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Geldanlage "Wenn das Gold redet, schweigt die Welt!"

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Gold als Krisenbarometer

Minenaktien mit Kurspotenzial

„Die Regierungen haben Gold als das einzige Hindernis erkannt, einen Turm zu Babel nicht einlösbarer Schulden aufzubauen.“ (Ferdinand Lips, Schweizer Bankier, 1931-2005)

Weil aber Gold als das ultimative Krisenbarometer zu laut über die Wirklichkeit - Kaufkraftentzug und Vertrauensverlust - reden könnte, fürchten Not(en)banker und Politiker mit ihren gleichgeschalteten Medien einen stark steigenden Goldpreis seit jeher wie der Teufel das Weihwasser. Daher wird, wenn der Glanz (Preis) des Edelmetalls zu viele „Neugierige“ anzieht, auch schnell der Instrumentenkoffer zur Behandlung des „Patienten“ geöffnet. Wurde eine mögliche Manipulation des Goldmarktes durch Regierungen und Notenbanken früher noch eher im Bereich Verschwörungstheorie angesiedelt, ist diese mittlerweile ein offenes Geheimnis!

Staatliche Intervention jederzeit gerechtfertigt
Bereits 1993, als der Goldpreis nach einer langjährigen Durststrecke erstmals wieder die 400-Dollar-Marke überschritt, „entdeckte“ Wayne Angell, ein damaliger Fed-Gouverneur, das Thema Gold für sich. Er wünschte sich auf einem Fed-Meeting am 21. Dezember.1993 - wohl von Santa Claus - eine Goldpreisobergrenze von 389 Dollar („So I would prefer to say the price of gold at 389 USD an ounce is too high.“), die dann auch prompt von den „freien” Märkten … für mehrere Jahre respektiert wurde.
Ein paar Jahre später im Juli 1998 verriet dann der amtierende US-Notenbank-Präsident Alan Greenspan vor dem US-Kongress sein Heilung vom „Goldfieber“ versprechendes Erfolgsrezept: Die „[…] Zentralbanken stehen immer bereit große Mengen Gold zu verleihen, sollte der Preis steigen.“ Wie ausgeprägt aber die Bereitschaft der US-Notenbank zu Markteingriffen war und noch immer ist, durften wir erst kürzlich aus dem Munde eines anderen einstigen US-Notenbankchefs, Paul Volcker, erfahren, der bestätigte, dass „die Zentralbanken ein sehr großes Interesse an der Entwicklung des Goldpreises hätten, weil er einen erheblichen Einfluss auf die Devisenmärkte habe. Darum sei auch eine staatliche Intervention zu jedem beliebigen kritischen Zeitpunkt gerechtfertigt!“
Good Morning, … Gold! Good Morning, … Silver! Dimitri Speck, Autor des Buches „Geheime Geldpolitik“, der den durchschnittlichen Intraday-Verlauf der beiden Edelmetalle Gold und Silber über inzwischen mehr als ein Jahrzehnt charttechnisch auswertete, lässt keinen Zweifel daran, dass sowohl der Gold- als auch der Silbermarkt seit Jahren systematisch manipuliert werden!

"Sonderbehandlung" für Gold- und Silbrpreise
So stürzt wenige Minuten vor High Noon, wenn um 12 Uhr Londoner Zeit, also 7 Uhr New Yorker Zeit, das Tages-Fixing des Silberpreises durch die nur physisches Gold und Silber handelnde London Bullion Market Association (LBMA) ansteht, dieser an überdurchschnittlich vielen Tagen - wohl kaum vor Schreck - plötzlich ab. Wird dann in London um 15 Uhr (10 Uhr New Yorker Zeit) das zweite Gold-Fixing des Tages vorbereitet, kann sich nun auch Gold - wie es der Zufall so will - nicht mehr seinem frühmorgendlichen Schicksal entziehen. Da diese Preisbewegungen nun ausgerechnet bei jenen zwei Papiergeld-Konkurrenten zu beobachten sind, an denen einflussreiche Kreise zuvor auch ihr „Interesse“ bekundeten, wird klar, dass die Gold- und Silbermärkte offensichtlich über die New Yorker Derivatebörse Comex (Commodity Exchange) systematisch nach unten … sonderbehandelt werden.
Darüber hinaus scheint unter anderen auch die Großbank JPMorganChase, die größte (systemrelevante) Bank der USA, ein besonderes Interesse am (richtigen) Goldpreis zu haben. Denn allein dieses Institut spielt mit Gold-Derivaten im Volumen von offiziell 96,5 Milliarden Dollar (74 Prozent Anteil an US-Gold-Derivaten!) an den Märkten herum, was sie ganz allein in die Lage versetzt, ein Vielfaches der am physischen Markt gehandelten Menge zu bewegen.

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