WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Berliner Weihnachtsmarkt Was wir wissen und was nicht

Nach dem Anschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt fahndet die Polizei nach einem konkreten Verdächtigen. Bei der Berliner Polizei gingen mehr als 500 Hinweise zu dem Anschlag ein.

  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
Polizeibeamte stehen am Friedrich-Krause-Ufer im Westhafen in Berlin. Quelle: dpa

Was wir wissen:

- Der Todesfahrer steuert am Montagabend den Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt und bringt mindestens zwölf Menschen um. Rund 50 weitere Besucher des Marktes werden verletzt, viele von ihnen schwer. Die Ermittler gehen von einem Terroranschlag aus.

- Tatverdächtig ist ein Tunesier, der den Behörden unter dem Namen Anis A. bekannt ist und dem die Ermittler jederzeit einen Anschlag in Deutschland zutrauen. Er ist laut Innenminister Thomas de Maizière (CDU) europaweit zur Fahndung ausgeschrieben.



- Der Mann hielt sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen wechselweise in Nordrhein-Westfalen und Berlin auf. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, er ist aber in Deutschland geduldet. Nach Medienberichten wurde ein auf ihn im Kreis Kleve (NRW) ausgestelltes Personaldokument - eine Duldung - im Fußraum des Lkw-Führerhauses gefunden.

- Ein unmittelbar nach der Tat festgenommener Verdächtiger wird am Dienstagabend wieder freigelassen. Laut Bundesanwaltschaft in Karlsruhe reichen die Ermittlungsergebnisse für einen dringenden Tatverdacht nicht aus.

- Fast genau 24 Stunden nach dem Anschlag reklamiert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Angriff für sich. Die Botschaft wird über das IS-Sprachrohr Amak im Internet verbreitet.

Terroranschlag in Berlin - Wie jetzt ermittelt wird

- Zu den zwölf Opfern gehört auch der ursprüngliche Speditionsfahrer aus Polen - es handelt sich um den Cousin des Speditions-Eigentümers Ariel Zurawski, der sein Unternehmen in der Nähe von Stettin hat.

- Im Führerhaus des Lastwagens wird blutverschmierte Kleidung gefunden.

Was wir nicht wissen:

- Ist das im Führerhaus gefundene Dokument echt? Oder kann es sich um eine absichtlich falsch gelegte Spur handeln?

- Zur genauen Identität des neuen Verdächtigen gibt es widersprüchliche Angaben. Laut „Allgemeiner Zeitung“ und „Spiegel Online“ verwendet er mehrere Namen, sein Alter wird zwischen 21 und 23 Jahre beziffert. Der Mann soll nach Berichten verschiedener Medien in der Islamistenszene vernetzt sein.

Terroristische Einzeltäter in Europa

- Nach wie vor ist unklar ist, ob ein oder mehrere Täter hinter dem Anschlag stecken, ob der oder die Täter von außen gesteuert oder aus eigener Initiative gehandelt haben.

- Die Echtheit der IS-Behauptung, dass die Terror-Miliz verantwortlich für den Anschlag ist, lässt sich nicht verifizieren. Sie wurde aber über die IS-Kanäle im Internet verbreitet, die schon nach früheren IS-Anschlägen verwendet wurden.

- Fraglich ist die Zuverlässigkeit des Zeugen, der nach eigenen Angaben den zunächst Festgenommenen vom Tatort bis zur Siegessäule verfolgt haben will.

"Kampf gegen Terror ist auch ein Kampf für Freiheit"
Frank-Walter Steinmeier Quelle: REUTERS
Klaus Bouillon Quelle: dpa
Horst Seehofer Quelle: dpa
Andreas Scheuer Quelle: dpa
Julia Klöckner Quelle: dpa
Thomas Strobl Quelle: dpa
Heiko Maas Quelle: dpa

- Unklar ist, was in den letzten Stunden im Leben des eigentlichen Lkw-Fahrers geschehen ist. Die Leiche des Polen wurde am Tatort auf dem Beifahrersitz gefunden. Die „Bild“ meldet unter Berufung auf Obduktionsergebnisse, er habe bis zum Attentat noch gelebt. Ein Ermittler habe von einem Kampf gesprochen. Die Rede ist auch von Messerstichen. Nach dpa-Informationen wurde er mit einer kleinkalibrigen Waffe erschossen. Spekuliert wird auch, ob der Fahrer dem Täter ins Lenkrad gegriffen hatte.

- Ebenfalls unklar ist, wie genau sich der Täter des Lastwagens bemächtigte. Polnische Medien berichten unter Berufung auf die Spedition von GPS-Daten, die zeigten, dass der Wagen in Berlin am Tag der Tat ab etwa 16 Uhr mehrmals gestartet worden sei. Um diese Uhrzeit Riss der Kontakt zwischen Spedition und Fahrer ab,

- Das Schicksal ausländischer Vermisster - darunter eine Italienerin und eine Israelin - ist noch ungewiss.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%