Bettina Röhl direkt: Fragen an Siggi Ök und Angie Murkel zur Energiewende
Die Energiewende und der Ausbau des Internets sind zentrale Punkte für den politischen Fahrplan 2014 in Bayern.
Foto: dpaModerator: Es ist außerordentlich freundlich Frau Ök und Herr Murkel, dass Sie sich zu diesem Interviewgespräch über das Thema Energie in Deutschland bereitgefunden haben. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Schließlich hat es im Zusammenhang mit der Anti-Atomkraftbewegung, die sogar eine neue Partei in diesem Land hat entstehen lassen, sehr viele Gewaltexzesse gegen Menschen und gegen Sachen gegeben, wenn hier an diese feinsinnige Unterscheidung noch mal erinnert werden darf. Und heute ist das Thema Energie oder die noch nicht gewendete Energie, die alle wenden wollen, ein wahrhaft vermintes Gebiet. Klingt militärisch und ist auch heftig. Wer was Falsches sagt, ist schnell weg vom Fenster und keiner weiß, was richtig ist. Ich habe Sie zum Gespräch gebeten, weil Sie sich beide gern und immer wieder in den Energiediskurs eingemischt haben.
Stellen Sie sich also bitte einmal vor, Sie wären die Regierung in Deutschland! Sie wären beide Bundeskanzler und hätten - jetzt bitte gut aufpassen - einen großen gemeinsamen Wunsch frei, wie Sie Deutschland, sozusagen über Nacht, zu einer perfekten Energievollversorgung aus ausschließlich erneuerbaren Energien verhelfen. Ihre Ideen werden, so das Spiel, in dem Moment erfüllt, in dem sie ihr Wunschszenario klar, deutlich, verständlich hier in unserer kleinen Runde geäußert haben. Einzige Bedingung, das ist der Haken: Ihr Wunsch muss physikalisch machbar sein. In diesem kleinen Märchen wären Sie beide natürlich sofort gemachte Leute, wenn Ihr Energiewunsch funktionieren würde und das Land oder Urbi et Orbi, um groß zu denken, ab sofort in den Zustand eines energetischen Schlaraffenland versetzt würden. Also nur Mut, nur zu! Ein Wunsch! Keine grundlegende Korrektur, keine Phantastereien, nur Realität und Realisierbares und dann wird hier und da sicher ein wohlwollendes Augenzudrücken für kleine Nachbessereien drin sein. Also top, die Wette gilt.
Frau Siggi Ök: Wenn ich vorpreschen darf? Das ist nicht ganz fair uns hier ultimativ öffentlich in die Situation zu stellen einen Wunsch zu äußern. Jedes Kind weiß doch, dass Wünsche nicht oder nur zufällig in Erfüllung gehen. Das ist also ein unfairer Überfall.
Im internationalen Vergleich gibt es kaum ein zweites Land, das sich derart ambitionierte Ziele zur Umstellung seines Energiesystems gesteckt hat wie Deutschland. Daher existiert auch kein Gesamtkonzept, das als Blaupause für die deutsche Energiewende dienen könnte. Dennoch kann Deutschland von anderen Ländern lernen. Eine Studie von McKinsey im Auftrag von Siemens stellt Beispiele aus verschiedenen Ländern vor und zeigt, was davon in welchem Umfang auch in Deutschland erfolgreich umgesetzt werden könnte. Die Fallbeispiele beziehen sich auf die wesentlichen Elemente der deutschen Energiewende entlang der Energiewertschöpfungskette: Stromerzeugung, Verteilung oder Balancierung von Angebot und Nachfrage sowie Steigerung der Energieeffizienz.
Foto: dpaDänemark, Niederlande, Brasilien - Versteigerung von Windparks
Der Ausbau von Solar und Windkraft wird die Regierung bis 2020 rund 30 Milliarden Euro kosten. Eine Möglichkeit, den Kostenanstieg zu drosseln, wäre eine Anpassung der Förderung, zum Beispiel durch Auktionierung von Windparkprojekten – wie in Brasilien, Dänemark oder den Niederlanden praktiziert. So kann erreicht werden, dass Windparks an windreichen Standorten mit einer geringeren Vergütung auskommen. Würden in Deutschland die infrage kommenden Windparkprojekte in Zukunft versteigert, könnten allein im Jahr 2020 rund 0,7 Milliarden Euro an Förderkosten eingespart werden.
Foto: dpaChina – bessere Nutzung von Abwärme
Abwärme lässt sich bei Temperaturen ab circa 300 Grad Celsius zur Stromerzeugung nutzen. In Deutschland gibt es unter anderem in der Zement- und Glasindustrie weitere Potenziale, die andere Länder beziehungsweise Pilotanlagen in Deutschland bereits nutzen: So wurden in China in den vergangenen zehn Jahren knapp 30 Zementwerke mit entsprechenden Anlagen ausgestattet oder werden aktuell umgerüstet. Durch Nachrüsten der in Deutschland infrage kommenden Werke könnten hier im Jahr 2020 etwa 2 TWh Strom erzeugt und so eine Megatonne CO2 eingespart werden. Die Investitionen würden sich bereits nach rund drei Jahren amortisieren, so die Autoren der Studie.
Foto: REUTERSShanghai – bessere Transformatoren
Jetzt wird es technisch, aber im Grunde simpel. Transformatoren sind für die Stromversorgung unverzichtbar, da elektrische Energie nur mittels Hochspannungsleitungen über weite Entfernungen wirtschaftlich sinnvoll transportiert werden kann; der Betrieb von Elektrogeräten ist aber nur mit Nieder- und Kleinspannung praktikabel und sicher. Transformatoren haben einen magnetischen Kern, meist Eisen, man kann aber auch so genannte amorphe Metalle verwenden. Sie haben bessere magnetische Eigenschaften und senken Übertragungsverluste im Netz. In Shanghai konnten die Leerlaufverluste der ausgetauschten Transformatoren um 80 % reduziert werden konnten. Allein die Ausstattung der in Deutschland bis 2020 neu zu installierenden Transformatoren mit amorphen Kernen könnte die Übertragungsverluste im Stromnetz im Jahr 2020 um 0,2 TWh reduzieren. Dies entspricht der Stromproduktion von circa 65.000 Aufdach-Solaranlagen. Durch die Einsparungen würden sich die erforderlichen Investitionen nach circa elf Jahren amortisieren.
Foto: dpaSchweden – mehr Wärmepumpen
Eine Wärmepumpe entzieht zum Beispiel dem Boden oder der Luft unter Aufwendung mechanischer oder elektrischer Energie thermische Energie und stellt diese zur Raumheizung zur Verfügung. Momentan sind in Schweden bei 9,5 Mio. Einwohnern 1 Mio. Wärmepumpen installiert, gegenüber circa 0,5 Mio. Wärmepumpen in Deutschland bei rund 81 Millionen Einwohnern. Der Ausbau zusätzlicher 0,7 Millionen Wärmepumpen in Deutschland bis 2020 würde zu einer Senkung des Primärenergiebedarfs um 18 PJ und zu einer Senkung der CO2-Emissionen um 0,6 Mt für das Jahr 2020 führen.
Foto: "Tourismusverband Westschweden
Foto: Blumenbüro Holland/dpa/gmsUSA – Stromnachfrage besser steuern
Die Stromerzeugung aus Wind und Sonne schwankt wetterabhängig sehr stark. Das belastet das Netz. Die Schwankungen lassen sich durch eine flexiblere Stromnachfrage ausgleichen. Im Nordosten der USA hat man dazu einen Markt für temporäre Nachfragereduzierung geschaffen. Zu Spitzenzeiten reduzieren Stromkunden ihren Verbrauch freiwillig und erhalten hierfür eine Vergütung. Bei diesem Fallbeispiel wurde die Spitzenlast in einem Markt, der größer als der deutsche ist, um circa 8 % reduziert. Würde Deutschland in ähnlicher Weise allein seine industrielle Nachfrage flexibilisieren, könnten 2020 etwa 0,5 Milliarden Euro eingespart werden. Das entspricht den jährlichen Betriebskosten von zwei großen Kohlekraftwerken.
Foto: APLos Angeles – LED-Straßenbeleuchtung
International hat eine Reihe von Städten den Austausch der klassisch verwendeten Natrium-Hochdrucklampen durch LED s vorangetrieben. In den USA installierte zum Beispiel Los Angeles von 2009 bis 2013 in 146.000 Ampeln und Straßenleuchten mit LED. Mit Investitionen von rund 45 Millionen Euro konnte eine Reduzierung des Stromverbrauchs von rund 60 % erreicht werden.
Foto: PresseÖsterreich – mehr öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), mehr Elektrobusse
Im Jahr 2009 lag der ÖPNV-Anteil in Berlin bei 29 Prozent, in München bei 26 Prozent. In Wien dagegen liegt der Anteil bei 35 Prozent. Würde man den ÖPNV-Anteil in Berlin, Hamburg, München und Köln analog zu Wien auf 35 Prozent steigern, würde parallel dazu der Pkw-Verkehr zurückgehen. Da der öffentliche Nahverkehr geringere CO2-Emissionen erzeugt als Pkw, würde dies zu einem Rückgang der CO2-Emissionen führen.
Wien pilotiert aktuell außerdem den Einsatz von Elektrobussen. In Deutschland werden die Busflotten momentan nahezu komplett mit Diesel betrieben. Bei einer Erneuerungsrate von 8 Prozent pro Jahr würden bis 2020 mehr als 2.000 Elektrobusse auf deutschen Straßen fahren. Nach dem für 2020 erwarteten Strommix aus grünen und konventionellen Kraftwerken, würde dies zu weniger CO2-Emissionen führen, denn dann würden E-Busse deutlich sauberer fahren als Dieselbusse.
Foto: APChina – Fahrerassistenzsysteme in U-Bahnen
In Deutschland gibt es in vier Städten U-Bahnen, insgesamt sind 1.500 Züge im Einsatz. Sie verbrauchen 0,7 TWh Strom. Fahrerassistenzsysteme können den Verbrauch senken. Sie optimieren den Energieverbrauch von U-Bahn-Zügen durch Steuerung der Türen, der Stopps sowie der Fahrten zwischen den U-Bahnhöfen. In China werden alle neuen U-Bahnen mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet. Gegenüber einer konventionellen U-Bahn-Steuerung verbrauchen die U-Bahnen so 15 % weniger Strom.
Foto: REUTERSMexiko – Abwrackprämie für Haushaltsgeräte
Ein neuer Kühlschrank der aktuell höchsten Effizienzklasse verbraucht 150 kWh pro Jahr und damit circa 30 % weniger als ein durchschnittlicher, zehn Jahre alter Kühlschrank. Mexiko hat 2009 ein Anreizsystem für den Austausch von "Weißer Ware" aufgelegt . Ziel war es, Kühlschränke, die älter als zehn Jahre waren, durch neue Geräte zu ersetzen. Bedingung war, dass die Neugeräte den mexikanischen Effizienzstandard um mindestens 5 % überbieten mussten. Das Anreizsystem bot Barauszahlungen und Subventionen von Finanzierungslösungen sowie zusätzliche Leistungen für den Abtransport und das Recycling der Altgeräte. Im Rahmen des Programms haben seit 2009 1,5 Millionen Haushalte ihre alten Kühlschränke ersetzt. Dadurch konnte die durchschnittliche Stromnachfrage pro Haushalt um 7 % reduziert werden.
Foto: APSpanien – höhere Energieeffizienz
Elektrische Antriebe verbrauchten in der deutschen Industrie im Jahr 2010 etwa 85 TWh Strom. Die Energieeffizienz der derzeit eingesetzten Antriebssysteme könnte verbessert werden. Madrid setzt etwa für die Wasserversorgung drehzahlvariable Pumpen ein, nach zwei Jahren amortisierten sich die Kosten. Im Jahr 2020 könnte der industrielle Stromverbrauch in Deutschland um circa 6 TWh reduziert werden, wenn alle Antriebe ausgetauscht würden, deren Anschaffung sich nach maximal drei Jahren rechnet.
Foto: dpaIn Deutschland wird das Potenzial neuer Antriebe in Industrieanlagen noch nicht ausgeschöpft, so die Studie. Das Umrüsten im laufenden Betrieb sei zum Teil schwierig, in manchen Betrieben gebe es nur wenig Transparenz bezüglich realisierbarer Einsparungen und bei längeren Amortisationszeiten fehlt häufig die Bereitschaft der Entscheider, Kapital zu binden. Hier könnten Ansätze wie das Energiespar-Contracting helfen: Die Investitionen werden von einem Dienstleister finanziert und über die erfolgten Einsparungen beglichen, die zwischen Dienstleister und Besitzer aufgeteilt werden. Ähnliche Ansätze sind auch bei energetischen Gebäudesanierungen möglich und erleichtern dort die Überwindung der Investitionsschwelle.
Foto: dpaModerator: Aber Frau Ök, Herr Murkel, Sie reden doch seit 30 Jahren im großen Energiekonzert mit. Da müssen Sie doch Träume und Visionen haben und vor allen Dingen natürlich konkrete Konzepte.
Herr Angie Murkel: Wenn ich jetzt einspringen darf. Nehmen sie das Rein und Raus und noch mal Rein und Raus, ich spreche von der Atomenergie. Da haben wir schon sehr viele Konzepte gehabt und nicht keines, wie sie es unterstellen. Das Problem ist, dass sich in der Politik immer alles ändert. Und gute Politik heißt, dass man auf neue Entwicklungen flexibel reagiert. Nehmen sie das Raus aus der staatlichen Stromversorgung und das Rein in die privatisierte Stromversorgung. Jetzt wird die noch kaum abgeschlossene Privatisierung wieder rückgängig gemacht. Die Förderung privater Investitionen in Windräder und Solaranlagen ließ die Strompreise steigen und die Industrien, die diese Anlagen herstellen, ins Kraut schießen. Und jetzt der Katzenjammer, die Förderung soll gedrosselt werden, die Industrien verlieren Geld und Arbeitsplätze. Und die Vollversorgung ist nicht in Sicht.
Moderator: Das sind einige sehr gute Gedanken!
Herr Murkel: Ich bin Physiker, wie die aktuell regierende Bundeskanzlerin. Mir können Sie glauben, die meisten Deutschen glauben Bundeskanzlerin Merkel. Und das liegt nicht nur daran, dass sie sich nie festlegt und immer nur mit wenigen Statements zu vernehmen ist, sondern auch daran, dass sie Physikerin ist.
Frau Ök: Nein, da muss ich widersprechen. Die SPD hat die soziale und die Grünen haben die ökologische Kompetenz und das ist viel wichtiger als etwas von Energie zu verstehen.
Herr Murkel: Ich darf doch sehr bitten, die Unionsparteien haben die Werte und die Wirtschaftskompetenz und das ist entscheidend.
Moderator: Es ist verständlich, dass Sie beide eine Warmlaufphase brauchen. So leicht ist es vielleiht gar nicht einen Wunsch beziehungsweise ein schlüssiges Idealkonzept zu formulieren, das auch wirklich tragen könnte. Wer sich solange wie Sie beide in die Energiedebatte einmischt, kann schon mal kurzfristig betriebsblind werden. Aber das Rein und Raus und Rein und Raus, also die Sache mit der Atomenergie, war doch schon ein großer Ansatz, Herr Murkel. Wollen Sie nicht einfach mit dem ultimativen, alternativlosen Energievorschlag zur Energiewende rauskommen? Konkret: Wie sieht eine gelungene Energiewende am Ende aus?
Frau Ök: Nein, wenn wir in diesem Spiel also gemeinsam im Kanzleramt sitzen, dann möchte ich an der Projektierung unseres Wunsches konzeptionell mitwirken. Es geht ja, wie sie sagten, um einen gemeinsamen Wunsch, ein gemeinsames Konzept. Ich meine die Energie ist schließlich eine wichtige Sache für jeden von uns und man könnte regelrecht sagen, dass Wirtschaft, also das wirtschaftliche Wohlergehen hierzulande und auf der Welt von bezahlbarer Energie abhängen. Und dabei fällt mir ein, dass wir es unseren Kindern und Kindeskindern schuldig sind die Energiegewinnung umweltschonend zu gestalten.
Braunkohle
Noch immer der mit Abstand bedeutendste Energieträger Deutschlands: Im Jahr 2013 ist die klimaschädliche Stromproduktion aus Braunkohle auf den höchsten Wert seit 1990 geklettert. Mit 162 Milliarden Kilowattstunden macht der Strom aus Braunkohlekraftwerken mehr als 25 Prozent des deutschen Stroms aus. Das geht aus vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hervor.
Foto: dpaSteinkohle
Auch die Stromproduktion in Steinkohlekraftwerken stieg im Jahr 2013 – um 8 Milliarden auf mehr als 124 Milliarden Kilowattstunden. Damit ist Steinkohle der zweitwichtigste Energieträger und deckt fast 20 Prozent der deutschen Stromproduktion ab. Vor allem Braun- und Steinkohle fangen also offenbar den Rückgang der Kernenergie auf.
Foto: dpaKernenergie
Die Abschaltung von acht Atomkraftwerken macht sich bemerkbar. Nur noch 97 Milliarden Kilowattstunden stammten 2013 aus Kernerenergie, drei weniger als im Vorjahr. Das sind allerdings noch immer 15 Prozent der gesamten Produktion. Damit ist Atomstrom nach wie vor die drittgrößte Energiequelle.
Foto: dpaErdgas
Die CO2-arme Erdgasverbrennung ist - anders als Kohle - wieder rückläufig. Statt 76 Milliarden kamen im vergangenen Jahr nur noch 66 Milliarden Kilowattstunden Strom aus Erdgaskraftwerken. Das sind gerade mal zehn Prozent der Stromproduktion. Dabei war Erdgas vor drei Jahren schon einmal bei 14 Prozent.
Foto: dpaWindkraft
Der größte erneuerbare Energieträger ist die Windkraft. Mit 49,8 Milliarden Kilowattstunden in 2013 ist sie allerdings leicht Rückläufig. Insgesamt steigt der Anteil der erneuerbaren Energien jedoch stetig. Zusammengenommen produzierten sie 23,4 Prozent des deutschen Stroms.
Foto: dpaBiomasse
Fast genauso viel Strom wie aus Windkraft stammte aus Biomasse. Die Produktion stieg auf 42 Milliarden Kilowattstunden. Damit steht Biomasse auf Platz sechs der bedeutendsten Energieträger.
Foto: ZBPhotovoltaik
Es reicht zwar nur für knapp fünf Prozent der deutschen Stromproduktion, aber Solarenergie ist die mit Abstand am schnellsten wachsende Energieform. Im Jahr 2000 gab es in Deutschland noch gar keinen Sonnenstrom. Und seit 2007 hat sich die Produktion auf 28,3 Milliarden Kilowattstunden in 2013 beinahe verzehnfacht.
Foto: dpaSonstige
Immerhin vier Prozent der Stromproduktion stammen aus den sogenannten sonstigen Energieträgern. Dieser Wert ist seit Jahren relativ konstant. Dahinter verbergen sich vor allem verschiedene Gase wie Grubengas, Kokerei- und Hochofengas aber auch zum Beispiel Klärschlamm.
Foto: dpaWasser
Auch Wasserkraft ist seit Jahren verhältnismäßig konstant, wenn auch in 2013 minimal rückläufig. Etwa 21 Milliarden Kilowattstunden wurden in Wasserkraftwerken produziert, das entspricht 3,4 Prozent des deutschen Stroms.
Foto: APMineralöl
Ein wichtiger Energieträger, in der Stromproduktion jedoch recht unbedeutend: Öl. Gerade einmal 7 Milliarden Kilowattstunden Strom stammten 2013 aus der Verbrennung von Mineralölprodukten. Das ist etwa ein Prozent des produzierten Stroms, vor 20 Jahren waren es noch zwei Prozent.
Foto: dpaHausmüll
Mit fünf Milliarden Kilowattstunden trägt die Verbrennung von Hausmüll auch noch ein kleines Scherflein bei. Der Anteil des Stroms aus Müllverbrennung steigt seit Jahren stetig aber langsam – von 0,4 auf 0,8 Prozent in den letzten zehn Jahren.
Foto: dpaHerr Murkel: Das habe ich schon immer gewusst und ich habe es auch schon oft gesagt: auf die Umwelt kommt es an.
Ök und Murkel gemeinsam: Die Umwelt. Das ist der Schlüssel! Unser Wunsch muss die Umwelt berücksichtigen UND den steigenden Energiebedarf der Menschen decken!!!
Ök: Also Herr Murkel, an der Stelle möchte ich mich entschieden von Ihnen absetzen. Noch wichtiger als die Energiegewinnung ist für unseren Wunsch, den wir hier äußern dürfen, das Energie-Einsparen. Es geht darum den Energieverbrauch zu drosseln.
Murkel: Ach, Frau Ök, Sie nun wieder! Energie einsparen. Das segelt bei mir im Kopf unter Energieeffizienz. Das ist ein alter Hut! Da sagen Sie überhaupt nichts Neues!
Ök: Unter uns gesagt, die Stromnetze müssen sozialisiert werden.
Im internationalen Vergleich gibt es kaum ein zweites Land, das sich derart ambitionierte Ziele zur Umstellung seines Energiesystems gesteckt hat wie Deutschland. Daher existiert auch kein Gesamtkonzept, das als Blaupause für die deutsche Energiewende dienen könnte. Dennoch kann Deutschland von anderen Ländern lernen. Eine Studie von McKinsey im Auftrag von Siemens stellt Beispiele aus verschiedenen Ländern vor und zeigt, was davon in welchem Umfang auch in Deutschland erfolgreich umgesetzt werden könnte. Die Fallbeispiele beziehen sich auf die wesentlichen Elemente der deutschen Energiewende entlang der Energiewertschöpfungskette: Stromerzeugung, Verteilung oder Balancierung von Angebot und Nachfrage sowie Steigerung der Energieeffizienz.
Foto: dpaDänemark, Niederlande, Brasilien - Versteigerung von Windparks
Der Ausbau von Solar und Windkraft wird die Regierung bis 2020 rund 30 Milliarden Euro kosten. Eine Möglichkeit, den Kostenanstieg zu drosseln, wäre eine Anpassung der Förderung, zum Beispiel durch Auktionierung von Windparkprojekten – wie in Brasilien, Dänemark oder den Niederlanden praktiziert. So kann erreicht werden, dass Windparks an windreichen Standorten mit einer geringeren Vergütung auskommen. Würden in Deutschland die infrage kommenden Windparkprojekte in Zukunft versteigert, könnten allein im Jahr 2020 rund 0,7 Milliarden Euro an Förderkosten eingespart werden.
Foto: dpaChina – bessere Nutzung von Abwärme
Abwärme lässt sich bei Temperaturen ab circa 300 Grad Celsius zur Stromerzeugung nutzen. In Deutschland gibt es unter anderem in der Zement- und Glasindustrie weitere Potenziale, die andere Länder beziehungsweise Pilotanlagen in Deutschland bereits nutzen: So wurden in China in den vergangenen zehn Jahren knapp 30 Zementwerke mit entsprechenden Anlagen ausgestattet oder werden aktuell umgerüstet. Durch Nachrüsten der in Deutschland infrage kommenden Werke könnten hier im Jahr 2020 etwa 2 TWh Strom erzeugt und so eine Megatonne CO2 eingespart werden. Die Investitionen würden sich bereits nach rund drei Jahren amortisieren, so die Autoren der Studie.
Foto: REUTERSShanghai – bessere Transformatoren
Jetzt wird es technisch, aber im Grunde simpel. Transformatoren sind für die Stromversorgung unverzichtbar, da elektrische Energie nur mittels Hochspannungsleitungen über weite Entfernungen wirtschaftlich sinnvoll transportiert werden kann; der Betrieb von Elektrogeräten ist aber nur mit Nieder- und Kleinspannung praktikabel und sicher. Transformatoren haben einen magnetischen Kern, meist Eisen, man kann aber auch so genannte amorphe Metalle verwenden. Sie haben bessere magnetische Eigenschaften und senken Übertragungsverluste im Netz. In Shanghai konnten die Leerlaufverluste der ausgetauschten Transformatoren um 80 % reduziert werden konnten. Allein die Ausstattung der in Deutschland bis 2020 neu zu installierenden Transformatoren mit amorphen Kernen könnte die Übertragungsverluste im Stromnetz im Jahr 2020 um 0,2 TWh reduzieren. Dies entspricht der Stromproduktion von circa 65.000 Aufdach-Solaranlagen. Durch die Einsparungen würden sich die erforderlichen Investitionen nach circa elf Jahren amortisieren.
Foto: dpaSchweden – mehr Wärmepumpen
Eine Wärmepumpe entzieht zum Beispiel dem Boden oder der Luft unter Aufwendung mechanischer oder elektrischer Energie thermische Energie und stellt diese zur Raumheizung zur Verfügung. Momentan sind in Schweden bei 9,5 Mio. Einwohnern 1 Mio. Wärmepumpen installiert, gegenüber circa 0,5 Mio. Wärmepumpen in Deutschland bei rund 81 Millionen Einwohnern. Der Ausbau zusätzlicher 0,7 Millionen Wärmepumpen in Deutschland bis 2020 würde zu einer Senkung des Primärenergiebedarfs um 18 PJ und zu einer Senkung der CO2-Emissionen um 0,6 Mt für das Jahr 2020 führen.
Foto: "Tourismusverband Westschweden
Foto: Blumenbüro Holland/dpa/gmsUSA – Stromnachfrage besser steuern
Die Stromerzeugung aus Wind und Sonne schwankt wetterabhängig sehr stark. Das belastet das Netz. Die Schwankungen lassen sich durch eine flexiblere Stromnachfrage ausgleichen. Im Nordosten der USA hat man dazu einen Markt für temporäre Nachfragereduzierung geschaffen. Zu Spitzenzeiten reduzieren Stromkunden ihren Verbrauch freiwillig und erhalten hierfür eine Vergütung. Bei diesem Fallbeispiel wurde die Spitzenlast in einem Markt, der größer als der deutsche ist, um circa 8 % reduziert. Würde Deutschland in ähnlicher Weise allein seine industrielle Nachfrage flexibilisieren, könnten 2020 etwa 0,5 Milliarden Euro eingespart werden. Das entspricht den jährlichen Betriebskosten von zwei großen Kohlekraftwerken.
Foto: APLos Angeles – LED-Straßenbeleuchtung
International hat eine Reihe von Städten den Austausch der klassisch verwendeten Natrium-Hochdrucklampen durch LED s vorangetrieben. In den USA installierte zum Beispiel Los Angeles von 2009 bis 2013 in 146.000 Ampeln und Straßenleuchten mit LED. Mit Investitionen von rund 45 Millionen Euro konnte eine Reduzierung des Stromverbrauchs von rund 60 % erreicht werden.
Foto: PresseÖsterreich – mehr öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), mehr Elektrobusse
Im Jahr 2009 lag der ÖPNV-Anteil in Berlin bei 29 Prozent, in München bei 26 Prozent. In Wien dagegen liegt der Anteil bei 35 Prozent. Würde man den ÖPNV-Anteil in Berlin, Hamburg, München und Köln analog zu Wien auf 35 Prozent steigern, würde parallel dazu der Pkw-Verkehr zurückgehen. Da der öffentliche Nahverkehr geringere CO2-Emissionen erzeugt als Pkw, würde dies zu einem Rückgang der CO2-Emissionen führen.
Wien pilotiert aktuell außerdem den Einsatz von Elektrobussen. In Deutschland werden die Busflotten momentan nahezu komplett mit Diesel betrieben. Bei einer Erneuerungsrate von 8 Prozent pro Jahr würden bis 2020 mehr als 2.000 Elektrobusse auf deutschen Straßen fahren. Nach dem für 2020 erwarteten Strommix aus grünen und konventionellen Kraftwerken, würde dies zu weniger CO2-Emissionen führen, denn dann würden E-Busse deutlich sauberer fahren als Dieselbusse.
Foto: APChina – Fahrerassistenzsysteme in U-Bahnen
In Deutschland gibt es in vier Städten U-Bahnen, insgesamt sind 1.500 Züge im Einsatz. Sie verbrauchen 0,7 TWh Strom. Fahrerassistenzsysteme können den Verbrauch senken. Sie optimieren den Energieverbrauch von U-Bahn-Zügen durch Steuerung der Türen, der Stopps sowie der Fahrten zwischen den U-Bahnhöfen. In China werden alle neuen U-Bahnen mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet. Gegenüber einer konventionellen U-Bahn-Steuerung verbrauchen die U-Bahnen so 15 % weniger Strom.
Foto: REUTERSMexiko – Abwrackprämie für Haushaltsgeräte
Ein neuer Kühlschrank der aktuell höchsten Effizienzklasse verbraucht 150 kWh pro Jahr und damit circa 30 % weniger als ein durchschnittlicher, zehn Jahre alter Kühlschrank. Mexiko hat 2009 ein Anreizsystem für den Austausch von "Weißer Ware" aufgelegt . Ziel war es, Kühlschränke, die älter als zehn Jahre waren, durch neue Geräte zu ersetzen. Bedingung war, dass die Neugeräte den mexikanischen Effizienzstandard um mindestens 5 % überbieten mussten. Das Anreizsystem bot Barauszahlungen und Subventionen von Finanzierungslösungen sowie zusätzliche Leistungen für den Abtransport und das Recycling der Altgeräte. Im Rahmen des Programms haben seit 2009 1,5 Millionen Haushalte ihre alten Kühlschränke ersetzt. Dadurch konnte die durchschnittliche Stromnachfrage pro Haushalt um 7 % reduziert werden.
Foto: APSpanien – höhere Energieeffizienz
Elektrische Antriebe verbrauchten in der deutschen Industrie im Jahr 2010 etwa 85 TWh Strom. Die Energieeffizienz der derzeit eingesetzten Antriebssysteme könnte verbessert werden. Madrid setzt etwa für die Wasserversorgung drehzahlvariable Pumpen ein, nach zwei Jahren amortisierten sich die Kosten. Im Jahr 2020 könnte der industrielle Stromverbrauch in Deutschland um circa 6 TWh reduziert werden, wenn alle Antriebe ausgetauscht würden, deren Anschaffung sich nach maximal drei Jahren rechnet.
Foto: dpaIn Deutschland wird das Potenzial neuer Antriebe in Industrieanlagen noch nicht ausgeschöpft, so die Studie. Das Umrüsten im laufenden Betrieb sei zum Teil schwierig, in manchen Betrieben gebe es nur wenig Transparenz bezüglich realisierbarer Einsparungen und bei längeren Amortisationszeiten fehlt häufig die Bereitschaft der Entscheider, Kapital zu binden. Hier könnten Ansätze wie das Energiespar-Contracting helfen: Die Investitionen werden von einem Dienstleister finanziert und über die erfolgten Einsparungen beglichen, die zwischen Dienstleister und Besitzer aufgeteilt werden. Ähnliche Ansätze sind auch bei energetischen Gebäudesanierungen möglich und erleichtern dort die Überwindung der Investitionsschwelle.
Foto: dpaDas Bevölkerungswachstum
Die Anzahl der Menschen auf der Erde wächst jedes Jahr um etwa 70 bis 80 Millionen Personen. Das entspricht fast der Bevölkerungsgröße Deutschlands. Bis 2050 soll laut Schätzungen der Vereinten Nationen die Weltbevölkerung auf knapp 10 Milliarden Menschen angewachsen sein. Dass die Kinder nicht hierzulande oder bei unseren europäischen Nachbarn geboren werden, ist hinreichend bekannt. Vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern in Afrika und Asien wächst die Bevölkerungszahl. Dadurch wächst auch der Bedarf an Rohstoffen, Energie, Wasser und Nahrung.
Foto: dpaWirtschaftswachstum
Trotz Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1992 hat sich der CO2-Ausstoß kaum verringert. Lediglich als 2009 aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise viele Industriestätten weniger produzierten, sank der Wert der Kohlendioxidemission auf 784 Millionen Tonnen. Schon ein Jahr später lag der Wert wieder bei 819 Millionen Tonnen. Dabei entsteht ein Großteil der Emissionen in nur wenigen Ländern wie China, den USA und der EU.
Foto: dpa/dpawebAutomobile
Während Carsharing und der öffentliche Nahverkehr in Ländern wie Deutschland in Zeiten hoher Bezinkosten viele Anhänger findet, ist der weltweite Trend eindeutig ein anderer. Immer mehr PKW fahren über den Globus. 2010 wurde erstmals die 1.000.000-Marke geknackt. Besonders viele Autos pro Einwohner werden in Monaco und den USA gefahren.
Foto: dpaKohle, Kohle, Kohle
Der seit Mai 2012 stetig ansteigende Ölpreis hat dafür gesorgt, dass Kohle wieder an Attraktivität gewonnen hat. Die Wiederauferstehung der Kohle ist für die Umwelt eine Katstrophe. Laut BUND sind Kohlekraftwerke mehr als doppelt so klimaschädlich wie moderne Gaskraftwerke. Die großen Dampfwolken aus den Kühltürmen der Kraftwerke machen ein anderes Problem deutlich: Mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie geht meist als ungenutzte Wärme verloren.
Foto: dpaAbholzung
Das Handout der Umweltschutzorganisation WWF zeigt die illegale Abholzung eines Waldgebietes in Sumatra (Indonesien). Jährlich gehen knapp 5,6 Millionen Hektar Wald verloren. Die fortschreitende Abholzung von Regenwäldern trägt entsprechend mit zur globalen Erderwärmung bei. Denn die Wälder speichern Kohlendioxid.
Foto: dpaRindfleisch
Rinder sind wahre CO2-Schleudern. Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch in Brasilien erzeugt genauso viel klimaschädliches Kohlendioxid wie eine 1.600 Kilometer lange Autofahrt. In diese Rechnung fließen mehrere Faktoren ein. Zum einen können auf dem für die Rinder genutzten Weideland keine Wälder mehr wachsen. Zum anderen scheiden Rinder das klimaschädliche Gas Methan aus. Laut WWF sind in Deutschland fast 70 Prozent der direkten Treibhausemissionen auf die Ernährung mit tierischen Produkten zurückzuführen.
Foto: dpaWegwerfgesellschaft
Nicht nur Unmengen an Verpackungsmüll produzieren die Deutschen. Wir schmeißen auch jede Menge Lebensmittel weg, pro Kopf etwa 100 Kilogramm pro Jahr. Auch diese Verschwendung wirkt sich massiv negativ auf das Klima aus.
Foto: dpaFlugzeuge
Flugzeuge stoßen CO2, Stickoide, Wasserdampf, Ruß, Sulfat und andere Partikel aus und verpesten so die Umwelt. Die größte Klimawirkung hat laut atmosfair.de das reine CO2, das immer beim Verbrennen von Benzin oder Kerosin entsteht. Außerdem die Bildung von Schleierwolken und Kondensstreifen, der Aufbau vom Treibhausgas Ozon in einem sensiblen atmosphärischen Stockwerk sowie der Abbau von Methan.
Foto: dpaModerator: Wenn ich Sie beide erinnern darf. Sie haben nur einen einzigen gemeinsamen Wunsch frei.
Ök: Mit der Gemeinsamkeit ist es schwer, wenn die andere Seite nicht mitzieht.
Murkel: Also ich wäre dafür, dass in der Nordsee mindestens zehn große Megawindparks entstehen. Und in der Ostsee noch einmal fünf.
Ök: Fein, dann wissen wir woher die Energie her kommt. Dann machen wir die grünen Bedenkenträger platt. Nix da Wattwürmer, Haifische und Hobbysurfer. Da kennen wir keine Robbenbabys mehr! Unter uns gesagt, dieser ganze Anti-Großprojekte-Quatsch, den machen wir so zum Schein mit, aber der nervt. Wenn's ums Ganze geht, dann kennen wir keine Parteien mehr, dann kennen wir nur noch Deutsche. Und unter uns: die Natur gedeiht ja am Besten neben Schnellstraßen und Industriekombinaten.
Murkel: Keine Diffamierung des Ostens, ich meine natürlich des früheren Ostens, ich meine der neuen Bundesländer!
Ök: So neu sind sie nun auch wieder nicht mehr!
Murkel: Aber vor allem, es muss alles Hightech sein. Vor allem viel Computer für die Dosierung und die Verteilung der Energie. Und natürlich brauchen wir effiziente Speicherkapazitäten für diesen verdammt flüchtigen Strom, der immer diesen verdammten Wind braucht, der viel zu selten und so unzuverlässig bläst.
Ök: Und der Wind bläst oft zur Unzeit!
Moderator: Ja, zur Unzeit. Dann gibt es ein Überangebot. Deswegen ist es ja so schön, dass sie hier die Speicher erwähnen, die die Grundlasttauglichkeit der sogenannten erneuerbaren Energien herstellen könnten. Aber was halten Sie von dem Einwand, dass die Fachleute aus Forschung und Technik seit 150 Jahren den optimalen Stromspeicher suchen und noch nicht gefunden haben?
Ök und Murkel im Duett: Das ist das Problem!
Moderator: Und solche Probleme löst der Wunsch nicht. Wie gesagt. Sie dürfen sich nur Dinge wünschen, die physikalisch machbar sind.
Murkel: Ahhh, Geld spielt also keine Rolle bei unserem Wunsch in ihrem Spiel? Wir können uns alles leisten? Nur physikalisch muss es klappen? Dann müsste man noch mal ganz von vorne in Ruhe nachdenken, bevor man sich auf so einen Wunsch festlegt.
Crown Princess
Die Crown Princess fasst maximal 4963 Personen. In Sachen Umweltverträglichkeit erhielt sie die Note F (ungenügend). Kreuzfahrtschiffe ihrer Größenordnung stoßen pro Tag 480 000 kg CO-2 aus, das entspricht den Emissionen von 84 000 Autos.
Foto: PressebildEmerald Princess
Die Emerald Princess fasst ebenfalls 4963 Personen. Sie erhielt im Ranking der Umweltorganisation ebenfalls die Note F (ungenügend).
Foto: PressebildRuby Princess
Das größte Kreuzfahrtschiff der Reederei Princess Cruises ist die Ruby Princess. Sie fasst insgesamt ebenfalls 4963 Personen. Auch sie wurde von der Umweltorganisation mit der Note F (ungenügend) bewertet.
Foto: PressebildVoyager of the Seas
Die Voyager of the Seas gehört der Reederei Royal Caribbean International. Auf ihr finden bis zu 5014 Personen Platz. Ein Kreuzfahrtschiff dieser Klasse stößt an einem Tag so viele Partikel aus wie 1 000 000 Autos - das sind 450 kg. Das brachte ihr die Bewertung F (ungenügend) ein.
Foto: PressebildNavigator of the Seas
Die Navigator of the Seas zählt mit einem Fassungsvermögen von maximal 5020 Personen zu den größten Kreuzfahrtschiffen im europäischen Raum. Bei normalem Betrieb fallen täglich etwa 5 250kg Stickoxide an, das entspricht dem Ausstoß von 422 000 Autos. Sie erhielt ebenfalls die ein F (ungenügend).
Foto: PressebildAdventure of the Seas
Mit einem Fassungsvermögen von maximal 5020 Personen gehört die Adventure of the Seas zu den größten Kreuzfahrtschiffen aus dem Hause der Reederei Royal Caribbean International. Ein Schiff dieser Klasse belastet im Betrieb die Umwelt mit etwa 7 500 kg Schwefeldioxid täglich - was den Emissionen von 376 000 000 Autos entspricht - und wurde so ebenfalls mit der Note F (ungenügend) bewertet.
Foto: pinguinoFinger weg von Kraftwerksstilllegungen!
Die Warnung der Bundesnetzagentur ist eindeutig: „Stilllegungen weiterer konventioneller Kraftwerke ist derzeit in Deutschland nicht vertretbar.“ Bundestag und Bundesregierung müssten entsprechende Vorschriften verabschieden, um Kraftwerksstilllegungen im Bereich der konventionellen Erzeugung zu unterbinden.
Foto: dpaVorsicht vor zu viel Windstrom!
Um das Übertragungsnetz vor Überlastungen zu schützen, müssen die Netzbetreiber klarer als bisher Strom von Windkraftanlagen ablehnen und diese vom Netz nehmen dürfen.
Foto: dpaOhne Österreich geht nichts
Im vergangenen Winter mussten mehrfach österreichische Kraftwerke gezielt einspringen, um Lücken bei der Versorgung mit Strom zu sorgen, der für die Regelung im Netz benötigt wird. Diese Rerservekraftwerke, so die Bundesnetzagentur, „werden in etwa gleicher Größenordnung auch im folgenden Winter benötigt“.
Foto: dpaRiesenstress im Netz
Die Einspeisung und der Transport von immer mehr Windstrom von Nord- nach Süddeutschland zwang die Netzbetreiber zu gigantisch mehr Stromzuführungen und Abschaltungen als im Vorjahr. Im Netz im bayrischen Kriegenbrunn musste der Netzbetreiber Tennet mit 300-mal so viel Strom wie im Vorjahr gegensteuern, an der polnischen Grenze bei Vierraden musste der Netzbetreiber 50 Hertz mit fast 180-mal und im niedersächsischen Conneforde Tennet mit fast 100-mal so viel Strom eingreifen. Mussten die Netzbetreiber im Winter 2010/11 nur 39-mal die Einspeisung von Strom drosseln, war dies jetzt in 197 Fällen notwendig.
Foto: APUnkontrollierter Ausbau der Windkraft
Die Gründe für den Dauerstress im vergangenen Winter, so die Bundesnetzagentur, liegen „im unverminderten Zubau von Windleistung“. Vor allem in Norddeutschland.
Foto: dpaPer saldo bleibt Deutschland Stromexporteur
Trotz der Abschaltung von acht AKW exportierte Deutschland auch diesen Winter mehr Strom als importiert wurde. Der Überschuss der Exporte veränderte sich „nur marginal“, errechnete die Bundesnetzagentur. Ursache dafür war die Inbetriebnahme von Solaranlagen mit einer Leistung von 7.500 Megawatt, fast so viel wie sieben mittelgroße Atomreaktoren, sowie von Windanlagen mit 1.800 Megawatt.
Foto: dpaNiedrigerer Preis am Strommarkt
Der Preis am Spotmarkt, bei dem sich Kunden kurzfristig mit Strom eindecken, lag im vergangen Winter um etwa acht Prozent niedriger als vor einem Jahr. „Mögliche Gründe“, so die Bundesnetzagentur, „könnten in der gestiegenen Einspeisung aus Photovoltaik-Anlagen sowie Windkraftwerken liegen, die sich dämpfend im Preis niederschlägt.“ Immerhin hätten diese Anlagen im vergangenen Winter 38 Prozent mehr Strom eingespeist als vor einem Jahr. Hinzukäme der vergleichsweise milde Winter und ein entsprechend niedrigere Stromnachfrage.
Foto: dpaTraditioneller Kraftwerkspark schrumpft zu schnell
Die neuesten Planungen der Kraftwerksbetreiber laufen darauf hinaus, dass im Laufe des Jahres so viel Anlagen den Betrieb einstellen, dass im kommenden Winter in Deutschland 1000 Megawatt Leistung weniger als noch vor kurzem prognostiziert zur Verfügung stehen, fast so viel wie ein mittleres Kernkraftwerk. Der Abbau konventioneller Kraftwerke insbesondere in Süddeutschland, warnt die Bundesnetzagentur, wirke sich deshalb „negativ auf die Versorgungssicherheit“ aus.
Foto: dapd30 Prozent Reserve, aber zu wenig Steuerungsmasse
Sieht man von Stromimporten und -exporten ab, reichten rund 70 Prozent des herkömmlichen Kraftwerkparks aus, um den Höchstverbrauch in Deutschland, am 16. November 2011 um 17.45 Uhr, zu decken. Hauptproblem war jedoch der Mangel an Strom am 13. Februar, um den Ausgleich im Netz zu gewährleisten. Diese Lücke konnten die Netzbetreiber nur mit Mühe durch Importe im letzten Augenblick schließen.
Foto: dpaBlackout-Gefahr durch Gasmangel
Der durch Lieferprobleme des russischen Gazprom-Konzerns verursachte Gasmangel bei Kraftwerken in Süddeutschland beschwor im Februar eine brenzlige Situation herauf. Laut Netzbetreibern war es nicht möglich, Reserven zu mobilisieren. „Wäre es in dieser Situation zum Ausfall eines größeren Kraftwerks gekommen, hätte kaum noch Handlungsspielraum bestanden“, resümiert die Bundesnetzagentur. Auch aus diesem Grund gebe es einen „dringenden Zubaubedarf“ bei traditionellen Kraftwerken.
Foto: dapdHochrisikofaktoren Netz und Wind
Die Einspeisung von Rekord-Windstrommengen in Höhe von 20.000 Megawatt (knapp mittlere 20 AKW) in der Nacht vom 22. auf den 23. Februar überforderten die Netzbetreiber. Kurz vor Mitternacht hätte für eineinhalb Stunden kein Kraftwerk irgendwo anders ausfallen dürfen, andernfalls wäre die Stromversorgung zusammengebrochen.
Foto: dpaKeine echte Störung der Stromversorgung durch die Energiewende
Nach den Erhebungen der Bundesnetzagenturen sorgten die Probleme im vergangenen Winter für keine echten Störungen der Stromversorgung. Diese habe es nur durch den Ausfall konventioneller Anlagen, Beschädigungen von Leitungen oder Blitzschlag gegeben. „Versorgungsgefährdungen aufgrund des Kernkraftausstiegs oder die Verlegung von der zentralen Kraftwerksproduktion auf dezentrale Erzeugung mittels regenerativer Energien hatten in keinem Fall einen erkennbaren Zusammenhang mit den Beeinträchtigungen, auch wenn dies seitens einzelner Unternehmen anders wahrgenommen werden mag.“ Auch bei Spannungseinbrüchen, die von Unternehmen gemeldet wurden, sei „kein Zusammenhang zur Energiewende ersichtlich“.
Foto: dpaMehr staatliche Eingriffe
Nach den Erfahrungen im vergangenen Winter muss nach Meinung der Bundesnetzagentur der Staat stärker in die Stromversorgung eingreifen. So sollten die Gaskraftwerkbetreiber gezwungen werden, Verträge mit ihren Gaslieferanten abzuschließen, damit diese bei Lieferengpässen die Kraftwerke bevorzugt beliefern und nicht Unternehmen oder andere Zwischenabnehmer wie Stadtwerke. Ebenso sollten Gasnetzbetreiber verpflichtet werden, das Gasnetz auszubauen, um regionale Lieferengpässe besser ausgleichen zu können. Im Extremfall müssten Gasnetzbetreiber sogar angewiesen werden können, bestimmte Kraftwerke zu beliefern. Desweiteren solle die Politik Anreize schaffen, dass mehr Gaskraftwerke gebaut und vorgehalten werden, um beim Versorgungsengpässen schnell einzuspringen.
Foto: REUTERSStinker länger am Netz
Die Empfehlung der Bundesnetzagentur ist eindeutig: Alte Kraftwerke, deren Schadstoffausstoß gegen die Vorschriften verstößt und die deswegen stillgelegt werden müssen, sollen weiterlaufen. „Angesichts der gegenwärtigen und zukünftigen angespannten Situation“ sei es erforderlich, meint die Behörde, „immisionsschutzrechtlich bedingte Stilllegungen auszusetzen“. Möglich sei dies „durch Erteilung von Ausnahmegenehmigungen durch die zuständigen Behörden zur Weiternutzung“.
Foto: dpaModerator: Ich fasse erstmal zusammen: Sie würden beide Windmühlen der neuesten Generation, die natürlich in zehn oder zwanzig Jahren veraltet und erneuerbar, also ich meine auszutauschen wären, in die Meere klotzen. Und wie geht es dann weiter?
Ök: In der frühkindlichen Ästhetikerziehung müsste man gleich die richtigen Weichen stellen, damit der Mensch der Zukunft eine Landschaft ohne Windräder, Sonnenkollektoren und Biogasfabriken hässlich und leer und geradezu widernatürlich findet. Und ja, ein bisschen Energieerziehung der Bevölkerung, also Aktivierung des Spar-oder Energieeffizienzwillens der Menschen, das müsste natürlich auch von vorne herein zum Wunsch dazu gehören.
Murkel: Da kommen ja schon die richtigen Ideen. Wenn ich nur an das Elektrofahrrad für die Kurzstrecke denke. Großes Stichwort: E-Mobilität.
Moderator: Sehr schön. Allerdings: Auch ein E-Auto braucht Strom. Überall und in jedem Dorf muss man tanken können.
Ök: Klar, deswegen schlagen wir, wenn ich für Murkel mal mitreden darf, die lange Leitung, also ich meine viele lange Leitungen vor, vom Norden der Republik ganz in den Süden, wo, glaube ich, die großen Energieverbraucher sitzen.
Murkel: Naja, Verbraucherindustrien sitzen natürlich zum Teil überall in Deutschland und es müssten bei Bedarf auch an geeigneten Standorten neue Industrien entstehen können.
Ök: Klar, aber wir wollen unseren Wunsch ja nicht zu sehr auf mögliche Entwicklungen in Zukunft, die noch gar nicht absehbar sind, fokussieren. Also die langen Leitungen, die sind schon sehr wichtig. Vielleicht über große Knotenpunkte, wo zukünftige Speicherkapazitäten leicht angedockt werden könnten, denn eins ist doch klar. Der effiziente Speicher wird über lang oder kurz kommen, davon bin ich überzeugt.
Murkel: Und dann gehen die Leitungen weiter zu den Verbrauchern und wenn's mal nicht reicht, dann haben wir ja noch das Rauschen der Wasserkraftwerke in Deutschland. Zugegeben, das ist nichts Dolles, aber wir haben ja auch noch diese chinesischen, äh, ich meine diese Sonnenkollektoren.
Moderator: Und wenn an einem schönen milden Novembernachmittag weder der Wind bläst noch die Sonne scheint noch Strom aus Wasserkraft zu erzeugen ist, dann haben wir ja noch die Speicher der Zukunft, die allerdings noch nicht in Sicht sind? Habe ich sie so richtig verstanden?
Ök und Murkel schreien rein: Und wir haben ja die Energiesicherheit aus dem europäischen Stromverbund. Überhaupt Europa, das ist die Lösung unseres Wunsches.
Ök: Da gibt es ganz nahe bei uns ordentlichen Atomstrom, demnächst vielleicht noch mehr. Da gibt es Strom aus Kohle und Gas. Und aus den Erneuerbaren gibt es natürlich auch Strom. Das merkt in Deutschland gar keiner, wo der Strom herkommt.
Murkel: Die meisten Leute denken doch, dass der Strom aus der Steckdose kommt. In Wahrheit sind es doch nur ein paar Verrückte, die die ganze öffentliche Diskussion vergiften und diese ewige Energiewenderei hoch reden und dann vermiesen.
Kohle zählt zu den fossilen Energieträgern.
Foto: dpaModerator: Warum wünschen Sie sich nicht...
Ök: Da gibt es doch auch noch diese Wasserstoffspeichergeschichte. Ich meine, der Strom spaltet Wassermoleküle. Man fängt den reinen Wasserstoff auf und wenn man den wieder verbrennt - und bedenken sie, den Wasserstoff kann man auch noch transportieren - dann kriegt man den Strom wieder zurück.
Murkel: Ja, mit einem erheblichen Verlust in der Energiebilanz.
Ök: Das ist überhaupt das Stichwort schlechthin: Energiebilanz und natürlich die Ökobilanz.
Murkel: Aber wenn man zu viele Lebensmittel, also quasi Lebensmittel für die Stromerzeugung oder zur Erzeugung von Biodiesel oder überhaupt so verwendet, dann leiden noch mehr Menschen auf der Welt unter Hunger.
Ök: Da haben Sie recht, Herr Murkel, das mit dem Biodiesel, das geht unter keinen Umständen. Deshalb frage ich ja, was ist denn nun mit dem Wasserstoff?
Moderator: Wenn ich noch mal auf den Punkt zurück kommen darf, an dem sie mich unterbrochen haben: warum wünschen sie sich nicht, dass so viele Windmühlen und Photovoltaikanlagen, und "schnelle Biobrüter", damit meine ich Gülle-Gas-Anlagen, und Speicherwerke, und seien es auch ineffiziente Pumpspeicherwerke usw. gebaut werden, dass selbst unter ungünstigsten Bedingungen die Vollversorgung Deutschlands noch gewährleistet ist? Und vielleicht noch Anlagen zur Nutzung der Erdwärme, so das selbst eine Miniausbeute an dem Novembernachmittag für die Versorgung des Landes ausreicht?
Murkel: Also, das ist nun eine völlig absurde Idee! Da müssten wir ja das ganze Land mit Energieanlagen zupflastern. Das würde ja den Lebensraum einschränken. Das wäre viel zu teuer und gar nicht machbar. Und übrigens hätte man selbst dann nicht an jedem Ort im Land die notwendige Strommenge zur Verfügung.
Moderator: Ja, ganz ohne Umerziehungsmaßnahmen des Volkes, die oben ja schon anklangen, wird es also nicht gehen, wenn ich sie so höre. Die Zukunft heißt ja ohnehin Abschied nehmen vom gewohnten Luxus, von den lieb gewonnenen individuellen Freiheiten. Der Mensch muss wieder lernen, dass es auf die inneren Werte, auf das Gemeinsame, auf das Miteinander der Menschen ankommt. Glücklich werden mit Verzicht. Und mit mitmenschlicher Wärme oder so.
Ök: Ja, das ist es.
Moderator: Das war jetzt aber eine Falle. Die Weltbevölkerung wächst und es gibt Länder und Regionen, in denen große Zahlen von Menschen Hungers sterben und unter größter Unterversorgung leiden, so dass eine Verzichtsideologie für diese Welt etwas zynisch wäre.
Ök: Ja, man müsste also die internationale Friedensforschung, da gibt es ja diese schrecklichen Bürgerkriege, die alles zerstören, auch die Ernten, irgendwie mit in unseren Energie-Wunsch einbeziehen.
Murkel: Auch die internationale Arbeitsteilung sollte in unseren Wunsch einbezogen werden. Die Frage stellt sich: Warum müssen energieintensive Industrien überhaupt in Deutschland bleiben?
Ök: Zum Beispiel wegen der Arbeitsplätze.
Murkel: Aber es wäre ein schöner Beitrag zur Entwicklungshilfe, wenn wir statt Arbeitskräfte aus anderen Ländern abzuziehen von unseren Arbeitsplätzen etwas dorthin abgeben würden.
Ök: Herr Murkel, das ist ein raffinierter Gedanke, aber die Zuwanderung bleibt!
Moderator: Ihre Überlegungen ziehen ja große Kreise! Mir scheint...
Murkel: Vergessen Sie Ihren Gedanken nicht, wir müssen ja auch noch zur Steuer-und Subventionspolitik kommen und schließlich kann ja auch noch der Gesetzgeber ein bisschen Druck ausüben.
Moderator: Sehr guter Gedanke!
Ök: Aber es gibt keine Steuer oder Subvention, die Strom erzeugen. Und Gesetze erzeugen keinen Strom.
Moderator: Ich glaube, sie treffen den Nagel auf den Kopf, aber bitte vergessen Sie Ihren Wunsch nicht.
Ök: Man sieht eben, selbst, wenn man sich etwas wünscht..
Moderator: wird noch lange kein Konzept daraus.
Murkel: Ganz genau!
Ök: Also ich bin immer für Steuern und Subventionen und für knallharte Gesetze.
Murkel: Intelligent müsste das Ganze gemacht werden.
Ök: Und sozial! Und sehr kompetent!
Moderator: Es gibt da ja seit langem diese ungeheuer große Experten-Gutachter- und Beraterindustrie, wollen Sie da mal nachfragen, ob die ein physikalisch realisierbares Konzept haben, das sie dann als Wunsch formulieren könnten?
Murkel: Hören Sie mir bloß damit auf! Die stellen nur grüne Fragen und geben nur grüne Antworten! Diese Leute rotieren alle in ihrem grünen Kreisel und verstehen nix von der Realität.
Moderator: Es wird Zeit, dass Sie Ihren Wunsch formulieren!
Ök: Da fällt mir etwas ganz Wichtiges ein. In der Mitte und im Süden des Landes gibt es ja auch mittlere und höhere Gebirge! Und da stürmt es manchmal ganz schön. Also vielleicht brauchen wir den Strom der Nordlichter gar nicht. Dann haben wir auch keinen Ärger mit den Grünen, die die langen Stromleitungen weder über noch unter der Erde haben wollen.
Murkel: Wo sie das ansprechen, wir brauchen ein neues Enteignungsrecht!
Moderator: Nur zu, wir hören gern offene Worte, das können sie alles in ihren Wunsch einbauen.
Murkel: Wir haben ja die neuen Kohle -und Gaskraftwerke ganz vergessen.
Moderator: Jetzt darf ich doch mal sehr bitten. Gerade die wollten doch alle schon vor langer Zeit abschaffen.
Murkel: Keine Sorge, die sind ja heute umweltfreundlich. Man presst das CO2 einfach in die Erde und weg sind die schädlichen Abgase.
Ök: Naja, man hofft, dass die potenziellen Erdbeben, derentwegen man kein Atomkraftwerk baut, nicht plötzlich CO2-Bomben katastrophalen Ausmaßes in die Atmosphäre entlassen.
Moderator: Ich meine, Kohle und Gas kann doch keiner wollen angesichts der Endlichkeit fossiler Brennstoffe, die man auch als Rohstoffe viel besser gebrauchen kann, als das man sie verheizt.
Ök und Murkel: Wir würden gern noch mal über unseren Wunsch einen Tag schlafen.
Moderator: Das Wunschkonzert gibt es aber nur heute.
Murkel: Ok, dann wünschen wir uns eben jetzt und sofort eine wirkliche Energiewende, die Vorbild für die ganze Welt ist und die basierend auf der tieferen Einsicht der Bürger eine bezahlbare, nachhaltige Vollversorgung liefert.
Ök: Und dies auf ökologischem Höchstniveau. Wir wünschen uns eine Energiewende, die den oft außer Kontrolle geratenen Energiediskurs in Deutschland, in dem sich viel zu viele Aggressionen entladen, beruhigt.
Murkel: Ich wünsche mir ein flexibles Konzept, die Vermeidung weiterer Fehlinvestitionen und auch dass nicht weiter falsche Hoffnungen geschürt werden. Und natürlich, dass das Ganze...
Ök: ....auf einer realistischen Basis durchgeführt wird.
Murkel: Dezentral, verbrauchernah, das ist das, worauf es ankommt.
Ök: Ich habe es schon gesagt, die Menschen müssen den Energiegürtel enger schnallen, wenigsten bei uns in Deutschland. Und natürlich müssen die Amis gezwungen werden ihren Pro-Kopf-Vebrauch dramatisch zu reduzieren, damit sie nicht länger ein schlechtes Vorbild sind.
Moderator: Mir fehlt in ihrem Wunsch die Intensivierung der Forschung. Die Kernfusion hat große Potenziale, aber auch die Technik der Windräder oder der Solaranlagen ist nicht am Ende.
Ök: Richtig, Mittel zur Forschung gehören natürlich auch zur Energiewende.
Murkel: Das hätten wir nicht vergessen!
Moderator: Wir leben ja im Ranking-und Benotungszeitalter. Welche Note geben sie denn nun Ihrem eigenen, eben formulierten Energiekonzept?
Murkel: Ich glaube, das gehört doch jetzt gar nicht zu dem Wunsch.
Ök: Ich habe ja schon ganz am Anfang gesagt, dass Sie ein bisschen unfair fragen.