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FDP Traumergebnis stärkt Lindner für Wahlen 2017

Es ist eine Mammutaufgabe: Die FDP will 2017 bei den NRW-Landtagswahlen gut abschneiden und wieder in den Bundestag einziehen. Dafür bringt Lindner sie jetzt in Stellung.

Christian Lindner ist als Bundesparteichef und NRW-Landesvorsitzende der FDP wiedergewählt worden. Quelle: dpa

Aller guten Dinge sind drei. Das Sprichwort könnte sich Christian Lindner als persönliches Motto ausgedacht haben. Ein Parteitag wählt den 37-Jährigen am Samstag zum dritten Mal an die Spitze der nordrhein-westfälischen FDP. Mit einer überwältigenden Zustimmung von 98 Prozent. Lindner hat damit weiterhin drei der wichtigsten Jobs inne, die die FDP zu vergeben hat: Er ist Bundesvorsitzender, führt den größten Landesverband und steht an der Spitze der Fraktion im Düsseldorfer Landtag.

Eine vierte zentrale Funktion soll noch oben drauf kommen: Lindner will sich als Spitzenkandidat in einen Doppel-Wahlkampf stürzen. Im Mai 2017 wird der NRW-Landtag gewählt, vier Monate später der Bundestag. Das bevölkerungsreichste Bundesland ist von zentraler Bedeutung für das angestrebte Comeback der FDP im Bundesparlament. „Die Trendwende für die FDP ist erreicht“ und „Wir sind keine Partei zweiter Wahl“, gibt der Chef-Liberale in Bielefeld selbstbewusst vor.

Lindner hat eine am Boden liegende Partei wiederaufgerichtet. Nachdem sie im Herbst 2013 erstmals in ihrer Geschichte aus dem Bundestag geflogen war, übernahm er die Führungsverantwortung - und krempelte vieles um. Die Erneuerung der FDP steuert er dabei von NRW aus. „Hoffnungsträger“ und „Retter“ wird er genannt, seine FDP oft als „One-Man-Partei“ tituliert. Fakt ist: Eine Alternative ist nicht in Sicht.

„Es sieht so aus, als habe sich das Blatt tatsächlich nachhaltig für die FDP gewendet“, analysiert der Politikwissenschaftler Stefan Marschall von der Uni Düsseldorf. Dieser Erfolg werde vor allem Lindner zugeschrieben, der als Person für die erneuerte FDP stehe. Allerdings: „Es hat auch etwas damit zu tun, dass die FDP eine Lücke im Parteisystem schließen kann.“ In Nordrhein-Westfalen haben die Liberalen rund 14.000, deutschlandweit 53.000 Mitglieder.

Die FDP habe es geschafft, in den Medien präsent zu sein, obwohl nicht im Bundestag vertreten. „Hierzu konnte sie erfolgreich auf die telegene Präsenz von Lindern setzen“, sagt der Parteienexperte Marschall. Da Lindner in Berlin keine Bühne mehr hat, nutzt er - auch ohne Manuskript stets druckreif - gerne den Düsseldorfer Landtag zur Positionierung seiner Partei in bundespolitischen Fragen. Er scheut keine Kameras, beherrscht den bescheidenen Auftritt ebenso wie die Attacke-Tonlage.

„In Nordrhein-Westfalen ist Rot-Grün ein Auslaufmodell“, glaubt Lindner. In Wirtschaft, Bildung, bei der inneren Sicherheit habe die Regierung von Hannelore Kraft (SPD) versagt. Eine Ampel mit SPD und Grünen in Düsseldorf schließt Lindner aus. „Unsere Partei hatte zeitweise die politische Orientierung verloren“, ruft er den Delegierten in Bielefeld zu. Man sei nun aber ganz klar wieder auf dem richtigen Kurs. Und Lindner zeigt sich optimistisch: „Die Restlaufzeit der rot-grünen Regierung beträgt 13 Monate.“

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