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BankenEZB will von Banken öffentliche Liquiditätsmeldungen

Die EZB will Banken stärker überwachen. Die Datensammlung soll Aufschluss über Laufzeit und Kundenart geben und könnte noch in diesem Jahr beginnen. 19.07.2023 - 15:45 Uhr

Die Daten sollen der EZB bei der Entscheidung helfen, ob bestimmte Banken höheren Liquiditätsanforderungen unterliegen sollen.

Foto: Blatterspiel/Jan Huebner

Die Europäische Zentralbank (EZB) plant eine deutlich strengere Überwachung der Bankenliquidität. Der Ansturm auf US-Regionalbanken und auf die Credit Suisse habe nach Ansicht mehrerer Aufseher deutlich gemacht, dass die damit verbundenen Risiken womöglich nicht ausreichend beachtet wurden.

Die EZB schlägt vor, von den Banken wöchentlich Daten zu ihren Liquiditätsreserven zu erheben und diese nach Laufzeit und Kundentyp aufzuschlüsseln, berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Schritt spiegele allerdings eher den Bedarf an mehr Informationen als akute Sorgen über die Branche wider, heißt es.

Banken wie Aufsicht waren überrascht, wie schnell Kunden im Frühjahr bei der Credit Suisse oder der Silicon Valley Bank ihre Einlagen abgezogen und damit die Banken ins Wanken gebracht haben. Die europäische Aufsicht fragt sich daher, ob sie den Liquiditätsrisiken genügend beachtet hat.

Zwar drängt die EZB die Banken schon seit Ende 2021, ihre Liquidität genauer zu prüfen, weil die steigende Inflation einen Anstieg der Finanzierungskosten erwarten ließ. Doch mehrere hochrangige Aufseher sagten der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass sie noch immer kein vollständiges Bild haben.

„Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde hat kürzlich darauf hingewiesen, dass die Aufsichtsbehörden zusätzliche und häufigere Liquiditätsinformationen von den Banken einholen müssen“, sagte ein EZB-Sprecher in einer Antwort an Bloomberg. „Auch wenn die Banken des Euroraums über eine komfortable Liquiditätsposition verfügen, prüft die EZB nun, wie sie weiter vorgehen kann.“

Liquiditätsmeldungen könnten im Laufe des Jahres beginnen

Dass die EZB ihren Schwerpunkt auf Laufzeit und Kundentyp legt, geht auf die Ereignisse bei der Credit Suisse und der SVB zurück. Diese zeigten, dass große unversicherte Tagesgeldeinlagen besonders volatil sind. Die neue wöchentliche Datensammlung der EZB könnte noch im Laufe des Jahres beginnen, wobei es dazu noch keine endgültige Entscheidung gebe, heißt es. Auch Einlagen, die von Vermittlern oder Digitalplattformern kommen, könnten ausgewiesen werden müssen, da sie als flüchtiger als andere gelten, hieß es weiter.

Die erhobenen Daten würden der EZB bei der Entscheidung helfen, ob bestimmte Banken höheren Liquiditätsanforderungen unterliegen sollen. So waren bereits höhere Anforderungen an die sogenannte Liquiditätsdeckungsquote (LCR) im Gespräch. Auch gibt es noch eher vage Überlegungen, die Abhängigkeit der Banken von bestimmten als besonders volatil geltenden Finanzierungsquellen zu begrenzen.

bbg
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