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CO2-PläneWer bringt den Müll runter? Robert Habeck hat jetzt eine Antwort

Der Wirtschaftsminister will klimaschädliches CO2 unter die Erde bringen. Ein richtiger Weg, dem aber einige aus den grünen Reihen entgegenstehen – und für den noch (teure) Infrastruktur fehlt. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Cordula Tutt 26.02.2024 - 14:24 Uhr

Wirtschaftsminister Robert Habeck informierte sich im vergangenen Jahr über die CO2-Speicherung bei einem Besuch des Unternehmen Norcem in Norwegen.

Foto: dpa

Nach seinen technischen Erklärungen zum Verpressen von Kohlendioxid unter der Erde wurde Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck persönlich. Der Grünen-Politiker sagte zur Methode, die große Mengen des Treibhausgases aus der Atmosphäre ziehen soll: „Aus meiner Sicht ist sie reif und sicher.“ Vor Jahren hatte er in Schleswig-Holstein – wie Vertreterinnen anderer Landesregierungen auch - Pilotprojekte dazu noch bekämpft. Jetzt sagt Habeck: „Die Zeit ist abgelaufen.“ Die Erde werde wärmer. „Wir sind nicht mehr in der Komfortzone, sondern wir müssen nutzen, was wir haben.“ 

Umweltschützerinnen und viele Grüne halten die CO2-Abscheidung und -Speicherung in Hohlräumen tief unter der Erde (Carbon Capture and Storage, kurz CCS) weiter für gefährlich. Sie halten die Forderung der Industrie auch für vorgeschoben, um doch weiter fossile Brennstoffe zu nutzen.   

Habeck legt nun eine langfristige Strategie vor. Der Minister hat den Klimaforschern zugehört, die die Methode für nötig halten, um noch eine noch stärkere Erhitzung des Planeten abzuwenden. Der Umstieg der Wirtschaft dauere auch unter großen Anstrengungen sonst zu lang.

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Der Schritt ist also richtig, doch ist er umkämpft, teuer und die Technik noch nicht im großen Stil ausgereift. Wie das Gesetz durchkommt, ist also noch nicht sicher.

Das Einfangen von CO2 am Fabrikschlot und dann der Transport bis unter den Meeresboden ist kostspielig und aufwändig. Das würde genauso gelten fürs Verpressen des Gases in früheren Gas- oder Ölvorkommen tief unter der Erde, das zunächst verboten bleibt. Fachleute sagen, der Markt fürs abgeschiedene CO2 werde einmal so wichtig wie der für Erdöl war. Dafür braucht es aber neue Infrastruktur und Handelswege. Wer CO2 loswerden will, muss zahlen, wer die Senken bereitstellt, bekommt Geld.

Für diese kohlenstoffneutrale Welt braucht es noch viel: Steigende CO2-Preise, zusätzliche Infrastruktur, neue Firmen und effiziente Technologien. Doch der Weg, den Deutschland nun nach anderen Industrieländern ebenfalls einschlägt, ist realistischer Klimaschutz.

Lesen Sie auch: „Der Markt für CO2 wird größer als der Markt für Erdöl heute“

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