WiWo App Jetzt gratis testen!
Anzeigen

Rede vor der UN Trump droht mit der kompletten Zerstörung Nordkoreas

Bei seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen hat US-Präsident Donald Trump damit gedroht, Nordkorea komplett zu zerstören. Dem Iran warf Trump an den Kopf, ein herabgewirtschafteter Schurkenstaat zu sein.

US-Präsident Donald Trump Quelle: REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea in seiner ersten Rede vor der UN-Vollversammlung mit der totalen Vernichtung gedroht. "Die USA haben große Stärke und Geduld, aber wenn sie gezwungen sind, sich selbst oder ihre Verbündeten zu verteidigen, haben sie keine andere Wahl, als Nordkorea total zu zerstören", sagte Trump am Dienstag in New York. In Anspielung auf Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und dessen Raketentests sagte Trump: "Der Raketenmann ist auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime." Der US-Präsident kritisierte zudem erneut das Atomabkommen mit dem Iran, Venezuelas Präsident Nicolas Maduro für dessen Vorgehen gegen die Opposition und die Regierung Kubas.

Lautes Gemurmel erfüllte den Saal der UN-Vollversammlung, als Trump seine bisher schärfste Warnung gegen Nordkorea aussprach. Trump rief die Staatengemeinschaft zur Zusammenarbeit auf, die Regierung Kims zu isolieren, bis diese ihr feindseliges Verhalten aufgibt. Das Streben des Landes nach Interkontinentalraketen und Atomwaffen bedrohe die ganze Welt mit unabsehbaren Verlusten von Menschenleben. Offenbar an die Adresse des nordkoreanischen Verbündeten und Handelspartners China gerichtet, sagte Trump: "Es ist empörend, dass einige Nationen nicht nur mit einem solchen Regime Handel treiben, sondern auch ein Land bewaffnen, versorgen und finanziell unterstützen, das die Welt mit einem atomaren Konflikt gefährdet."

Unmittelbar vor Trumps Rede warnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres die internationale Gemeinschaft davor, unbeabsichtigt in einen Krieg auf der koreanischen Halbinsel zu schlittern. "Dies ist die Zeit für hohe Staatskunst - wir dürfen nicht in einen Krieg schlafwandeln", sagte Guterres zur Eröffnung der UN-Vollversammlung. Er rief den Sicherheitsrat im Umgang mit Nordkorea zur Einigkeit auf. In dem Gremium mit 15 Sitzen haben die USA, Frankreich, Großbritannien, China und Russland als ständige Mitglieder Vetorecht. Der UN-Sicherheitsrat verschärfte Anfang September die Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang, nachdem Nordkorea seinen sechsten und bislang stärksten Atomtest vorgenommen hatte.

Von nordkoreanischer Seite gab es zunächst keine Reaktion auf Trumps Rede. Die Vertretung des Landes bei der UN teilte lediglich mit, ein untergeordneter Diplomat habe die Rede verfolgt. Vor Trumps Aufritt hatte das chinesische Außenministerium vor militärischen Drohungen gewarnt. Diese würden nicht zu einer Lösung beitragen, sagte ein Sprecher in Peking. Im Gegenteil werde das Erreichen des Ziels einer koreanischen Halbinsel ohne Atomwaffen nur erschwert.

In Südkorea hielten rund 700 Soldaten der USA und Südkoreas nahe der entmilitarisierten Zone zu Nordkorea erneut ein Manöver ab. Am Montag hatten Kampfflugzeuge beider Staaten Einsätze über der koreanischen Halbinsel geprobt. Zur gleichen Zeit begannen China und Russland der staatlichen chinesischen Agentur Xinhua zufolge unweit der nordkoreanischen Grenzeein Marinemanöver vor dem russischen Hafen Wladiwostok.

Trump nennt Iran-Abkommen peinlich

In seiner 41-minütigen Rede knöpfte sich Trump auch den Iran vor. Das 2015 von seinem Vorgänger Barack Obama geschlossene Atomabkommen mit der islamischen Republik sei peinlich und einseitig, sagte Trump und wiederholte damit Positionen aus seinem Wahlkampf. Er deutete an, die internationale Vereinbarung Mitte Oktober nicht erneut zu bestätigen. "Ich glaube nicht, dass Sie das Letzte dazu gehört haben", sagte er vor den 193 Mitgliedsländern der UN. Der Iran sei ein wirtschaftlich erschöpfter Schurkenstaat, der Gewalt exportiere. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat das Atomabkommen mit dem Iran hingegen als Beispiel angeführt, wie die internationale Gemeinschaft eine diplomatische Lösung mit Nordkorea erreichen könnte.

Trump sagte zudem, die USA könnten angesichts der Lage in Venezuela nicht an der Seitenlinie stehen und zuschauen. Sein Land prüfe, welche Maßnahmen ergriffen werden könnten. Die Regierung in Kuba, mit der Obama ebenfalls eine Annäherung gesucht hatte, nannte Trump korrupt. Er wiederholte in weiten Teilen seiner Rede die Maxime eines "Amerika zuerst", das Allianzen auf Basis gemeinsamer Interessen schmiedet und sich nicht am Aufbau von Nationen beteiligt. Trump appellierte an alle Staaten, ihre Souveränität zu verteidigen und den Patriotismus in den Vordergrund zu stellen.

Merkel warnt vor einem Krieg

Bundeskanzlerin warnte Merkel nach der Zerstörungs-Drohung von US-Präsident Donald Trump gegen Nordkorea vor einem Krieg gewarnt. "Für mich, für die ganze Bundesregierung, gibt es hier nur eine diplomatische, friedliche Lösung dieses Konflikts", sagte die CDU-Vorsitzende am Dienstagabend auf einer Wahlkampfveranstaltung in Schwerin. "Alles andere führt ins Unglück, davon bin ich zutiefst überzeugt." Sie werde sich für eine friedliche Lösung "mit allem (einsetzen), was ich an Kraft habe", sagte Merkel.

Sie verwies darauf, dass in der UN-Vollversammlung in New York gerade über Nordkorea diskutiert werde, ohne aber Trump namentlich zu erwähnen. Merkel hat sich bereiterklärt, eine Vermittlungsrolle in dem Konflikt zu spielen. Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte direkte Gespräche mit der nordkoreanischen Führung gefordert.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%