Flatex, Trade Republic und Co.: Wo ist der Krypto-Handel am günstigsten?
Indirekte Kosten können den Handel mit Bitcoin und Co. teuer machen.
Foto: REUTERSSell Off trotz Krypto-Reserve: Ist der Bitcoin-Bullenmarkt jetzt vorbei?
Der Handel mit Kryptowährungen ist so einfach wie noch nie. Mittlerweile können Anleger bei vielen Brokern in Bitcoin und Co. investieren. Allerdings: Es gibt große Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern.
„Im Kryptohandel können Broker viele Kosten verstecken,“ sagt Olaf Stotz, Professor für Asset Management und Pension Economics an der Frankfurt School for Finance and Management. Stotz verantwortet eine Studie, die über einen Zeitraum von einem Jahr aufzeigen soll, wo Anleger wie viel Geld für ihre Kryptoinvestition ausgeben müssen.
In Auftrag gegeben wurde die Studie vom Onlinebroker Flatex, der selbst Anfang Dezember den Krypto-Handel auf seiner Plattform gestartet hat. Zwar kann man Flatex also ein gewisses Eigeninteresse nicht absprechen. Allerdings hat sich die Frankfurt School als unabhängige Institution gerade in Sachen Kryptowährungen einen Namen gemacht.
Finale Ergebnisse wird es erst Anfang 2026 geben. Nach einigen Testrunden im Zeitraum von drei Wochen hat die Frankfurt School aber erste Zahlen erhoben, die zwar noch nicht repräsentativ sind, aber eine erste Annäherung bieten, wo der Krypto-Handel wie viel kostet. Hierfür hat sich die Frankfurt School den Kryptohandel bei sechs Anbietern angeschaut: Flatex, Bison, Bitpanda, N26, Smartbroker und Trade Republic.
Was kostet der Krypto-Handel?
Konkurrenten wie Scalable oder klassische Anbieter wie die Consorsbank wurden nicht berücksichtigt, weil Anleger dort nicht direkt in Kryptowährungen investieren, sondern nur über Umwege: über sogenannte ETPs. Das sind börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen, die die Wertentwicklung, etwa des Bitcoins, widerspiegeln.
Erste Ergebnisse zeigen: Am günstigsten ist der Handel in allen untersuchten Orderhöhen der Erhebung zufolge über Flatex. Beim Bitcoin liegt die Gesamtkostenquote für Kauf und Verkauf in allen drei Kategorien bei 1,1 Prozent beziehungsweise 5,77 Euro bei einer Ordergröße von 500 Euro. Mit deutlichem Abstand liegt auf Platz 2 der Berliner Neobroker Trade Republic mit 2,1 Prozent oder 10,64 Euro – allerdings nur bei der kleinsten Ordersumme.
Generell zeigt die Erhebung: Je mehr Anleger in Bitcoin investieren, desto höher die Gebühr – und zwar nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch prozentual. Bei Trade Republic lag die Gesamtkostenquote bei einer Ordersumme von 10.000 Euro im Durchschnitt bei 4,4 Prozent beziehungsweise 498,42 Euro, wenn sie Bitcoin kaufen und danach direkt wieder verkaufen. Damit ist Trade Republic bei höheren Ordergrößen so teuer wie kein anderer der untersuchten Anbieter. Mit großem Abstand auf dem vorletzten Rang liegt die Neobank N26, wo die Gesamtkostenquote bei drei Prozent liegt.
Versteckte Kosten
Die Erhebung zeigt auch: Der Handel mit anderen Kryptowährungen ist deutlich teurer. Die Frankfurt School hat dafür analysiert, welche Kosten beim Kauf und Verkauf von Ether sowie der Nonsense-Kryptowährung Dogecoin anfallen. Tendenziell sind die Kosten bei kleineren, weniger gehandelten Vermögenswerten höher. In der Spitze fallen hier bis zu 5,3 Prozent an, nämlich beim Kauf und Verkauf von Dogecoin über N26 bei einem Ordervolumen von 10.000 Euro – Flatex liegt gut vier Prozentpunkte darunter.
Auf den ersten Blick wirken diese Kostenunterschiede willkürlich. Bei Flatex fallen beim Kauf oder Verkauf von Bitcoin Kosten von 0,6 Prozent an. Der Berliner Marktführer Trade Republic hingegen wirbt damit, dass dort eine Fremdkostenpauschale von einem Euro je Kauf oder Verkauf anfällt.
Aber bei Trade Republic – und anderen Anbietern – kommt noch ein Spread obendrauf, während dieser bei Flatex schon in den Gesamtkosten enthalten ist. Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Beide sind in den Handelsansichten der Anbieter einsehbar. Der Briefkurs (Englisch: Ask) gibt den tiefsten Kurs an, zu dem ein Verkäufer bereit ist, einen Vermögenswert zu verkaufen. Auf der anderen Seite steht der Geldkurs (Englisch Bid). Der zeigt den höchsten Preis an, den ein Käufer zu zahlen bereit ist.
Tendenziell fällt der Spread bei Kryptowerten größer aus als etwa bei Aktien – bei einigen Anbietern ist der Spread aber besonders weit gefasst. Am Spread verdienen einerseits Market Maker, die Käufer und Verkäufer zusammenbringen und dafür die Preise stellen. Aber auch manche Broker integrieren eine Gebühr in den Spread, um an den Transaktionen Geld zu verdienen. Viele Anbieter weisen aber den Spread und die darin versteckten Kosten nicht aus. Für den Anleger ist also nicht ersichtlich, wie viel etwa der Market Maker verdient und wie hoch die einbehaltene Gebühr des Brokers ist.
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