WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Markus Söder "Mich muss ja nicht jeder mögen"

Seite 2/2

"Ein Politiker braucht Selbstbewusstsein, aber keine Selbstüberschätzung"

Man muss sich selbst schon gut finden, um in der Politik voranzukommen?

Vor allem muss man überzeugt sein von dem, was man macht. Die Menschen merken schnell, ob man sich für sie und ihre Anliegen begeistert. Ein Politiker braucht Selbstbewusstsein, aber keine Selbstüberschätzung.

Solche Auftritte erfordern Disziplin. Wie sehr hat Ihre Karriere beeinflusst, dass Ihr Vater Maurermeister war?

Ich wurde zu Fleiß erzogen. Wenn es in der Schule Probleme gab, war die Ansage meines Vaters: Entweder du schaffst die Schule oder du gehst auf den Bau. Ich war dann der Erste in der Familie, der aufs Gymnasium gegangen ist und studiert hat.

Beeinflusst Ihre Herkunft Ihr heutiges Auftreten?

Ich verdanke meinen Eltern viel. Sie haben mir das Rüstzeug fürs Leben mitgegeben. Das waren fleißige und anständige Leute. Mein Vater sagte immer: Habe keine Angst vor Thronen und stehe zu deiner Meinung. Das habe ich mir bis heute behalten. Ich laufe nicht jedem Trend hinterher. Aus einem 1,94 Meter großen Mann mit 105 Kilo Gewicht kann man auch keinen feministischen Veganer machen.

Das Bild des vor Kraft strotzenden, der Heimat verbundenen Politikers befeuern Sie, indem Sie es auch über soziale Medien verbreiten. Was macht Facebook und Twitter so interessant für Sie?

Die sozialen Netzwerke sind schnell, ungefiltert und direkt.

Sie posten selbst. Wie viele Stunden am Tag verbringen Sie damit?

Ich mache das nebenbei. Aber ich hatte auch schon Tweets, die für große Diskussionen sorgten. Das ist normal im Netz. Ich finde diese Diskussionen spannend, da man über soziale Medien ganz andere Menschen erreichen kann.

Sie haben auf Facebook ein Jugendbild gepostet, auf dem Sie in Ihrem damaligen Jugendzimmer vor einem Poster von Franz Josef Strauß posieren. Ist Ihnen nichts peinlich?

Da haben einige geschrieben, mir hätte das einen Shitstorm eingebracht. In der Tat gab es einige Hundert böse Kommentare – gesehen haben den Post aber eine Million Menschen. Als Jugendlicher fand ich Strauß einfach cool und hatte ihn über meinem Bett hängen.

Ein Poster von Franz Josef Strauß zierte zu Jugendzeiten die Wand über dem Bett von CSU-Politiker Markus Söder. Top oder Flop? Und wer durfte euer Zimmer schmücken?

Posted by wiwo on Montag, 20. Juli 2015

Wie viel Persönliches geben Sie preis?

Die Menschen dürfen einen schon ein bisschen näher kennenlernen. Ich poste daher auch Ereignisse aus meiner Freizeit wie ein Tennisturnier. Homestorys mache ich aber nicht. Da ist für mich eine Grenze.

Auch in Talkshows sind Sie omnipräsent.

Ich lehne mehr Einladungen in Talkshows oder andere TV-Formate wie Ratesendungen ab, als ich annehme. Ich bin Politiker, kein Entertainer.

Was tun Sie, um die Bodenhaftung nicht zu verlieren?

Dafür sorgen schon Journalisten und die Opposition. Ich bekomme ständig Anfragen, wo ich wann war, was dort passiert ist und wer neben mir saß. Das diszipliniert einen. Außerdem trinke ich kaum Alkohol, stehe jeden Tag zwischen halb sechs und sechs Uhr auf und mache regelmäßig Sport. Das hält fit.

Was kann mit Ihrer Karriereplanung noch schiefgehen?

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Ich habe gelernt: Manchmal ist es cleverer, die Dinge laufen zu lassen, statt sie erzwingen zu wollen. Das Amt kommt zum Mann und nicht umgekehrt.

Sollte es mit Ihrem Traumjob nicht klappen: Was machen Sie dann?

Ich bin ein großer Kinofan. Mich würde es einmal reizen, als Regisseur einen Film zu drehen. Angebote liegen aber leider nicht vor …

Welches Genre?

Sicherlich keinen Liebesfilm. Vielleicht einen modernen Western oder eine deutsche Version von „House of Cards“ – das würde sicher spannend werden.

Jetzt auf wiwo.de

Sie wollen wissen, was die Wirtschaft bewegt? Hier geht es direkt zu den aktuellsten Beiträgen der WirtschaftsWoche.
Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
Diesen Artikel teilen:
  • Artikel teilen per:
  • Artikel teilen per:
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%