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Immobilien Immofinanz passt strittigen Punkt bei S-Immo-Übernahmeangebot an

Bereits seit mehreren Jahren gibt es Überlegungen zur Fusion der beiden Immobilienkonzerne. Durch die Ausräumung eines Streitpunkts, rückt diese nun näher.

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Wie bereits angekündigt, bietet Immofinanz 22,25 Euro je Aktie und würde damit für den Kauf 1,14 Milliarden Euro in die Hand nehmen. Quelle: Reuters

Der Wiener Immobilienkonzern Immofinanz hat sein Übernahmeangebot für den Wiener Rivalen S Immo beim strittigen Punkt des Höchststimmrechts angepasst. Die S-Immo-Anteilseigner sollen auf einer Hauptversammlung während der Angebotsfrist über die Aufhebung dieser Bestimmung abstimmen, bekräftigte Immofinanz am Mittwoch im nun veröffentlichten Übernahmeangebot die Bedingung.

Sollte Immofinanz allerdings nicht 50 Prozent plus eine Aktie der S-Immo-Papiere einsammeln können, bleibe das Höchststimmrecht materiell in Geltung. Die Angebotsfrist laufe vom 19. Mai bis 16. Juli.

Das in der Satzung der S Immo verankerte Höchststimmrecht sieht vor, dass kein Aktionär mehr als 15 Prozent der Stimmrechte halten darf, auch wenn er einen höheren Aktienanteil besitzt. Der Immofinanz, die bereits 26,5 Prozent an S Immo hält, ist das ein Dorn im Auge.

Sie verlangt nun, dass spätestens 15 Börsentage vor dem Ablauf der Annahmefrist ein Beschluss der Hauptversammlung der S Immo dazu erfolgen soll. Der S-Immo-Vorstand stand jedoch bei der Einberufung einer Aktionärsversammlung, um über diesen Punkt abstimmen zu lassen, bisher auf der Bremse. Begründet wurde das damit, dass erst abgestimmt werden soll, wenn das Übernahmeangebot auch erfolgreich ist. Eine Reaktion der S Immo auf das angepasste Angebot gab es zunächst noch nicht.

Die Übernahmekommission in Wien hatte der Immofinanz eine Veröffentlichung des Übernahmeangebots bisher untersagt und die Offerte einer intensiveren Prüfung unterzogen. Vor zwei Tagen gab die Behörde nun grünes Licht nach der Anpassung des Passus rund um das Höchststimmrecht. Der Weg für die Veröffentlichung war damit frei.

1,14 Milliarden Euro für den Kauf

Wie bereits angekündigt, bietet Immofinanz 22,25 Euro je Aktie und würde damit für den Kauf 1,14 Milliarden Euro in die Hand nehmen. S-Immo-Aktien notierten zuletzt an der Wiener Börse knapp darunter bei 21,75 Euro. Der Angebotspreis wurde bereits einmal erhöht: Ursprünglich wollte Immofinanz nur 18,04 Euro je Aktie bieten.

Immofinanz, die so wie S Immo einen großen Teil ihres Immobilienbesitzes in Deutschland hat, hofft früheren Angaben zufolge, die Übernahme im dritten Quartal abzuschließen.

Überlegungen für eine Fusion der Immobilienkonzerne gibt es schon seit mehreren Jahren. Sie scheiterten aber bisher immer an ihrer Umsetzung. Bei S Immo war im Januar der Finanzinvestor Aggregate Holding eingestiegen, der nun 10,8 Prozent hält. Wie sich Aggregate, der auch Großaktionär des Wohnimmobilienkonzerns Adler Group ist, im Übernahmeverfahren verhalten wird, ist bislang offen.

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