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Private, gesetzliche, betriebliche AltersvorsorgeWie es um unsere Rente steht

Die Rentenerhöhung von Bundesministerin Nahles sorgt für Freude bei den Rentnern und Unmut bei Angestellten und Unternehmen. Dabei gibt es für beides keinen Grund. Wie es wirklich um unsere Rente bestellt ist.Andreas Toller, Thomas Schmelzer 06.04.2016 - 12:04 Uhr

Jede der drei Säulen der Altersvorsorge hat im Niedrigzinsumfeld Probleme. Ausgerechnet die gesetzliche Rente zeigt sich relativ robust.

Foto: WirtschaftsWoche

Es klingt ja erstmal gut, zumindest für die Rentner: Eine Rentenerhöhung um 4,25 Prozent in den alten Bundesländern und um sogar 5,95 Prozent in den neuen Bundesländern ab dem 1. Juli 2016. „Die diesjährige Rentenanpassung ist das stärkste Plus seit 23 Jahren“, tönt es medienwirksam aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales von SPD-Ministerin Andrea Nahles.

Das sieht wie ein Wahlgeschenk aus – und prompt regten sich viele über vermeintliche Belastungen für die arbeitende Bevölkerung kommender Generationen auf. Höchste Zeit also, die Rentenanpassung genauer unter die Lupe zu nehmen und eine nüchterne Bestandsaufnahme unseres gesetzlichen, betrieblichen und privaten Vorsorgesystems vorzunehmen. Wie gut funktionieren diese drei Säulen der Altersvorsorge und was dürfen wir von ihnen künftig erwarten?

Säule I: Die gesetzliche Rente

Die Rentenerhöhung ist kein Geschenk an die stetig wachsende Wählergruppe der Ruheständler. Sie ist vielmehr Versicherungsmathematik - und gesetzlich so vorgeschrieben. Geschenke an die Wähler waren vielmehr die Mütterrente sowie die Rente mit 63. Auch die aktuell umstrittene „Lebensleistungsrente“ droht ein Geschenk zu werden, das nicht gegenfinanziert ist und somit Steuer- und Beitragszahler zusätzlich belastet.

Durchschnittsrenten

Laut den aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung bezogen Männer Ende 2014 eine Durchschnittsrente von 1013 Euro. Frauen müssen inklusive Hinterbliebenenrente mit durchschnittlich 762 Euro pro Monat auskommen.

Quellen: Deutsche Rentenversicherung; dbb, Stand: April 2016

Foto: dpa

Ost-Berlin mit den höchsten, West-Berlin mit den niedrigsten Renten

Die Höhe der Rente schwankt zwischen den Bundesländern. Männer in Ostberlin können sich mit 1147 Euro Euro über die höchste Durchschnittsrente freuen. In Westberlin liegt sie dagegen mit 980 Euro am niedrigsten.

Aktuell bekommen männliche Rentner:

in Baden-Württemberg durchschnittlich 1107 Euro pro Monat

in Bayern durchschnittlich 1031 Euro pro Monat

in Berlin (West) durchschnittlich 980 Euro pro Monat

in Berlin (Ost) durchschnittlich 1147 Euro pro Monat

in Brandenburg durchschnittlich 1078 Euro pro Monat

in Bremen durchschnittlich 1040 Euro pro Monat

in Hamburg durchschnittlich 1071 Euro pro Monat

in Hessen durchschnittlich 1084 Euro pro Monat

in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich 1027 Euro pro Monat

in Niedersachsen durchschnittlich 1051 Euro pro Monat

in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 1127 Euro pro Monat

im Saarland durchschnittlich 1115 Euro pro Monat

in Sachsen-Anhalt durchschnittlich 1069 Euro pro Monat

in Sachsen durchschnittlich 1098 Euro pro Monat

in Schleswig-Holstein durchschnittlich 1061 Euro pro Monat

in Thüringen durchschnittlich 1064 Euro pro Monat

Foto: AP

Frauen mit deutlich weniger Rente

Frauen im Ruhestand bekommen gut ein Drittel weniger als Männer. Auch sie bekommen in Ostberlin mit durchschnittlich 1051 Euro die höchsten Bezüge. Am wenigsten bekommen sie mit 696 Euro in Rheinland-Pfalz.

Laut Deutscher Rentenversicherungen beziehen Frauen inklusive Hinterbliebenenrente:

in Baden-Württemberg durchschnittlich 772 Euro pro Monat

in Bayern durchschnittlich 736 Euro pro Monat

in Berlin (West) durchschnittlich 861 Euro pro Monat

in Berlin (Ost) durchschnittlich 1051 Euro pro Monat

in Brandenburg durchschnittlich 975 Euro pro Monat

in Bremen durchschnittlich 771 Euro pro Monat

in Hamburg durchschnittlich 848 Euro pro Monat

in Hessen durchschnittlich 760 Euro pro Monat

in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich 950 Euro pro Monat

in Niedersachsen durchschnittlich 727 Euro pro Monat

in Nordrhein-Westfalen durchschnittlich 749 Euro pro Monat

im Saarland durchschnittlich 699 Euro pro Monat

in Sachsen-Anhalt durchschnittlich 964 Euro pro Monat

in Sachsen durchschnittlich 983 Euro pro Monat

in Schleswig-Holstein durchschnittlich 744 Euro pro Monat

in Thüringen durchschnittlich 968 Euro pro Monat

Foto: dpa

Beamtenpensionen deutlich höher

Staatsdienern geht es im Alter deutlich besser. Sie erhalten in Deutschland aktuell eine Pension von durchschnittlich 2730 Euro brutto. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist das ein Zuwachs von knapp 27 Prozent.

Zwischen den Bundesländern schwankt die Pensionshöhe allerdings. Während 2015 ein hessischer Staatsdiener im Ruhestand im Durchschnitt 3150 Euro ausgezahlt bekam, waren es in Sachsen-Anhalt lediglich 1940 Euro.

Im Vergleich zu Bundesbeamten geht es den Landesdienern dennoch gut. Im Durchschnitt kommen sie aktuell auf eine Pension von 2970 Euro. Im Bund sind es nur 2340 Euro.

Foto: dpa

Rentenerhöhung

Im Vergleich zu den Pensionen stiegen die normalen Renten zwischen 2000 und 2014 deutlich geringer an. Sie wuchsen lediglich um 15,3 Prozent.

Foto: dpa

Reserven der Rentenkasse

Dabei verfügt die deutsche Rentenversicherung über ein sattes Finanzpolster. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung betrug die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage Ende 2014 genau 35 Milliarden Euro. Das sind rund drei Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor. Rechnerisch reicht das Finanzpolster aus, um fast zwei Monatsausgaben zu bezahlen.

Nachfolgend ein Überblick, mit welcher Rente die Deutschen im aktuell im Durchschnitt rechnen können:

Foto: dpa

Abweichungen vom Standardrentner

Wer 45 Jahre in den alten Bundesländern gearbeitet hat und dabei den Durchschnittslohn verdiente, bekommt pro Monat 1314 Euro ausgezahlt.

Bei 40 Arbeitsjahren verringert sich die monatliche Auszahlung auf 1168 Euro. Wer nur 35 Jahre im Job war, bekommt 1022 Euro.

Foto: Fotolia

Durchschnittsrente Ost nach Arbeitsjahren

In den neuen Bundesländern liegt die Rente nach 45 Arbeitsjahren und durchschnittlichem Lohn bei 1217 Euro.

Für 40 Jahre in Arbeit gibt es aktuell 1082 Euro. Bei 35 Jahren sind es in den neuen Bundesländern 947 Euro.

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Halbtags arbeiten erhöht das Armutsrisiko

Je nach Verdienst, kann die Rente aber stark schwanken. Wer etwa im Berufsleben auf die Hälfte vom Durchschnittsverdienst kam, dessen Rentenansprüche halbieren sich auch. In den alten Bundesländern wären das aktuell nach 45 Berufsjahren 657 Euro. In den neuen Bundesländern bei gleicher Arbeitszeit 609 Euro.

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Maximale Rentenhöhe für Gutverdiener

Umgekehrt verdoppelt sich die Rente, wenn der Lohn während des Arbeitslebens über der Bemessungsgrenze lag. In den alten Bundesländern könnte ein Vielverdiener so auf 2628 Euro kommen. In den neuen Bundesländern sind theoretisch bis zu 2434 Euro drin.

Foto: dapd

Dass die Rentenerhöhung so üppig ausfällt, hat gut nachvollziehbare Gründe. Sie ergibt sich zum einen aus der Rentenanpassungsformel. Die koppelt die Entwicklung der gesetzlichen Rente vor allem an die Entwicklung der Bruttolöhne. Steigen also die Löhne der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Durchschnitt, steigen auch die gesetzlichen Renten.

Allerdings gibt es heute weit mehr Rentner im Verhältnis zu den Beitragszahlern als in der Vergangenheit. Deshalb beinhaltet die umgangssprachlich „Rentenformel“ genannte Gleichung neben der Lohnentwicklung und den Anpassungen des Beitragssatzes auch einen Nachhaltigkeitsfaktor. Der sorgt dafür, dass die Rentenerhöhung geringer ausfällt, wenn die Zahl der Beitragszahler im Verhältnis zu der Zahl der Rentenbezieher sinkt.

Dass die Rentenerhöhung in diesem Jahr dennoch größer ausfällt, als die Lohnsteigerungen – im Westen kletterten die Löhne um 3,48 Prozent, im Osten um 5,48 Prozent -, hat ebenfalls einen finanzmathematischen Hintergrund. 2014 wurde die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung grundlegend überarbeitet. Dadurch fiel die Rentenerhöhung 2015 im Verhältnis geringer aus, als es die Rentenformel vorschreibt. Dieser im Grunde unbegründete Verzicht wird nun mit der Rentenerhöhung 2016 ausgeglichen. Allein das lässt die Renten um rund einen Prozentpunkt in Ost und West höher ausfallen lassen. Auch das ist also kein Geschenk, sondern nur eine verspätete Anpassung, die laut Rentenformel gerechtfertigt ist. 

Altersvorsorge: So viel Rente darf der Standardrentner erwarten
Die Prognosen beziehen sich auf den sogenannten Standardrentner, der 45 Jahre Beiträge gezahlt und immer das Durchschnittseinkommen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verdient hat. Die angegebene Bruttostandardrente versteht sich vor Steuern. Das Sicherungsniveau vor Steuern gibt das Verhältnis der Renten im Vergleich zum Durchschnittseinkommen der beitragszahlenden Beschäftigten abzüglich der durchschnittlichen Sozialversicherungsbeiträge an. Quelle: Rentenversicherungsbericht 2015, Deutsche Rentenversicherung Bund, Stand: November 2015
Beitragssatz zur GRV: 19,9 %Bruttostandardrente: 1224 Euro monatlichSicherungsniveau vor Steuern: 51,6 %
Beitragssatz zur GRV: 18,7 %Bruttostandardrente: 1372 Euro monatlichSicherungsniveau vor Steuern: 47,7 %
Beitragssatz zur GRV: 18,7 %Bruttostandardrente: 1517 Euro monatlichSicherungsniveau vor Steuern: 47,6 %
Beitragssatz zur GRV: 20,4 %Bruttostandardrente: 1680 Euro monatlichSicherungsniveau vor Steuern: 46,0 %
Beitragssatz zur GRV: 21,5 %Bruttostandardrente: 1824 Euro monatlichSicherungsniveau vor Steuern: 44,6 %

Der Rentenversicherungsbericht 2015 der Gesetzlichen Rentenversicherung Bund stimmt uns in seiner Prognose darauf ein, was wir in den nächsten 15 Jahren im Ruhestand erwarten dürfen - und wie sich der Beitragssatz, die Bruttostandardrente sowie das Sicherungsniveau vor Steuern bis 2029 entwickeln.

Freiwillige Rentenkassenbeiträge

So holen Sie mehr aus der gesetzlichen Rente

von Niklas Hoyer

Das Prinzip in der gesetzlichen Rentenversicherung: Die Arbeitnehmer sammeln bis zum Ruhestand Entgeltpunkte. Wer immer ein durchschnittliches Einkommen erzielt – aktuell liegt bei den Pflichtversicherten bei 35.000 Euro - und darauf  Rentenversicherungsbeiträge zahlt, erwirbt pro Jahr einen Entgeltpunkt. Der Standardrentner kommt so nach 45 Beitragsjahren und dementsprechend 45 Entgeltpunkten derzeit auf eine Bruttostandardrente von 1372 Euro – vor Steuern also. Wer als Arbeitnehmer immer doppelt so viel verdient, bekommt analog auch die doppelte Bruttostandardrente. Allerdings kommen nur wenige Ruheständler auf 45 Beitragsjahre und ein durchgängiges Durchschnittsgehalt. Im Mittel sind es heute 42 Jahre Beitragsjahre bei Renteneintritt – und die Erwerbsbiografien werden zunehmend brüchig. Die durchschnittliche Monatsrente liegt deshalb unterhalb der des idealtypischen Standardrentners. Im Schnitt zahlte die Rentenversicherung 2014 um die 800 Euro monatlich aus.

Schlecht informiert

Die Deutschen kaufen Autos, Computer, Küchengeräte und gehen auf Reisen. Vor dem Kauf werden oft zahlreiche Testberichte gelesen. Geht es allerdings um Versicherungen und die eigene Vorsorge, sieht dies anders aus. Dabei sind ausreichende Informationen wichtig, um teure Fehlabschlüsse zu vermeiden.

Quelle: Institut GenerationenBeratung IGB

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Lückenhafte Vorsorge

Oft werden einzelne, wichtige Teile der Altersvorsorge vergessen. Dazu gehören:

1) individuelle Vorsorgevollmacht

2) Patientenverfügung

3) Klärung der Finanzen im Pflegefall

4) Testament

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Die falschen Berater

„Freunde, Familie und Bekannte in alle Vorsorgefragen einzubeziehen, ist wichtig und stärkt die Bindung zueinander. Doch sich allein auf ihren Rat zu verlassen, wäre fatal“, sagt Margit Winkler vom Institut GenerationenBeratung. Denn nur ausgebildete Finanzberater könnten auch in Haftung genommen werden. Sie sind verpflichtet, alle besprochenen Versicherungen und Vorsorgeprodukte zu dokumentieren.

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Vorsorge ist nicht gleich Vorsorge

Jeder sollte seine Altersvorsorge an seine eigenen Bedürfnisse anpassen, pauschale Tipps von Beratern oder Freunden taugen in der Regel wenig. Je nach Familiensituation können andere Versicherung und Vorsorgeleistungen wichtig sein. „Vor allem in Patchwork-Situationen oder bei angeheirateten Ehepartnern gelten andere Spielregeln in der Vorsorge", sagt Winkler.

Foto: Fotolia

Schwarze Schafe

Deshalb ist bei der Auswahl des Beraters Vorsicht geboten, in der Branche sind schwarze Schafe unterwegs. Geht ein Berater nicht auf die persönliche Situation ein oder preist ein bestimmtes Produkt besonders an, sollten die Kunden hellhörig werden.

Foto: WirtschaftsWoche, Fotolia

Informiert ins Gespräch

Wer Fehlern im Zuge von Falschberatung entgehen will, der muss sich vorher selber informieren. Je besser der Kunde im Beratungsgespräch selber informiert ist, desto eher kann er schlechte Berater enttarnen.

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Vorsorge-Flickenteppich

Beraterin Winkler warnt davor, zu viele Verträge bei vielen verschiedenen Beratern abzuschließen. Am Ende drohten Versicherte, den Überblick zu verlieren, besser sei eine ganzheitliche Lösung, die auf die individuelle Situation abgestimmt ist.

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Sinnlose versus sinnvolle Versicherungen

Einige Versicherungen, wie die private Haftpflichtversicherung, sind essentiell. Auch die Berufsunfähigkeitsversicherung ist wichtig und sollte vorhanden sein. „Wer seinen Kindern später nicht auf der Tasche liegen möchte, sollte auch den Pflegefall unbedingt absichern“, rät Winkler. Gleichzeitig gibt es aber auch zahlreiche überflüssige Policen, die nicht für jeden und in jedem Alter notwendig sind.

Foto: Fotolia

Hochriskante Anlagen

Wer im Alter gut versorgt sein will, der sollte nicht auf hochriskante Anlagen setzen. Anteile an geschlossenen Fonds oder Genussscheine bringen nicht unbedingt eine sichere Rente.

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Alles auf eine Karte setzen

Winkler warnt davor, nur auf eine Anlageart zu setzen. Neben der gesetzlichen und betrieblichen Altersvorsorge ist auch private Vorsorge wichtig, etwa durch ein gut gestreutes Portfolio, welches beispielsweise offene Fonds oder Immobilienwerte enthalten könne.

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Vor elf Jahren wurde die neue Rentenformel vom Bund verabschiedet, weil etliche Experten der Meinung waren, dass sich durch die Reform das System der gesetzlichen Rente trotz demografischen Wandels auf Dauer halbwegs solide finanzieren lässt – also ohne stetig wachsenden Zuschuss des Bundes und dramatisch steigende Beiträge bei vertretbaren Rentenleistungen.

Das Problem dabei: Versicherungsfremde Leistungen wie die Mütterrente oder die Rente mit 63 belasten die gesetzlichen Rentenversicherung zusätzlich und sorgen dafür, dass der Bund die Deutsche Rentenversicherung zunehmend aus Steuergeldern bezuschussen muss. So rechnen die gesetzlichen Rentenkassen mit einem Anstieg des Bundeszuschusses von heute 64,4 Milliarden Euro auf 104,9 Milliarden Euro im Jahr 2029.

Die eigene Vorsorge hat einen hohen Stellenwert. Fast zwei Drittel der Befragten (61 Prozent) schätzen die private Altersvorsorge als (sehr) gut ein, um für die Rente finanziell ausreichend abgesichert zu sein.

Quelle: Forsa hat im Auftrag der KAS Bank 1026 Arbeitnehmer ab 16 Jahre befragt, die nicht selbstständig, verbeamtet oder geringfügig beschäftigt sind und die einen Bezug zum Thema betriebliche Altersvorsorge haben.

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Dagegen erachtet immerhin noch jeder Zweite, unabhängig von Alter oder Geschlecht, die betriebliche Altersvorsoge für „sehr gut“ oder „gut“ geeignet, um ausreichend für das Alter vorzusorgen (51 Prozent).

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„Die Rente ist sicher“, versprach einst Arbeitsminister Norbert Blüm. Eine geflügelte Aussage, der nicht mehr viele Menschen vertrauen. Schlappe 15 Prozent halten die gesetzliche Rente noch für eine (sehr) gute Anlageform fürs Alter.

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Frische Erkenntnisse für Ingo Kramer, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände: Unmittelbar nach dem Arbeitsentgelt trägt eine betriebliche Altersvorsorge am stärksten zur Attraktivität und der Wahl eines Arbeitsgebers bei. Männern und Frauen ist die betriebliche Altersvorsorge dabei gleichermaßen wichtig.

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Weniger bedeutend bei der Wahl des Arbeitgebers sind dagegen vermögenswirksame Leistungen (57 Prozent), das Jobticket (35 Prozent) oder der Dienstwagen (20 Prozent).

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Die Kosten der betrieblichen Altersvorsorge müssen transparent sein, meinen 86 Prozent der Befragten.

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Hohe Wertsteigerungen haben auch einen großen Stellenwert (70 Prozent) – als weniger wichtig gelten nachhaltige Investitionen (47 Prozent).

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76 Prozent wissen, dass bei der betrieblichen Altersvorsorge Kosten anfallen, die zu Lasten der Mitglieder gehen.

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Ein Drittel meinen jedoch, dass die derzeitigen Kosten „in ihrer jetzigen Höhe wahrscheinlich angemessen sind“.

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Der Beitragssatz zur Rentenversicherung wird dann auf 21,5 Prozent des Bruttolohnes gestiegen sein. Damit es für die arbeitende Bevölkerung und die ebenfalls beitragspflichtigen Unternehmen nicht doch noch schlimmer kommt, müssen weitere Geschenke an die heute 20,6 Millionen Rentner in Deutschland ausbleiben. Dazu wäre auch die diskutierte Lebensleistungsrente zu zählen, mit der eine Mindestrente oberhalb des Sozialhilfeniveaus garantiert werden würde.

Noch erweist sich die gesetzliche Rente als relativ robust. „Wenn ein Altersvorsorgesystem von sich sagen kann, dass es die nächsten 14 Jahre stabil bleibt, ist das gut“, sagt Axel Kleinlein, Vorstandschef beim Bund der Versicherten. „Drei Prozent Rendite sind trotz der Einschnitte aus heutiger Sicht eine formidable Anlage. Die kapitalgedeckte Altersvorsorge steht hingegen vor einem massiven Legitimationsproblem.“

Frührente oder länger arbeiten

Wie viel Rente Sie später bekommen

von Niklas Hoyer

Die zweite Säule des deutschen Vorsorgesystems, die betriebliche Altersversorgung (bAV), bereitet den verantwortlichen Rentenzahlern schon lange Kopfzerbrechen. Stefan Oecking, Partner bei Mercer und Vorstandsmitglied des Fachverbands aba, der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung, sieht die Entwicklung mit Sorge: “Die Prognosen zu den Ablaufleistungen aus der bAV gehen jedes Jahr runter.“

Um dem gesetzlichen Anspruch der Arbeitnehmer auf betriebliche Altersversorgung umzusetzen, stehen den Unternehmen fünf Durchführungswege zur Verfügung: Direktversicherungen, Pensionskassen, Pensionsfonds, Unterstützungskassen und Direktzusagen. Die Arbeitnehmer zahlen dort Teile ihres Bruttolohnes steuerfrei ein, viele Arbeitgeber zahlen zudem einen Zuschuss, weil sie für den eingezahlten Betrag keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen und ihre Mitarbeiter auf diesem Wege belohnen wollen. Die aktuellen Angebote zahlen die Beiträge überwiegend in Versicherungslösungen, ähnlich den Renten- oder Lebensversicherungen.

Die Deutschen gelten als fleißige Sparer. Doch die Statistik sagt etwas anderes. 30 Prozent der Deutschen haben gar nichts auf der hohen Kante. 19 Prozent wollten sich nicht dazu äußern. Elf Prozent besitzen bis zu 2.500 Euro. Nur ein Prozent besitzt mehr als 500.000 Euro an Geldvermögen.

Quelle: Das Buch „Wie wir Deutschen ticken“, erschienen im Edel Verlag und basiert auf repräsentativen Umfragen des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

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Die Einstellung der Deutschen zur Aktie ist bekanntlich eher skeptisch. 16 Prozent aller Männer und sieben Prozent aller Frauen besitzen Aktien. Zum Vergleich: In den USA legen 56 Prozent der Bevölkerung ihr Geld in Aktien an. Der Aktienbesitz ist auch von der Bildung und dem Einkommen abhängig: Wer mehr als 3.000 Euro im Monat verdient, hat eher Aktien (23 Prozent). Wer weniger als 3.000 Euro verdient kommt noch auf elf Prozent Aktien. Wer Abitur hat, besitzt auch öfter Aktien (18 Prozent) als ein Hauptschulabsolvent (sechs Prozent).

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40 Prozent aller Deutschen besitzen kein nennenswertes Vermögen. Beliebtester Besitz ist mit 32 Prozent das Sparbuch, dahinter kommt mit 27 Prozent das Auto bzw. Möbel. 23 Prozent der Deutschen besitzen Immobilien und nur sechs Prozent verfügen über Gold.

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Die Mehrheit der Deutschen scheint den Artikel aus dem Grundgesetz „Eigentum verpflichtet“ nicht zu mögen. 52 Prozent wünschen sich, dass ein Unternehmer mit seiner Firma tun kann, was er will. Beim geliebten Eigenheim ist dies noch deutlicher: 74 Prozent wollen, dass ein Grundstückseigentümer mit seinem Grundstück machen kann, was er will. Nur 33 Prozent äußerten sich für eine Zwangsvermietung einer leeren Immobilie durch den Staat.

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Bei der Beziehung zum Geld sind die Deutschen innerlich gespalten. Die Moral und die Gier geben sich die Hand – wohl ohne, dass es die Befragten merkten. So sagten 75 Prozent der Deutschen: „Bei uns werden Menschen zu sehr über ihren Besitz definiert.“ Besitz wird also überbewertet. An anderer Stelle sagten jedoch 77 Prozent: „Es ist mir wichtig, einen gewissen Wohlstand zu haben.“ Sprich: Wenn die anderen Geld lieben, ist das schlecht. Wenn ich selbst Geld habe, dann ist es kein Problem.

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Geld macht nicht glücklich, so lautet eine abgedroschene Lebensweisheit. Die Mehrheit der Deutschen schließt sich ihr an. „Nur“ 36 Prozent sagten, dass sie glücklicher wären, wenn sie mehr Geld hätten.

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Beim Thema Geld sind die Deutschen sehr misstrauisch. Oder selbstbewusst. Oder beides. Jedenfalls gaben 76 Prozent an, dass sie sich bei finanziellen Entscheidungen auf ihr eigenes Wissen verlassen. Auf Platz zwei landen Freunde und Verwandte mit 28 Prozent, dicht gefolgt vom Bankberater mit 23 Prozent. Nur zehn Prozent vertrauen einem unabhängigen Finanzberater und neun Prozent den Finanztipps in der Presse.

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Beim Thema Rente stößt das eigene Wissen allerdings schnell an seine Grenzen. Nur 57 Prozent der Deutschen wissen, wie hoch ihre Rente ausfallen wird. Fast die Hälfte der Bevölkerung weiß somit nicht, wie viel im Alter übrig bleibt.

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Jetzt wird es spannend. Wie viel Geld hat der Durchschnittsdeutsche am Ende des Monats auf dem Konto? Die größte Gruppe bildet hier die „Nullrunde“: 35 Prozent aller Deutschen haben am Ende des Monats etwa Null Euro auf dem Konto. 30 Prozent haben weniger als 2.000 Euro auf dem Konto und 11 Prozent haben mehr als 2.000 Euro am Ende des Monats zur Verfügung. Acht Prozent der Deutschen haben ein Minus von weniger als 2.000 Euro auf ihrem Bankkonto und fünf Prozent haben regelmäßig ein Minus, das 2.000 Euro übersteigt. Jeder Siebte lebt damit regelmäßig in den roten Zahlen.

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Wie viel spenden Deutsche an gemeinnützige Organisationen? 41 Prozent geben gar nichts, 32 Prozent spenden bis zu 100 Euro – pro Jahr. Neun Prozent geben 100 bis 300 Euro und eine kleine Minderheit von sechs Prozent spendet mehr als 300 Euro im Jahr.

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Rund die Hälfte des bAV-Volumens sind laut Oecking jedoch Direktzusagen der Unternehmen, auch bekannt als Pensions- oder Versorgungszusage. Hierbei wird die Rente direkt aus den Geldtöpfen der Unternehmen gezahlt. Diese haben noch bis in die Jahre 2003 und 2004 gute Leistungsgarantien für ihre Mitarbeiter ausgesprochen und für ihre Leistungszusagen hohe steuerliche Rückstellungen gebildet, zum Beispiel in der chemischen Industrie.

Heute, so Oecking, würden die Unternehmen die Risiken in ihren Bilanzen meiden und weniger Direktzusagen erteilen. „2008 lag der Rechnungszins für die Rückstellungen der Unternehmen im Konzernabschluss noch bei über sechs Prozent. In diesem Jahr waren es nur noch 2,4 Prozent“, sagt Oecking. „Weil viele Unternehmen nur noch ein geringes Interesse daran zeigen, diese Säule der Altersvorsorge weiter auszubauen – auch weil die Durchführungswege in der bAV ihnen zu aufwändig und zu kompliziert erscheinen – bleiben für neue bAV-Verträge nur Versicherungslösungen – und die fahren ihre Leistungen wegen der niedrigen Zinsen auf sichere Anlagen runter. Die maximale Einzahlung von vier Prozent des Bruttogehalts ist dabei gemessen am steigenden Bedarf nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Typische Irrtümer von Riester-Sparern
Sie übersehen, dass die Verzinsung variabel ist. Die Bank kann also die Zinsen jederzeit senken. Nur Lebens- und Rentenversicherungen müssen laut Gesetz mindestens 1,25 Prozent Zinsen garantieren, ab 2017 sind es nur noch 0,9 Prozent. Für Banksparpläne gilt dieser Garantiezins nicht beziehungsweise erst, wenn das Sparguthaben in eine Rentenversicherung überführt wird. Dann sind die Versicherungsbedingungen zu diesem Zeitpunkt gültig. Garantiezins, Sterbetafeln, etc. können sich also während der Ansparphase noch deutlich zu Ungunsten des Sparers ändern.
Ihnen ist nicht klar, dass ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Sparvertrag oder eine vorgezogene Rentenphase die Auszahlung drastisch schmälert. Denn es fehlen nicht nur Einzahlungsjahre, sondern auch die Rentenbezugsdauer steigt gleichzeitig. Es ist also weniger Geld für mehr Rentenjahre im Topf.
Die Riester-Rente lockt Sparer mit zwei Garantien: Der Auszahlung einer lebenslangen Rente, selbst wenn der Kapitalstock aufgebraucht ist, und der Garantie, dass die Einzahlungen, staatlichen Prämien und die bis zum Rentenbeginn aufgelaufenen Zinsgewinne für die Rente bereit stehen. Das bedeutet aber nicht, dass der Sparer die volle Summe nach zu Lebzeiten ausgezahlt bekommt. Es ist nur eine Garantie dafür, dass der Kapitalstock durch Investition in die falschen Anlagemärkte Verluste erleidet und dahinschmelzen könnte.
Sparer gehen häufig von einer halbwegs realistischen Lebenserwartung aus. Die Anbieter müssen jedoch so kalkulieren, dass sie auch bei Erreichen eines weit überdurchschnittlichen Alters noch eine Rente zahlen können, ohne das Geld anderer Sparer oder ihr eigenes Kapital aufzuwenden, sprich ohne Verluste zu machen.
Sie verwechseln Prognosen und Anlagevorschläge der Anbieter mit Garantien. Dabei gibt es zahlreiche Faktoren, die erheblichen Einfluss auf die Rente haben können. Zum Beispiel ein allgemein sinkendes Zinsniveau, gesetzliche Rahmenbedingungen, Änderungen in den Versicherungsbedingungen, im Steuerrecht und in den Sterbetafeln.
Sie vertrauen auf ihre Bank und ihren Kundenberater. Dabei ist ein Riester-Vertrag eine komplizierte Angelegenheit, bei deren Berechnung auch schnell Fehler passieren. Eine gründliche Prüfung aller Vertragsunterlagen ist Pflicht, am besten durch einen unabhängigen Berater, der gegen Honorar und nicht für eine Verkaufsprovision berät.
Sie konzentrieren sich auf die staatlichen Zulagen und unterschätzen die Steuern in der Auszahlphase. Dabei wird der volle Steuersatz auf das gesamte Guthaben fällig, egal ob Verrentung oder Einmalauszahlung. Vorteilhaft ist diese sogenannte nachgelagerte Besteuerung nur, weil der persönliche Steuersatz mit Renteneintritt in der Regel deutlich sinkt.

Das macht die bAV für viele Arbeitnehmer unattraktiv, obwohl sich die Leistungen aus Betriebsrenten besser entwickelt haben als in der gesetzlichen Rentenversicherung.  „Die Nutzung der bAV-Angebote hat sich in den vergangenen Jahren hingegen überhaupt nicht entwickelt“, sagt Oecking.

Bis zum Jahresende soll der gesetzliche Rahmen für die bAV reformiert werden. Laut Oecking sei es wichtig, dass flexiblere Lösungen entstünden, die auch Investments in sachwertorientierte Anlagen wie etwa Aktien ermöglichen, gepaart mit Schutzmechanismen vor Vermögensverlusten. “Fest steht, dass sich die umlagefinanzierte gesetzliche Rente nur nach unten entwickeln kann. Das gesetzliche Rentenniveau wird nach 2030 unter 40 Prozent fallen“, sagt er. Grund dafür sei vor allem, dass der Bevölkerungsdurchschnitt immer älter wird, weil zu wenige Kinder geboren würden. „Die zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge ist deshalb eine Notwendigkeit – auch wenn die Verzinsung niedrig ist“, konstatiert der bAV-Experte. Zum Sparen fürs Alter gebe es keine Alternative.

Die sinkenden Renditen bei der Lebensversicherung sind ein Aufreger-Thema in Deutschland. In der Ansparphase erwirtschaften die Gesellschaften heute kaum mehr als sie durchschnittlich an Garantien für ihre Kunden bereithalten müssen. Verbraucherschützer raten Kunden daher seit Jahren, ihr Geld separat anzusparen – und erst zum eigentlichen Rentenantritt an eine Rentenversicherung abzutreten, die dann das Langlebigkeitsrisiko übernimmt. Je besser eine Gesellschaft ab dann wirtschaftet und anlegt, desto höher fällt die Sofortrente aus. Ein aktueller Map-Report hat sich angesehen, welche Versicherer bei der Sofortrente in der Vergangenheit am besten abgeschnitten haben.

Foto: dpa

Die zentrale Frage des Map-Reports lautet: Was hat der Versicherer aus der Einmalzahlung machen können? Oder genauer: Wie viel haben Kunden an monatlicher Rente ausbezahlt bekommen, wenn sie 1995 (und auch 2000 und 2005) 50.000 Euro Einmalzahlung an eine Rentenversicherung gegeben haben? Bei der dynamischen Variante, bei der ein einmal erreichtes Rentenniveau nicht mehr unterschritten werden darf, liegt die Debeka an erster Stelle. In den 20 Jahren 1995 bis heute haben sich die Rentenzahlungen auf 98.749 Euro aufsummiert – das sind knapp 9.000 mehr als der Durchschnitt. 464,53 Euro monatlich bezahlt sie ihren Kunden seit dem 1.1.2015 aus.

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Nach der Debeka rangiert die Cosmos Versicherung auf dem zweiten Platz bei den dynamischen Renten über 20 Jahre. Bei ihr wurden aus 50.000 Euro Einmalzahlung 94.672 Euro oder 417,26 Euro Rente seit dem 1.1.2015. Der Map-Report sieht das Modell, das die Renten dynamisch an die Entwicklung der Überschüsse anpasst, allerdings kritisch: Im Niedrigzinsumfeld der vergangenen Jahre habe kaum ein Versicherer mehr die Rentenzahlungen anheben können. Der Grund: Wegen der Niedrigzinsen gehen die Überschüsse seit längerem kontinuierlich zurück. Quelle: Screenshot.

Foto: Handelsblatt

Platz drei bei den dynamischen Sofort-Renten über 20 Jahre belegt die Württembergische. Sie machte aus einst 50.000 Euro nach 20 Jahren 93.850 Euro oder 421,87 Euro Rente ab dem 1.1.2015. Die mit Abstand meisten Teilnehmer der Untersuchung meldeten Daten zur dynamischen Rentenversicherung, heißt es im Map-Report – „aus gutem Grund“. Denn es sieht besser aus, wenn die Rentenleistungen im dynamischen Modell – trotz Niedrigzinsen – zumindest konstant bleiben.

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Wie stark die „erzwungene“ Rentengarantie im dynamischen Modell die Wirklichkeit verzerrt, wird bei den Gewinnern Debeka, Cosmos und Württembergische besonders sichtbar. „Während die dynamische Rente steigt oder zumindest das erreichte Niveau hält, rauscht der konstante Vertrag ab dem Jahr 2002 in den Keller“, so der Report. Bei der Cosmos sinkt die Monatsrente von 2002 bis 2005 von 407 Euro um 69 Euro auf 338 Euro. Bei der Württembergischen sinkt die Rente im selben Zeitraum um 71 Euro, bei der Debeka sogar um 93 Euro.

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„Unter den gegeben Bedingungen sind die Ergebnisse der Rentenleistungen der Lebensversicherer bemerkenswert gut“, heißt es im Map-Report. Dies gilt allerdings vor allem für den Fall, bei dem die Sofortrentenzahlungen seit 1995 laufen. Je später der Versicherer mit der Rentenzahlung begonnen hat, umso eher schlägt sich das Niedrigzinsumfeld auf die Ergebnisse nieder – und umso länger muss ein Vertrag laufen, damit der Kunde seine Einmalzahlung wiedersieht.

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Recht komfortabel sieht es also bei Rentenzahlungen aus, die nach einer Einmalzahlung von 50.000 Euro, bereits ab 1995 bezahlt werden. Bei der Rente mit konstantem Überschusssystem erreicht – laut Map-Branchenvergleich – ein Mustervertrag ab 1995 nach zehn Jahren und neun Monaten einen positiven Saldo zwischen Ein- und Auszahlungen. Länger dauert es bei der dynamischen Rente: Dort muss ein Kunde sich elf Jahre und acht Monate gedulden, bis er sein Eingezahltes wiedersieht.

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Schon geduldiger müssen Kunden sein, die erst 2000 eine Einmalzahlung leisteten: Denn in dem Fall dauert es deutlich länger, bis sie ihre Einzahlung in Form aufaddierter Renten wiedersehen: Mit der teildynamischen Rente vergehen 13,5 Jahre, bei der konstanten Rente 13,75 Jahre und mit der dynamischen Rente 14 Jahre.

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Wer erst vor zehn Jahren eine Einmalzahlung gegen eine lebenslange Rente geleistet hat, dürfte besonders enttäuscht sein. Denn hier wird die Rentenzahlung noch länger laufen müssen, damit Kunden ihr eingezahltes Geld wiederbekommen. „Während die dynamische Rente mit Rentenbeginn zum Jahresbeginn 2005 nach zehn Jahren eine Summe an Rentenzahlungen von durchschnittlich 30.320 Euro erzielt, wurden bei der im Jahr 1995 beginnenden Rente im gleichen Zeitraum noch Rentenzahlungen in Höhe von 42.678 Euro geleistet, für die im Jahr 2000 beginnende Rente 36.871 Euro“, rechnet der Report aus.

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Die schwierigste Kategorie, in denen sich Versicherer bei Sofortrenten messen müssen, ist die Kategorie der „konstanten Renten“. Der Name ist allerdings irreführend. Die Rente bliebe nämlich nur konstant, sofern sich die laufende Verzinsung des Versicherers gleichbleibend entwickeln würde. Das ist allerdings seit Jahren nicht der Fall. Im Gegenteil: Die laufende Verzinsung sinkt, den Niedrigzinsen geschuldet, immer weiter.

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Die Frage ist also: Welche Versicherer haben trotz Niedrigzinsen ihre Rentenzahlungen am wenigsten absenken müssen? An erster Stelle für die kritische kurze Rentendauer von zehn Jahren steht die Volkswohl Bund Versicherung. Im Tausch gegen 50.000 Euro Einmalzahlung bekamen Kunden hier nach 10 Jahren aufsummiert 34.580 Euro wieder. Die jüngste Rentenzahlung betrug 259,34 Euro. Quelle: Screenshot.

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Am zweitbesten hat die Huk auf Zehnjahresfrist die Kundengelder gemanagt. Wer hier 2005 50.000 Euro gegen eine Sofortrente einbezahlt hat, steht bis dato bei 34.178 Euro aufsummierter Renten. Seit dem 1.1.2015 gibt es bei der Huk monatlich 266,53 Euro Rente.

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Mit 34.021 Euro nach zehn Jahren bietet die Karlsruher Versicherung die dritthöchste aufsummierte Sofortrentenleistung. Monatlich zahlt sie ab 1.1.2015 allerdings unter Marktdurchschnitt nur 255,50 Euro monatliche Rente. Was die Aussagekraft der Ergebnisse angeht, ist diese – laut Map-Report – beeinträchtigt. Denn weniger Versicherer als sonst hatten die nötigen Informationen an den Datendienst geschickt. „Daraus resultiert unter anderem der negative Effekt, dass Gesellschaften auf den vermeintlich letzten Plätzen stehen, wo sie nicht hingehören“, heißt es im Report.

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Weil die gesetzliche Rente kaum reichen wird, setzen viele Deutsche auch auf die zusätzliche private Altersvorsorge, zumeist ausgestattet mit staatlicher Förderung durch Zulagen oder Steuervorteile. In Frage kommen dafür etwa die Riester-Rente, die Basis-Rente (auch Rürup-Rente genannt) oder Sparprodukte wie etwa kapitalbildende Renten- und Lebensversicherungen oder Fondssparpläne, die den gesetzlichen Ansprüchen an eine steuerbegünstigte Altersvorsorge genügen.

Das Problem: Um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, müssen die Verlustrisiken begrenzt werden. Nur so ist später auch tatsächlich ein Kapitalstock für die Verrentung vorhanden. Das führt dazu, dass die Anbieter solcher Sparprodukte überwiegend in festverzinste Anleihen mit geringem Ausfallrisiko investieren. Denn die Rendite für den langfristigen Vermögensaufbau kommt im Wesentlichen durch den Zinseszinseffekt zustande – und der geht in Zeiten niedriger Verzinsung zusehends in den Keller.

Altersvorsorge

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von Niklas Hoyer

So kommt die Rendite deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit aktuell nicht einmal mehr in die Region von einem halben Prozent. „Die Versicherungswirtschaft ist damit gescheitert, sich als Anbieter von Altersvorsorgeprodukten zu etablieren. Die Riester-Rente ist da nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Kleinlein vom Bund der Versicherten. „Viele Anbieter haben gut daran verdient, die Kunden und der Steuerzahler zahlen drauf.“

Paradoxerweise hat sich das Verhalten der Deutschen in den vergangenen Jahren kaum verändert. Nach einer Studie der Bundesbank haben drei Viertel der Bürger ihr Sparverhalten seit Anfang der Niedrigzinsphase nicht verändert. Viele häuften ihr Geld sogar auf Sparbüchern mit Mini-Zinsen an. Gleichzeitig nimmt das Interesse an der mit staatlichen Zulagen geförderten Riester-Rente seit 2013 ab. Gut ein Fünftel aller Riester-Verträge liegen still. Grund dafür sind oft vergleichsweise hohe Vertragskosten bei geringen Renditen – allen staatlichen Zulagen und Steuervorteilen zum Trotz. Zudem sind die Produkte häufig unflexibel.

Ebenso greifen die Mini-Renditen das Konzept der Lebensversicherung an. Die Deutschen haben dieses Produkt lange bevorzugt, weil es feste Zinsen garantiert. Über 88 Millionen Verträge haben die Bundesbürger abgeschlossen. Insgesamt liegen 740 Milliarden Euro bei den Versicherern. Doch während die Anbieter vor 20 Jahren noch vier Prozent Zinsen pro Jahr garantierten, sind es heute nur noch 1,25 Prozent. Ein Satz, der sich wegen der üblicherweise saftigen Verwaltungs- und Provisionskosten kaum noch lohnt.

Um ihre Garantiezusagen einzuhalten, haben deutsche Lebensversicherer eine Sicherheitsreserve von rund 31 Milliarden Euro aufgebaut. Wilhelm Schneemeier, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) bezweifelt aber, dass das auf Dauer reicht. „In der heutigen Zinssituation wird es mit neuen Produkten kaum möglich sein, mehr als den Beitragserhalt für Produkte mit laufender Beitragszahlung fest zuzusagen.“

Schneemeier glaubt, dass es noch schlimmer kommen könnte. „Die aktuelle Entwicklung wird dazu führen, dass über die zugesagten Garantien neu nachzudenken ist." Neben der Höhe des Zinssatzes werde vor allem die Länge der Zusage zu überdenken sein. Bei negativen Zinsen befürchtet der Chef der Versicherungs- und Finanzmathematiker-Vereinigung sogar, dass der Erhalt der Vermögen unter Druck geraten könne. „Wir erwarten bei den Produkten eine stärkere Verlagerung der Risiken hin zu den Kunden“, sagt Schneemeier.

Die Versicherungsmathematiker fordern deswegen einen erleichterten Zugang der Versicherungen zu wertstabilen Anlagen wie Immobilien, Infrastrukturfonds und erneuerbare Energien. Erlauben müssten das die Aufsichtsbehörden. Sie prüfen, wie riskant die Anlagen der Rentenversicherer sind und ob sie den gesetzlichen Vorschriften hinsichtlich beschränkter Verlustrisiken genügen.

Olaf Stotz ist Professor für Vermögensmanagement an der Frankfurt School of Finance and Management und zeigt sich ebenfalls besorgt. Der niedrige Leitzins führe dazu, dass sich viele Renditeversprechen kaum noch realisieren ließen. „In Deutschland sind davon fast alle Bürger betroffen – weil der typische Deutsche eben gern ohne Risiko investiert“, sagt Stotz. Er sieht darin ein generelles Problem für die private Altersvorsorge.

Für die Bürger wird die private Altersvorsorge so zur Herausforderung. Denn wer eine höhere Rendite mit seinen Ersparnisse erzielen will, muss das Geld in Anlagen wie Aktien oder Unternehmensanleihen investieren. Damit geht er aber höhere Verlustrisiken ein. Nach Berechnungen der Bundesbank hat das Kapital, das die Deutschen seit 1991 in Aktien angelegt haben, im Durchschnitt jährlich etwa acht Prozent Rendite eingebracht. Wer seine Anlagen allerdings ausgerechnet im Börsentief verkaufen musste, erlitt teilweise erheblichen Verluste. Als Faustregel gilt: Je höher die Renditechance, desto höher auch das Risiko.

Tabea Bucher-Koenen forscht am Münchner Max Planck Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik zur Altersvorsorge und warnt vor Resignation. Bei niedrigen Zinsen sei es immer schwierig, eine kapitalgedeckte Rente aufzubauen. „Einfach den Kopf in den Sand zu stecken ist aber auch keine Lösung“, sagt sie. Stattdessen sei es gerade jetzt wichtig, sich überhaupt mit der Altersvorsorge auseinanderzusetzen.

Eine neue Studie ihres Instituts warnt, dass knapp die Hälfte aller deutschen Haushalte die Rentenlücke bei einem Nominalzins von zwei Prozent nicht schließen kann. Gemeint ist dabei die Rentenlücke, die deutschen Rentnern durch die Rentenreformen der vergangenen Dekade entstanden ist. Aber selbst ein höherer Zins würde diesen Menschen wenig helfen. Denn viele Bürger sparen, so die Ergebnisse der Studie, überhaupt nicht.

„Deutschlandrente“ in der Diskussion

Eine Lösung für das Rentendilemma könnte die sogenannte Deutschlandrente sein. Die Idee: Ein staatlich organisierter Fonds soll den Deutschen eine einfache, günstige und sichere Zusatzrente einbringen. Dafür zahlen zunächst alle in den Fonds ein – nur wer aktiv austritt ist nicht dabei. Im Vergleich zu privaten Anlageprodukten soll die Deutschlandrente durch Fondslösungen ohne aktives Management mit niedrigen Abschluss- und Vertriebskosten punkten. Zudem könnte er wegen der schieren Größe des Fonds deutlich höhere Renditen erwirtschaften.

Bert Rürup, der den Sozialrat der Bundesregierung bis 2009 leitete und sein Nachfolger Gert G. Wagner, begrüßen den Vorschlag. Die Idee weise in die richtige Richtung, schrieben sie in einem Gastbeitrag für „Die Zeit“. Letztlich gelte aber auch für das deutsche Rentensystem das Motto: „Lege nie alle Eier in einen Korb“. Neben einer Deutschlandrente seien deswegen auch die bisherigen Systeme weiterhin wichtig.

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