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IWF-PrognoseDeutsche Wirtschaft schrumpft wohl noch stärker als erwartet – wie geht es weiter?

Der Weltwirtschaft geht es besser – aber das Wachstum ist schwach, viele Risiken bleiben. Für die deutsche Wirtschaft korrigierte der Währungsfonds seine Annahmen nach unten. Anders siehts ausgerechnet für Russland aus. 25.07.2023 - 15:55 Uhr

Der Hamburger Hafen.

Foto: dpa

Die deutsche Wirtschaft wird aus Sicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr um 0,3 Prozent schrumpfen. Die IWF-Ökonomen sind damit pessimistischer als noch vor drei Monaten. Im April hatten sie für 2023 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland um 0,1 Prozent vorausgesagt. Zur Begründung verwies der IWF am Dienstag auf eine Schwäche der Industrieproduktion und einen Konjunkturrückgang im ersten Quartal.

Für 2024 rechnet der Währungsfonds in Deutschland dagegen mit einer etwas stärkeren Erholung als zuvor. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde voraussichtlich um 1,3 Prozent statt der zuvor erwarteten 1,1 Prozent steigen, schrieb der IWF in der am Dienstag veröffentlichten Aktualisierung seines Weltwirtschafts-Ausblicks. Im Jahr 2022 war die deutsche Wirtschaft noch um 1,8 Prozent gewachsen.

Für die Weltwirtschaft insgesamt wurde der Währungsfonds dagegen etwas zuversichtlicher. Er korrigierte die Wachstumsprognose auf 3,0 Prozent hoch. Im April war sie noch von 2,9 auf 2,8 Prozent gesenkt worden. Für 2024 rechnet der IWF wie bisher mit 3,0 Prozent. Von 2000 bis 2019 – also bis zur Corona-Pandemie – lag der jährliche Schnitt aber bei deutlich höheren 3,8 Prozent, wie der Fonds betonte. 2022 wuchs die Weltwirtschaft noch um 3,5 Prozent.

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IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas zeigte sich vorsichtig optimistisch: Die Weltwirtschaft erhole sich nach und nach von der Pandemie und Russlands Angriff auf die Ukraine. „Auf kurze Sicht sind Zeichen des Fortschritts unbestreitbar.“ Die Arbeitsmärkte seien überraschend stark, der steile Abfall der Preise für Energie und Lebensmittel habe den Inflationsdruck schneller gemindert als erwartet. Der IWF senkte die Prognose für die Inflation in diesem Jahr von 7,0 auf 6,8 Prozent.

Doch es sei zu früh zum Feiern. Die Wirtschaft werde sich im Vergleich zu 2022 immer noch deutlich abkühlen. Besonders spürbar sei dies in der Euro-Zone, die nach dem Erdgas-Preisschub infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine „immer noch taumelt“. In der Euro-Zone schraubte der IWF vor allem dank des aktuellen Reise-Booms unter anderem die diesjährige Prognose für Spanien hoch: Und zwar von 1,5 Prozent Wachstum auf 2,5 Prozent. In Italien sollen es 1,1 Prozent statt der zuvor erwarteten 0,7 Prozent werden.

IWF hebt Wachstumsprognose für Russland deutlich an

Für die russische Wirtschaft haben sich die Perspektiven nach Einschätzung des IWF trotz der Sanktionen im Zuge des Angriffskriegs auf die Ukraine deutlich verbessert und rechnet mit einem Wachstum von 1,5 Prozent. Das sind 0,8 Punkte mehr als noch im April vermutet. Von allen großen Ländern hat nur Brasilien eine noch stärkere Veränderung nach oben für 2023 erfahren.

Im kommenden Jahr dürfte die russische Wirtschaft dann – wie bisher vom IWF erwartet – um 1,3 Prozent zulegen. Besonders das erste Halbjahr 2023 sei konjunkturell überraschend gut gelaufen für Russland, so der IWF. Die Experten verwiesen in ihrem neuen Weltwirtschaftsbericht auf die jüngsten Daten aus dem Einzelhandel, der Baubranche sowie zur Industrieproduktion. Außerdem wirkten sich hohe staatliche Ausgaben positiv aus.

In der US-Wirtschaft sieht der IWF gemischte Signale. Die Prognose für dieses Jahr wurde zwar von 1,6 auf 1,8 Prozent angehoben. Auslöser seien unter anderem ein Zuwachs der Realeinkommen und eine Erholung der Autokäufe. Doch der IWF rechnet nicht damit, dass die Ausgabefreudigkeit andauern werde. Das in der Pandemie zusätzlich angesparte Geld sei weitgehend verbraucht, und von der US-Notenbank würden weitere Zinserhöhungen erwartet.

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dpa
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