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25 ProzentDie wichtigsten Fragen und Antworten zu den Importzöllen

US-Präsident Donald Trump nimmt die Autoindustrie ins Visier und veranlasst hohe Strafabgaben. Für Deutschland ist die Ankündigung besonders hart. 27.03.2025 - 08:32 Uhr aktualisiert
US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Foto: -/Pool/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump kündigt 25 Prozent Zölle auf alle Autoimporte an und verschärft damit den Handelsstreit mit der Europäischen Union. Die USA seien ein Sparschwein, aus dem jeder klaue, sagte der Republikaner, der seit langem Handelsungleichheiten mit anderen Ländern beklagt. Besonders die deutsche Autoindustrie dürften die Strafmaßmaßnahmen hart treffen. Die wichtigsten Fragen dazu im Überblick:

Die Zölle gelten für alle importierten Autos - von Kleinwagen über Limousinen und SUV bis zu leichten Nutzfahrzeugen. Der Importzoll wird auch bei zentralen Autoteilen fällig. Die hohen Zölle sollen am 3. April in Kraft treten, wie es aus dem Weißen Haus hieß. Trump hatte zuvor vom 2. April gesprochen, aber auch gesagt, dass die USA erst ab dem 3. April kassieren würden.

Die Zölle werden außerdem zusätzlich zu bereits bestehenden Zölle erhoben. Importeure aus Kanada und Mexiko können nachweisen, dass ihre Produkte US-Anteile enthalten, sodass der Zoll nur auf den nicht-US-Anteil angewendet wird.

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Warum verhängt Trump die Zölle?

Trump will mit den Zöllen die USA als Produktionsstandort stärken und Handelsdefizite abbauen. Auto-Konzerne, die bereits Fabriken in den USA hätten, könnten sich glücklich schätzen, sagte er. Denn nur wer in den USA produziere, müsse keine Strafabgaben zahlen. Manchmal seien die eigenen Freunde die größten Betrüger, monierte Trumps Handelsberater, Peter Navarro, und spielte damit vor allem auf Deutschland und Japan an.

Die USA importieren einen bedeutenden Teil an Kraftfahrzeugen, Motoren und anderen Autoteilen. Die Importe von Fahrzeugen und Autoteilen übersteigen die Exporte deutlich. Zu den wichtigsten Lieferanten gehören Mexiko, Japan, Südkorea, Kanada und Deutschland.

Was stört Trump speziell an der EU?

Trump beschwert sich immer wieder öffentlich über die Europäische Union – so nun auch bei seiner Zollankündigung. „Einer der Gründe, warum ich Zölle einführe, ist der, dass wir Millionen ihrer Autos nehmen – BMW, Volkswagen, Mercedes Benz“, sagte der 78-Jährige. Gleichzeitig sei es wegen weiterer Handelshemmnisse „fast unmöglich“, US-Autos in die EU zu importieren.

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Sie sollen nicht nur für Autos, sondern auch für Komponenten wie Motoren oder Getriebe gelten: Wie sich Trumps Zölle auf die deutsche Autoindustrie auswirken.

Fakt ist: Während die USA auf Autos aus der EU nur 2,5 Prozent Zoll erheben, verlangt die EU 10 Prozent auf US-Autoimporte. Allerdings sind die US-Zölle auf Pickups und leichte Nutzfahrzeuge mit 25 Prozent deutlich höher. Trump stört sich auch an weiteren Vorschriften der EU wie strengen Emissions- und Sicherheitsstandards. Immer wieder kritisiert er dabei auch die in Europa erhobene Mehrwertsteuer. Das ist allerdings wenig stichhaltig - unter anderem, weil US-Autoimportorte hinsichtlich der Mehrwertsteuer denselben Bedingungen unterliegen wie europäische Fahrzeuge.

Was bedeuten die Zölle für Deutschland?

Zölle auf Fahrzeugimporte dürften die deutsche Autoindustrie erheblich belasten. Denn die USA sind ihr wichtigster Absatzmarkt, wie jüngste Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. Kein anderes Land nahm 2024 so viele neue Pkw aus Deutschland ab wie die USA: Sie lagen mit einem Anteil von 13,1 Prozent an den Exporten vorn, gefolgt von Großbritannien (11,3 Prozent) und Frankreich (7,4 Prozent). Deutsche Automobilhersteller produzieren aber auch bereits in großem Umfang Autos in den USA, um Zölle zu vermeiden.

Wie wird die EU reagieren?

Die für Handelspolitik zuständige EU-Kommission will entschlossen und deutlich zurückschlagen. Sie hatte Trump zuletzt eindringlich vor der Einführung der neuen Zölle gewarnt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte nach der Verkündung der neuen Zölle, dass man europäische Unternehmen schützen werde. Die EU werde sich um Verhandlungslösungen bemühen, teilte sie mit. „Wir werden nun diese Ankündigung zusammen mit anderen Maßnahmen, die die USA in den nächsten Tagen in Betracht ziehen, bewerten.“

Was ist konkret geplant?

Um dem US-Präsidenten konkrete Kalkulationen zu erschweren, will sich die EU dazu öffentlich nicht äußern. Bereits angekündigt ist, dass Mitte April die derzeit ausgesetzten Sonderzölle auf US-Produkte wie Jeans, Bourbon-Whiskey, Motorräder und Erdnussbutter wieder eingeführt werden.

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Dies ist aber die Reaktion auf die bereits geltenden US-Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte, die vor zwei Wochen in Kraft getreten sind. Je nach Umfang der zusätzlichen US-Maßnahmen sollen sie durch weitere neue Sonderabgaben ergänzt werden. Sie könnten theoretisch auch US-amerikanische Tech-Konzerne wie die des Trump-Vertrauten Elon Musk treffen.

Trump sagte, die neuen Zölle könnten sich als „neutral oder gut“ für Tesla erweisen. „Er hat ein großes Werk in Texas. Er hat ein großes Werk in Kalifornien. Und jeder, der Werke in den Vereinigten Staaten hat, wird meiner Meinung nach gut dastehen“, sagte Trump über Musk.

Wie könnte es jetzt weitergehen?

In einem weniger schlimmen Szenario könnte Trump schnell davon überzeugt werden, die Zolle vorübergehend wieder auszusetzen - um dann mit Verhandlungen beginnen. Dies war zuletzt bei Kanada und Mexiko der Fall. Doch nun klangen weder Trump noch sein Berater verhandlungsbereit. Die neuen Zölle seien „von Dauer“, sagte der US-Präsident. Ähnlich äußerte sich Navarro.

In der EU wird zudem damit gerechnet, dass neben den Autozöllen auch noch zahlreiche weitere neue Zölle auf Importe verhängt werden. Trump spricht seit Wochen davon, der 2. April - an dem er ein großangelegtes Zollpaket verkünden will - werde ein „Tag der Befreiung“ für das Land werden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur informierte die EU-Kommission die Mitgliedstaaten am Mittwoch darüber, dass sie sich auf entsprechende Entscheidungen einstellen sollten. Sie könnten beispielsweise Arzneimittelhersteller und Lebensmittelproduzenten aus der EU treffen.

Hat die EU nicht versucht, den Zollkonflikt abzuwenden?

Doch. In den vergangenen Tagen gab es Gespräche des zuständigen EU-Kommissars Maros Sefcovic mit Vertretern der US-Regierung in Washington. Er hatte noch einmal versucht, eine Eskalation des Handelskonflikts zu verhindern, konnte allerdings keine greifbaren Erfolge erzielen. Erwartet wird nun, dass echte Verhandlungen erst dann beginnen, wenn die EU mit Gegenmaßnahmen wie Vergeltungszöllen auf die neuen US-Zölle antwortet. Dies soll nach derzeitigen Planungen Mitte April geschehen.

Was hat es mit Trumps Zollpolitik auf sich?

Trump nutzt Zölle gezielt als Druckmittel in der Außenpolitik, um seine Ziele zu erreichen. Er hat bereits Strafmaßnahmen auf Einfuhren aus China, Kanada und Mexiko verhängt. Zumindest für die beiden Nachbarn setzte er die Zölle teilweise zumindest vorübergehend wieder aus - auch auf Drängen der amerikanischen Autoindustrie. Außerdem verhängte die US-Regierung die Zölle auf alle Stahl- und Aluminiumimporte.

Ein Importzoll ist eine Abgabe, die an der Grenze auf Waren erhoben wird, die aus dem Ausland eingeführt werden. In der Regel zahlt sie das importierende Unternehmen - es müssen also die US-Firmen die Abgaben zahlen. Ziel ist es, sie davon abzuhalten, ausländische Produkte zu importieren.

Was sagen die Ökonomen?

Fachleute halten Zölle für eine riskante Strategie, um einen Handelskonflikt auszutragen, weil dies vor allem die Verbraucherpreise ansteigen lässt und damit die Normalbürger am meisten trifft. Zuletzt hatten Trumps Ankündigungen Turbulenzen am Aktienmarkt ausgelöst. Die US-Notenbank Fed hat außerdem ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr nach unten korrigiert.

Auch von der Agentur Reuters befragte Ökonomen schließen sich dieser Ansicht an.  „Für Deutschlands Automobilindustrie ist die Verzehnfachung der Zölle auf Pkw ein schwerer Schlag, weil die USA mit 13,1 Prozent der wichtigste Abnehmer für die von hier aus exportierten Autos darstellt“, sagt Cyrus de la Rubia, Chefvolkswirt der Hamburg Commercial Bank (ehemals HSH Nordbank). Er rechnet nicht damit, dass die Zölle wieder ganz verschwinden, doch bereits ein Absinken um ein Fünftel würde sich deutlich bemerkbar machen.

Thomas Gitzel von der VP Bank sieht die Maßnahmen als Eskalation Trumps im Handelskrieg. „Vergeltungsmaßnahmen der von den Zöllen betroffenen Ländern werden vermutlich bereits in Kürze folgen.“ Die Zölle könnten aus seiner Sicht auch bald die US-Notenbank Fed beschäftigen. „Werden Neufahrzeuge teurer, hat dies Auswirkungen auf die US-Inflationsentwicklung“, erklärt er. Insbesondere wenn Käufer von Neu- auf Gebrauchtwagen ausweichen und die Nachfrage deren Preise in die Höhe treibt, hätte das in der Vergangenheit den Konsumentenpreisindex beeinflusst.

Wie reagieren die Finanzmärkte?

An den Finanzmärkten sorgte die Zoll-Nachricht für Verluste. Die wichtigen US-Indizes S&P 500 (- 1,1 Prozent), Dow Jones Industrial (- 0,3 Prozent) und der Nebenwerte-Index Russell 2000 (- 1 Prozent) gaben bereits am Mittwoch nach. Mit Verlusten in den Donnerstag gestartet ist auch der japanische Nikkei 225, er verlor bislang 0,6 Prozent. Auch im vorbörslichen Handel in Deutschland deuten sich Verluste an. Auf den Handelsplattformen Tradegate und Lang&Schwarz liegt der Dax vor Handelsstart leicht im Minus.

dpa, rtr
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