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PräsidentschaftsambitionenKritik an Ex-Starbucks-Chef Schultz

Howard Schultz spendet seit vielen Jahren für die US-Demokraten und gilt als lautstarker Trump-Kritiker. Nun liebäugelt er selbst mit dem Weißen Haus - und zwar als unabhängiger Kandidat. Viele Demokraten sind entsetzt. 28.01.2019 - 06:36 Uhr

Für Montag ist der Start einer USA-Tour von Ex-Starbucks-Chef Howard Schultz geplant, bei der er sein aktuelles Buch über Unternehmensführung und Bürgerpflichten vorstellen will.

Foto: AP

Der ehemalige Chef der Kaffeehaus-Kette Starbucks, Howard Schultz, sorgt mit Ambitionen auf das Weiße Haus für Unruhe unter den US-Demokraten. In der CBS-Sendung „60 Minutes“ gab der Geschäftsmann am Sonntag bekannt, eine Präsidentschaftskandidatur als unabhängiger Bewerber zu erwägen. Die Reaktionen bei vielen Demokraten fielen verhalten und teils feindselig aus. Sie befürchten, dass Schultz dem demokratischen Herausforderer oder der demokratischen Herausforderin Stimmen abjagen könnte, was letztlich dem republikanischen Amtsinhaber Donald Trump zugute kommen könnte.

Unter prominenten Bedenkenträgern ist David Axelrod, ein früherer Berater von Ex-Präsident Barack Obama, der Schultz zum Verzicht auf eine Kandidatur drängte. Auch Julian Castro, Ex-Wohnungsbauminister unter Obama, äußerte am Sonntag im Sender CNN die Sorge, dass sich Trump im Falle einer unabhängigen Schultz-Kampagne „beste Hoffnungen“ auf eine Wiederwahl machen könne. Castro gab kürzlich selbst seine Bewerbung um die Nominierung der Demokratischen Partei fürs Weiße Haus bekannt.

Der 65-jährige Schultz war in der Vergangenheit immer wieder als möglicher Präsidentschaftskandidat im Gespräch. Er selbst tat wenig, um die Spekulationen um seine Ambitionen im Keim zu ersticken: Als er sich im Juni 2018 von der Konzernspitze von Starbucks zurückzog, ließ er durchblicken, dass er sich eine Zukunft auch im „öffentlichen Dienst“ vorstellen könne.

Kaffeekette

Das Ende des Starbucks-Booms

Seit langem engagiert sich der Milliardär aus Seattle als Spender für Belange der Demokraten. Er unterstützte unter anderem die Kampagnen von Obama, Hillary Clinton und dem New Yorker Senator Chuck Schumer. Auch als lautstarker Kritiker von Trumps Politik trat Schultz schon in Erscheinung. Vor Starbucks-Mitarbeitern erklärte er etwa, der Präsident stifte „Chaos“ und schade dem Geschäft. Die Steuerkürzungen für Konzerne bezeichnete er zudem als unnötig und fahrlässig und stellte demonstrativ 10.000 Flüchtlinge ein, nachdem der Präsident per Dekret ein Einreiseverbot für Menschen aus sieben muslimisch geprägten Ländern verfügte.

Auch vor sozialen Reizthemen schreckte Schultz nicht zurück. Nach dem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule Ende 2012 bat er Kunden im Jahr darauf, keine Waffen in seine Cafés in Amerika zu bringen. Als 2018 zwei schwarze Männer in einer Starbucks-Filiale in Philadelphia beim Warten auf einen Geschäftskontakt festgenommen wurden, ließ er 8000 US-Kaffeehäuser für Anti-Rassismus-Schulungen für das Personal vorzeitig schließen.

Allerdings beißen sich einige von Schultz' Positionen mit jenen von Demokraten, die Trump im Jahr 2020 herausfordern wollen. Vorstöße einiger möglicher Bewerber wie die Senatorinnen Elizabeth Warren und Kamala Harris für eine massive Besteuerung der Reichen oder eine kostenlose College-Ausbildung nannte der Unternehmer unrealistisch. Zum Abbau der nationalen Verschuldung sei unter anderem mehr Spielraum für die Wirtschaft nötig. „Mich beunruhigt, dass so viele Stimmen in der Demokratischen Partei so weit nach links gehen“, sagte er dem TV-Sender CNBC im Juni 2018.

Für Montag ist der Start einer USA-Tour von Schultz geplant, bei der er sein aktuelles Buch über Unternehmensführung und Bürgerpflichten vorstellen will. Termine in den Staaten Iowa oder New Hampshire, in denen im Vorwahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur traditionell zuerst abgestimmt wird, hat er bisher nicht angesetzt.

AP
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