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Zweites TV-Duell Einer schlimmer als die andere

Schlammschlacht bei der zweiten TV-Debatte. Hillary Clinton kann die Zweifel der Wähler an ihr nicht ausräumen. Ihr Glück: Donald Trump ist noch schlimmer und vergrault die Unentschlossenen.

Diese Republikaner wenden sich von Donald Trump ab
Donald Trump Quelle: AP
US-Senator John McCain Quelle: REUTERS
Condoleeza Rice Quelle: AP
Mike Pence Quelle: AP
Paul Ryan Quelle: AP
John Kasich Quelle: DPA
Mitt Romney Quelle: AP

Von einem klaren Sieg Hillary Clintons war nach der ersten TV-Debatte die Rede. Von der schlechtesten Woche seit Langem für Donald Trump. Eine CNN-Umfrage, die zwar nicht repräsentativ war, dafür aber schnell verfügbar, wurde rund um den Globus zitiert, wonach 62 Prozent von 512 befragten Zuschauer Clinton als Siegerin sahen.

Clinton, die zuvor so müde und abgekämpft wirkte, strahlte zum ersten Mal seit Wochen wieder. Doch dann das: In den Wahlumfragen nach der Debatte konnte Clinton nur moderat, in den wichtigen swing states fast gar nicht zulegen.

In den meisten Umfragen führt die Demokratin landesweit derzeit mit drei bis fünf Prozentpunkten Vorsprung, nicht so aber in den umkämpften und wahlentscheidenden swing states. Laut einer Untersuchung des renommierten Umfrageinstituts Quinnipiac konnte Clinton ihren Vorsprung zwar in Florida ausbauen.

In North Carolina und Pennsylvania hatte die erste TV-Debatte aber keinen nennenswerten Einfluss auf das Wahlverhalten der Bürger, das Rennen bleibt offen. In Ohio konnte sich Trump gar verbessern und liegt nun fünf Prozentpunkte vor Clinton.

So sehr Hillary Clinton für viele Beobachter bei der ersten TV-Debatte einen guten Eindruck gemacht hat, so wenig konnte sie Botschaften platzieren, die die verunsicherten und verärgerten Arbeiter in Pennsylvania und Ohio ansprechen und motivieren, Clinton zu wählen. Gleiches gilt für die Mehrheit der Bürger des einst konservativen, inzwischen sehr heterogenen North Carolina.

Die Wirtschaftsberater von Donald Trump

„Sieben von zehn Wählern sagen, dass sie nicht zufrieden sind mit der Richtung, in die sich die USA bewegen”, sagt Peter Brown, stellvertretender Leiter bei Quinnipiac. Clinton ist in den Augen vieler US-Amerikaner Teil des Problems, nicht die Lösung: Sie ist – so das Vorurteil – elitär, karrieregeil und wenig vertrauenswürdig.

Unmittelbar vor der TV-Debatte veröffentliche Wikileaks brisante Details aus Reden, die Clinton vor Wall-Street-Größen hielt – und die all die Vorurteile bestätigten. In den Auszügen schmeichelt sie der Finanzindustrie, träumt von einer Freihandelszone, die die gesamte westliche Hemisphäre einschließt – und betont, ihre öffentliche Meinung sei nicht ihre wirkliche Einstellung.

Die Marke Donald Trump

Es ist ein Schlag ins Gesicht der Wähler; es wäre das beherrschende Thema gewesen – wenn nicht Donald Trump noch viel größere Skandale produzieren würde. Die „Washington Post“ hatte am Freitag ein Video von 2005 veröffentlicht, in dem sich Trump abfällig über Frauen äußert. „Wenn du ein Star bist, dann lassen sie dich ran“, so Trump. „Pack sie an der Muschi“, führte der damals 59-Jährige weiter aus. „Du kannst alles machen.“

Die zweite TV-Debatte der Präsidentschaftskandidaten bot beiden Kandidaten die Chance, ihren Ruf – zumindest in Teilen – zu retten. Doch beide verpatzten die Chance. Trump und Clinton unterschritten das geringe Niveau der ersten Debatte, überboten sich in Vorwürfen und Beleidigungen. Der negative Höhepunkt: Trump kündigte an, sofern er Präsident werde, werde er einen Sonder-Staatsanwalt auf Clinton ansetzen. „Du landest im Knast, wenn ich gewählt werde“, drohte er.

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