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Moskau und PekingPutin vor China-Reise: Putin will mit Xi eine neue Weltordnung aufbauen

Kremlchef Putin beginnt am Sonntag eine bisher beispiellose China-Reise. Vorab gibt er ein Interview, aus dem klar wird, worum es beiden Seiten offenbar gar nicht geht. 30.08.2025 - 12:33 Uhr
Wladimir Putin (r), Präsident von Russland, schüttelt Xi Jinping, Präsidenten von China, die Hand vor einem trilateralen Treffen am Rande des G20-Gipfels am 30.11.2018. Foto: dpa

Russlands Wladimir Putin will bei seiner viertägigen China-Reise nach eigenen Angaben einmal mehr den Aufbau einer multipolaren Weltordnung vorantreiben. Sein Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Tianjin solle zu einer „zusätzlichen mächtigen Dynamik“ führen bei der Schaffung dieser Weltordnung, sagte Putin in einem vom Kreml veröffentlichten, schriftlich geführten Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Die Worte Ukraine und USA oder der russische Angriffskrieg kommen in dem sehr langen Interview gar nicht vor.

Putin hatte sich immer wieder dafür ausgesprochen, die Vorherrschaft der USA zu beenden. In dem Interview machte er einmal mehr deutlich, dass es ihm auch um eine Schwächung des Dollar gehe. So hätten Russland und China ihren Handel nahezu vollständig auf ihre nationalen Währungen umgestellt.

Als wesentlichen Teil einer neuen Weltordnung sieht er auch in der Stärkung des Globalen Südens mit der Gruppe der Brics-Staaten an der Spitze. Brics steht für Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika; zur Gruppe gehören aber inzwischen mehr Staaten. Geplant sind laut Kreml Gespräche Putins in China mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs, darunter aus Indien, der Türkei, dem Iran, aus Serbien und Pakistan.

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Dem chinesischen Außenamt zufolge soll es der größte Gipfel seit Bestehen der SOZ werden. Insgesamt erwartet das aktuelle Vorsitz-Land China Vertreter von 20 Staaten und 10 Organisationen. Die SOZ wurde vor 24 Jahren als Organisation für den Kampf gegen Terrorismus und wirtschaftliche Zusammenarbeit gegründet. Mittlerweile gehören ihr zehn Staaten an – neben den Gründungsländern Russland, China und Kasachstan auch Indien, Pakistan, sowie seit 2023 der Iran und seit 2024 Belarus.

Putin will Handel mit China weiter ausbauen

Putin geht es in China, wie er deutlich machte, vor allem um eine Festigung der Beziehungen zu Russlands bedeutendstem Handelspartner. Für Russland ist China der wichtigste Abnehmer von Öl und Gas. Mit den Einnahmen finanziert Russland maßgeblich auch seinen Krieg gegen die Ukraine und profitiert zudem von chinesischen Gütern, die für die Produktion von Waffen bedeutsam sind.

Der Kreml spricht von einem wegen der Länge und des Umfangs an Treffen und Themen bisher beispiellosen China-Aufenthalt Putins. Kommentatoren in Moskau sehen die Reise als neuen Beweis der klaren Abkehr Russlands vom Westen und für die „grenzenlose Freundschaft“ mit China. Moskau und Peking zeigten damit zudem, dass es den USA nicht gelinge, einen Keil zwischen die beiden Nachbarn zu treiben, hieß es. In Peking wird Putin am 3. September auch wichtigster Gast Xis bei einer Militärparade sein.

dpa
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