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UN-Klimakonferenz Wie sich das Klima retten lässt

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Vergessene Klimakiller


Die gute Nachricht: Es gibt immer noch viele Punkte, an denen Politiker, Forscher und Unternehmer ansetzen können. So ist in Vergessenheit geraten, dass es neben dem CO2 auch andere Klimakiller gibt: Ruß und Methan sind für 30 Prozent des Treibhauseffekts verantwortlich – erhalten aber nur einen Bruchteil der Aufmerksamkeit von Klimaschützern. Dabei ließen sich die vergessenen Klimakiller oft viel leichter eindämmen als der Staatsfeind Nummer eins, Kohlendioxid.

In dieser Gemengelage schwenken nun auch immer mehr einstige Klimaskeptiker um, Richard Muller zum Beispiel. Der Physiker und wissenschaftliche Direktor der kalifornischen Universität Berkeley hielt die Angaben des Weltklimarats IPCC zur Erderwärmung zunächst für überzogen; vor allem auch deshalb, weil seiner Ansicht nach zu viele Messpunkte in der Nähe von Großstädten lagen, wo es ohnehin wärmer ist.

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    Die Erwärmung ist real

    Mittlerweile hat Muller mit mehr Messstationen aus ländlichen Regionen nachgerechnet – und keine Zweifel mehr: Die Erwärmung ist real. Weiter zu streiten, welchen Anteil der Mensch daran hat, hält er für fruchtlos. Er schlägt eine Strategie vor, die Klimaschutz in Verbindung mit grünem Wachstum profitabel macht. Verzicht auf Wohlstand bedeutet der Kampf gegen den Klimawandel damit nicht mehr. Ganz im Gegenteil: Er fördert ihn sogar. Darauf sollten sich alle einigen können, schrieb Muller jüngst im „Wall Street Journal“.

    Die dreckigsten Flüsse der Welt
    Murray-Darling River Quelle: Hindaandjohn
    Nil Quelle: AP
    Rio de la Plata Quelle: dpa/dpaweb
    Rio Grande Quelle: Fotolia
    Donau Quelle: dpa
    Indus Quelle: AP
    Ganges Quelle: dapd

    Tatsächlich schwenken mehr und mehr Länder auf diesen Kurs in Richtung Green Economy ein (siehe Seite 72). Südkorea etwa will 2015 zu den großen vier Exportnationen für grüne Technologien gehören. Gerade hat die Regierung rund 45 Millionen Euro als Anschubfinanzierung für Elektroautos genehmigt. Vor der Küste soll für sieben Milliarden Euro ein Offshore-Windpark entstehen.

    Vor allem China sieht Handlungsbedarf

    Die Asiaten haben die USA kürzlich mit 8,9 Milliarden Tonnen CO2-Ausstoß als größten Umweltsünder abgelöst. Auch weil dort jedes Jahr rund 50 neue Kohlekraftwerke ans Netz gehen. Inzwischen aber investiert das Reich der Mitte wie kein zweites Land in erneuerbare Energien.

    Ob der Klimagipfel in Doha helfen wird, diese Entwicklungen zu unterstützen? Wohl kaum. In den nächsten Tagen wird erst einmal nur über neue verbindliche Ziele für den CO2-Ausstoß diskutiert. Beschlüsse sind nicht vorgesehen. Wieder einmal.

    Wenn also die politische Karte nicht sticht, welche Optionen gibt es dann? Lesen Sie auf den nächsten Seiten, wie sich das Klima wirklich retten lässt.

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