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Flatex, Trade Republic und Co.Wo ist der Krypto-Handel am günstigsten?

Viele Fintechs bieten mittlerweile den Handel mit Bitcoin und Co. an. Doch die Kosten unterscheiden sich stark.Philipp Frohn 18.03.2025 - 08:42 Uhr

Indirekte Kosten können den Handel mit Bitcoin und Co. teuer machen.

Foto: REUTERS
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13.03.2025 von Philipp Frohn
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Der Handel mit Kryptowährungen ist so einfach wie noch nie. Mittlerweile können Anleger bei vielen Brokern in Bitcoin und Co. investieren. Allerdings: Es gibt große Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern.

„Im Kryptohandel können Broker viele Kosten verstecken,“ sagt Olaf Stotz, Professor für Asset Management und Pension Economics an der Frankfurt School for Finance and Management. Stotz verantwortet eine Studie, die über einen Zeitraum von einem Jahr aufzeigen soll, wo Anleger wie viel Geld für ihre Kryptoinvestition ausgeben müssen.

In Auftrag gegeben wurde die Studie vom Onlinebroker Flatex, der selbst Anfang Dezember den Krypto-Handel auf seiner Plattform gestartet hat. Zwar kann man Flatex also ein gewisses Eigeninteresse nicht absprechen. Allerdings hat sich die Frankfurt School als unabhängige Institution gerade in Sachen Kryptowährungen einen Namen gemacht.

Finale Ergebnisse wird es erst Anfang 2026 geben. Nach einigen Testrunden im Zeitraum von drei Wochen hat die Frankfurt School aber erste Zahlen erhoben, die zwar noch nicht repräsentativ sind, aber eine erste Annäherung bieten, wo der Krypto-Handel wie viel kostet. Hierfür hat sich die Frankfurt School den Kryptohandel bei sechs Anbietern angeschaut: Flatex, Bison, Bitpanda, N26, Smartbroker und Trade Republic.

Was kostet der Krypto-Handel?

Konkurrenten wie Scalable oder klassische Anbieter wie die Consorsbank wurden nicht berücksichtigt, weil Anleger dort nicht direkt in Kryptowährungen investieren, sondern nur über Umwege: über sogenannte ETPs. Das sind börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen, die die Wertentwicklung, etwa des Bitcoins, widerspiegeln.

Krypto-ABC: Die wichtigsten Begriffe verständlich erklärt
Der Fokus am Kryptomarkt liegt klar auf dem Bitcoin. Unter Altcoins versteht man Kryptowährungen, die nach der ältesten Digitalwährung erfunden wurden und eine Alternative zum Bitcoin darstellen. Beispiele dafür sind Ethereum, Cardano oder Solana.
Der Bitcoin ist nicht nur die dem Volumen nach größte, sondern auch die älteste Kryptowährung der Welt. Schon im Oktober 2008 skizzierte Satoshi Nakamoto, das Pseudonym des Bitcoin-Erfinders, in einem Whitepaper mit dem Titel „A Peer-to-Peer Electronic Cash System“, wie so eine virtuelle Währung aussehen könnte. Kurz darauf, im Januar 2009, wurden die ersten Bitcoin geschürft. Weil Nakamoto unter einem Pseudonym agierte, ist bis heute unklar, wer genau den Bitcoin ins Leben gerufen hat.
Transaktionen von Kryptowährungen werden auf der Blockchain dokumentiert. Die Blockchain ist eine öffentliche, dezentrale Datenbank. Die Informationen werden nicht auf einem einzelnen Server, sondern auf vielen tausenden Rechnern gespeichert. „Chain“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Kette“.Jede Transaktion wird in einem Block gespeichert und an eine Kette der bereits vorhandenen Datensätze angehängt. Deshalb wird die Blockchain auch digitales Kassenbuch genannt. Die gespeicherten Daten können im Nachgang nicht mehr oder nur mit Zustimmung des Netzwerkes geändert werden. So soll ein fälschungssicheres Protokoll entstehen.
Ether ist hinter dem Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung und basiert auf der Ethereum-Blockchain. Im Vergleich zur Bitcoin-Blockchain gilt diese als moderner und leistungsfähiger und soll in Kürze auf das energiesparendere Proof-of-Stake-Verfahren umgestellt werden. Auch Smart Contracts können über Ethereum gehandelt werden. Beliebt ist die Kryptowährung auch, weil NFTs (non fungible Token) oft auf Ethereum basieren und deshalb mit Ether bezahlt werden.
Mining ist das Erzeugen (Schürfen) neuer Coins. Bei diesem Prozess stellen Miner im Fall des Bitcoin die Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung, um komplexe mathematische Aufgaben zu lösen. So werden Transaktionen verifiziert und auf der Blockchain gespeichert. Die Miner werden fürs Bereitstellen der Rechenleistung mit neu generierten Bitcoin belohnt.Bei einigen anderen Kryptowährungen basiert das Mining dagegen nicht auf Rechenleistung, sondern auf den Anteilen der Netzwerk-Teilnehmer an der jeweiligen Kryptowährung (siehe Proof of Stake). In diesem Fall wird das Mining deshalb auch oft als Staking bezeichnet. Auch dafür bekommen Teilnehmer eine Prämie, also quasi eine Art Verzinsung für ihren Anteil.
Minten bezeichnet das Erstellen eines NFTs (non fungible Token). Mit dem „Prägen“ des Bildes ist in diesem Fall das Hochladen in die Blockchain gemeint.
Die Abkürzung NFT steht für non-fungible Token, also nicht austauschbare Wertmarken. NFTs sind virtuelle Güter, die über die Blockchain gehandelt werden. Oft sind es etwa digitale Bilder oder Sammelkarten. Jeder NFT ist einzigartig. Wer einen kauft, wird in der Blockchain als Eigentümer registriert und kann so beispielsweise ein Echtheitszertifikat für ein virtuelles Bild oder ein digitales Kunstwerk vorweisen.
Mit dem Proof-of-Work-Verfahren werden neue Münzen einiger Kryptowährungen wie dem Bitcoin geschaffen. Dafür stellen die Miner die Rechenleistung des Systems zur Verfügung, um komplexe Aufgaben zu lösen. Wer es zuerst schafft, die Aufgabe zu lösen, darf den Block an die Blockchain anhängen und erhält eine Belohnung in Form digitaler Münzen. Der Proof-of-Work-Ansatz gilt als besonders energieintensiv.
Einige Blockchains basieren auf dem Proof of Stake-Verfahren. Anders als bei Proof of Work werden dabei fürs Mining keine umfangreiche Hardware und große Mengen an Rechenleistung benötigt. Proof of Stake gilt daher als wesentlich energieschonender.Statt dessen dürfen diejenigen Transaktionen und neue Coins freigeben, die einen besonders hohen Anteil an einer Kryptowährung halten. Sie werden dann Validatoren genannt. Der Prozess beruht auf einem Konsensmechanismus. Je höher der Preis, desto höher die Anzahl der Coins, um am Prozess teilzunehmen.
Smart Contracts sind virtuelle Verträge, die über die Blockchain getauscht werden. Diese treten unter bestimmten zuvor festgelegten Bedingungen selbstständig in Kraft. Insbesondere Banken und andere Finanzinstitute sehen in Smart Contracts einen großen Nutzen. Sie könnten zum Beispiel beim Börsenhandel Intermediäre – also zwischengeschaltete Stellen wie Wertpapierbroker– überflüssig machen.
Die Wallet ist eine Art digitale Geldbörse für Kryptowährungen. Sie ermöglicht es Nutzern, Kryptoguthaben zu kaufen und zu verschicken. Es gibt mehrere Arten von Wallets. Die Hardware-Wallet ist quasi ein USB-Stick, auf dem das Kryptovermögen und die Zugänge eines Nutzers gespeichert sind. Eine Paper-Wallet wird auf Papier ausgedruckt.Dafür wird ein QR-Code generiert, den man einscannen muss, um Transaktionen zu tätigen. Eine Software-Wallet kommt ohne externe Geräte oder Papierausdrucke aus. Hier werden die Daten in einem Computerprogramm gespeichert. Nutzer dürfen ihre Zugangsdaten nicht vergessen: Sonst bliebe ihnen der Zugriff auf ihr Kryptovermögen verwehrt.
Dieses Krypto-ABC entstammt dem großen Krypto-1x1 der WirtschaftsWoche: Das vollständige Dossier finden Sie hier zum Download

Für die Studie haben die Wissenschaftler der Frankfurt School einen „Roundtrip“ durchgeführt: Sie haben an verschiedenen Zeitpunkten Bitcoin, Ether und Dogecoin in verschiedenen Ordergrößen – 500, 2000 und 10.000 Euro – ge- und anschließend direkt wieder verkauft.

Erste Ergebnisse zeigen: Am günstigsten ist der Handel in allen untersuchten Orderhöhen der Erhebung zufolge über Flatex. Beim Bitcoin liegt die Gesamtkostenquote für Kauf und Verkauf in allen drei Kategorien bei 1,1 Prozent beziehungsweise 5,77 Euro bei einer Ordergröße von 500 Euro. Mit deutlichem Abstand liegt auf Platz 2 der Berliner Neobroker Trade Republic mit 2,1 Prozent oder 10,64 Euro – allerdings nur bei der kleinsten Ordersumme.

Generell zeigt die Erhebung: Je mehr Anleger in Bitcoin investieren, desto höher die Gebühr – und zwar nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch prozentual. Bei Trade Republic lag die Gesamtkostenquote bei einer Ordersumme von 10.000 Euro im Durchschnitt bei 4,4 Prozent beziehungsweise 498,42 Euro, wenn sie Bitcoin kaufen und danach direkt wieder verkaufen. Damit ist Trade Republic bei höheren Ordergrößen so teuer wie kein anderer der untersuchten Anbieter. Mit großem Abstand auf dem vorletzten Rang liegt die Neobank N26, wo die Gesamtkostenquote bei drei Prozent liegt.

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Versteckte Kosten

Die Erhebung zeigt auch: Der Handel mit anderen Kryptowährungen ist deutlich teurer. Die Frankfurt School hat dafür analysiert, welche Kosten beim Kauf und Verkauf von Ether sowie der Nonsense-Kryptowährung Dogecoin anfallen. Tendenziell sind die Kosten bei kleineren, weniger gehandelten Vermögenswerten höher. In der Spitze fallen hier bis zu 5,3 Prozent an, nämlich beim Kauf und Verkauf von Dogecoin über N26 bei einem Ordervolumen von 10.000 Euro – Flatex liegt gut vier Prozentpunkte darunter.

Auf den ersten Blick wirken diese Kostenunterschiede willkürlich. Bei Flatex fallen beim Kauf oder Verkauf von Bitcoin Kosten von 0,6 Prozent an. Der Berliner Marktführer Trade Republic hingegen wirbt damit, dass dort eine Fremdkostenpauschale von einem Euro je Kauf oder Verkauf anfällt.

Aber bei Trade Republic – und anderen Anbietern – kommt noch ein Spread obendrauf, während dieser bei Flatex schon in den Gesamtkosten enthalten ist. Der Spread ist die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs. Beide sind in den Handelsansichten der Anbieter einsehbar. Der Briefkurs (Englisch: Ask) gibt den tiefsten Kurs an, zu dem ein Verkäufer bereit ist, einen Vermögenswert zu verkaufen. Auf der anderen Seite steht der Geldkurs (Englisch Bid). Der zeigt den höchsten Preis an, den ein Käufer zu zahlen bereit ist.

Tendenziell fällt der Spread bei Kryptowerten größer aus als etwa bei Aktien – bei einigen Anbietern ist der Spread aber besonders weit gefasst. Am Spread verdienen einerseits Market Maker, die Käufer und Verkäufer zusammenbringen und dafür die Preise stellen. Aber auch manche Broker integrieren eine Gebühr in den Spread, um an den Transaktionen Geld zu verdienen. Viele Anbieter weisen aber den Spread und die darin versteckten Kosten nicht aus. Für den Anleger ist also nicht ersichtlich, wie viel etwa der Market Maker verdient und wie hoch die einbehaltene Gebühr des Brokers ist.

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