Kamala Harris vs. Donald Trump: Was die Exit Polls über die US-Wahl erahnen lassen
Wähler stehen in Phoenix, Ariz, vor einem Wahllokal in der Madison Church Schlange.
Foto: Matt York/AP/dpaEins vorneweg: Die Nachwachwahlbefragungen bei US-Präsidentschaftswahlen sind ein höchst stumpfes Instrument. Sie können Beobachtern einen ersten Einblick in die Motivationen der Wähler geben, aber mit Rückschlüssen auf das Ergebnis sollte man vorsichtig sein. Schließlich werden sie erhoben, während überall im Land noch gewählt wird.
Trotzdem führen Fernsehsender wie CNN sie nach jedem Wahltag durch, um ein Gefühl für die Stimmung in der Wählerschaft zu bekommen. Und das natürlich auch in diesem Jahr.
Und die Stimmung scheint schlecht zu sein. Den ersten Zahlen des Senders waren am Wahltag nur 7 Prozent der Bevölkerung enthusiastisch, was den aktuellen Zustand der Vereinigten Staaten von Amerika angeht. 19 Prozent waren grundsätzlich zufrieden. Auf der anderen Seite: 43 Prozent gaben an, unzufrieden zu sein. Und 29 gar, sie seien „wütend“.
„Magic happens here“ steht in einem Wahlraum in San Juan, Puerto Rico, an einer Wand. Der 5. November ist der Wahltag für das Rennen um die US-Präsidentschaft. Die Einführung der neuen Präsidentin oder des neuen Präsidenten in das Amt ist erst am 20. Januar 2025 in Washington.
Foto: REUTERSEine Wahlhelferin unterstützt einen Wähler beim Lesen des Stimmzettels in Nanty Glo, Pennsylvania. Der Bundesstaat im Osten der USA ist einer, der am meisten umkämpft ist. Die sogenannten „Swing States“ wie Pennsylvania haben in den vergangenen Jahrzehnten den Gesamtausgang der Präsidentschaftswahl entschieden.
Foto: REUTERSMichigan ist einer der weiteren „Swing States“. Hier füllen zwei Wähler Formulare vor ihrer Stimmabgabe aus in einer Kirche in Detroit, Michigan.
Foto: REUTERSStimmabgabe in der Ronald Reagan Bibliothek im kalifornischen Ort Simi Valley.
Foto: APWahlhelfer bereiten die Auszählung von Briefwahlstimmen in einem Lagerhaus im Allegheny County in Pennsylvania vor.
Foto: REUTERSPräsidentschaftskandidatin Kamala Harris besucht am Wahltag die Wahlkampfzentrale der Demokratischen Partei in Washington.
Foto: APWähler im Boone County im US-Bundesstaat Missouri stehen am Dienstagmorgen an einem Wahllokal an.
Foto: APAm Mount Hope Friedhof in Rochester im US-Bundesstaat New York klebten Wählerinnen und Wähler Aufkleber auf dem Grabstein der Bürgerrechtlerin Susan Anthony, die im 19. Jahrhundert für das Frauenwahlrecht gekämpft hatte. In vielen Wahllokalen im ganzen Land wurden „I voted today“-Aufkleber ausgegeben.
Foto: APStimmabgabe in der Masjidullah Moschee in Philadelphia, Pennsylvania.
Foto: REUTERSPräsidentschaftskandidat Donald Trump hat am Dienstag gemeinsam mit seiner Ehefrau Melania Trump seine Stimme in West Palm Beach, Florida, abgegeben.
Foto: REUTERSEine Wählerin im Rollstuhl vor der Stimmabgabe in Los Angeles.
Foto: APEin Polizeihund am Wahllokal in West Palm Beach, in dem Präsidentschaftskandidat Donald Trump seine Stimme abgegeben hat.
Foto: REUTERSDie kalifornische Abgeordnete Wendy Carrillo macht in Los Angeles ein Selfie mit ihrer Familie. Ihr Vater hat erstmals bei einer Präsidentschaftswahl seine Stimme abgegeben.
Foto: APEin Händler an der Börse in New York hat „Make America Great Again“-Kappen an seinem Arbeitsplatz aufgehängt.
Foto: imago imagesDer Ausgang der US-Wahl wird weltweit beobachtet. Vor dem Weißen Haus in Washington bereiteten Mitarbeiter von Fernsehsendern die Boxen für die Liveübertragungen im Laufe des Wahltags vor.
Foto: APRenton: Betty Noro-Kobayashi öffnet am Wahltag die Stimmzettel in der Zentrale der King County.
Foto: Lindsey Wasson/APEin Wahlhelfer in Philadelphia beim Scanvorgang während der Auszählung der Stimmzettel für die Präsidentschaftswahl.
Foto: REUTERSEs ist ein tragisches Zeugnis, dass die Amerikaner da ihrem Präsidenten ausstellen. Vier Jahr nach seinem Wahlsieg ist es Noch-Amtsinhaber Joe Biden nicht gelungen, der Bevölkerung wieder Zuversicht zu geben. Entsprechend unzufrieden ist die Bevölkerung dann auch mit seiner Amtsführung. Nur 41 Prozent sagen, der Präsident mache einen guten Job. 58 Prozent bewerten seine Amtsführung schlecht.
CNN-Zahlen: Harris-Wähler sind überzeugt von ihr
Mit solchen Zahlen wäre Biden vermutlich abgewählt worden. Doch er stand nicht auf dem Wahlzettel. Ob Kamala Harris oder Donald Trump am 20.Januar das Oval Office übernehmen werden, lässt sich noch nicht absehen. Zumindest aber geben die CNN-Zahlen einen Hinweis darauf, wie enthusiastisch die Wähler ihren Kandidaten unterstützen. So sagten 67 Prozent der Harris-Wähler, dass sie ihre Stimme der Demokratin gegeben haben, weil sie sie im Weißen Haus sehen wollen. 29 Prozent wollten hingegen vor allem Trump verhindern. Unter den Anhängern des Republikaners stimmten 80 Prozent für ihren Kandidaten – und 17 vor allem gegen Harris.
Aber für nervöse Demokraten gab es in den Zahlen dennoch einige Hinweise, die sie positiv für sich interpretieren könnten. Das wichtigste Thema bei dieser Wahl sei der Zustand der amerikanischen Demokratie gewesen, heißt es bei CNN. 35 Prozent der Befragten nannten diesen Themenkomplex. Für Harris wäre das eine gute Nachricht – schließlich wird ihr in diesem Bereich mehr zugetraut als Trump. Es folgten die Wirtschaft mit 31 Prozent, Abtreibung mit 14, Immigration mit 11 und Außenpolitik mit 4 Prozent.
Trotz allem lassen sich die Amerikaner ihren grundsätzlichen Optimismus nicht austreiben. Dass trotz der schwierigen Situation, in der sich das Land befindet, die besten Tage Amerikas in der Zukunft liegen, glauben 61 Prozent. Dass die USA ihre beste Zeit hinter sich haben, sagten hingegen nur 34 Prozent.
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