Vorstoß der EU-Kommission: Preiskampf bei E-Autos: Paris gegen Volkswagen

Volkswagen gerät durch den französischen E-Auto-Vorstoß in Brüssel unter Druck.
Foto: dpaUrsula von der Leyen sprach, aber in Wirklichkeit sprach Paris. Am Mittwoch kündigte die EU-Kommissionspräsidentin bei ihrer Rede zur Lage der Union an, dass ihre Behörde eine Untersuchung zu Elektrofahrzeugen aus China einleitet. Sie soll unter anderem klären, wieso chinesische E-Autos so viel günstiger sind als europäische. Von der Leyen begleitete das mit ihrem Leitsatz, dass Europa sich nicht von Peking abkoppeln wolle, aber Risiken senken müsse.
Was technisch klingt, ist hochpolitisch. Die französische Regierung hat auf diese Dumpingkontrolle gedrungen, weil Tesla in China hergestellte E-Autos nach Europa exportiert und der heimischen Produktion Konkurrenz machen. Und weil VW in China gute Geschäfte macht und gleich in 33 Werken vor Ort produziert. Es waren wohlgemerkt Politiker und nicht Manager in Frankreich, die auf diesen Schritt drangen.
Noch ist der Ausgang offen, aber für den größten deutschen Autobauer sollte der französische Ansatz ein Warnzeichen sein. Die Globalisierung, auf die deutsche Führungsetagen lange gebaut haben, existiert so nicht mehr. Und der Standort China birgt mittlerweile noch mehr Risiken, als das deutsche Unternehmen wahrhaben wollen.
Das Brüsseler Verfahren sollte deutschen Unternehmen eine Lehre sein: Sie müssen sich deutlich mehr mit Politik beschäftigen in einem Europa, in dem Politiker mit harten Bandagen spielen. Auch über den Umweg Brüssel.
Lesen Sie auch: Die Auto-Aldis kommen: Chinesische Hersteller präsentieren sich bei der Automesse IAA als die Discounter der Automobilwirtschaft.