Bitcoin (BTC): Bitcoin-Dominanz auf dem Vormarsch: Der Kryptomarkt sortiert sich neu
In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit rückt Bitcoin immer stärker in den Fokus. Der Abstand zu anderen Kryptowährungen wird größer. Mit einer Marktdominanz von zuletzt knapp 66 Prozent behauptet sich Bitcoin deutlich als führende Kraft im Kryptomarkt. Das zeigen Daten des Analysehauses Tradingview.
Zunehmend setzen auch institutionelle Anleger auf eine „Bitcoin Only“-Strategie und behandeln Bitcoin nicht länger als Teil des Kryptosektors, sondern als eigenständige Anlageklasse. Altcoins – also „alternative Kryptowährungen“ der zweiten und dritten Reihe – hingegen gelten immer häufiger als spekulative und kurzfristige Beimischung. Doch was steckt hinter dieser Entwicklung – und was bedeutet die hohe Bitcoin-Dominanz für die Märkte?
Was bedeutet die Bitcoin-Dominanz?
Die Bitcoin-Dominanz gibt an, wie groß der Anteil von Bitcoin an der gesamten Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen ist. Sie zeigt somit, welchen Einfluss Bitcoin auf den Gesamtmarkt hat – und wie sich Kapitalflüsse innerhalb des Kryptosektors verteilen.
Der Dollar-Crash: Zündet jetzt eine neue Bitcoin-Rally?
Steigt die Dominanz, bedeutet das meist: Anleger ziehen Kapital aus Altcoins ab und schichten es in Bitcoin um. Für Analysten und Händler ist dieser Wert ein hilfreicher Indikator für Markttrends und Stimmungen.
Aktueller Stand: Bitcoin dominiert den Markt
Seit der Pleite der einst drittgrößten Kryptobörse FTX Ende 2022 nimmt die Marktdominanz vom Bitcoin kontinuierlich zu. Zuletzt lag sie bei rund 65,75 Prozent. (Stand: 23. Juni 2025) Zuletzt stieg die Bitcoin-Dominanz sogar kurzfristig über die Marke von 66 Prozent. Das war der höchste Wert seit Dezember 2020.
Rechnet man Stablecoins heraus, stieg der reale Bitcoin-Anteil am Markt zu diesem Zeitpunkt sogar auf rund 78,5 Prozent. Stablecoins sind Kryptowerte, die an den Kurs einer Fiatwährung wie Euro oder Dollar gekoppelt sind und versuchen diesen abzubilden.
Dieser Trend zeigt: Das Vertrauen in Bitcoin ist nach wie vor stark – besonders im Vergleich zu vielen Altcoins, hinter denen Unternehmen oder Stiftungen stecken und denen viele Bitcoin-Befürworter misstrauen. Besonders deutlich wird das am Verhältnis zwischen Bitcoin und Ether, die Kryptowährung der Blockchain Ethereum. Ether ist die zweitgrößte Kryptowährung am Markt. Lange Zeit wurde spekuliert, dass Ether Bitcoin in puncto Marktkapitalisierung überholen könnte.
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Doch das genaue Gegenteil ist der Fall: Gerade Ether hat in den letzten Jahren im Vergleich zu Bitcoin spürbar an Boden verloren. Während Bitcoin derzeit um die Marke von 100.000 US-Dollar notiert, liegt der Ether-Kurs bei etwa 2.250 US-Dollar – und damit deutlich unter seinem Rekordhoch von über 4.650 US-Dollar im November 2021.
Ether trägt aktuell nur noch etwa 8,8 Prozent zur gesamten Marktkapitalisierung des Kryptomarkts bei – deutlich weniger als noch 2017, als der Anteil zeitweise bei rund 24 Prozent lag.
Warum gewinnt Bitcoin gerade jetzt an Dominanz?
Ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen liefert einige Hinweise: Trotz der Vielzahl an neuen Kryptowährungen bleibt Bitcoin für viele Anleger das stabilste und verlässlichste Asset im Kryptobereich.
Nicht nur private Investoren, auch Staaten und institutionelle Investoren richten ihre Strategie zunehmend auf Bitcoin aus. Die US-Regierung etwa will eine eigene Bitcoin-Reserve aufbauen – ein deutliches Signal für die wachsende Akzeptanz von Bitcoin als strategisches Anlagegut auf staatlicher Ebene. Für Altcoins gibt es vergleichbare Schritte bisher allerdings nicht. Die Altcoin-Bestände der US-Regierung sollen zwar nicht direkt veräußert werden, man wolle hier allerdings auch keine weiteren Bestände aufnehmen.
Bitcoin als „digitales Gold“ – das neue Selbstverständnis
Die Trennung zwischen Bitcoin und Altcoins wird auch an den Märkten sichtbarer. Bitcoin wird aufgrund seiner Eigenschaften immer stärker als „digitales Gold“ gesehen. Altcoins dienen als Basis für spezielle Blockchain- und Infrastruktur-Projekte. Für viele Anleger gelten diese Kryptowährungen aber lediglich als (riskante) Spekulation.
Dieser Wandel schlägt sich auch in der Produktwelt nieder: Finanzinstitute entwickeln bevorzugt Bitcoin-ETFs, Zertifikate und Derivate, während Altcoin-Produkte eher eine untergeordnete Rolle spielen. Die Regulierung zieht mit – Bitcoin wird vielerorts gesondert behandelt und genießt gegenüber anderen Kryptowährungen Vorteile bei der Zulassung und Besteuerung.
Was bedeutet das für Altcoins und Investoren?
Trotz der aktuellen Entwicklung bedeutet eine hohe Bitcoin-Dominanz nicht das Aus für Altcoins. Im Gegenteil: Immer wieder kommt es zu sogenannten „Altcoin-Seasons“, in denen Kapital verstärkt in kleinere Coins fließt – oft nach Phasen besonders hoher Bitcoin-Dominanz.
Deshalb gilt: Die Bitcoin-Dominanz ist ein wertvoller Stimmungsindikator. Steigt sie, zeigt das eher eine defensive Marktphase. Fällt sie, steigt die Risikobereitschaft – und Altcoins können profitieren.