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Geldanlage "Wenn das Gold redet, schweigt die Welt!"

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Vorteile des freien Gold-Standards

Gold und Silber hingegen benötigten eine solche „Unterstützung“ nie, wurden sie doch in der Währungsgeschichte immer als Folge eines Marktprozesses zum allgemein anerkannten und geschätzten Zahlungsmittel. So musste beispielsweise weder das über mehr als 900-jährige Bestehen der römischen Goldmünze Solidus, die im 12. Jahrhundert sogar als europäische „Leitwährung“ fungierte, politisch geplant werden, noch der legendäre globale Gold-Standard des 19. Jahrhunderts.
Auch wenn wir heute in anderen Zeiten leben, so gibt es dennoch einfach keinen Grund anzunehmen, dass der Gold-Standard heutzutage nicht genauso gut funktionieren sollte wie in der inflationsfreien, sprichwörtlich „guten alten Zeit“ vor dem 1. Weltkrieg. Es ist heute fast in Vergessenheit geraten, dass zur Blütezeit des Gold-Standards am Anfang des 20. Jahrhunderts rund 50 Nationen, allesamt führende Industrieländer, Teil eines Währungssystems waren, welches ganz ohne die heute nicht mehr wegzudenkenden Zinsplaner oder Wirtschaftswachstumsbeschleuniger für Wohlstand sorgte. Dies beurteilte der Geldexperte Alan Greenspan bereits 1966 genauso: „Wenn Gold von den meisten oder gar allen Nationen als Tauschmittel akzeptiert wird, so begünstigt und fördert ein unbehinderter freier Gold-Standard die weltweite Arbeitsteilung und internationalen Handel.“

Angebliche Alternativlosigkeit des Kreditgeldsystems
Und obwohl der Gold-Standard nach den Worten von Ludwig von Mises, einem Vertreter der Schule der österreichischen Nationalökonomie, „bestimmt nicht perfekt“ war, auch weil es „in menschlichen Angelegenheiten sowieso nichts Perfektes gibt“, so war dieser „der Weltstandard im Zeitalter des Kapitalismus, des steigenden Wohlstandes, der Freiheit und Demokratie. [...] Er begleitete den nie da gewesenen Fortschritt des westlichen Liberalismus, um alle Staaten zu einer Einheit von freien Nationen zu schmieden, welche friedlich zusammenarbeiteten.“

Auch wenn es die erklärten Gold-Gegner bis heute nicht wahrhaben wollen, dass der Gold-Standard nur deshalb aufhörte zu existieren, da sich die Regierungen 1914 des Geldsystems bemächtigten (und es anschließend ruinierten), nur weil der 1. Weltkrieg mit gutem Geld einfach nicht finanziert werden konnte, so ist dem Fazit von Mises bis heute nichts an neuen Erkenntnissen hinzuzufügen: „Niemand war in der Lage etwas Befriedigenderes zu finden als den Gold-Standard!“ Natürlich wären neben Kriegen auch die heutigen, auf Kreditsand gebauten und Billionen kostenden Wohlfahrtsstaaten in einem Gold-Standard niemals finanzierbar gewesen, so dass es auch kein Wunder ist, dass die regierenden Wohlstand-auf Pump-Prediger dieser Welt die „Alternativlosigkeit“ ihres Kreditgeldsystems beschwören müssen. Es ist mehr als bemerkenswert, dass Alan Greenspan bereits 1966, Jahrzehnte bevor er in seiner Eigenschaft als US-Notenbankchef mit seiner Politik des billigen Kredits das Feuer an die Lunte unseres Geldsystems legte, höchstpersönlich erkannte, dass es „die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates erforderlich macht, dass es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Das ist das schäbige Geheimnis, das hinter der Verteufelung des Goldes durch die Verfechter des Wohlfahrtsstaates steht!“

„Den Menschen muss geholfen werden, über das Wesen des Geldes nachzudenken. Es muss ihnen gesagt werden, was Geld ist, was Geld macht,

und wo die Möglichkeiten des gegenwärtigen Geldsystems liegen, Menschen und Nationen unter die Kontrolle einiger Weniger zu bringen.“ (Henry Ford, US-Industrieller, 1863-1947)


Seit bereits fünf Jahren müssen wir uns mit der in den westlichen Wohlfahrtsstaaten ausgebrochenen Banken- und Verschuldungskrise beschäftigen. Diese größte Überschuldungskrise in der Geschichte der Menschheit ist letztendlich die direkte Folge einer seit nunmehr 40 Jahren gelebten Wirtschaftsideologie, die Wachstum auf Pump propagiert. Und obwohl die in nahezu allen Wohlfahrtsstaaten zu beobachtende daraus resultierende exponentiell steigende Staatsverschuldung sich in ihrer Finanzierung inzwischen nicht mehr von einem Schneeballsystem unterscheidet, belegen sich Regierungen und Parlamente mit geldpolitischen Denkverboten, während die „unabhängigen“ Notenbanken versuchen, das System mit ihrer Politik des billigen Kredits so lange wie möglich am Leben zu halten.

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