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Schwache KonjunkturRegierung erwartet weiter kein Wachstum

Laut Wirtschaftsministerium schwächelt Deutschlands Wirtschaft weiterhin. Frühindikatoren geben keinen Grund zur Entwarnung – im Gegenteil. 14.08.2023 - 14:55 Uhr

Viele Unternehmen verlagern die Produktion wegen hoher Energiepreise ins Ausland.

Foto: dpa

In Deutschland bleibt die Konjunktur schwach. Die schwierigen außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen dämpften Produktion und Exporte, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. Nach der Talfahrt im Winterhalbjahr habe sich die Konjunktur auch im Frühsommer noch nicht erholt. Privater Konsum, Dienstleistungen und Investitionen stiegen innerhalb Deutschlands wie erwartet an. Frühindikatoren wie Auftragseingänge und Geschäftsklima signalisierten jedoch keine nachhaltige Konjunkturbelebung.

In den kommenden Monaten sei mit einer niedrigeren Dynamik am Arbeitsmarkt zu rechnen. Die Unternehmen planten weniger Neueinstellungen.

Der private Konsum habe sich im zweiten Quartal nach den deutlichen Rückgängen im Winter zwar zunächst stabilisiert. Insgesamt sprächen die Frühindikatoren jedoch für eine gedämpfte Entwicklung. „Mit weiter rückläufigen Inflationsraten und steigenden Tarifabschlüssen ist insgesamt von einer zunehmenden Belebung des privaten Verbrauchs auszugehen“, teilte das von Robert Habeck (Grüne) geführte Ministerium weiter mit.

Die Wirtschaft in Deutschland stagnierte zuletzt: Das Bruttoinlandsprodukt verändert sich im Frühjahr nicht – nach zuvor zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit schrumpfender Wirtschaftsleistung. Das Ifo-Geschäftsklima deutet darauf hin, dass die schwache Konjunkturperiode anhält.

Deutschland hat dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge als einziges großes Land dieses Jahr eine schrumpfende Wirtschaftsleistung. Der IWF sagt in seiner Sommerprognose ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt von 0,3 Prozent voraus.

>> Lesen Sie hier: Warum Deutschland in der Rezession ist – vier Gründe

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Achim Dercks, macht die hohen Energiepreise als eine der Hauptursachen für die Wirtschaftsmisere aus: „Es ist vor allem die Unsicherheit über eine stabile und zukunftssichere Energieversorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen insgesamt, die die Unternehmen belasten“, sagte Dercks dem Fernsehsender phoenix.

Sein Dachverband erlebe, dass sehr viele Unternehmen ins Ausland schauten und die Produktion aus Kostengründen verlagerten: „Weil es in Deutschland zu teuer wird“, sagte Dercks. Hier müsse die Bundesregierung gegensteuern, damit sich dieser beginnende Prozess „nicht zu einem Flächenbrand“ auswachse.

Die CO2-Bepreisung sei zwar richtig. Aber es brauche an einer anderen Stelle dann auch Entlastung. „Denn wenn Unternehmen aus Deutschland rausgehen, wenn sie nicht hier investieren, dann verlieren wir an industrieller Substanz und dann verlieren wir an Wachstumspotenzial, das ist eine richtige Gefahr für die Steuereinnahmen und die öffentlichen Haushalte“, warnte Dercks. Investitionsanreize in Erneuerbare Energien seien erforderlich, damit das Angebot ausgeweitet werde und damit der Preis für Strom aus Erneuerbaren langfristig sinken könne.

rtr
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