht nach einer substanziellen Straffung der Geldpolitik aus – besonders angesichts magerer Inflationsdaten. Und da vor allem Öl weiterhin günstig sein dürfte, wird auch kein Inflationsdruck entstehen.

Die Reaktionen am Kapitalmarkt bestätigen dies: Mit 0,25 Rendite liegen die zehnjährigen Bundesanleihen in der Mitte ihrer diesjährigen Schwankungen. Damit ist auf absehbare Zeit weder eine scharfe Zinswende wahrscheinlich noch ein abermaliger Rückgang. In der Umlaufrendite könnte die Spannbreite für die nächsten Wochen zwischen 0,0 und 0,2 Prozent liegen.

Deutlicher unter Druck sind die Renditen in den USA. Mit knapp 2,2 Prozent haben die zehnjährigen Bonds das Niveau von Mitte November erreicht. Angesichts der keineswegs dynamischen US-Wirtschaft ist die Tendenz eher weiter nachgebend.

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