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Ringen um Gipfeltreffen Russland schaltet sich in USA-Nordkorea-Konflikt ein

Der Nordkorea-Gipfel zwischen Donald Trump und Kim Jong Un ist noch nicht vom Tisch. Nun schaltet sich ein Verbündeter Nordkoreas ein.

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Russland steht im Verdacht, Nordkorea beim Unterlaufen von UN-Sanktionen zu helfen. Quelle: dpa

Moskau/Peking/Seoul Mitten im Ringen um ein Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA besucht der russische Außenminister Sergej Lawrow Pjöngjang. Bei den Gesprächen am Donnerstag werde es um die bilateralen Beziehungen und um die Lage auf der koreanischen Halbinsel gehen, teilte das Außenministerium in Moskau mit.

Russland ist nach China der zweite langjährige Verbündete, mit dem sich Pjöngjang vor dem möglichen Gipfel abstimmt. Auch Moskau will eine nukleare Abrüstung Nordkoreas, die aber durch Verhandlungen, nicht durch Druck erreicht werden soll.

Über Peking flog am Mittwoch der hohe nordkoreanische Parteifunktionär und frühere Geheimdienstchef Kim Yong Chol in die USA. Er soll in New York US-Außenminister Mike Pompeo treffen, wie Präsident Donald Trump am Vortag bestätigt hatte.

Die Reise des Nordkoreaners und die Arbeit von US-Delegationen in Singapur und Korea gelten als Beleg, dass beide Seiten nach wie vor an einem Gipfel zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un interessiert sind. Hauptthema soll dann die atomare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel sein. Auch könnte es um Sicherheitsgarantien und Wirtschaftshilfe für das international isolierte Nordkorea gehen. Offiziell hat Trump das für den 12. Juni in Singapur geplante Treffen aber abgesagt.

Mit Ultimaten und der Androhung von Gewalt seien solche Probleme wie der Atomstreit mit Nordkorea nicht zu lösen, sagte Lawrow am Mittwoch mit Blick auf die USA. „Vielleicht sind solche Methoden im Geschäftsleben wirksam. Aber zu eskalieren, um zu deeskalieren, birgt in den modernen internationalen Beziehungen ernste Risiken“, sagte er bei einem Vortrag in Moskau. Nötig seien Geduld und multilaterale Verhandlungen. Lawrow hatte Nordkorea zuletzt 2009 besucht.

Russland und Nordkorea haben auf knapp 20 Kilometern eine gemeinsame Grenze. Moskau steht auch immer wieder im Verdacht, Pjöngjang beim Unterlaufen der UN-Sanktionen zu helfen. In Russland arbeiten Zehntausende Nordkoreaner als Leiharbeiter. Nach US-Regierungsangaben laufen über den russischen Hafen Nachodka verbotene nordkoreanische Kohleexporte, wie das „Wall Street Journal“ kürzlich berichtete.

Zwei US-Verhandlungsteams sondieren schon seit Tagen für einen Gipfel. Am Mittwoch sprach der erfahrene Korea-Experte und Ex-Atomunterhändler Sung Kim in Panmunjom an der innerkoreanischen Grenze erneut mit Unterhändlern aus Nordkorea. Das meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Es sei um die Inhalte eines Treffens Trumps mit Kim und eine mögliche Verlautbarung gegangen. Parallel besprach eine US-Delegation in Singapur mit Vertretern Nordkoreas Fragen der Logistik und Sicherheit eines Gipfels.

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