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US-Botschafter Grenell „Grundsätzlich sind wir exakt auf derselben Seite“

Trumps Austritt aus dem Iran-Abkommen hat zu erheblichen politischen Spannungen geführt. Dennoch ist das deutsch-amerikanische Bündnis stabil, meint Richard Grenell.

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Der neue US-Botschafter in Berlin gilt als erzkonservativer Ideologe und einer der sehr frühen Unterstützer Trumps. Quelle: AP

Berlin Der neue US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, rechnet nicht mit einem grundlegenden Zerwürfnis zwischen Europa und den USA in der Iran-Frage. Es gebe Zeiten, in denen man sich etwa mit Deutschland nicht einig sei, gab Grenell in einem am Samstag gesendeten Interview des US-Senders MSNBC zu bedenken. Und das Atomabkommen mit dem Iran gehöre dazu. „Aber grundsätzlich sind wir exakt auf derselben Seite“, betonte er.

Es sei sehr ermutigend gewesen, dass auch die Europäer in ihrer nach der Entscheidung von Präsident Donald Trump zum Atomabkommen herausgegebenen Erklärung von einer Bedrohung durch den Iran sprechen, sagte Grenell. Man sei sich auch einig, dass der Iran-Deal nachgebessert werden müsse. „Wir haben gegenwärtig widerstreitende Ansichten darüber, wie weit er gestärkt werden muss“, sagte der Botschafter.

Grenell ist in den USA hochumstritten, weil er kaum direkte diplomatische Erfahrung besitzt. Er gilt als erzkonservativer Ideologe und einer der sehr frühen Unterstützer Trumps. Der Senat hatte mit einer Bestätigung des Personalvorschlags von Trump sehr lange gezögert.

Grenell mahnte die Bundesregierung erneut, höhere finanzielle Anstrengungen bei der Verteidigung zu unternehmen. Deutschland gebe derzeit 1,22 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes aus, dies sei deutlich entfernt vom Zwei-Prozent-Ziel der Nato. Deutschland wolle das Ziel 2030 erreichen, wie Kanzlerin Angela Merkel Trump gesagt habe. „Das müssen wir beschleunigen“, sagte der Botschafter.

Er wolle in seiner Zeit in Deutschland außerdem die Achse USA-Israel-Deutschland stärken. Auch deshalb sei einer seiner ersten Antrittsbesuche in Berlin beim Botschafter Israels gewesen, sagte Grenell.

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