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Werner knallhartHört der Cookies-Quatsch 2025 wirklich endlich auf?

Die Cookie-Zustimmungs-Anfragen wegzuklicken, gehört neben der Steuererklärung seit Jahren zum Stupidesten, was wir in den hochentwickelten Industrieländern mitmachen müssen. Jetzt, 2025, soll der Irrsinn hierzulande enden. Was ist da los? Eine Kolumne.KOMMENTAR von Marcus Werner 02.01.2025 - 16:49 Uhr
Foto: imago images

Wir erleben in Deutschland ja gerade, was mit einer Gesellschaft passiert, die kollektiv mit den Schultern zuckt und sagt: „Ist halt so.“ Behörden, Banken, Versicherungen schicken Briefe statt E-Mails? Ist halt so. Digital können ja gerne die Dänen machen. Feuerwehr ruft wegen Angst vor Feuerwerks-Gewalt an Silvester den Notstand aus? Ist halt so. Böllern ist Männerrecht.

Am Hermannsdenkmal im Teutoburgerwald kann man am Parkautomaten nur mit Münzen zahlen (was man erst beim Rausfahren erfährt)? Ist halt so. Nur Bares ist Wahres.

Wir werden an allen Ecken und Enden derartig überzogen mit dem Mehltau des irgendwie so tolerierten Bullshits, dass ein Aufmucken als unentspannt gilt. Ist halt so. Stell dich nicht so an.

Und so schmiert Deutschland ab.

Und genau mit dieser Resignation machen wir es seit Jahren mit, diese Cookies-Einwilligungen wegzuklicken. Immer und immer wieder. Auf jeder Seite und irgendwann wieder von vorne, wenn wir wiederkommen. Alle finden es doof, alle machen es einfach mit. Weil es halt so ist.

Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit der ganzen Familie ins Restaurant und bestellen jeweils drei Gänge. Und dann läuft das Gespräch mit der Kellnerin wie folgt:

Sie als das Gast so: „Also, ich nehme zur Vorspeise den Ziegenkäse mit Walnüssen und dann…“

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Die Kellnerin so: „Ich muss Sie darauf hinweisen, dass dieses Gericht Milchprodukte und Spuren von Nüssen enthalten kann. Ist das für Sie okay?“

Sie so (kurz stutzend): „Ja, das ist klar. Kein Problem. Dann als Hauptspeise die hausgemachten Tortellini mit Limonenbutter. Und zum Dessert…“

Die Kellnerin so: „„Ich muss Sie darauf hinweisen, dass das Gericht Milchprodukte und Spuren von Nüssen enthalten kann. Ist das für Sie okay?“

Sie: „Jaha! Und als Nachtisch das Tiramisu. Und was willst du, Leon?“

Leon (8): „Ich will…“

Die Kellnerin: „Ich muss Sie darauf hinweisen, dass das Tiramisu Milchprodukte und Spuren von Nüssen enthalten kann. Ist das für Sie okay?“

Sie: „JA! Leon! Schnell! Mit Blick auf die Uhr: Was willst du? Erstens, zwotens, drittens. Flott! LOS! Mama und Mia wollen auch noch!“

Man würde wohl lieber zu Hause was Kleines kochen, oder?

Aber beim Öffnen einer jeden Website werden wir wieder und wieder gebeten, uns festzulegen: Was wollen wir mit unseren schönen Daten machen? Optionale Cookies und Technologien erlauben? Rewe etwa arbeitet mit 43 Partnern zusammen, wie im Pop-up-Fenster zu lesen ist. Was sollen die über uns wissen dürfen? Und was die Partner des Tagesspiegels, was die von Volkswagen, von Tui, von Haribo und und und?

Als wenn einer von uns da Überlegungen anstellt wie: „Also, bei Fleurop dürfen die von mir aus meine IP-Adresse verarbeiten, bei Immobilienscout24 dürfen die Besuchsdaten erfassen, bei Ikea wäre mir das irgendwie nicht so recht, wobei, ach komm: Ikea darf. Und die von Octopus Energy auch. Aber Eurowings und Stadtwerke Flensburg – also da muss das mit diesen Cookies nun wirklich nicht sein.“

Nein, wir überlegen nicht jedes Mal ineffizient neu. Genauso wenig, wie wir jeden Tag neu entscheiden: „Esse ich eigentlich gerne Kapern?“

Natürlich denken wir kompakt entweder immer „Sollen se halt Cookies setzen“ oder „Ich will keine Drittanbieter-Cookies“, müssen aber ineffizient reagieren. Hunderte, tausende Male in all den Jahren.

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Im Zweifel geht dann die Suche nach dem Ablehn-Button los, denn der Zustimm-Knopf ist in aller Regel fett, bunt leuchtend und hübsch designt, während der Ablehn-Button oftmals unscheinbar farblos hingerotzt daneben hängt. Nicht nett, sowas. Zumal das OLG Köln vor einem Jahr die Gleichwertigkeit der Buttons angemahnt hat.

Deshalb ist es umso schöner, dass wir endlich per Gesetz zur Vernunft kommen. Gerade Mitte Dezember hat der Bundesrat durchgewunken, was unser aller Deutschlandticket-Minister Volker Wissing (parteilos) zu verantworten hat: digital detox.

Ab 1. Januar 2025 ist es also möglich, einem Dienst ein für alle Male mitzuteilen, wie man es nun gerne hätte mit diesen elenden Cookies. Und dann teilt dieser Dienst (etwa eine App, eine Erweiterung des Browsers etc.) es den Seiten einfach dezent mit, bevor wir nur den Finger zum Anklicken rühren können. Also einfach einmal ablehnen, um für immer abzulehnen. Tschüss, Drittanbieter-Cookies.

Wie viel hübscher werden dann die Sites aussehen, wie viel überzeugender der erste Eindruck sein, wenn uns nicht mehr als erstes die virtuelle Tür vor der Nase zugeschlagen wird, bevor wir uns umsehen dürfen!

Sechs Jahre nach Beginn dieses gut gemeinsten Klick-Quatschs nun also endlich eine verbraucherfreundlichere Lösung. Letztendlich werden nun bald viele Drittanbieter pauschal in die Röhre gucken, wenn die Anbieter der neuen Services erstmal den Markt besiedeln.

Das Abfischen von Daten, ohne dass wir so recht wissen, was da eigentlich alles als Beifang mitgeht, ist einfach kein sympathisches Geschäftsmodell.

Das war auch schon vor 2025 klar.

Den Autor erreichen Sie über LinkedIn.

Lesen Sie auch: Sechs Hacking-Trends, die 2025 viel Ärger machen werden

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