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Demokraten-Vorwahl Joe Biden gewinnt laut Prognosen mindestens drei Staaten

Die ersten Prognosen vom „Super Tuesday“ sehen Joe Biden in mehreren Bundesstaaten vorn. Bernie Sanders kann demnach seinen Heimatstaat Vermont für sich entscheiden.

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Erste Prognosen zeichnen ein gutes Bild für den ehemaligen Vize-Präsidenten Joe Biden. Quelle: Reuters

Im US-Präsidentschaftsrennen hat der frühere US-Vizepräsident Joe Biden die Vorwahl der Demokraten im Bundesstaat North Carolina laut Prognosen gewonnen. Das meldeten die Fernsehsender CNN, ABC, NBC und Fox News am Dienstagabend (Ortszeit) nach Schließung der Wahllokale in dem Staat im Osten der USA. TV-Sender sahen den moderaten Kandidaten außerdem übereinstimmend in den Bundesstaaten Virginia und Alabama als Sieger.

Nach ersten Ergebnissen der Wahlkommission in Virginia lag Biden dort weit vor Sanders. Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Wahlbezirke kam Biden auf gut 55 Prozent, Sanders auf knapp 23 Prozent.

Prognosen zufolge gewann der linke Senator Bernie Sanders seinen Heimat-Bundesstaat Vermont. Am „Super Tuesday“ wurde in insgesamt 14 Bundesstaaten gewählt.

Der frühere Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, lag unterhalb von zehn Prozent. Er stand am „Super Tuesday“ erstmals zur Wahl. Die Wahlkommission North Carolinas veröffentlichte zunächst keine Teilergebnisse. Biden schrieb auf Twitter: „Danke, North Carolina!“ In einem weiteren Tweet hieß es: „Danke, Virginia!“

In North Carolina geht es bei der Wahl um die Stimmen von insgesamt 110 Delegierten, die beim Nominierungsparteitag der Demokraten im Juli den Präsidentschaftskandidaten der Partei offiziell bestimmen werden. In Virginia werden 99 Delegiertenstimmen vergeben. Vermont ist dagegen mit 16 Parteitagsdelegierten deutlich weniger wichtig. Unklar war, wie viele Delegierte auf den jeweiligen Sieger entfallen werden – das hängt vom Abschneiden der Mitbewerber ab.

Am Dienstag wurde in 14 US-Bundesstaaten abgestimmt – darunter in gewichtigen Staaten wie Texas und Kalifornien. Es ging dabei insgesamt um die Stimmen von 1344 Delegierten für den Nominierungsparteitag der Demokraten im Sommer. Das ist mehr als ein Drittel aller regulären Parteitagsdelegierten. Allein in Kalifornien ging es am Dienstag um 415 Delegierte, in Texas um 228. Für die Nominierung als Präsidentschaftskandidat beim Parteitag in Milwaukee (Wisconsin) braucht ein Bewerber 1991 von 3979 regulären Delegierten.

Der „Super Tuesday“ ist der wichtigste Tag im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten auf der Suche nach einem Herausforderer für Amtsinhaber Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November. Trump hat innerhalb seiner Partei keine ernstzunehmende Konkurrenz. Die Republikaner haben daher in mehreren Bundesstaaten ihre Vorwahlen abgesagt.

Am Dienstag hielten sie aber auch in fast allen „Super Tuesday“-Staaten Vorwahlen ab. Die letzten Wahllokale sollten an der Westküste um 20 Uhr (Ortszeit/5 Uhr MEZ am Mittwoch) schließen.

Vor dem „Super Tuesday“ hatte Sanders bei den Demokraten nach vier Vorwahlen in Führung gelegen. Auch in nationalen Umfragen steht der 78-Jährige an der Spitze. Am Abend vor dem „Super Tuesday“ hatte Biden allerdings einen kräftigen Schub bekommen: Die ausgeschiedenen demokratischen Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg, Amy Klobuchar und Beto O'Rourke riefen ihre Anhänger dazu auf, nun die Kandidatur des 77-Jährigen zu unterstützen.

Mit Spannung wurde erwartet, wie der Milliardär Michael Bloomberg in den „Super Tuesday“-Staaten abschneiden würde. Der 78-Jährige stand am Dienstag erstmals auf den Wahlzetteln.

Nach dem „Super Tuesday“ wird noch nicht entschieden sein, welcher Bewerber die Nominierung gewinnt. Die Abstimmungen sind dennoch enorm wichtig, da ein Bewerber sich klar vom Rest absetzen und dies seine Nominierung deutlich wahrscheinlicher machen könnte. Zudem haben die demokratischen Anwärter die Möglichkeit zu zeigen, ob sie – bei der Abstimmung in einer Vielzahl von Staaten mit sehr vielfältiger Bevölkerung – eine breite Wählerschaft ansprechen können.

Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt noch bis Juni hin, bevor die Nominierungsparteitage der Parteien anstehen. Die Republikaner werden im August formell Trump zu ihrem Präsidentschaftskandidaten küren.

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