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AnlagestrategieFür jeden Geldbeutel die passende Geldanlage

Aktien sind in aller Munde. Experten raten zum Kauf vor allem von Dividendenpapieren. Doch maßgeblich für eine sinnvolle Anlage ist auch das Kapital des Anlegers. Worauf zu achten ist.Sascha Grundmann 05.10.2012 - 06:09 Uhr

Bargeld

In Krisenzeiten ist es sinnvoll, das Portemonnaie voll zu haben. Möglicherweise werden ec-Karten zur Bezahlung nicht akzeptiert, und Geldautomaten spucken kein Geld mehr aus. Sehr Vorsichtige horten das für vier Wochen nötige Bargeld im heimischen Safe. Nach einer Bankpleite müssen die EU-weit vorgeschriebenen gesetzlichen Einlagensicherungstöpfe einspringen. Sie sollen Guthaben von Girokonten, Tagesgeldern und Sparbüchern bis zur Höhe von 100.000 Euro nach maximal 20 Arbeitstagen wieder bereitstellen. Diese Zeit ist zu überbrücken.

Graue Flamme = Sicher bei Bankpleite, fünf rote Flammen = hohes Risiko

Foto: WirtschaftsWoche

Goldbarren und -münzen

Das Edelmetall ist die Notfallreserve außerhalb des Finanzsystems schlechthin. Wer mit dem Schlimmsten rechnet, hofft, dass er kleinere Goldmünzen gegen Lebensmittel oder Medikamente tauschen kann, wenn Banken ihn nicht mehr mit Bargeld versorgen. Verwahren Anleger ihr Gold allerdings im Bankschließfach, kann es nach einer Bankpleite dauern, bis sie Zugriff bekommen. In Krisenzeiten fällt der Goldpreis mitunter. Großanleger wie Hedgefonds müssen ihren Goldbestand verkaufen, um flüchtende Anleger auszuzahlen. Da in Panikphasen andere Anlagen wie Aktien oder Anleihen stark an Wert verlieren oder illiquide werden, ist Gold dann eine der wenigen Anlagen, die sie noch zu Geld machen können.

Foto: dpa

Spareinlagen: Sparkassen/Volksbanken

Ihren Kunden versprechen Sparkassen, Landesbanken sowie Genossenschaftsbanken, dass sie Pleiten der zu ihrer jeweiligen Gruppe gehörenden Institute im Vorfeld verhindern. Meist geschieht das über Fusionen von schwachen mit stärkeren Mitgliedern. Kommt es zu keiner Pleite, muss auch kein Geld gerettet werden. Dadurch sollen auch Zertifikate und Anleihen vor einem Totalverlust sicher sein. Das ist ein Unterschied zu anderen Einlagensicherungssystemen. Die Solidarität funktionierte bislang, könnte aber bei der Schieflage großer Institute überstrapaziert werden.

Foto: dpa

Unternehmensanleihen

Ausgerechnet Banken sind die eifrigsten Herausgeber von Unternehmensanleihen. Deren Papiere sollten sicherheitsbewusste Anleger meiden, sonst droht ihnen ein Totalverlust bei der Pleite. Experten trauen hingegen international tätigen Unternehmen mit soliden Finanzen zu, dass sie auch in Krisen immer die Zins- und Rückzahlung ihrer Anleihen stemmen können. Für viele sind Papiere der Konzerne der sichere Hafen schlechthin, sie haben diesen Rang den Staatsanleihen streitig gemacht. Viele sichere Unternehmensbonds bieten aber mit niedrigen Renditen keinen Inflationsausgleich mehr. Anleger sollten deshalb lange Laufzeiten meiden. Nur wer schnell in besser verzinste Angebote wechseln kann, entkommt einem Geldverzehr. Im Depot sind Unternehmensanleihen vor dem Zugriff einer Pleitebank geschützt.

Foto: Pressebild

Aktien

Kaum ein Anleger kann Aktien als Urkunden zu Hause verwahren, sie werden nach dem Kauf ins Bankdepot gebucht. Dem kann eine Bankpleite nichts anhaben, der Inhalt bleibt Eigentum des Kunden, vorausgesetzt, er wurde nicht verpfändet. Der Anleger kann die Übertragung des Depots auf eine andere Bank verlangen. Der Depotwert wird sich allerdings in der Zwischenzeit verringern. Nahezu alle Aktienkurse fallen bei einem Bankencrash, weil Börsianer die damit verbundene Ansteckungsgefahr für weitere Banken und die Konjunktur fürchten. Bei sorgfältig ausgewählten Aktiengesellschaften können Anleger darauf hoffen, dass sie den Kursverfall an den Börsen zwar mitmachen, sich danach aber wieder erholen und nicht selbst in die Pleite rutschen, falls dem Crash eine lange Rezession folgt. Als Sachwert können Aktien in der Krise eine gewisse Sicherheit bieten, wenn sich der Anleger an wenig verschuldeten Unternehmen beteiligt, die viel Substanz bieten in Form von Maschinen, Grundstücken, Guthaben, Produkten, Patenten oder gefragten Dienstleistungen. Wer auf Unternehmen aus anderen Kontinenten setzt, ist weniger abhängig von der Krise im Euro-Raum.

Foto: dapd

Investmentfonds

Sie reduzieren das Risiko einzelner Pleiten von Unternehmen oder Staaten, weil sie das Anlegergeld breit streuen durch gesetzliche Regeln. Der Fondsmanager darf in ein Unternehmen nicht mehr als zehn Prozent des Fondsvermögens investieren – bei neueren Fonds 20 Prozent. Also wird nur der Teil wertlos, der auf die Pleitebank entfällt. Als Sondervermögen, das bei einer Bankpleite Eigentum der Anleger bleibt, können Investmentfonds nicht wertlos verfallen. Allerdings weiß der Anleger nie genau, wo der Fonds investiert ist. Und massive Kursverluste müssen Anleger vor allem bei Aktienfonds tolerieren. Viele Fondsmanager nutzen Derivate, um Aktienbestände abzusichern. Das funktioniert nur, wenn die nicht von einer Pleitebank herausgegeben wurden. Ein Risiko ist auch, dass verliehene Aktienbestände nicht zurückgegeben werden. Und in Rentenfonds stecken oft Bankanleihen, deren Kurse nach Pleiten fallen.

Foto: WirtschaftsWoche

Indexfonds (ETF)

Die börsengehandelten Indexfonds bauen einen Index nach, dürfen einzelne Papiere aber mit weit mehr als 20 Prozent ins Portfolio aufnehmen. Das erhöht die Kursrisiken, wenn Papiere einer Pleitebank ein großes Gewicht bekommen. Kaufen Indexfonds die Werte, die im Index stecken (physische Nachbildung), nutzen sie oft einen Trick, um mehr einzunehmen: Sie verleihen die Wertpapiere. Organisiert werden die Geschäfte von Banken. Eine Pleite wäre in dem billionenschweren Markt fatal.

Foto: Edel Rodriguez

Euro-Land-Staatsanleihen

Wackelt eine Bank, springen die Europäische Zentralbank sowie Euro-Land-Politiker mit Rettungsaktionen ein. Lange profitierten die Kurse der Bundesanleihen von diesem Reflex und der Kapitalflucht aus der Euro-Peripherie. Doch mit jeder Rettungsaktion steigt das Risiko, dass sich Kapital auch aus Deutschland verabschiedet, weil Anleger an der Zahlungsfähigkeit des Landes zweifeln. Noch stärker absturzgefährdet sind Staatsanleihen der Euro-Südländer, die zu ihren massiven Staatsschulden jetzt noch Schulden ihres überdimensionierten Bankensektors übernehmen sollen. Kurzlaufende Bundesanleihen sind für viele Großinvestoren ein Rettungsanker ohne Rendite, aber: Sie sind die liquidesten Anlagen und schnell zu verkaufen.

Foto: WirtschaftsWoche

Spareinlagen: Deutsche Privatbanken

Die Sparmilliarden deutscher Anleger sind vielfach doppelt geschützt: Für Privatpersonen bietet die europäische Einlagensicherung Schutz. Sie garantiert eine Rückzahlung von Spargeldern bis zu 100 000 Euro pro Sparer. Es macht dabei keinen Unterschied, ob Ehepaare ein Gemeinschaftskonto oder zwei Konten führen, sie bekämen im Pleitefall bis zu 200 000 Euro zurück. Für das Geld haften die Staaten, wenn die Mittel in den nationalen Entschädigungstöpfen nicht reichen. Bei der zu Vorwerk und Oetker gehörenden akf bank, der C&A-Bank, der zu Ikea gehörenden Ikano-Bank sowie der Umweltbank gäbe es im Pleitefall nur die gesetzlich garantierten 100 000 Euro, die durch die deutsche Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) ausgezahlt würden.

Bei privaten Banken wie Deutsche Bank und Commerzbank sowie Tochtergesellschaften ausländischer Banken, die eine deutsche Banklizenz haben, zum Beispiel ING-DiBa, HypoVereinsbank und Santander Bank, greift ein weiterer Schutz: Für Girokonten, Spareinlagen sowie Tages- und Termingelder gibt der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) ein freiwilliges Rettungsversprechen ab. Die Sicherungssumme ist utopisch hoch: Sie beträgt bei der Deutschen Postbank pro Konto (!) 1,6 Milliarden Euro, bei der HypoVereinsbank bis zu 7,1 Milliarden Euro. Der Schutz wirkt immens, ist aber – anders als das gesetzliche Versprechen – kaum einklagbar und nicht solidarisch aufzubringen bei Großpleiten. Vorsichtige teilen ihr Geld auf verschiedene Banktypen auf – Privatbank, Sparkasse, Volksbank.

Foto: Reuters

Spareinlagen: EU-Banken

Die besten Zinsen gibt es nicht unbedingt von deutschen Banken. MoneYou ist die Online-Marke der niederländischen Bank ABN Amro, die deutsche Anleger mit Tagesgeldzinsen in Höhe von 2,45 Prozent lockt. MoneYou- oder Credit-Europe-Bank-Kunden müssen sich im Pleitefall mit der niederländischen Zentralbank auseinandersetzen, die in englischer Sprache informiert. Bei der Deniz-Bank ist Österreich die Anlaufstelle, bei der Big Bank Estland. Dass die Entschädigung deutscher Sparer bei einem Crash dort nicht erste Priorität hat, liegt nahe. Bekannte Banken wie Cortal Consors (Tochter der französischen BNP Paribas) und Royal Bank of Scotland haben neben dem gesetzlichen EU-Schutz aus dem Ausland noch den Schutz durch den Einlagensicherungsfonds des BdB.

Foto: dpa/picture-alliance

Geschlossene Fonds

Die unter anderem als Schiffs- oder Immobilienfonds angebotenen Produkte sind unternehmerische Beteiligungen. Anleger müssen mit Nachschüssen sowie einem Totalverlust rechnen. Wer zuvor nicht darauf geachtet hat, wie hoch die Kreditfinanzierung seines Fonds ist, erlebt jetzt sein blaues Wunder. Viele Schiffe bringen nicht genug ein, um Kredite zu bedienen, und Banken fordern ihr Geld sofort zurück. Verschärft sich die Bankenkrise steigen die Forderungen. Dem Anleger bleiben nur Schadensersatzklagen.

Foto: dpa

Synthetische Indexfonds (ETF)

Sie sind eine spezielle Art von Investmentfonds, die den Schutz ihres Sondervermögens gern betonen. Im Fall einer Pleite des ETF-Herausgebers oder einer Bank hat der Anleger Anspruch auf die im Fondsvermögen hinterlegten Wertpapiere. Allerdings sind das bei den Synthetischen Indexfonds meist nicht die Papiere, die der Anleger erwartet. Der ETF kauft nicht die Aktien des Index, sondern nutzt ein Tauschgeschäft (Swap). Dabei garantiert eine Bank beispielsweise die Wertentwicklung des Dax, parkt aber im ETF irgendwelche Aktien. Könnte die Bank die Zusage nicht erfüllen, bleiben Anleger auf Papieren sitzen, die sie nicht wollen.

Foto: WirtschaftsWoche

Zertifikate

Die Käufer von Lehman-Brothers-Zertifikaten hatten Pech, dass ihre Bank nicht vor dem Untergang gerettet wurde. Sie verloren ihr Geld und scheiterten jüngst beim Bundesgerichtshof mit Klagen gegen die Verkäufer der Papiere. Niemand weiß, ob sich das nicht wiederholen kann. Beliebt sind Zertifikate als Absicherung gegen Kursverluste („Shortzertifikate“). Diese Funktion können sie nur erfüllen, wenn die Bank als Herausgeberin ihr Rückzahlungsversprechen später einlöst. Für die langfristige Absicherung eignen sich Zertifikate deshalb nicht. Die Prämien für den Versicherungsschutz (Credit Default Swap, CDS) gegen einen Zahlungsausfall von Banken sind ein Indikator, welche Emittenten noch als sicher gelten. Die Spannweiten der CDS-Prämien sind gigantisch (siehe Tabelle Seite 18). Großanleger, die sich gegen den Ausfall der UniCredit versichern möchten, zahlen 5,02 Prozent der Nominalschuld pro Jahr als Prämie, bei der Deutschen Bank beträgt der Aufschlag nur 1,76 Prozent.

Foto: dpa

Es ist so leicht gesagt: Anleger müssen in Sachwerte investieren – am besten in Aktien. So zumindest der Tenor vieler Finanzexperten in den Medien der vergangenen Wochen. Angesichts finanzieller Repression und damit einhergehender Niedrigzinsen bliebe demjenigen, der den Werterhalt seines Geldes sichern will, kaum eine Alternative. Gerade Titel, die mit einer üppigen Dividendenausschüttung einhergingen, seien erste Wahl gegen Inflationsängste.

Doch wer sein Wissen über Börse und Aktien nur aus den gefühlten fünf Minuten täglicher Börsenberichterstattung der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender bezieht, bekommt dort vielleicht mit, wie die Kurse an den Aktienmärkten nach einigen Monaten der Zuwächse zuletzt wieder korrigiert haben. Wie der Privatanleger sein Depot sinnvoll strukturieren und worauf gerade der Neuling zu Beginn seines Börsianerdaseins achten sollte, weiß er aber unter Umständen nicht.

Roundtable mit Finanzexperten

"Das Endspiel hat begonnen"

von Annina Reimann und Hauke Reimer

Das sollte der Student beachten

Eine der wichtigsten Fragen ist etwa die nach dem zur Verfügung stehenden Budget des Anlegers. Die Größe des Kapitals entscheidet maßgeblich über seine Möglichkeiten. Viele sinnvolle Regeln des Investierens sind mit einem kleinen Depot kaum oder gar nicht zu realisieren. So stößt ein Student, der nicht von Mama und Papa subventioniert wird und daher vielleicht gerade einmal über ein Startkapital von 1.000 Euro verfügt, schon beim Thema Risikostreuung an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Dabei ist gerade sie doch eigentlich so wichtig.

Value-Investoren wie Börsenguru Warren Buffett predigen es schließlich seit Jahrzehnten: Verluste zu vermeiden hat für Anleger oberste Priorität. Diese Regel hat arithmetische Gründe. Um nach einem Verlust mit seinem Depot wieder auf die Ausgangslage vor diesem Verlust zu kommen, muss sich der Anleger nachher umso mehr anstrengen: Wer etwa 20 Prozent seines Depots verliert, muss anschließend um 25 Prozent des dann noch zur Verfügung stehenden Kapitals zulegen, um wieder auf null zu kommen. Bei einem Verlust von 25 Prozent sind bereits 33 Prozent Kursgewinn nötig. Und wer 50 Prozent verliert, muss das übrig gebliebene Kapital anschließend sogar verdoppeln, um unter dem Strich keine Verluste zu machen. Die Erkenntnis, die diese Dreisätze bringen, ist vielleicht keine wirklich neue – die Zusammenhänge werden aber auch von erfahrenen Anlegern nur allzu gerne vergessen. Oder verdrängt.

Innerhalb der Europäischen Union sind die Einlagen mindestens bis 100.000 Euro pro Person gesichert. Im Pleitefall muss die Bank das Geld spätestens nach 20 Tagen zurückzahlen. Innerhalb der einzelnen Länder gibt es neben der Einlagensicherungsanforderungen der EU auch nationale Einlagensicherungen.

Einlagensicherungsfonds
Bei Banken in Deutschland, die neben der gesetzlichen Entschädigungseinrichtung auch dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) angehören, sind Einlagen in Millionenhöhe abgesichert. Öffentliche Banken und Sparkassen können mithilfe eigener Einrichtungen unbegrenzten Schutz anbieten.

Ausländische Einlagensicherung
Banken mit Geschäftssitz außerhalb Deutschlands verfügen über jeweilige nationale Sicherungsregeln. Der Mindestschutz beträgt jedoch die von der EU vorgegebenen 100.000 Euro.

Kombination aus deutscher und ausländischer Einlagensicherung
Bei einer Kombination der Sicherungsregeln greift im Pleitefall zunächst die ausländische Einlagensicherung, bei Summen über 100.000 Euro träte die Einlagensicherung des BdB in Kraft.

Ermitteln Sie hier individuell, wo es die besten Zinsen gibt und welche Banken sicher sind.

Auf den folgenden Seiten zeigen wir die besten Tagesgeld-Angebote; Anlagesumme: 10.000 Euro, ohne Neukunden-Aktionen; Quelle: FMH-Finanzberatung, Angaben der Banken, Stand: 8. Juli 2012.

Foto: Blumenbüro Holland/dpa/gms

Bank11

Mindestanlage: Keine

Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent

Einlagensicherung: gesetzliche deutsche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro + 30 Prozent des für die Einlagensicherung maßgeblich haftenden Eigenkapitals der Bank

Foto: Screenshot

Barclays

Mindestanlage: Keine

Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent

Einlagensicherungstyp: Kombination aus britischer und deutscher Einlagensicherung

Abgesicherte Summe: 240.000.000 Euro

Foto: Screenshot

abcbank

Mindestanlage: 2.500 Euro

Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent

Einlagensicherung: Gesetzliche deutsche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken

Abgesicherte Summe: 7.500.000 Euro

Foto: Handelsblatt

Ziraat Bank

Mindestanlage: Keine

Effektiver Jahreszins: 2,00 Prozent

Einlagensicherung: Gesetzliche deutsche Einlagensicherung und Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken

Abgesicherte Summe: 42.780.000 Euro

Foto: Screenshot

VTB Direktbank

Mindestanlage: Keine

Effektiver Jahreszins: 2,20 Prozent

Einlagensicherung: gesetzliche österreichische Einlagensicherung

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro

Foto: Screenshot

Akbank

Mindestanlage: Keine

Effektiver Jahreszins: 2,25 Prozent

Einlagensicherung: gesetzliche österreichische Einlagensicherung

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro

Foto: Screenshot

Garantibank

Mindestanlage: Keine

Effektiver Jahreszins: 2,25 Prozent

Einlagensicherung: gesetzliche Einlagensicherung der Niederlande

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro

Foto: Screenshot

Bank of Scotland

Mindestanlage: Keine

Effektiver Jahreszins: 2,25 Prozent

Einlagensicherung: Kombination aus britischer und deutscher Einlagensicherung

Abgesicherte Summe: 250.000 Euro

Foto: Screenshot

Vakifbank

Mindestanlage: 5.000 Euro

Effektiver Jahreszins: 2,26 Prozent

Einlagensicherung: gesetzliche österreichische Einlagensicherung

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro

Foto: Screenshot

Denizbank

Mindestanlage: 1.000 Euro

Effektiver Jahreszins: 2,30 Prozent

Einlagensicherung: gesetzliche österreichische Einlagensicherung

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro

Foto: Screenshot

Amsterdam Trade Bank

Mindestanlage: Keine

Effektiver Jahreszins: 2,25 Prozent

Einlagensicherung: gesetzliche Einlagesicherung der Niederlande

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro

Foto: Screenshot

Advanzia Bank

Mindestanlage: 5.000 Euro

Effektiver Jahreszins: 2,33 Prozent

Einlagensicherung: gesetzliche luxemburgische Einlagensicherung

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro

Foto: Screenshot

akf bank

Mindestanlage: 2.500 Euro

Effektiver Jahreszins: 2,43 Prozent

Einlagensicherung: gesetzliche deutsche Einlagensicherung

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro

Foto: Screenshot

MoneYou

Mindestanlage: Keine

Effektiver Jahreszins: 2,45 Prozent

Einlagesicherung: gesetzliche Einlagensicherung der Niederlande

Abgesicherte Summe: 100.000 Euro

Foto: Screenshot

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick
Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.
Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.
Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.
Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.
Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.
Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Aktienkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.
Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Streuung ist wichtig

Das Risiko zu streuen ist eine der wichtigsten Regeln für den Werterhalt einer Anlage. Der Hintergrund ist denkbar einfach: Wer sein Geld beispielsweise in nur ein Unternehmen steckt, etwa in Form von dessen Aktien, läuft Gefahr, dass sein ganzer Einsatz von der Entwicklung dieses einen Unternehmens abhängt. Geht die Firma pleite – in Zeiten von Finanz- und Schuldenkrise bekanntermaßen nichts Unmögliches -, ist das komplette Geld futsch. Die Gebrüder Lehman lassen grüßen.

Besser ist es daher sein Kapital auf mehrere Unternehmen zu verteilen, im Optimalfall auch auf andere Anlageformen wie etwa Gold oder Anleihen auszuweiten. Bei Letzteren vorausgesetzt, sie bringen zumindest eine Minimalrendite.

Wenn Gebühren Gewinne auffressen

Gerade in der Streuung liegt aber das Problem des Studenten. Die hohe Anzahl unterschiedlicher Anlageformen im Depot bringt vor allem eines mit sich: hohe Gebühren. Schließlich kostet in der Regel jeder Kauf ebenso wie jeder Verkauf an der Börse Geld. Je höher die Anzahl der Transaktionen, desto höher auch die Kosten. Bei einem großen Depot machen diese nur eine Belastung im Promillebereich aus. In einem 1.000-Euro-Depot entsprechen Ordergebühren von 10 Euro aber bereits einem Prozent – der Anleger muss dann schon eine Wertentwicklung von einem Prozent erzielen, um unter dem Strich keinen Verlust zu machen. In Zeiten niedriger Zinsen muss man dieses eine Prozent erst einmal erwirtschaften.

So lesen Sie die Tabellen:

Boston Consulting ermittelt die besten zehn Aktien jeder Branche. Der Gesamtertrag (Tabelle, linke Spalte) zeigt, wie viel Prozent Anleger aus Kursgewinn und Dividenden seit Ende 2006 im Schnitt pro Jahr verdienten. Aus der Analyse der Quellen, aus denen der Erfolg sich speist, lässt sich ableiten, ob eine Aktie günstig ist. Beruht der Ertrag auf Umsatzwachstum, Gewinnmargen und Schuldenabbau, ist dies positiv.

Wankelmütige Anleger

Ein Unternehmen, das unter sonst gleichen Bedingungen seine Gewinnmarge verdoppelt, etwa von 20 auf 40 Cent Gewinn je Dollar Umsatz, müsste auch seinen Börsenwert verdoppeln. In der Realität passiert das nie, weil Anleger
Zahlen je nach Börsenstimmung anders bewerten. Ist eine Aktie stark gestiegen, obwohl sich die fundamentalen Daten eher schwach entwickelt haben, muss sich die Haltung der Anleger verändert haben: Sie gestehen dem Unternehmen etwa pro erwirtschafteten Dollar Gewinn einen höheren Börsenwert zu. Je mehr eine Aktie vom Faktor Börsenbewertung (vorletzte Spalte) profitiert hat, desto riskanter. Denn ebenso schnell, wie Aktien an der Börse beliebt werden, können sie in Ungnade fallen. Bei der Berechnung gilt: Höherer Umsatz und höhere Gewinnmargen sind wertsteigernd, ebenso Dividenden, Schuldenabbau und Aktienrückkäufe. Kapitalerhöhungen sind wertmindernd, da der Gewinn sich danach auf mehr Aktien verteilt. Der Erfolg von Kia Motors (Zeile 2) berechnet sich so: 17 Prozentpunkte aus Umsatzwachstum, 39 Prozentpunkte aus höheren Gewinnmargen, ein Punkt Dividende. 33 Punkte hat die Geringerbewertung der Kia-Gewinne (Anleger gestehen Kia für einen Dollar Gewinn relativ weniger Börsenwert zu) zunichte gemacht, drei Punkte gingen durch Ausgabe neuer Aktien verloren, 18 Prozentpunkte plus wiederum schuf Kia aus Schuldenabbau. In Summe sind dies 17+39+1–33–3+18 = 39 Prozent Gesamtertrag pro Jahr.

Illustrationen: Kristina Düllmann

Foto: WirtschaftsWoche

* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

Foto: WirtschaftsWoche

* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

Foto: WirtschaftsWoche

* ¹Gesamtertrag für Aktionäre aus Umsatzwachstum, Gewinnmargensteigerung, Schuldenabbau, Verringerung der Zahl der Aktien, Dividenden, Ausweitung der Börsenbewertung seit 1.1.2007, in Prozent pro Jahr; ²in Prozent, 1.1.2012 bis 1.7.2012; Quelle: Boston Consulting Group

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Vor diesem Hintergrund bieten sich dem Studenten nur wenige Möglichkeiten. Eine ist die Investition in einen Aktienfonds. Damit streut er das Risiko eines Verlustes über nur ein Vehikel auf gleich mehrere Titel. Um den Gebühren eines aktiv gemanagten Fonds aus dem Weg zu gehen – die würden ebenso wie die Gebühren beim Kauf von Einzelaktien die Wertentwicklung schnell signifikant schmälern –, sollte er auf einen Indexfonds, einen sogenannten ETF zurückgreifen. Ein solches Produkt, das einen Index nachbildet, beispielsweise den deutschen Aktienindex Dax, ist vergleichsweise günstig, sein Kauf daher auch für den Studenten zu stemmen.

In jedem guten Piratenfilm spielen sie eine tragende Rolle. Doch Goldmünzen sind längst nicht nur etwas für Schatzsucher. Inflationsängste und die Schwäche anderer Anlageformen machen physisches Gold gerade für Anleger attraktiv. Womit man den Werterhalt seines Geldes sichert und zudem noch etwas fürs Auge im Depot hat.

 

Foto: fotolia.com

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Dass Goldmünzen nicht nur mit den Köpfen verstorbener Persönlichkeiten geziert sein müssen, zeigt dieses Exemplar: Die Lunar Serie 1 der australischen Münzprägeanstalt Perth Mint erfreut sich großer Beliebtheit unter Sammlern. Sie wurde von 1996 bis 2007 geprägt und zeigt die chinesischen Tierkreiszeichen, hier den Hasen.

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Auch der Hund gehört zu den chinesischen Tierkreiszeichen, denen die australische Münzprägeanstalt Perth Mint 2006 ein Denkmal in Form eines Goldstücks setzte. Auf der Rückseite der Münzen dieser Serie ist im Übrigen immer ein Abbild von Königin Elisabeth II. zu sehen.

Foto: WirtschaftsWoche

Die australischen Goldmünzen von Perth Mint sind besonders detailgenau und filigran gestaltet, wie hier beispielsweise das chinesische Tierkreiszeichen des Hahnes, welches 2005 geprägt wurde.

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Nicht nur Tierkreiszeichen finden den Weg auf Goldmünzen. Auch dem chinesischen Nationaltier Panda wird auf diese Art und Weise gehuldigt. Die entsprechende Münze aus dem Reich der Mitte wird seit 1982 geprägt - mit jährlich wechselndem Motiv des Bären auf der Vorderseite.

 

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Der Krügerrand aus Südafrika ist die liquideste Goldanlagemünze der Welt und dürfte zugleich auch die bekannteste sein. Für einen Krügerrand mit einem Feingewicht von 1 Unze zahlen Goldanleger einen geringen Aufschlag von etwa zwei Prozent auf den Goldwert.

 

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Foto: WirtschaftsWoche

Die kanadische Goldmünze Maple Leaf, zu deutsch Ahornblatt, ist nach dem Krügerrand die weltweit zweitbekannteste Anlagemünze. Auch mit ihm wird einem Nationalsymbol gehuldigt.

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Der American Eagle aus den USA wird seit 1986 in unverändertem Design geprägt. Das Unzenstück hat einen Nennwert von 20 Dollar, sein Marktpreis liegt bei einem Vielfachen davon.

 

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Der sogenannte Wiener Philharmoniker aus Österreich wurde erstmals 1989 ausgegeben. Inzwischen ist er die beliebteste Goldanlagemünze Europas, sozusagen der Krügerrand der Alten Welt.

 

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Für das Portemonnaie des normalen Anlegers ist der Riesen-Maple Leaf außer Reichweite. Doch Goldmünzen sind bei Anlegern, die Inflationsschutz suchen, sehr beliebt. Üblich sind Münzen mit einer Feinunze Gold, das entspricht einem Goldgewicht von 31,103477 Gramm. Der Vorteil: Schon für vergleichsweise kleine Beträge kann man so Gold erwerben.

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Aktien

So schlagen Sie Inflation und Niedrigzins

von Stefan Hajek

Aktien auf lange Sicht top

Nun mögen Kritiker argumentieren, eine Investition nur in Aktien sei riskant. Recht haben sie. Aber ein Student von 25 Jahren hat im Durchschnitt auch noch rund 50 Jahre zu leben. In dieser Zeit wird er seinem Depot noch weiteres Kapital zuführen können, das er dann peu à peu auch in andere Anlageformen investieren kann. Zudem lassen sich die Schwankungen des Aktienmarktes über den Zeitraum von fünf Jahrzehnten vergleichsweise entspannt aussitzen. Denn auch wenn es in den vergangenen Jahren nicht den Anschein hatte und im Einzelfall auch nicht so war – auf lange Sicht und in der Breite ist der Aktienmarkt immer gestiegen. Und zwar deutlicher als alle anderen Anlageklassen. Sogar wenn man die Wertsteigerung, die allein von den Dividendenausschüttungen herrührt, nicht berücksichtigt.

Das sollte der 40-Jährige beachten

Für einen durchschnittlichen 40-jährigen Anleger ist die Ausgangsposition eine andere als für den Studenten, weil bequemere. In der Regel hat er bereits anderthalb bis zwei Jahrzehnte Berufserfahrung, dementsprechend verdient und so auch den einen oder anderen Euro auf die Seite gebracht. Selbst wenn man konservativ mit einem Depot von 20.000 Euro rechnet, ergeben sich für diesen Anleger deutlich mehr Möglichkeiten bei der Geldanlage als für den Studenten. Er kann das Risiko wesentlich besser streuen, da die Gebühren für die dafür notwendigen Transaktionen prozentual nicht so sehr ins Gewicht fallen, seinem ungleich höheren Startkapital sei Dank.

Eine größere Streuung als beim Studentendepot ist für diesen Anleger allerdings auch notwendig. Da sein Anlagehorizont im Durchschnitt um 15 Jahre kürzer ist, kann er den Schwankungen des Aktienmarktes nicht ganz so entspannt zusehen; für das Aussitzen dieser Volatilität „fehlen“ ihm eben anderthalb Jahrzehnte. Dementsprechend sollte er auch die Höhe des Aktienanteils in seinem Portfolio nicht so groß wählen wie der Student. Gemäß einer Faustformel, die auf der Rechnung 100 minus Lebensalter gleich Aktienquote beruht, sollte der Aktienanteil im Depot eines 40-Jährigen 60 Prozent nicht überschreiten. Das entspräche einem Kapital von 12.000 Euro. Mit dieser Summe lässt sich gut streuen, sprich das Risiko über mehrere Positionen verteilen.

Wer auf eine Zusatzrente setzt, um seine Altersvorsorge aufzubessern, muss je nach Startzeitpunkt mehr oder weniger monatlich sparen. Dabei gilt: Wer früher mit dem Sparen anfängt, hat als Rentner mehr zum Leben.

Die folgenden Beispielrechnungen zeigen, in welchem Alter Sparer was für eine Summe zurücklegen müssen, um auf einen bestimmten Rentenbetrag zu kommen.

Zur Erklärung: „Spareinstieg mit 40 Jahren, 300 Euro = 123,43 Euro“ heißt: Wer ab dem 67. Lebensjahr eine monatliche private Zusatzrente von 300 Euro erhalten möchte, muss als 40-Jähriger 123,43 Euro monatlich sparen.

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, März 2011

Foto: Fotolia

Spareinstieg mit 20 Jahren

monatliche Zusatzrente von 100 Euro =  15,34 Euro monatlich sparen

300 Euro = 43,98 Euro monatlich

500 Euro = 72,63 Euro monatlich

700 Euro = 101,27 Euro monatlich

1.000 Euro = 144,23 Euro monatlich

Foto: gms

Spareinstieg mit 30 Jahren

monatliche Zusatzrente von 100 Euro =  24,47 Euro monatlich sparen

300 Euro = 71,35 Euro monatlich

500 Euro = 118,24 Euro monatlich

700 Euro = 165,12 Euro monatlich

1.000 Euro = 235,45 Euro monatlich

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Spareinstieg mit 40 Jahren

monatliche Zusatzrente von 100 Euro =  41,93 Euro monatlich sparen

300 Euro = 123,74 Euro monatlich

500 Euro = 205,55 Euro monatlich

700 Euro = 287,32 Euro monatlich

1.000 Euro = 410,09 Euro monatlich

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Spareinstieg mit 50 Jahren

für eine Zusatzrente von 100 Euro =  82,28 Euro monatlich sparen

300 Euro = 244,79 Euro monatlich

500 Euro = 407,31 Euro monatlich

700 Euro = 569,82 Euro monatlich

1.000 Euro = 813,59 Euro monatlich

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Wer es sich zutraut, kann eine eigene Aktienauswahl treffen, beispielsweise über zehn verschiedene, in etwa gleich gewichtete Papiere. Allerdings sollte auch hier die Mischung stimmen. Ausschließlich in deutsche Papiere zu investieren wäre ebenso falsch wie ausschließlich auf Titel aus nur einer Branche zu setzen – sowohl Deutschland als auch besagter Branche kann es aus welchen Gründen auch immer eines Tages nicht so gut gehen wie anderen Ländern oder Industriezweigen. Wem die Auswahl grundsätzlich zu schwierig fällt, sollte Aktien über einen Fonds kaufen, der die Auswahl für ihn übernimmt – sei es im Falle eines Indexfonds ein Automatismus oder im Falle eines aktiv gemanagten Fonds dessen Fondsmanager.

Rohstoffe feiern Renaissance

Die übrigen 40 Prozent seines Depots sollte der 40-jährige Anleger ebenfalls streuen. Er kann dies dank seines größeren Kapitals besser tun als der Student – die Ordergebühren fallen bei ihm schlichtweg nicht so sehr ins Gewicht. Früher rieten Experten dem Anleger dazu, außer Aktien Rohstoffe und Anleihen in sein Portfolio aufzunehmen. Die Einstellung zu Letzteren hat sich allerdings im Zuge der aktuellen Niedrigzinspolitik geändert, Anleihen sind längst nicht mehr erste Wahl. Die Renditen der Papiere halbwegs solider Staaten liegen bei unter zwei Prozent – zehnjährige Bundesanleihen rentierten zuletzt bei 1,45 Prozent. Damit lässt sich noch nicht einmal die Inflation ausgleichen. Festgeld wäre eine Alternative, vorausgesetzt der Anleger findet gute Konditionen vor, die sich aber nur bei entsprechend langen Laufzeiten bieten. Rohstoffe feiern dagegen eine wahre Renaissance in den Portfolios sowohl institutioneller als auch privater Anleger, vor allem in Form von Edelmetallen. Seine Rohstoffposition sollte der Anleger mit physischem Gold abdecken - und je nach Risikoneigung mit physischem Silber ergänzen: Wer mit den hohen Schwankungen des kleinen Bruders von Gold leben kann, wird unter Umständen mit einer höheren Wertentwicklung belohnt.

Das sollte der 60-Jährige beachten

Der durchschnittliche 60-Jährige verfügt über noch mehr Geld als der 40-Jährige. Er hatte schließlich auch 20 Jahre mehr Zeit zu sparen. Hier könnte man bei einer Modellrechnung von 100.000 Euro ausgehen, die sich im Laufe der Jahrzehnte angesammelt haben und die der Senior für die Kapitalanlage zur Verfügung hat. Das macht ihn bei der Wahl der Anlagen für sein Depot noch flexibler als den 40-Jährigen. Aber auch der 60-Jährige sollte bestimmte Dinge berücksichtigen.

So werden mit zunehmendem Alter die Schwächen der eingangs erwähnten Faustformel deutlich: Bei 100 minus Lebensalter ergäbe die Rechnung eine Aktienquote von 40 Prozent. Für einen 60-Jährigen, der möglichweise in wenigen Jahren in Rente gehen will und dann sein Erspartes für die eine oder andere Anschaffung nutzen will, wäre eine Aktienquote in dieser Höhe wenig sinnvoll. Er würde berücksichtigen müssen, dass die Aktienmärkte in dieser kurzen Zeitspanne auch korrigieren und sich bis zum Zeitpunkt, zu dem er auf sein Kapital zugreifen möchte, nicht mehr erholen könnten. Ihm ist daher zu einer wesentlich niedrigeren Aktienquote zu raten. Wer etwa innerhalb von zwei Jahren an sein Geld möchte, sollte höchstens einen Aktienanteil von 20 Prozent wählen und auch dabei auf eher konservative Aktien setzen, vorzugsweise mit einer stabilen Dividendenausschüttung. Das würde das Risiko zusätzlich minimieren. Mit den 20.000 Euro, die diesem Anleger nach der obigen Rechnung (20 Prozent von 100.000 Euro) zur Verfügung stehen, hat er die Wahl die Aktienauswahl selbst zu übernehmen – die Ordergebühren würden weniger ins Gewicht fallen als bei den anderen beiden Anlegertypen – oder dies einem Fonds zu überlassen, beispielsweise einem Fonds, der sich auf Dividendenpapiere spezialisiert hat. Auch hier wäre es nicht falsch, das Kapital über mehrere Fonds zu streuen.

Den restlichen Portfolioanteil sollte der 60-Jährige ähnlich wie der 40-Jährige aufbauen: Dieser Anteil sollte sich aus Festgeld, vorausgesetzt die Konditionen stimmen, sowie aus Rohstoffen zusammensetzen. Bei Letzteren empfiehlt sich physisches Gold eher als Silber; angesichts des höheren Alters des Anlegers sollte dem Risiko von Silber nicht so viel Raum gegeben werden wie noch im Depot des 40-Jährigen.

Wie gesagt: Diese Erkenntnisse sind allesamt nicht neu - es kann aber keinem Anleger schaden sie sich vor der Geldanlage noch einmal ins Gedächtnis zu rufen.

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