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IndopazifikEU stärkt Frankreich im U-Boot-Streit den Rücken

Australien will mit Hilfe Großbritanniens und der USA Atom-U-Boote bauen. Frankreich zeigt sich über den neuen Sicherheitspakt verärgert – und die EU bezieht klar Position. 21.09.2021 - 11:14 Uhr

Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert teilen die USA ihre Nukleartechnologie für U-Boote mit einem Verbündeten.

Foto: dpa

Im U-Boot-Streit stellt sich die Europäische Union an die Seite Frankreichs. Die EU-Außenminister befassten sich am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit dem Thema und erklärten anschließend ihre Solidarität mit der französischen Regierung.

Mehr Kooperationen, eine bessere Koordination und weniger Zersplitterung sei nötig, um Stabilität und Frieden im indopazifischen Raum zu erreichen, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag.

Die Ankündigung von Australien, Großbritannien und den USA über ihren Indopazifik-Sicherheitspakt vergangene Woche, der ein französisches U-Boot-Geschäft mit Australien platzen ließ, sei überraschend gekommen. Frankreichs Europa-Minister Clement Beaune begrüßte die Unterstützung der EU-Partner und erklärte am Dienstag, Europa müsse seine Interessen stärker vertreten.

Zur Verärgerung Frankreichs sieht die Indopazifik-Vereinbarung der drei Länder unter anderem vor, dass Australien mit Technologie der beiden Partner nuklear betriebene U-Boote baut. Damit wurde die 2016 mit dem französischen Reedereikonzern Naval vereinbarte Lieferung von konventionellen U-Booten im Volumen von 40 Milliarden Dollar hinfällig.

Es wird erwartet, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und US-Präsident Joe Biden das Thema in den nächsten Tagen telefonisch erörtern wollen. Ein Gespräch zwischen Macron und dem australischen Ministerpräsidenten Scott Morrison wird es am Rande der UN-Generalversammlung Morrison zufolge nicht geben. „Es gibt im Moment keine Gelegenheit dafür“, sagte Morrison. Er sei sich sicher, dass es aber zu gegebener Zeit dazu komme.

Inwieweit der Pakt Auswirkungen auf die Handelsgespräche zwischen der EU und Australien hat, ist unklar. Die nächste Runde ist für den 12. Oktober angesetzt.

Mehr zum Thema: Welche Folgen hat das Zerwürfnis für die Nato und Europas Rüstungsindustrie? CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen erklärt im Gespräch die Hintergründe.

rtr
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